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Hakka Kuen (Hakka-Stile)

客家拳

Sammelbegriff für Kampfkünste südchinesischer Hakka-Gemeinschaften, keine einzelne Schule. Eine Hongkonger Ausstellung zählt dazu unter anderem Chow-Gar-Gottesanbeterin und Drachenstil.

Wichtige Daten

HerkunftslandChina
RegionAsien
HauptfokusSchlagtechnik
KontaktstufeHalbkontakt
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieVolkstümlich
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringMittlerer Kontakt
Rolle der WaffenWaffen optional
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
WettkampfformatFormen
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte PraktizierendeUnter 10 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteAm Rande
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenBedeutend

Über Hakka Kuen (Hakka-Stile)

Hakka kuen, 客家拳, ist keine einzelne Schule, sondern eine Sammelbezeichnung. Die englische Wikipedia gibt an, dass die Menschen im Perlflussdelta so einst die Südliche Gottesanbeterin nannten und der Begriff später auf die Kampfkünste der Hakka-Gemeinschaften in Übersee angewandt wurde. Meister Chen Chang Mien definiert Hakka quan in seinem Buch Kung Fu in South China von 1990, laut Zitat auf chandao.co.uk, als Sammelnamen für die Chu-Schule und verwandte Schulen. Die Ausstellung 300 Years of Hakka Kung Fu, die 2016 und 2017 das Hongkonger Amt für immaterielles Kulturerbe mit der International Guoshu Association veranstaltete, gibt an, dass die Hakka-Kampfkünste in Dörfern im Bergland an der Grenze von Fujian und Guangdong von der späten Ming- bis zur Mitte der Qing-Dynastie entstanden. Der Name Hakka entstand ihr zufolge zu Beginn der Qing und bedeutet Gastvolk. Laut der Ausstellung zogen Cheung Lai Tseun und Lam Yiu Kwai in den dreißiger Jahren von Huizhou nach Guangzhou und entwickelten die Systeme Pakmei und Lung Ying, was die Ausstellung als Beginn des modernen Hakka-Kung-Fu bezeichnet. Hongkong wurde ihr zufolge nach der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zum Zentrum der Tradition Tung Kong, also Dongjiang.

Geschichte

Die Ausstellung 300 Years of Hakka Kung Fu nennt als Beispiele für Dorfschulen, die nach Sippen benannt sind, Lam Family Teaching, Du Family Teaching und Chu Family Teaching. Lam Gar Gau, Chu Gar Gau und Iron Ox Praying Mantis gibt es ihr zufolge noch als alte ländliche Formen in Sha Tau Kok, Sheung Shui und Yuen Long. Die Datenbank des immateriellen Sportkulturerbes der Universität Shenzhen gibt an, dass die Kampfkünste entlang des Flusses Dongjiang 东江拳 heißen und sich in mehrere Sippenstile gliedern. Chen Chang Mien gibt laut Zitat an, dass Hakka-Stile in den Gebieten Meixian, Xingning und Huiyang beliebt sind.

Was es unterscheidet

Welche Stile zur Gruppe gehören, geben die Quellen nicht einheitlich an. Die Hongkonger Ausstellung zeigte fünf Stile, Iron Ox Praying Mantis, Chow Gar Praying Mantis, Eagle Claw der Schule Lam Gar Gau, Ching Lung Tam Hakka Hung Kuen und Dragon Style. Judkins zählt Bak Mei, den Drachenstil, die Südliche Gottesanbeterin und Chuka Shaolin zu den modernen Hakka-Schulen. Zugleich schreibt er, dass Wing Chun viele Hakka-Merkmale teilt, aber kein Hakka-Stil ist.

Technik

Ben Judkins gibt im Blog Kung Fu Tea an, dass die Hakka-Künste oft dreieckige Fußarbeit, gebeugte Schultern, eine eingesunkene Brust und komplexe Handarbeit zeigten. Culture Trip beschreibt einen engen Stand, einen runden Rücken, Ellbogen nah am Körper und dreieckige Fußarbeit. Chen Chang Mien beschreibt laut Zitat auf chandao.co.uk Hakka-Stände, Atem- und Brustkontrolle, kurze explosive Kraft und schnelle Fußarbeit.

Heute

Die Hakka Kung Fu Culture Research Society war laut der Ausstellung kuratorischer Partner der Ausstellung 300 Years of Hakka Kung Fu und wurde 2015 von Meister Yau Wan Wah mitgegründet. Die Ausstellung fand im September 2016 im Hong Kong Heritage Museum und vom 28. Oktober 2016 bis 4. Januar 2017 an der City University of Hong Kong statt. Culture Trip gibt an, dass die Hakka-Kampfkünste in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts schwer verfielen.

Wissenswertes

Die Südliche Gottesanbeterin, für die der Begriff Hakka kuen laut englischer Wikipedia einst verwendet wurde, hat ihr zufolge nichts mit der Nördlichen Gottesanbeterin zu tun. Green gibt im Buch Martial Arts of the World an, dass die Nördliche Gottesanbeterin unter der Qing-Dynastie in der Provinz Shandong entstand. In der im South China Morning Post abgedruckten Liste des Hongkonger immateriellen Erbes haben wir keinen Punkt zum Hakka-Kung-Fu gefunden, dort stehen aber Hung Gar und Lung Ying.

Häufige Fragen

Ist Hakka kuen ein einzelner Stil?

Nein. Die Quellen beschreiben es als Sammelbezeichnung für Stile von Hakka-Gemeinschaften, etwa die Südliche Gottesanbeterin.

Woher stammen die Hakka-Kampfkünste?

Laut der Ausstellung 300 Years of Hakka Kung Fu aus Dörfern im Bergland an der Grenze von Fujian und Guangdong seit der späten Ming-Dynastie.

Ist Wing Chun ein Hakka-Stil?

Laut Ben Judkins nicht, auch wenn es mit Hakka-Stilen viele Merkmale teilt, zum Beispiel dreieckige Fußarbeit.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

Bak Mei Kung FuXingyiquanTanglangquanBaihequanFu Jow PaiLung Ying (Südlicher Drache)