Kuntao
Sammelbegriff für chinesische Kampfkünste in Indonesien und Malaysia. Kein einzelner Stil; oft mit Silat zu Kuntao Silat verschmolzen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Kuntao
Über Kuntao
Kuntao ist kein einzelner Stil, sondern ein Sammelbegriff für chinesische Kampfkünste, wie sie im Malaiischen Archipel geübt und weitergegeben wurden, vor allem in Indonesien und Malaysia. Das Wort stammt aus dem südchinesischen Hokkien, wo kun-thau wörtlich Faust bedeutet; im örtlichen Sprachgebrauch bezeichnete es die Kampfkunst chinesischer Einwanderer im Unterschied zum einheimischen Silat. Die meisten Linien wurzeln in Südchina, hauptsächlich in Fujian und in Hakka-Gebieten, weshalb im Kuntao häufig Elemente auftauchen, die aus Ngo Cho Kun, der Faust der fünf Ahnen, aus Hakka-Stilen oder aus dem Weißen Kranich bekannt sind. Technisch überwiegt die kurze Distanz: tiefe feste Stände, harte Schläge mit Hand und Unterarm, Arbeit im Clinch, Abfangen und Unterbrechen des Angriffs, Gelenkhebel und Würfe. Die Beine arbeiten tief und sparsam, hohe Tritte sind eher die Ausnahme. Das Besondere der Region ist die Durchdringung mit der örtlichen Tradition. Wo Kuntao und Silat gemeinsam geübt werden, spricht man von Kuntao Silat, einem System, das chinesische Armarbeit mit indonesischer Beinarbeit und Bodenarbeit verbindet. Die Weitergabe war lange familiär und geschlossen. In Indonesien drängten Einschränkungen chinesischer Kulturäußerungen nach 1965 viele Schulen ins Private oder unter die Bezeichnung Silat. In den Westen gelangte Kuntao vor allem mit niederländisch-indonesischen Rückwanderern nach 1949, die es in den Niederlanden und in den Vereinigten Staaten unterrichteten. Genau deshalb unterscheidet sich die Auslegung des Begriffs von Schule zu Schule, und ein einheitlicher technischer Kanon existiert nicht.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
