ImpakuImpaku

Kung Fu

功夫

Sammelbegriff für chinesische Kampfkünste, kein einzelner Stil. Dazu gehören Sport-Wushu (Taolu und Sanda) und traditionelle Schulen. Ohne Gründer, Bodhidharma ist eine Legende.

Wichtige Daten

HerkunftslandChina
RegionAsien
HauptfokusGemischt
KontaktstufeKein Kontakt · Vollkontakt (je nach Stil)
GürtelsystemNur Dan-Grade

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

SparringNur Partnerübungen · Vollkontakt (je nach Stil)
Rolle der WaffenWaffen optional
Rolle der FormenFormen im Zentrum
Übliche Häufigkeit2 × pro Woche
Erster Grad in6 Monaten

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung3/5
Verletzungsrisiko3/5
Übertrag auf Selbstverteidigung2/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Nur Dan-Grade)
WettkampfformatGemischt
GewichtsklassenJa
Olympischer StatusNicht olympisch
WeltverbandInternational Wushu Federation (IWUF)
Geschätzte PraktizierendeÜber 10 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteBedeutend
WürfeBedeutend
BodenkampfAm Rande
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenZentral

Vergleiche

Kung Fu vs. Wushu Taolu→Kung Fu vs. Karate→

Kataloge & Datenbanken für Kung Fu

📜 Traditionelle Katas52 Einträge · über 77 Stile hinweg
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⚔️ Traditionelle Waffen19 Einträge · über 77 Stile hinweg
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👊 Technik-Datenbank87 Einträge · über 77 Stile hinweg
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📖 Glossar4 Einträge · über 77 Stile hinweg
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Über Kung Fu

Kung Fu ist kein einzelner Stil, sondern ein Sammelbegriff für die chinesischen Kampfkünste. Das chinesische Wort gongfu bedeutet jede durch langes Üben erworbene Fertigkeit und lässt sich auch von einer Teezeremonie sagen. Auf Chinesisch heißen die Kampfkünste wushu, und so heißt auch der moderne Sport. Im Englischen verbreitete sich das Wort kung fu in der Bedeutung Kampfkunst mit den Filmen von Bruce Lee in den siebziger Jahren.

Weiterlesen

Einen Gründer hat Kung Fu nicht. Die Legende vom indischen Mönch Bodhidharma, der im Kloster Shaolin die Mönche das Kämpfen gelehrt haben soll, stützt sich auf die Schrift Yijin Jing, verfasst im Jahr 1624, deren früheste erhaltene Abschrift aus dem Jahr 1827 stammt. Die Zuschreibung an Bodhidharma lehnten die Historiker Tang Hao, Xu Zhen und Matsuda Ryuchi ab, und der früheste Text über Bodhidharma aus dem Jahr 547 beschreibt ihn nicht als Kämpfer. Weit verbreitet hat sich die Legende erst nach der Veröffentlichung des Romans The Travels of Lao Can in den Jahren 1904 bis 1907. Belegt ist anderes: Das Kloster Shaolin entstand im Jahr 495, und schon seine ersten chinesischen Mönche Huiguang und Sengchou waren für ihre Kampffähigkeiten bekannt. Dreizehn Shaolin-Mönche halfen dem späteren Kaiser Taizong, wie ein Dankesbrief aus dem Jahr 626 belegt. General Qi Jiguang beschrieb im Militärhandbuch Jixiao Xinshu aus den Jahren 1560 und 1561 sechzehn Kampfstile. Die Stile teilen sich in nördliche mit hohen Tritten und Sprüngen und südliche mit kräftiger Armarbeit und stabilen Ständen, die Grenze bildet etwa der Fluss Yangtze. Die Unterscheidung innerer Stile (Taijiquan, Xingyiquan, Baguazhang) und äußerer erscheint erstmals 1669 bei Huang Zongxi. Die organisierte Form entstand im 20. Jahrhundert: Jingwu in Shanghai im Jahr 1910, das Zentrale Guoshu-Institut in Nanjing im Jahr 1928 und seit 1958 das Sport-Wushu in der VR China. Der internationale Verband IWUF entstand 1990 und hat zwei Disziplinen: taolu, also bewertete Formen mit bloßen Händen und mit Waffen, und sanda, einen Vollkontaktkampf. Ein olympischer Sport ist Wushu nicht. Die Chinese Wushu Association vergibt neun Grade duan, ein einheitliches System von Graden für alle Schulen haben wir aber nicht gefunden.

