Peking Shuai Jiao
北京摔跤Pekinger Zweig des chinesischen Ringens, der auf die Hofringer der Qing-Dynastie zurückgeht. In der staatlichen Liste des Erbes steht er als Ringen aus Tianqiao.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Peking Shuai Jiao
Pekinger Shuai Jiao ist ein städtischer Zweig des chinesischen Ringens, dessen Wurzeln zu den Ringern des kaiserlichen Hofes der Qing-Dynastie führen. In der staatlichen Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas steht er seit 2008 unter der Nummer VI-21 als Ringen aus Tianqiao (Tianqiao shuaijiao), vorgeschlagen vom Pekinger Bezirk Xuanwu. Einen einzelnen Gründer oder ein Entstehungsjahr des Zweigs konnten wir in den Quellen nicht belegen. Der Zweig wuchs aus dem Hofringen heraus.
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Laut der staatlichen Liste richtete der Hof der Qing-Dynastie die Einheit Shanpuying ein, und das Ringen erreichte damals als amtliches Ringen ein hohes Niveau. Ein Artikel von Wang Xiaodong in der Fachzeitschrift Tiyu xuekan legt die formelle Entstehung der Einheit in die Zeit des Kaisers Kangxi, nach der Verhaftung des Regenten Aobai im Jahr 1669. Laut dem Gesetzbuch der Dynastie, das der Artikel zitiert, hatte die Einheit 300 Stellen, davon 200 Ringer, 50 Bogenschützen und 50 Reiter. Nach dem Fall der Dynastie eröffneten zwei führende Ringer der Einheit, genannt Rui Wuye und Wan Baye, eine Ringerhalle am Roten Tempel im Pekinger Viertel Tianqiao. Wan Baye hieß mit bürgerlichem Namen Wan Yongshun. Die Liste gibt an, dass das amtliche Ringen dadurch zu den einfachen Leuten kam und guanjiao genannt wurde. In den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts schuf Wans Schüler Bao Shanlin in Tianqiao eine eigene Form des öffentlichen Auftritts, die Ringen, witzige Kommentare und Jonglieren mit einem Zierstab verband. Die Technik beruht laut der Liste auf sechsunddreißig großen Beinstellen, während es kleine Beinstellen angeblich so viele gibt wie Haare an einem Ochsen. Ein Kampf wird über zwei Siegesrunden geführt. Bei der Aufnahme in die Liste im Jahr 2008 gab die Liste an, dass die alten Meister abtreten, es an Nachfolgern und an einem festen Ort zum Training und zu Auftritten fehlt und die Kunst vom Untergang bedroht ist.
Geschichte
Laut der staatlichen Liste des immateriellen Erbes richtete der Hof der Qing-Dynastie die Einheit Shanpuying ein. Ein begutachteter Artikel von Wang Xiaodong in der Zeitschrift Tiyu xuekan aus dem Jahr 2015 legt ihre formelle Entstehung in die Zeit des Kaisers Kangxi, nach der Verhaftung des Regenten Aobai im Jahr 1669, und zitiert dynastische Annalen, nach denen dann eine Einheit unter der Leitung enger Höflinge entstand. Eine Studie von Zhang Yun in der Zeitschrift Revista de Artes Marciales Asiáticas aus dem Jahr 2006 gibt an, Kangxi habe die Einheit 1669 gegründet, und sie sei anfangs nur Mandschus offen gewesen, später auch Han. Green schreibt in der Enzyklopädie Martial Arts of the World, dass die mandschurischen Kaiser das Ringen namens buku bei ihrem Volk förderten und es auch in der Politik und Diplomatie gegenüber den Mongolen nutzten.
