Shuai Jiao
摔跤Der älteste belegte chinesische Ringkampf, verwurzelt im zeremoniellen Jiaodi. Ein Wurf zählt umso höher, je sauberer der Werfende stehen bleibt; Bodenkampf gibt es nicht.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Shuai Jiao
Über Shuai Jiao
Shuai Jiao ist der älteste belegte chinesische Ringkampf; seine Wurzeln reichen zum zeremoniellen Wettstreit Jiaodi, der schon in Quellen zur Qin-Dynastie erwähnt wird. Der Name selbst ist jung: Er setzte sich im 20. Jahrhundert durch, als das chinesische Ringen als Sport kodifiziert wurde; ältere Bezeichnungen wechselten je nach Zeit und Region. Gekämpft wird in einer kurzen, festen Jacke mit Gürtel, die bewusst kürzer und steifer ist als ein Judogi, sodass der Griff weniger hält und der Kampf schneller läuft. Ziel ist es, den Gegner zu Boden zu werfen; Bodenkampf gibt es nicht, und ein Wurf zählt umso höher, je sauberer der Werfende selbst stehen bleibt. Das ist der wesentliche Unterschied zum Judo, wo der Bodenkampf eigene Wertungen kennt. Das technische Spektrum umfasst Beinfeger, Hüft- und Schulterwürfe, Hebewürfe und Züge an Ärmel und Gürtel; die Bewegung kommt aus Hüfte und Beinarbeit, nicht aus den Armen. Im 20. Jahrhundert wurde Shuai Jiao Teil der Militär- und Polizeiausbildung in China, und seine Elemente gingen in das Sport-Sanda ein, wo Würfe neben Schlägen und Tritten gewertet werden. In China besteht ein Wettkampfsystem mit Gewichtsklassen, ausserhalb Chinas ist die Kunst noch wenig verbreitet.
Stile & Zweige
Der Baoding-Zweig des chinesischen Jackenringens, bekannt als Kuai Jiao, das schnelle Ringen. Der Wurf muss kommen, bevor sich der Gegner setzen kann.
Der Pekinger Zweig des chinesischen Jackenringens. Hohe Würfe über den Rücken und Fußfeger, technisch an das mandschurische Buku der Kaisergarde angelehnt.
Der Tianjin-Zweig des chinesischen Ringens. Als einziger der drei nutzt er Qinna-Hebel sowie Schläge mit Ellbogen und Unterarm.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