Geschichte

Kung-fu hat keinen Gründer und kein Entstehungsjahr, es ist ein Sammelbegriff für die chinesischen Kampfkünste. Das chinesische gongfu bedeutet jede durch Übung erworbene Fertigkeit, die Kampfkünste heißen auf Chinesisch wushu. Das Kloster Shaolin entstand im Jahr 495, und seine ersten chinesischen Mönche Huiguang und Sengchou waren für ihre Kampffähigkeiten bekannt. Dreizehn Shaolin-Mönche halfen dem künftigen Kaiser Taizong, wie ein Dankesbrief aus dem Jahr 626 belegt. General Qi Jiguang beschrieb im Militärhandbuch Jixiao Xinshu (1560–1561) sechzehn Kampfstile. Die Legende von Bodhidharma als Lehrer der Mönche, gestützt auf die Schrift Yijin Jing von 1624, lehnten die Historiker Tang Hao, Xu Zhen und Matsuda Ryuchi ab. Die organisierte Form entstand im 20. Jahrhundert: Jingwu in Schanghai 1910 mit Huo Yuanjia als öffentlichem Gesicht, das Zentrale Guoshu-Institut in Nanjing 1928, die All-China Wushu Association 1958 und die IWUF 1990 in Peking. Während der Kulturrevolution (1966–1976) wurden die traditionellen Künste unterdrückt, und der Staat förderte anstelle eigenständiger Schulen und Familienlinien regulierte Wettkampf-Wushu. Nach 1998 fördert die Regierung sowohl traditionelle Stile als auch modernes Wushu.

Technik

Die Stile teilt man traditionell in nördliche, die schnelle kräftige Tritte, hohe Sprünge und fließende Bewegung betonen, und südliche mit kräftiger Armarbeit, stabilen Ständen und schneller Fußarbeit. Die Grenze verläuft etwa entlang des Yangtze, und die Unterschiede haben sich weitgehend verwischt. Die zweite Einteilung ist die in innere Stile (neijia), die auf der entspannten, vom Geist geführten Hebelwirkung des Körpers beruhen, und äußere (waijia) mit schneller explosiver Bewegung und Kraft. Sun Lutang zählte zu den inneren Taijiquan, Xingyiquan und Baguazhang, Baguazhang wird im Gehen auf einem Kreis in tiefen Ständen geübt. Hebel auf Gelenke und Muskeln, qinna, enthalten in gewissem Maß alle Stile, die südlichen mehr als die nördlichen. Auf Würfe ist shuai jiao spezialisiert.

Training

Das Training beruht auf den Formen taolu, den Übungen zu zweit duilian und dem Gruppen-jiti, im Sport-Wushu auch mit Waffen. Die inneren Stile üben das Schieben der Hände und zhan zhuang, das Stehen in einer Position von zwei Minuten bis zu zwei Stunden, bei dem Anfänger starke Muskelermüdung und Zittern erleben können. Der Lehrplan des duanwei der Chinese Wushu Association fügt Elemente nach Stufen hinzu: Schlag, Tritt, Griff, Position, Kampf und zuletzt alles zusammen, jede Stufe hat eine eigene Form. Voller Widerstand ist im Sanda belegt, dem Vollkontaktkampf der IWUF, der gesondert beschrieben wird. Den Aufbau der Stunde und die Trainingshäufigkeit konnten wir nicht belegen.

Graduierungen und Fortschritt

Ein einheitliches Gürtelsystem im Kung Fu haben wir nicht gefunden, und die Ränge von Instruktoren sind eine Quelle von Streit. In der VR China bewertet die Chinese Wushu Association die Grade des duanwei: neun Grade duan (Grundstufe 1–3, mittlere 4–6, höhere 7–9) und eine Vorstufe mit drei Ebenen. Bewertet werden Ethik, Theorie, Technik und Fertigkeiten, bei den höheren Graden auch der Beitrag zur Entwicklung des Wushu. Den Lehrplan der Kurse validierte der Bewertungsausschuss der CWA im Juli 2008. Ob Schulen außerhalb der CWA die Grade des duanwei anerkennen, haben wir nicht gefunden.

