Ssireum
씨름Traditioneller koreanischer Ringkampf, geprägt vom Gürtel satba um Hüfte und Oberschenkel. Die Ringer halten den Gürtel des Gegners, es beginnt also keine Griffsuche.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
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Über Ssireum
Ssireum ist ein traditioneller koreanischer Ringkampf, dessen Kern ein Gürtel namens satba ist. Er wird um die Hüfte und einen Oberschenkel geführt, und die Ringer halten den Gürtel des Gegners, sodass der Kampf nicht mit der Suche nach einem Griff beginnt, sondern gleich mit der Arbeit mit Gewicht und Gleichgewicht. Gekämpft wird in einem Sandkreis mit einem Durchmesser von etwa sieben Metern. Es gewinnt, wer den Gegner zwingt, den Sand mit einem beliebigen Körperteil oberhalb des Knies zu berühren. Die Kämpfe sind kurz, oft nur wenige Sekunden, und entschieden werden sie durch das Timing des Beinhakens, den Zug am Gürtel und die Fähigkeit durchzuhalten, wenn der Gegner Kraft überträgt.
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Ein Kampf dieser Art ist bis tief in die Vergangenheit belegt: Die Darstellung zweier Ringer trägt eine Wandmalerei im Grab Gakjeochong, das aus der Zeit des Königreichs Goguryeo stammt und im heutigen Ji'an in China liegt. Das Ssireum gehörte zu den Volksfesten, vor allem zum Frühlingsfest Dano, und der Sieger erhielt einen Ochsen. Der erste Wettkampf in moderner Form fand laut dem südkoreanischen Kulturministerium 1912 in Seoul statt, Gewichtsklassen kamen bei der Landesmeisterschaft 1956 hinzu. Heute gibt es eine Profiliga mit Gewichtsklassen, die nach Bergen benannt sind, und mit dem Titel Cheonhajangsa für den Sieger des Turniers ohne Gewichtslimits, das erste fand im April 1983 statt. Südkorea nahm das Ssireum im Januar 2017 als nationales immaterielles Kulturerbe Nr. 131 auf, und 2018 nahm die UNESCO es als allererste gemeinsam von Nord- und Südkorea eingereichte Nominierung in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.
Geschichte
Der älteste Beleg ist eine Wandmalerei im Grab Gakjeochong in Tonggu, dem heutigen Ji'an in der chinesischen Provinz Jilin, die an der Ostwand der Grabkammer einen Kampf zweier Männer zeigt. Das Journal of Korean Art and Archaeology ordnet das Grab der mittleren Phase des Königreichs Goguryeo zu, etwa dem 5. bis 6. Jahrhundert, eine andere Studie zählt es zu den frühen Grabmalereien vom Beginn des 3. bis zum Beginn des 5. Jahrhunderts, die Datierung geht also auseinander. Laut dem südkoreanischen Kulturministerium fanden Ssireum-Kämpfe vor allem am Fest Dano statt, dem fünften Tag des fünften Mondmonats, und seit 2012 ist Dano zum Tag des Ssireum erklärt. Die moderne Wettkampfgeschichte beginnt 1912 in Seoul, als laut dem Kulturministerium im Club Yugakkwon der erste Wettkampf stattfand. Gewichtsklassen wurden bei der 12. Landesmeisterschaft 1956 eingeführt, und ihre Namen nach koreanischen Bergen stammen laut der Zeitung Kyunghyang aus einem öffentlichen Wettkampf von 1983. Im selben Jahr, am 14. April 1983, fand das erste Turnier um den Titel Cheonhajangsa statt, das Lee Man-ki gewann, der laut Korea JoongAng Daily mit zehn Titeln den Rekord hält. Eine Regeländerung der Korea Ssireum Association von 1986 verlangte einen festeren Griff und schränkte die Würfe ein, auf die sich kleinere Ringer stützten.
Was es unterscheidet
Den Vergleich von ssireum mit sumo, mit dem es am häufigsten verwechselt wird, stellen wir aus den Regeln beider zusammen, keine Quelle zieht ihn ausdrücklich. Gemeinsam ist nur das Ziel: In beiden verliert, wer den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt. Beim sumo kommt als zweite Niederlage das Hinausdrängen aus dem Ring dohyo mit 4,55 m Durchmesser hinzu, im ssireum wird in einem Sandkreis von etwa sieben Metern Durchmesser gekämpft, und es entscheidet allein die Berührung des Bodens ab dem Knie aufwärts, das Hinausdrängen nicht. Der wesentliche Unterschied ist der Griff. Im ssireum tragen beide Ringer den Gürtel satba um Taille und einen Oberschenkel und beginnen schon mit dem Griff am Gürtel des Gegners, sodass der Kampf um den Griff entfällt. Im sumo wird im mawashi gekämpft, und der Griff wird erst nach dem Angriff tachiai gesucht. Die Japan Sumo Association erkennt 82 Siegtechniken kimarite an, und yorikiri, das Herausdrängen im Griff, entscheidet etwa ein Drittel der Profikämpfe. Das professionelle sumo kennt keine Gewichtsklassen, das professionelle ssireum hat nach Bergen benannte Klassen, von sobaek (bis 72 kg) bis baekdu (bis 140 kg).
