Tianjin Shuai Jiao
天津摔跤Tianjiner Zweig des chinesischen Ringkampfs aus einer der vier großen Ringerstädte, den heute örtliche Ringervereine pflegen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Tianjin Shuai Jiao
Tianjin shuai jiao ist ein städtischer Zweig des chinesischen Ringkampfs. Green nennt ihn in der Enzyklopädie Martial Arts of the World unter den lokalen Formen des chinesischen Ringkampfs neben der Pekinger, der Baodinger und der mongolischen, beschreibt ihn aber technisch nicht. Die Zeitung Renmin ribao zählt Tianjin zusammen mit Peking, Baoding und Jinan zu den vier großen Ringerstädten. Einen Gründer oder ein Entstehungsjahr des Zweigs haben wir in den Quellen nicht gefunden, ebenso wenig auf einer staatlichen oder städtischen Liste des immateriellen Erbes.
Weiterlesen
Ein begutachteter Artikel von Wang Xiaodong in der Zeitschrift Tiyu xuekan führt an, dass die Tianjiner Meister Zhang Kuiyuan und Bu Enfu bei ehemaligen Ringern der Hofeinheit Shanpuying der Qing-Dynastie lernten. Die chinesische Wikipedia verlegt die Anfänge des Ringkampfs in der Stadt in die Zeit, als im vierten Jahr der Yongle-Herrschaft die Tianjiner Garnisonen der Ming-Dynastie entstanden und Soldaten in ihnen rangen, und schreibt, dass nach dem Fall der Qing-Dynastie auch ehemalige Hofringer in die Stadt kamen. Laut der chinesischen Wikipedia steht der Tianjiner Ringkampf zwischen dem Pekinger und dem Baodinger, ist rau und heftig und zeichnet sich durch Schläge mit dem Unterarm aus. Die Regeln erlauben ihr zufolge, die Jacke, den Gürtel und den ganzen Körper zu fassen, verbieten aber den Griff in den Schritt, das Ziehen an der Hose, Schläge und Hebel gegen das Gelenk. Die Agentur Xinhua beschrieb 2026 einen Ringerpark im Bezirk Hongqiao, in dem der Verein Jinyou seit 2003 auf einem Sandkreis unter drei Bäumen trainierte. 2025 wurde der Ort bei der Stadterneuerung hergerichtet und als kleiner Park mit Zuschauerrängen eröffnet. Laut der Zeitung Renmin ribao trifft sich der Verein im Bezirk Hongqiao jeden Sonntagvormittag, außer bei strengem Winter und schlechtem Wetter.
Geschichte
Ein begutachteter Artikel von Wang Xiaodong in der Zeitschrift Tiyu xuekan aus dem Jahr 2015 führt an, dass moderne Ringkampfmeister, unter ihnen die Tianjiner Zhang Kuiyuan und Bu Enfu, bei ehemaligen Ringern der Einheit Shanpuying lernten und dass dadurch Peking, Baoding, Tianjin und Jinan zu den vier großen Ringerstädten wurden. Ausführlichere Geschichte liefert nur die chinesische Wikipedia. Ihr zufolge wurde in der Stadt seit der Zeit gerungen, als im vierten Jahr der Yongle-Herrschaft der Ming-Dynastie die Tianjiner Garnisonen entstanden, und der Tianjiner Ringkampf entwickelte sich aus der Verbindung von Griffen und Würfen des Ming-Kampfs namens shoubo. Nach dem Fall der Qing-Dynastie kam ihr zufolge ein Teil der ehemaligen Hofringer nach Tianjin und verband sich mit den örtlichen Kampfkunstschulen. In den ersten Jahren der Republik entstanden ihr zufolge in der Stadt viele Ringerstätten, darunter in der Gegend Sanbuguan. Die Wikipedia nennt unter den Meistern der zwanziger und dreißiger Jahre Mu Xiangkui, Liu Shaozeng und Bu Enfu und für die dreißiger und vierziger Jahre das Quartett Zhang Liansheng, Zhang Kuiyuan, Zhang Hongyu und Zhang Henian, genannt die vier großen Zhangs. 1953 gründete Tianjin ihr zufolge die erste Ringermannschaft mit dem Trainer Zhang Hongyu, und 1959 gewann die Stadt den Mannschaftswettbewerb bei den ersten Nationalspielen.
Was es unterscheidet
Green führt den Tianjiner Ringkampf unter den lokalen Formen des chinesischen Ringkampfs neben dem Pekinger, Baodinger und mongolischen auf, nennt aber keine technischen Unterschiede. Laut chinesischer Wikipedia arbeitet der Pekinger Ringkampf in kleiner Stellung und scheinbar langsam, der Baodinger in großer Stellung und schnell, und der Tianjiner steht zwischen ihnen. Ihr zufolge ist er rauer und heftiger und zeichnet sich durch Schläge mit dem Unterarm aus, womit er mit den Tianjiner Faustkampfstilen wie bajiquan oder pigua zhang übereinstimmt. Die Wikipedia widerspricht sich aber in einem Punkt. Die englische schreibt Hebel qinna dem Tianjiner Zweig zu, die chinesische dagegen dem Pekinger, und nach den Regeln, die sie nennt, sind Hebel gegen das Gelenk im Tianjiner Ringkampf verboten.