Für wen

Das Wettkampfalter bestimmen die Regeln der IWUF für taolu (2019): Kinder bis 11 Jahre, Jugend 12–14, Junioren 15–17 und Erwachsene ab 18 Jahren. Eine Form des changquan oder nanquan dauert bei Erwachsenen mindestens 1:20, bei Junioren und Kindern mindestens 1:10. Das Aufnahmealter in traditionellen Schulen haben wir nicht gefunden. Eine randomisierte Studie von Tsang u. a. (J Sports Sci Med 2009) teilte 20 nicht sporttreibende Jugendliche mit Übergewicht oder Adipositas (Durchschnitt 13,3 Jahre, 60 % Mädchen) für 6 Monate dem Kung Fu oder dem Taiji zu, in der Fettmasse unterschieden sich die Gruppen nicht. Changizi und Rahnama (2017) stellten bei 51 Elite-Wushu-Sportlern (Durchschnitt 16,3 Jahre) 6,85 Verletzungen pro 1.000 Stunden fest, 47,6 % an den unteren Gliedmaßen, die Disziplin geben sie nicht an. Eine Studie bei Senioren haben wir nur zu Taijiquan gefunden, Programme für Frauen haben wir nicht gefunden.

Wettkampf

Der internationale Verband IWUF hat zwei Disziplinen: taolu, bewertete Formen mit bloßen Händen und mit Waffen, und sanda, einen Vollkontaktkampf mit Schlägen, Tritten und Würfen, der gesondert unter Sanda beschrieben wird. Die Weltmeisterschaft veranstaltet er seit 1991 alle zwei Jahre. Im taolu bewerten die Kampfrichter nach den Regeln von 2019 die Qualität der Bewegungen (5 Punkte), den Gesamteindruck (3) und die Schwierigkeit (2), bei duilian und jiti ohne Schwierigkeit Qualität und Eindruck mit je 5 Punkten. Die Komponente der Schwierigkeit kam mit der Revision der Regeln 2003 hinzu. Wushu ist kein olympischer Sport. Das Turnier in Peking 2008 fand parallel zu den Spielen statt und seine Medaillen wurden nicht mitgezählt, das IOK erkannte die IWUF 2002 an.

Ausrüstung

Die Kleidung traditioneller Schulen und den Wettkampfanzug für taolu konnten wir nicht belegen. Die Waffen für taolu normen die Regeln der IWUF (2019): Der Säbel dao und das Schwert jian müssen senkrecht gehalten mit der Spitze mindestens bis zum oberen Rand des Ohrs reichen, der Stab gun mindestens bis zur Körpergröße des Wettkämpfers, der Speer qiang vom Boden bis zur Spitze des Mittelfingers des erhobenen Arms, und seine Quaste muss mindestens 20 cm lang sein. Die Wettkampfausrüstung im Sanda, also Handschuhe, Kopf-, Brust- und Zahnschutz und bei Junioren Spannschützer, wird gesondert unter Sanda beschrieben.

Philosophie

Das ethische System der chinesischen Kampfkünste heißt wude, Kampfmoral. Die Unterscheidung innerer und äußerer Künste erscheint erstmals 1669 im Epitaph für Wang Zhengnan von Huang Zongxi, und sein Sohn Huang Baijia verfasste 1676 das Handbuch der inneren Künste Neijia Quanfa. Nach Henning war es eine eher politische als technische Klassifikation, und manche Praktizierende lehnen die Unterscheidung ab. Die inneren Stile konzentrieren sich auf die Arbeit mit qi, die äußeren auf muskuläre und kardiovaskuläre Kondition. Der Kodex xia aus dem Genre wuxia, Unrecht zu beheben und Unterdrücker zu bestrafen, gehört der Fiktion an, nicht den traditionellen Schulen.

Stile und Schulen

Kung-fu ist kein einzelner Stil, sondern eine Sammelbezeichnung für viele chinesische Schulen. Viele tragen den Namen einer Familie oder eines Meisters, andere ahmen Tiere nach: Die Techniken des xingyiquan beruhen auf zwölf Tierformen.

