Mizongyi
迷蹤藝Nordchinesischer Stil, verbunden mit Huo Yuanjia und der Shanghaier Schule Jingwu. Er setzt auf unerwartete Richtungswechsel und leichte, offene Stellungen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Mizongyi
Über Mizongyi
Mizongyi, wörtlich die Kunst der verlorenen Spur, ist ein nordchinesischer Stil, der mit Huo Yuanjia aus Tianjin verbunden ist. Laut dem Tianjiner Zentrum für immaterielles Erbe entwickelte Huo das Familien-mizongquan zu mizongyi weiter und begann als Erster, es öffentlich zu unterrichten. Der Stil schöpft auch aus taijiquan, changquan und tanquan, und sein Grundsatz ist feste, aber nicht steife Kraft, leichte offene Stellungen und unerwartete Wechsel. Wer mizongquan begründet hat, konnten wir nicht belegen. Das staatliche Portal erwähnt mizongquan-Formen im yanqingquan aus Cangzhou und nennt Huo Yuanjia unter dessen Übenden. Huo Yuanjia stand am Anfang der Shanghaier Schule Jingwu, die 1909 entstand und ein Jahr später in Jingwu Athletic Association umbenannt wurde. Er starb 1910. Der Historiker Ben Judkins weist die Gerüchte über eine Vergiftung zurück und hält Tuberkulose für die wahrscheinliche Ursache. Jingwu hatte 1920 über 1100 Mitglieder und Zweigstellen in Hankou, Guangzhou, Foshan, Hongkong und weiteren Städten. In die städtische Liste des immateriellen Erbes von Tianjin wurde 2007 die Form Huoshi lianshouquan mit 72 Techniken aufgenommen. Auf der staatlichen Liste steht mizongyi nicht eigenständig. Huo Yuanjias Geschichte wurde in zahlreichen Filmen verarbeitet, in denen die Historie stark umgearbeitet ist.
Geschichte
Mizongyi ist mit Huo Yuanjia verbunden, der laut dem Tianjiner Zentrum für immaterielles Erbe 1869 im Dorf Xiaonanhe im heutigen Bezirk Xiqing in Tianjin in eine Kampfkünstlerfamilie geboren wurde. Laut derselben Quelle entwickelte er das Familien-mizongquan zu mizongyi weiter und machte den Familienstil als Erster öffentlich zugänglich. Bis dahin wurde der Stil nur innerhalb der Sippe weitergegeben, und zwar an Schwiegertöchter, nicht an Töchter. 1909 entstand im Shanghaier Stadtteil Zhabei die Schule Jingwu, die 1910 in Jingwu Athletic Association umbenannt wurde. Huo Yuanjia starb 1910 im Shanghaier Krankenhaus des Roten Kreuzes. Der Historiker Ben Judkins weist die Gerüchte über eine Vergiftung zurück und hält Tuberkulose für die wahrscheinliche Ursache. Jingwu war ihm zufolge nicht einmal die erste öffentliche Kampfkunstschule. Wer mizongquan begründet hat, haben wir in den Quellen nicht gefunden. Das staatliche Portal erwähnt mizongquan-Formen im yanqingquan aus Cangzhou und nennt Huo Yuanjia unter dessen Übenden.
Was es unterscheidet
Laut der chinesischen Wikipedia hieß mizongquan ursprünglich yanqingquan und wird auch mizongyi oder lianshouquan genannt. Ein Sprichwort sagt, die erste Form sei mizong und die zweite yanqing, sodass man beide nicht trennt. Das passt dazu, dass das staatliche Portal Formen des mizongquan im Rahmen des yanqingquan von Cangzhou erwähnt. Aus mizongyi und luohanquan entstand laut der englischen Wikipedia der Stil Mizong Luohan, ein äußerer Stil mit Einflüssen der langen Faust, des taijiquan und des baguazhang.
Technik
Laut dem Tianjiner Zentrum für immaterielles Erbe geht mizongyi aus mizongquan hervor und schöpft auch aus taijiquan, changquan und tanquan. In die Tianjiner Liste ist die Form Huoshi lianshouquan, Huos Übungsfaust, mit 72 Techniken aufgenommen. Das staatliche Portal nennt beim yanqingquan aus Cangzhou die Formen mizongquan jiazi, sechs Wege des mizongquan und mizongyi. Laut der chinesischen Wikipedia zeichnet sich mizongquan durch einen leichten Körper, schnelle Schläge und lockeren Schritt aus, und etwa sieben Zehntel der Techniken zielen auf den Oberkörper, drei Zehntel auf den Unterkörper. Die englische Wikipedia betont täuschende Handbewegungen, komplexe Beinarbeit und hohe Sprünge.
Training
Einen konkreten Trainingsplan haben wir in den Quellen nicht gefunden. Das Tianjiner Zentrum für immaterielles Erbe beschreibt Grundsätze: Die Kraft soll fest, aber nicht steif und weich, aber nicht schlaff sein, die Stellungen leicht und offen und die Wechsel unerwartet. Die erhaltenen handschriftlichen Handbücher sind laut Zeitung Guangming für das Studium von Kampftechniken, Akrobatik und Tanz wertvoll.
Graduierungen und Fortschritt
Eine eigene Stufenordnung haben wir in den Quellen nicht gefunden. Laut einem Interview mit der Familie Huo in der Tageszeitung The Paper ging der zweite Sohn von Huo Yuanjia, Huo Dongge, mit sechzehn Jahren zum Unterrichten an das Shanghaier Jingwu und gründete 1924 eine Zweigstelle in Surabaya. Die Urenkelin Huo Jinghong wurde 2015 zur repräsentativen Trägerin der Tianjiner Aufnahme von Huoshi lianshouquan. Laut der englischen Wikipedia gibt es heute Jingwu-Zweige in aller Welt und ihren Verband World Chin Woo Federation.
Heute
Mizongyi steht nicht als eigenständige Position auf Chinas staatlicher Liste des immateriellen Kulturerbes. In die städtische Liste von Tianjin wurde 2007 die Form Huoshi lianshouquan aufgenommen. Das staatliche Portal erwähnt mizongquan-Formen im Rahmen der Position yanqingquan aus Cangzhou.
Wissenswertes
Der Film Fist of Fury von 1972 mit Bruce Lee schöpft frei aus der Geschichte von Jingwu, die Hauptfigur Chen Zhen ist aber erfunden. Jingwu hatte 1920 über 1100 Mitglieder und Zweigstellen in Hankou, Guangzhou, Shantou, Xiamen, Foshan und Hongkong. Huo Yuanjias Vater wollte ihn anfangs nicht unterrichten, weil er als Junge körperlich schwach war.
Häufige Fragen
Welchen Stil übte Huo Yuanjia?
Laut dem Tianjiner Zentrum für immaterielles Erbe das Familien-mizongquan, das er zu mizongyi weiterentwickelte. Das staatliche Portal nennt ihn auch unter den Übenden des yanqingquan aus Cangzhou.
Wann entstand die Schule Jingwu?
1909 im Shanghaier Stadtteil Zhabei, 1910 wurde sie in Jingwu Athletic Association umbenannt. Huo Yuanjia starb im selben Jahr.
Wurde Huo Yuanjia vergiftet?
Der Historiker Ben Judkins schreibt, dass es für eine Vergiftung keine Beweise gibt, und hält Tuberkulose für die wahrscheinliche Todesursache.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.