Technik
Laut UNESCO tragen die Ringer einen langen Stoffgürtel, den satba, um Hüfte und einen Oberschenkel, halten den Gürtel des Gegners und bringen ihn mit verschiedenen Techniken zu Boden. Ziel ist es, den Gegner dazu zu bringen, den Sand mit einem beliebigen Körperteil oberhalb des Knies zu berühren (Korean Journal of Sport Science). Laut Korea JoongAng Daily findet der Kampf in einem Sandkreis mit etwa sieben Metern Durchmesser statt und dauert drei Minuten, nach einer Pause von einer Minute folgt eine Verlängerung von höchstens drei Minuten. Die Angabe stammt aus dem Jahr 2011, und die aktuellen Regeln der Korea Ssireum Association konnten wir nicht abrufen. Die Männergewichtsklassen der Profiliga lauten laut der Zeitung Kyunghyang (2024) sobaek bis 72 kg, taebaek bis 80 kg, geumgang bis 90 kg, halla bis 105 kg und baekdu bis 140 kg, vier Hauptklassen mit den Grenzen 80, 90, 105 und 140 kg nennt auch das Korean Journal of Sport Science. Die Frauenklassen tragen Pflanzennamen: maehwa bis 60 kg, nancho bis 65 kg, gukhwa bis 70 kg, daenamu bis 75 kg und mugunghwa bis 80 kg.
Training
Laut UNESCO lernen Kinder das Ssireum in der Familie, lokale Gemeinschaften veranstalten jährlich offene Turniere, auch Schulen unterrichten es. Das Training in der Profiliga fanden wir in den verfügbaren Quellen nicht beschrieben, die Website der Korea Ssireum Association konnten wir nicht abrufen.
Graduierungen und Fortschritt
Das Ssireum kennt weder Grade noch Gürtel, den Rang bestimmen Titel. Der Sieger des Finales der Erwachsenen erhält laut UNESCO einen Ochsen und den Titel jangsa und zieht damit in einem Umzug durch die Nachbarschaft. Der höchste Titel der Profiliga ist Cheonhajangsa, der Sieger des Turniers ohne Gewichtslimits, erstmals am 14. April 1983 vergeben. Den Rekord von zehn Titeln hält laut Korea JoongAng Daily (2011) Lee Man-ki, Kang Ho-dong gewann laut dem südkoreanischen Kulturministerium fünf Titel und war mit neunzehn Jahren der jüngste Titelträger.
Heute
Die UNESCO nahm Traditional Korean wrestling (Ssirum/Ssireum) 2018 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf (Beschluss 13.COM 10.b.41, Dossier 01533), und zwar als gemeinsame Nominierung Nordkoreas und der Republik Korea, die ursprünglich getrennt unter den Nummern 01361 und 01280 eingereicht worden war. Das Komitee tagte in Port Louis auf Mauritius, und die UNESCO bezeichnete die Zusammenlegung der beiden Anträge als beispiellos. In Südkorea ist das Ssireum seit dem 4. Januar 2017 nationales immaterielles Kulturerbe Nr. 131, ohne anerkannten Träger oder Trägerorganisation. Die Profiliga leitet die Korea Ssireum Association. Die World Ssireum Federation veranstaltete die erste Weltmeisterschaft im September 2008 in Busan und die zweite im September 2009 im litauischen Šiauliai mit etwa 120 Ringern, neuere Tätigkeit des Verbands fanden wir nicht.
Wissenswertes
Laut UNESCO finden die Kämpfe an Volksfesten, Markttagen und Feierlichkeiten statt, und der Sieger erhält einen Ochsen, die Aufnahme nennt für die Republik Korea einen Ochsen und für Nordkorea einen Stier. Kang Ho-dong gewann 1989 die 44. Landesmeisterschaft und holte den Titel Cheonhajangsa fünfmal. Das Grab Gakjeochong mit der ältesten Darstellung eines Kampfes liegt nicht in Korea, sondern im heutigen China.
Häufige Fragen
Wie gewinnt man im Ssireum?
Der Gegner muss den Sand mit einem beliebigen Körperteil oberhalb des Knies berühren. Beide Ringer halten dabei den Gürtel satba, der um Hüfte und einen Oberschenkel läuft.
Steht das Ssireum auf der UNESCO-Liste?
Ja, seit 2018, und zwar als gemeinsame Aufnahme von Nordkorea und der Republik Korea (Dossier 01533). In Südkorea ist es zudem seit 2017 nationales immaterielles Erbe Nr. 131.
Wie heißen die Gewichtsklassen im Ssireum?
Die Männerklassen tragen Bergnamen: taebaek bis 80 kg, geumgang bis 90 kg, halla bis 105 kg und baekdu bis 140 kg, die leichteste ist sobaek bis 72 kg. Die Frauenklassen sind nach Pflanzen benannt.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.