Weiterlesen

Zu den inneren Stilen gehört taijiquan. Laut der UNESCO-Nominierung entstand es Mitte des 17. Jahrhunderts im Kreis Wenxian in der Provinz Henan und entwickelte sich zu mehreren Schulen, die nach einer Familie oder einem Meister benannt sind. Britannica legt seine Kodifizierung und Benennung an den Beginn der Qing-Dynastie. Der Internationale Wushu-Verband IWUF nennt dafür fünf Stile: Chen, Yang, Wu, Sun und Wu (Hao). Die Formen haben je nach Schule von 24 bis 108 oder mehr Bewegungen, und alle gehen von einer von drei Stellungen aus, mit dem Gewicht vorn, hinten oder im Reiterstand. Seit 2020 steht taijiquan auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes und wird traditionell in der Familienlinie oder durch die Beziehung von Meister und Schüler weitergegeben, die durch die baishi-Zeremonie bestätigt wird. Den südlichen Stil Choy Li Fut gründete 1836 Chan Heung aus dem Kreis Xinhui in der Provinz Guangdong. Der Name erinnert an seine Lehrer Choy Fook und Lee Yau San, das Wort fut bedeutet auf Kantonesisch Buddha und verweist auf den Shaolin-Ursprung der Lehrer. 2008 wurde der Stil in die nationale chinesische Liste des immateriellen Erbes aufgenommen. Choy Li Fut und mehrere Linien des Wing Chun stehen auch auf der Liste des immateriellen Kulturerbes Hongkongs. Die Sportform wird von der IWUF geleitet. Bei den Weltmeisterschaften wird im taolu in fünfzehn Disziplinen gewetteifert, darunter changquan, nanquan, taijiquan, baguazhang und xingyiquan, mit Waffen (daoshu, jianshu, gunshu, qiangshu, nandao, nangun) und in den Paarformen duilian.

Heute

In den Westen verbreitete sich Kung Fu nach 1949, als Meister die VR China verließen und nach Taiwan, Hongkong und anderswohin gingen. Das Wort kung fu erschien im Englischen gedruckt erstmals 1966 in der Zeitschrift Punch, und die Welle des Interesses in den siebziger Jahren brachten die Filme von Bruce Lee. Der Hongkonger Actionfilm beherrschte das Genre von 1971 bis zur Mitte der neunziger Jahre, und Shaolin Temple (1982) mit Jet Li belebte das Interesse an den Kampfkünsten in China und den Tourismus zum Kloster neu. Jet Li war in den Jahren 1975–1979 viermal Meister der VR China im Wushu-Mehrkampf. Die Figur des Wong Fei-hung, des Lehrers des Hung Gar, erschien seit 1949 in mehr als 100 Filmen und Serien. Eine Dachorganisation der traditionellen Schulen haben wir nicht gefunden, das Sport-Wushu leitet die IWUF mit kontinentalen Verbänden.

In der Kultur

Der Film Enter the Dragon, eine Koproduktion der USA und Hongkongs unter der Regie von Robert Clouse, wurde von Warner Bros. am 17. August 1973 herausgebracht, etwa einen Monat nach dem Tod von Bruce Lee im Alter von 32 Jahren. Lee choreografierte darin alle Kämpfe. Der Film spielte in den USA 21 Millionen Dollar ein, führte in den ersten zwei Wochen des breiten Starts die Kinocharts an, 2004 nahm ihn die Library of Congress in das amerikanische National Film Registry auf, und eine Umfrage der Zeitungen The Guardian und The Observer wählte ihn 2013 zum besten Kampfsportfilm aller Zeiten. Der Film Crouching Tiger, Hidden Dragon von Ang Lee erhielt bei der 73. Oscar-Verleihung zehn Nominierungen und vier Preise, für Ausstattung, Kamera, die Musik von Tan Dun und den fremdsprachigen Film. Jackie Chan, der mit siebzehn Jahren als Stuntman in Hongkonger Filmen anfing, erhielt 2016 einen Ehren-Oscar.

Wissenswertes

Die historischen Bauwerke von Dengfeng, einschließlich der Anlage des Klosters Shaolin, stehen seit 2010 auf der UNESCO-Welterbeliste. Ip Man wurde am 1. Oktober 1893 in Foshan geboren und lernte Wing Chun bei Chan Wah Shun. 1949 ging er nach Hongkong, wo er Wing Chun unterrichtete, ab 1953 war Bruce Lee sein Schüler, und er starb dort am 2. Dezember 1972. Bruce Lee wurde 1956 vom La Salle College verwiesen, bewegte sich seit seinem zwölften Lebensjahr in den Straßengangs von Kowloon und kam über eines ihrer Mitglieder in den Unterricht von Ip Man. Wushu war nie im Programm der Olympischen Spiele. Das IOC erlaubte ein Wushu-Turnier in Peking bei den Spielen 2008, und ein Jugendturnier fand bei den Olympischen Jugendspielen 2014 in Nanjing statt.

