Baihequan
白鶴拳Ein südchinesischer Stil aus Fujian, überliefert einer Frau zugeschrieben, Fang Qiniang. Über Naha-te steht er an der Wurzel des okinawanischen Karate, vor allem Goju-ryu.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Baihequan
Über Baihequan
Baihequan, die Faust des weißen Kranichs, stammt aus Fujian in Südchina, und die Überlieferung schreibt sie einer Frau zu — Fang Qiniang, die sie der Erzählung nach im 17. Jahrhundert entwarf, nachdem sie einen Kranich sich mit einem Stock verteidigen sah. Technisch ist sie das Gegenteil der nördlichen Stile. Sie arbeitet weder mit Hüftrotation noch mit langen Schritten; die Kraft entsteht in Wirbelsäule und Schultern, läuft durch eine kurze Brücke und entlädt sich in einem plötzlichen Zittern auf sehr kurze Distanz. Der Stand ist schmal, der Körper bleibt aufrecht, die Hände bleiben nahe der Mittellinie. Fünf Hauptzweige unterscheidet man nach dem Verhalten des Vogels: fliegender, schreiender, schlafender, fressender und Ahnen-Kranich. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Raum sie Atem und Laut geben — beim schreienden Kranich ist die Ausatmung hörbar und Teil der Technik. Für die Geschichte der Kampfkünste zählt der weiße Kranich vor allem außerhalb Chinas. Über Handelskontakte gelangten die Fujian-Linien nach Okinawa, wo aus ihnen über einen als Ryu Ryu Ko bekannten Lehrer und dessen Schüler Kanryo Higaonna das Naha-te und daraus das Goju-ryu hervorging. Mit anderen Worten: Ein wesentlicher Teil dessen, was Karateka heute weltweit üben, wurzelt in diesem südchinesischen Stil.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