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Über die Größe der Einheit gehen die Quellen auseinander. Wang nennt laut dem Gesetzbuch der Dynastie 300 Stellen, davon 200 Ringer, 50 Bogenschützen und 50 Reiter, und 24 Ausbilder, von denen 16 das Ringen lehrten. Zhang Yun schreibt von einer östlichen und einer westlichen Abteilung in Peking, jede mit etwa zweihundert Soldaten. Die Ringer der Einheit hießen puhu. Laut Wang mussten es Angehörige der Banner sein, im Wachdienst anfangs nur aus den drei oberen, und erst am Ende der Dynastie konnten durch besondere Gnade auch Ringer der Nationalitäten Hui und Han aufgenommen werden. Nach 1911 wurde die Einheit laut Zhang Yun aufgelöst. Die früheren Ringer unterrichteten dann öffentlich. Die staatliche Liste gibt an, dass zwei von ihnen, genannt Rui Wuye und Wan Baye (mit bürgerlichem Namen Wan Yongshun), eine Halle am Roten Tempel in Tianqiao eröffneten. Zu ihren Schülern nennt die Liste Zhu Liu, Wei Dehai, Li Lianfeng, Shen Yousan, Man Guangtian, Bao Shanlin, Sun Baocai und He Sheng. Laut Zhang Yun war die Schule am Roten Tempel von den zehner bis zu den dreißiger Jahren die bekannteste in Peking. Wang fügt hinzu, dass aus den Hofringern auch spätere Meister anderer Städte hervorgingen, sodass Peking, Baoding, Tianjin und Jinan zu den vier großen Städten des Ringens wurden.
Was es unterscheidet
Green nennt unter den lokalen Formen des chinesischen Ringens die Pekinger, die Baodinger, die Tianjiner und die mongolische, beschreibt die technischen Unterschiede zwischen ihnen aber nicht. Wang Xiaodong gibt an, dass die Meister von Peking, Baoding, Tianjin und Jinan bei früheren Hofringern lernten und diese Städte deshalb zu den vier großen Städten des Ringens wurden. Die Unterschiede zwischen den Zweigen beschreibt ausführlicher die chinesische Wikipedia. Das Pekinger Ringen arbeitet ihr zufolge in kleiner Stellung, die Bewegungen sind scheinbar langsam und geschlossen. Das Baodinger Ringen hat ihr zufolge eine große Stellung und ist schnell, das Tianjiner steht dazwischen und ist rau, mit Schlägen mit dem Unterarm. Der Pekinger Zweig ist ihr zufolge die orthodoxe Schule, die an die Einheit Shanpuying anknüpft.
Technik
Zur Technik sagt die staatliche Liste, sie beruhe auf sechsunddreißig großen Beinstellen, kleine gebe es angeblich so viele wie Haare an einem Ochsen. Green gibt an, dass es beim chinesischen Ringen unabhängig vom lokalen Stil darum geht, den Gegner zu werfen, mit Griffen, Armarbeit, also Drehungen und Wendungen, und Beinarbeit, also Beinstellen und Haken. Technische Unterschiede zwischen dem Pekinger, Tianjiner und Baodinger Zweig nennt er nicht. Eine genauere Beschreibung gibt nur Wikipedia. Die chinesische Wikipedia schreibt, das Pekinger Ringen betone die Kraft, sei stark in Hebeln und Griffen des qinna und arbeite in kleiner Stellung, daher heiße es xiao jiashi, kleine Stellung. Die Bewegungen im Kampf wirken laut ihr langsam und geschlossen. Die englische Wikipedia beschreibt als Hauptmerkmal Rückenwürfe, Beinstellen und Würfe mit Unterfassen und fügt hinzu, dass auch Armhebel eingesetzt wurden.
Training
Die staatliche Liste gibt an, dass das Training die sogenannten drei Körperteile, sanpan, betont, ihre Erklärung gibt die Liste aber nicht. Wang Xiaodong zitiert einen zeitgenössischen Führer durch Peking, laut dem die Beine mit Holzstangen geübt wurden und zur Vorbereitung Steinhanteln, Steinschlösser shisuo, Steinwerfen, Sandsäcke, Flaschenzüge und Hängepfosten gehörten. Die Studie von Zhang Yun beschreibt das Grundtraining in zwei Teilen. Die allgemeine Vorbereitung heißt jiben gong, das Üben der Beinstellen banzi gong, und man übt mit und ohne Hilfsmittel, unter anderem mit kurzem und langem Stock, mit Ziegeln, die gedrückt und gedreht werden, und mit Steinschlössern. Gerungen wird in einer Jacke, die dalian heißt.