Stile & Zweige

Tai Chi太極拳

Chinesische Familie von Stilen einer inneren Kampfkunst mit langsamen Formen und tuishou, belegt seit dem 17. Jahrhundert in Henan. Zhang Sanfeng ist Legende, UNESCO 2020.

Wing Chun糸東流

Südchinesischer Stil des Nahkampfs, aufgebaut auf der Mittellinie und sparsamer Bewegung. Die belegte Linie beginnt im 19. Jahrhundert, bekannt machten ihn Ip Man und Bruce Lee.

Shaolin Quan少林拳

Kampfkünste, die mit dem Kloster Shaolin in Henan verbunden sind. Das Training der Mönche ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, die Legende von Bodhidharma hält historisch nicht stand.

Baguazhang八卦掌

Chinesische Kampfkunst auf der Grundlage des Gehens im Kreis, mit Handflächenschlägen, Tritten, Hebeln und Würfen. Verbunden mit Dong Haichuan, der um 1864 nach Peking kam.

Bak Mei Kung Fu白眉拳

Südchinesischer Kampfstil für kurze Distanz. Die belegte Linie beginnt bei Cheung Lai Chuen, die Geschichte vom Mönch Bak Mei ist eine Legende.

Hung Gar洪家拳

Südchinesischer Kung-Fu-Stil mit tiefen Ständen und dem Symbol von Tiger und Kranich. Die belegte Linie beginnt im 19. Jahrhundert bei Wong Kei-ying und Wong Fei-hung.

Bajiquan八極拳

Ein nordchinesischer Stil aus Hebei, gebaut auf einen Gedanken: hineinkommen. Zermalmende Nahschläge, Aufprall mit dem ganzen Körper, Ellbogen- und Schulterarbeit.

Xingyiquan形意拳

Chinesische Kunst der geradlinigen Vorwärtsbewegung und explosiven Kraft mit den fünf Fäusten wuxing, zwölf Tieren und einem traditionellen Training, das mit dem Speer beginnt.

Choy Li Fut蔡李佛

Südchinesischer Stil, den Chan Heung aus Xinhui in Guangdong 1836 gründete. Die staatliche Liste des immateriellen Kulturerbes der VR China führt ihn seit 2008.

Tanglangquan螳螂拳

Ein nordchinesischer Stil aus Shandong, der die Jagd der Gottesanbeterin nachahmt. Kennzeichen ist die Hakenhand; die südliche Mantis ist eine andere Linie.

Baihequan白鶴拳

Südchinesische Stilfamilie aus Fujian, der legendären Fang Qiniang zugeschrieben. Belegte Lehrer ab dem 19. Jahrhundert, die Kata Sanchin teilt sie mit Goju-ryu und Uechi-ryu.

Shuai Jiao摔跤

Der älteste belegte chinesische Ringkampf, verwurzelt im zeremoniellen Jiaodi. Ein Wurf zählt umso höher, je sauberer der Werfende stehen bleibt; Bodenkampf gibt es nicht.

Wudangquan武當拳

Sammelname der inneren Künste und der Künste der Tempel im Wudang-Gebirge. Die Einteilung in innere und äußere Kunst erscheint 1669, Zhang Sanfeng ist Begründer nur laut Tradition.

Changquan長拳

Nordchinesische Stilfamilie mit weiter Reichweite, hohen Tritten, kein Einzelstil. Wettkampf-changquan entstand per Standardisierung in den 50ern, IWUF-Basis sind chaquan, huaquan, paoquan.

Ying Jow Pai鷹爪派

Nordchinesischer Adlerkrallen-Stil, der langen Schlägen Griffe und Hebel hinzufügt. Seit 2008 auf der nationalen Kulturerbe-Liste Chinas.