Technik
Quellen höherer Verlässlichkeit beschreiben die Tianjiner Technik nicht, das tun nur Wikipedia und die Presse. Die chinesische Wikipedia schreibt, dass der Tianjiner Ringkampf zwischen dem Pekinger und dem Baodinger steht, die Bewegungen sehr rau und heftig sind und er durch Unterarmschläge hervorsticht. An anderer Stelle nennt sie ihn einen schnellen, scharfen Stil auf Kraft und Technik, der durch schnelle Reaktion, Explosivität und das Geschick hervorsticht, die Kraft des Gegners zu nutzen. Die englische Wikipedia schreibt ohne Quelle von kreisenden Bewegungen, von Fußarbeit, die den Gegner tritt und aus dem Gleichgewicht bringt, von qinna-Hebeln und von Ellbogen und Unterarmen bei Deckung und Schlag. Die Agentur Xinhua zitiert in einer Reportage aus Tianjin das Sprichwort, dass die Hände zwei Türen sind, man aber mit den Füßen siegt, was das Zusammenspiel von Händen und Füßen ausdrückt.
Training
Über das Training des Tianjiner Zweigs haben wir in Quellen höherer Verlässlichkeit nichts Eigenständiges gefunden. Die chinesische Wikipedia führt an, dass der Pekinger, der Tianjiner und der Baodinger Ringkampf ein einheitliches Grundtraining mit Solo-Übungen zum Beinstellen und mit Hilfsmitteln teilen, darunter Stöcke, Ledergürtel, Sandsäcke, Seile und Steinschlösser. Die Tianjiner Ringer tragen ihr zufolge die Dalian-Jacke aus mehreren Lagen gesteppter Baumwolle, einen Gürtel, lange Hosen und hohe Gummistiefel mit weicher Sohle.
Wettkampf
Die Regeln des Tianjiner Ringkampfs nennt nur die chinesische Wikipedia. Ihr zufolge ist erlaubt, die Jacke, den Gürtel und den ganzen Körper zu fassen, verboten sind der Griff in den Schritt, das Ziehen an der Hose, Schläge und Hebel gegen das Gelenk, und wer die Erde an drei Punkten berührt, verliert. Die Zeitung Renmin ribao beschrieb 2026, dass der Verein Jinyou jeden Sonntagvormittag ein Ringertreffen veranstaltet, außer bei strengem Winter, Regen und Schnee. Schiedsrichter und Kommentatoren sind die Mitglieder selbst, und Volkskämpfe haben keine Gewichtsklassen.
Heute
Die Agentur Xinhua beschrieb im August 2026 einen Ringerpark im Bezirk Hongqiao, der ihr zufolge an die alte Tianjiner Tradition der Ringerhöhlen anknüpft, die jiaowozi genannt werden. Der Verein Jinyou ließ sich 2003 an einem Ort namens Xiaoxiguan nieder, wo unter drei Bäumen ein Sandkreis entstand. 2025 wurde der Ort bei der Stadterneuerung mit Kunststoffbelag und Zuschauerrängen hergerichtet und als kleiner Park eröffnet. Die chinesische Wikipedia führt an, dass der Volksringkampf in Tianjin in den letzten Jahren eher im Rückgang ist, aber mehrere Hallen und Vereine weiterhin trainieren und auftreten.
Wissenswertes
Zum Ringen im Park in Hongqiao gehört laut der Agentur Xinhua ein Kommentator, der die Griffe im Tianjiner Dialekt im Stil des Kampfdialogs wuxiangsheng erläutert, und die Agentur bezeichnet das als typisch für Tianjin. Die Zeitung Renmin ribao erinnert daran, dass der Schriftsteller Feng Jicai über einen Ringermeister aus dem Tianjiner Ort Sanchahekou die Erzählung Yi zhen feng aus der Sammlung Sushi qiren schrieb. Die nördliche umgangssprachliche Bezeichnung des chinesischen Ringkampfs ist laut Xinhua liaojiao.
Häufige Fragen
Wer hat das Tianjin shuai jiao gegründet?
Einen Gründer oder ein Entstehungsjahr haben wir in den Quellen nicht gefunden. Ein begutachteter Artikel von Wang Xiaodong führt an, dass die Tianjiner Meister Zhang Kuiyuan und Bu Enfu bei ehemaligen Hofringern der Qing-Dynastie lernten.
Wodurch unterscheidet sich der Tianjiner Ringkampf vom Pekinger?
Laut der chinesischen Wikipedia steht er zwischen Peking und Baoding, ist rauer und heftiger und zeichnet sich durch Unterarmschläge aus. Green nennt keine technischen Unterschiede.
Wo wird heute in Tianjin gerungen?
Die Agentur Xinhua schrieb 2026 über einen Ringerpark im Bezirk Hongqiao und die Zeitung Renmin ribao über sonntägliche Ringertreffen des Vereins Jinyou im selben Bezirk.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.