Graduierungen und Fortschritt
Für den Pekinger Zweig konnten wir heute kein Stufensystem belegen, ebenso keine offiziellen Stufen des chinesischen Ringens, die von landesweiten Sportbehörden herausgegeben wurden. Wang Xiaodong gibt an, dass die Ringer der Einheit Shanpuying in drei Klassen eingeteilt waren und einen Ringer einer höheren Klasse herausfordern konnten und dass die Klasse über Aufstieg und Abstieg entschied. Zhang Yun schreibt dagegen von vier Rängen, von denen der Sold abhing.
Wettkampf
Laut der staatlichen Liste werden die Kämpfe in Tianqiao über zwei Siegesrunden von drei geführt, und jeder Kampf muss alle drei Würfe durchlaufen. Zum Auftritt gehören auch Formen, die die Liste liang huo und guankou nennt, und fortlaufende Witze. Am Hof der Qing-Dynastie traten die Ringer der Einheit Shanpuying laut einer Studie von Zhang Yun um das chinesische Neujahr vor dem Kaiser auf, unter anderem gegen fremde Ringer, zum Beispiel Mongolen, und im Wettkampf im Ausscheidungsverfahren zwischen der östlichen und der westlichen Abteilung. Gewichtsklassen gab es nicht, und über den Sieger entschied meist ein einziger Wurf. Wang Xiaodong gibt außerdem an, dass die Ringer in Paarkämpfen ohne Rücksicht auf das Gewicht für die Einheit ausgewählt wurden.
Heute
Bei der Aufnahme in die staatliche Liste im Jahr 2008 hieß es, dass die alten Meister abtreten, Nachfolger und ein fester Ort zum Training und für Auftritte fehlen und der Markt für die Kunst schwierig ist, sodass ihr der Untergang droht. Als betreuende Organisation nennt die Liste das Pekinger Volkskunstensemble der Familie Fu, in dessen Namen der Name Bao San steht. Das staatliche Kulturportal China Culture schrieb 2008, dass es um Tianqiao mehrere Ringerstätten gibt und die bekanntesten die Namen Shensan und Baosan tragen. Die Studie von Zhang Yun erinnert daran, dass Städte und Provinzen seit den fünfziger Jahren vom Staat unterstützte Ringermannschaften hatten. In den neunziger Jahren gab die Regierung jedoch olympischen Sportarten den Vorzug, zog die Unterstützung zurück und die Mannschaften zerfielen, sodass die alten Meister in kleinen Klubs unterrichten.
Wissenswertes
Zhang Yun erzählt eine Überlieferung nach, wonach Kaiser Kangxi fünfzehn Jungen auswählte, die täglich mit ihm rangen, und am 16. Mai 1669 mit ihnen den Regenten Aobai gefangen nahm. Danach soll er eine Garde eingerichtet haben, aus der Shanpuying wurde. Bao Shanlin, genannt Bao San, war laut Zhang Yun der Beste im Jonglieren mit dem Zierstab zhongfan, der etwa fünfundzwanzig Fuß lang war und den er hochwarf und auf Arm, Schulter, Kopf und Stirn balancierte. Die Gruppen in Tianqiao verkauften auch Arzneien gegen Verletzungen vom Ringen. Die englische Wikipedia gibt an, dass die Verbindung von Ringen mit dem komischen Dialog xiangsheng den Kampfdialog wuxiangsheng hervorbrachte.
Häufige Fragen
Wer hat das Pekinger Shuai Jiao begründet?
Einen einzelnen Gründer konnten wir in den Quellen nicht belegen. Der Zweig geht auf die Hofeinheit von Ringern Shanpuying der Qing-Dynastie zurück, und nach dem Fall der Dynastie lehrten ihn ihre früheren Ringer öffentlich, unter ihnen Wan Yongshun.
Wann entstand die Einheit Shanpuying?
Ein begutachteter Artikel von Wang Xiaodong legt ihre formelle Entstehung in die Zeit des Kaisers Kangxi, nach der Verhaftung des Regenten Aobai im Jahr 1669. Dasselbe Jahr nennt auch eine Studie von Zhang Yun.
Wie wird im Ringen aus Tianqiao ein Kampf entschieden?
Laut der staatlichen Liste des immateriellen Erbes werden Kämpfe über zwei Siegesrunden von drei geführt, und jeder Kampf muss alle drei Würfe durchlaufen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.