Fu Jow Pai虎爪派

Kung-Fu-Stil der Tigerklaue, früher Hark Fu Moon genannt. Nach seinen Schulen führt er auf Wong Bil Hong zurück, nach New York brachte ihn sein Neffe Wong Moon Toy.

Mizongyi迷蹤藝

Nordchinesischer Stil, verbunden mit Huo Yuanjia und der Shanghaier Schule Jingwu. Er setzt auf unerwartete Richtungswechsel und leichte, offene Stellungen.

Tongbeiquan通背拳

Nordchinesischer Stil langer, schneller Schläge, der die Arme eines Affen nachahmt. Die Pekinger Tradition hat drei Schulen und steht seit 2014 auf der nationalen Liste.

Yiquan意拳

Der Stil von Wang Xiangzhai ohne feste Formen, aufgebaut auf dem Stehen zhanzhuang. Er ging in den zwanziger Jahren aus dem xingyiquan hervor.

Piguaquan劈掛拳

Nordchinesischer Stil aus Cangzhou mit schnellen Schlägen explosiver Kraft und dem langen Säbel miaodao. Seit 2008 auf der nationalen Liste des immateriellen Erbes.

Bak Sil Lum北少林

Nordchinesischer Stil in der Linie von Gu Ruzhang (1894–1952), Ausbilder am Zentralen Guoshu-Institut, der ihn nach 1928 nach Kanton brachte. In Erbelisten nicht eigenständig geführt.

Fut Gar佛家拳

Südchinesischer Stil, der nach der Tradition als Synthese von fünf kantonesischen Familienstilen im Qingyun-Tempel entstand. Er nutzt Faust- und Handflächenschläge und tiefe Tritte.

Sport Sanda散打

Vollkontakt-Disziplin des Wushu, in China seit 1989 offizieller Sport. Mit Schlägen, Tritten und Würfen auf der Plattform leitai, es punktet auch das Hinabwerfen des Gegners.

Liu He Ba Fa六合八法拳

Innerer Stil, auch Wasserfaust genannt. Die belegte Geschichte beginnt bei Wu Yihui (1887–1958), in Hongkong im Inventar des immateriellen Erbes, auf Chinas nationaler Liste nicht gefunden.

Iron Palm Kung Fu鐵掌功

Methode der Handabhärtung, die laut englischer Wikipedia viele chinesische Schulen kennen. Sie ist kein eigener Stil. Laut Wikipedia war Gu Ruzhang für seine Meisterschaft darin bekannt.

Wuzuquan五祖拳

Südchinesischer Stil aus Quanzhou, der fünf Fäuste verbindet: Damo, Taizu, Luohan, die Affenfaust und den weißen Kranich. Seit 2008 auf Chinas nationaler Kulturerbe-Liste.

Ditangquan (Bodenroll-Faust)地趟拳

Chinesischer Stil aus Stürzen, Rollen und Beintechniken vom Boden. Auf der Staatsliste des immateriellen Erbes nicht gefunden, in den IWUF-Regeln 2019 nur ein traditioneller Stil.

Zi Ran Men自然門

Chinesischer Stil, verbunden mit Du Xinwu und seinem Lehrer namens Xu Aizi. Die Quellen sind uneins, wer von beiden ihn begründet hat.

Emeiquan峨眉拳

Stile aus Sichuan am Berg Emei, seit 2008 auf Chinas staatlicher Liste des immateriellen Erbes. Die Beschreibung nennt 68 Zweige, die älteste Abhandlung gilt dem Speer (17. Jahrhundert).

Tianshan Pai天山派

Nördlicher Kung-Fu-Stil, den Wang Chueh-Jen Ende der vierziger Jahre in Taiwan zu lehren begann. Den uralten Ursprung, den er behauptete, bezweifeln seine Schüler.

Yau Kung Mun柔功門

Südchinesischer Kung-Fu-Stil, den Ha Hon Hung 1924 in Guangzhou öffentlich vorstellte. Er beruht auf einem tiefen Reiterstand und hat dreizehn Formen ohne Waffen.

Nanquan (Südliche Faust)南拳

Sammelbegriff für südchinesische Stile und eine Wettkampfdisziplin des Wushu: tiefe feste Stellungen, kurze kräftige Schläge mit Lautäußerung und weniger Beintechniken, laut IWUF.

Baji Zhandao

Modernes chinesisches System von 2007, das Bajiquan mit weiteren Stilen verbindet. Trainiert wird waffenlos und mit Waffen, vom Dolch bis zum Speer.

Choy Gar蔡家拳

Südchinesischer Familienstil, den die Kulturerbeliste von Nanhai zu den fünf wichtigsten Stilen Guangdongs zählt. Bekannt für geschmeidige Beinarbeit.

Chuka Gar

Zweig der Südlichen Mantis, verbunden mit der Hakka-Gemeinschaft. Die Überlieferung leitet ihn von Chu Fook-To ab, die Organisation Chuka Praying Mantis Kung Fu von Chu Nan-Chieh.

Chuojiao (Stechender Fuß)戳腳

Nordchinesischer Stil tiefer Stellungen und rückwärtiger Tritte aus Raoyang in Hebei. Seit 2014 steht er auf Chinas staatlicher Liste des immateriellen Erbes.

Duanquan短拳

Nordchinesischer Stil aus dem Kreis Gaoyang in Hebei, auf der Provinzliste des immateriellen Erbes. In Gaoyang heute an Schulen und bei Schauen verbreitet, der Ursprung ist nur überliefert.

Fanziquan (Überschlagende Faust)翻子拳

Nordchinesischer Stil, unter der Ming-Dynastie bashanfan genannt. Auf der staatlichen Liste steht sein Zweig yingzhao fanziquan, die Adlerklaue, aus dem Kreis Xiong.

Hakka Kuen (Hakka-Stile)客家拳

Sammelbegriff für Kampfkünste südchinesischer Hakka-Gemeinschaften, keine einzelne Schule. Eine Hongkonger Ausstellung zählt dazu unter anderem Chow-Gar-Gottesanbeterin und Drachenstil.

Hou Quan (Affenfaust)猴拳

Sammelname chinesischer Affenstile, belegt bei Qi Jiguang im 16. Jahrhundert. Am besten beschrieben: die Hongkonger Schule Dasheng pigua men. Emei hou quan gehört zum Listenpunkt Emei wushu.

Hung Sing Choy Li Fut鴻勝蔡李佛

Foshaner Zweig des Choy Li Fut, gegründet von Jeong Yim (Zhang Yan), Schüler von Chan Heung. Schule Hung Sing in Foshan seit 1851, im Hongkonger Inventar des immateriellen Erbes (3.72.2).

Jow Ga Kuen (Faust der Familie Zhou)周家拳

Südchinesischer Stil von Jow Lung, eine Verbindung von Hung Gar und Choy Gar mit Shaolin-Tritten. Seit 2019 immaterielles Erbe des Bezirks Nanhai.

King Mui Choy Li Fut

Linie des Choy Li Fut aus dem Dorf King Mui (Jingmei) in Xinhui, Geburtsort des Gründers Chan Heung (1806–1875). Seit 2008 auf Chinas staatlicher Liste des immateriellen Erbes.

Lau Gar劉家拳

Südchinesischer Familienstil, einer der fünf wichtigsten Stile Guangdongs. Die meisten heutigen Angaben dazu stammen von britischen Vereinen.

Li Gar李家拳

Südchinesischer Familienstil, einer der fünf berühmten Stile Guangdongs. Seinen Ursprung schildern die Quellen unterschiedlich, belegen lässt er sich bisher nicht.

Lung Ying (Südlicher Drache)龍形拳

Südchinesischer Hakka-Stil von Lam Yiu-gwai, verwandt mit Bak Mei. Er beruht auf sechzehn Grundbewegungen und ist Erbe von Kanton und des Bezirks Nanhai.

Meihuaquan (Pflaumenblütenfaust)梅花拳

Nordchinesischer Stil, der die Schule in einen zivilen und einen Kampfzweig teilt. Seit 2006 steht er auf Chinas nationaler Liste des immateriellen Erbes.

Mianquan綿拳

Ein Schanghaier Kung-Fu-Stil mit fließenden, stetigen Bewegungen, die Weiches und Hartes verbinden. Seit 2014 auf Chinas nationaler Liste des immateriellen Erbes, Linie von Meng Guangyin.

Mok Gar莫家拳

Südchinesischer Familienstil aus Guangdong mit enger Handarbeit und vielen Tritten. Seit 2021 im nationalen Verzeichnis des immateriellen Erbes der VR China.

Pak Hok Pai白鶴派

Hongkonger Zweig des tibetischen weißen Kranichs aus der Linie Löwengebrüll. Kreisschläge aus der Hüfte, Ausweichen, Fingerstöße, im Hongkonger Kulturerbe-Verzeichnis unter Nummer 370.

Qin Na (Griff- und Hebeltechniken)擒拿

Technische Kategorie der chinesischen Künste: Griffe, Hebel und Festlegungen in fünf Bereichen nach dem Angriffsziel.

Sanhuang Paochui三皇炮捶

Nordchinesischer Stil aus Jizhou, Hebei, auf der Provinzliste des immateriellen Erbes (2012). Linie von drei Kaisern und Shaolin-Mönchen ist Tradition, belegt: Song Mailun der späten Qing.

Sun Bin Quan孫臏拳

Shandong-Stil, auch Langärmelfaust, die Hände verbergen sich beim Schlag in den Ärmeln. Seit 2011 auf Chinas Staatsliste des immateriellen Erbes, Sun Bins Name ist eine spätere Zuordnung.

Taizuquan (Faust des Großen Ahnen)太祖拳

Fujian-Stil, benannt nach dem Gründer der Song-Dynastie. Zuschreibung an den Kaiser ist Tradition, Name bei Qi Jiguang im 16. Jahrhundert belegt, heute Teil des wuzuquan und Erbe Fujians.

Weng Chun (Ewiger Frühling)永春

Südchinesische Kunst des ewigen Frühlings, eigenständig gegenüber wing chun. Das Hongkonger Inventar des immateriellen Erbes führt sie unter Position Nr. 367.

Wushu Taolu武術套路

Wettkampfdisziplin des Sport-Wushu, in der nach den IWUF-Regeln eine Form bewertet wird. Standardisierte Formen entstanden in der VR China ab 1958, die IWUF gibt es seit 1990.

Zui Quan (Betrunkene Faust)醉拳

Chinas Kampfweisen nach Art Betrunkener, keine Schule. Die Form Acht betrunkene Unsterbliche ist in einem Ming- bis Qing-Text belegt, der Film Betrunkener Meister (1978) machte sie bekannt.

Häufige Fragen

Was ist kung-fu?

Kung-fu ist eine Sammelbezeichnung für chinesische Kampfkünste und kein einzelner Stil. Dazu gehören traditionelle Schulen wie taijiquan, Choy Li Fut oder Wing Chun sowie sportliches wushu, das vom Internationalen Wushu-Verband (IWUF) geleitet wird.

Was bedeutet das Wort kung-fu?

Der chinesische Ausdruck gongfu bedeutet laut Britannica Geschick und kann auch die sorgfältige Vorbereitung auf jede geschickte Tätigkeit bezeichnen. Die sportliche Form der chinesischen Kampfkünste heißt wushu.

Was ist der Unterschied zwischen Karate und kung-fu?

Karate entstand auf Okinawa und wurde in den 1920er Jahren von Funakoshi Gichin nach Japan gebracht. Kung-fu ist eine Sammelbezeichnung für viele chinesische Schulen. Karate war nur in Tokio 2020 olympisch, wushu war nie Teil des olympischen Programms.

Was sind die besten kung-fu-Filme?

Eine Rangfolge legen wir nicht fest, aber einige Filme haben eine belegte Auszeichnung. Enter the Dragon mit Bruce Lee aus dem Jahr 1973 nahm die Library of Congress 2004 in das amerikanische National Film Registry auf, und eine Umfrage von The Guardian und The Observer wählte ihn 2013 zum besten Kampffilm aller Zeiten. Crouching Tiger, Hidden Dragon von Ang Lee gewann vier Oscars.

Welche Arten von kung-fu gibt es?

Zu den inneren Stilen gehört taijiquan, für das der Internationale Wushu-Verband fünf Stile nennt: Chen, Yang, Wu, Sun und Wu (Hao). Bei den IWUF-Weltmeisterschaften wird im taolu in fünfzehn Disziplinen gewettkämpft, darunter changquan, nanquan, taijiquan, baguazhang und xingyiquan, auch mit Waffen.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

Pencak SilatSilat Melayu (Malaiischer Silat)Südliches KalaripayattuAbir (Hebräische Kampfkunst)Zentrales KalaripayattuNhat Nam