Kene
Traditioneller Ringkampf der Tenyimi-Stämme in Nagaland und Manipur. Gerungen wird im Griff am Gürtel, wer den Boden mit einem Körperteil oberhalb des Knies berührt, verliert.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Kene
Über Kene
Kene, auf Naga auch künüh oder keneh genannt, ist ein traditioneller Ringkampf der Stämme der Tenyimi-Gruppe im Nordosten Indiens. In Nagaland wird er von den Angami, Chakhesang und Zeliang betrieben, in Manipur von den Mao und Poumai. Einen Gründer gibt es nicht, es ist eine Stammestradition. Die Ringer tragen ein farbiges Tuch um die Hüfte, halten sich daran fest und versuchen, den Gegner zu Fall zu bringen. Verloren hat, wer mit einem beliebigen Körperteil oberhalb des Knies den Boden berührt, also mit Brust, Schulter, Rücken, Gesäß oder Oberschenkel. Die traditionelle Form kennt keine Gewichtsklassen, Männer jeder Statur kämpfen um einen einzigen Titel.
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Laut der Presse der Naga entstand der organisierte Ringkampf aus der Mittagspause der Arbeiter beim Straßenbau von Kohima nach Imphal Ende der dreißiger und Anfang der vierziger Jahre. Die ersten Turniere veranstaltete von 1965 bis 1967 die Federal Government of Nagaland, 1969 entstand das Naga Wrestling Board, die heutige Nagaland Wrestling Association, und am 20. Mai 1971 fand in Kohima das erste NWA-Turnier statt. Seit 1974 wird die Naga Wrestling Championship alle zwei Jahre ausgetragen, und seit 1982 hat der Verband eine schriftliche Satzung. Laut dem Verband ist er heute die einträglichste Sportveranstaltung des Bundesstaates: Die dreißigste Ausgabe im März 2026 verfolgten über 15000 Zuschauer, und der Champion erhielt 600000 Rupien und ein Grundstück. Dazwischen findet die Open Naga Wrestling Championship statt, offen für weitere Stämme, seit 2021 mit Gewichtsklassen und seit 2025 erstmals auch mit Frauen. Jeden Dezember wird auch beim Hornbill-Festival in Kisama gerungen.
Geschichte
Laut einer Studie von Tsukru und Limbu ist Kene der ursprüngliche Ringkampf der Männer der Tenyimi-Stämme in Nagaland und Manipur. Seine organisierte Form entstand laut EastMojo aus der Mittagspause der Tenyimi-Arbeiter beim Bau der Straße von Kohima nach Imphal Ende der dreißiger und Anfang der vierziger Jahre, als Dorfführer Kämpfe veranstalteten. Der Eastern Mirror erzählt die Anfänge etwas anders: Das erste freundschaftliche Turnier der Naga fand ihm zufolge 1939 und 1942 beim Krankenhaus in Kohima statt, als unter britischer Verwaltung das Gelände eingeebnet wurde. Frauen durften damals weder dem Kampf zusehen noch die Arena betreten und gingen an den Kampftagen nicht aufs Feld.
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Das erste organisierte Turnier fand am 22. März 1965 im Dorf Shukhumei im Gebiet Shepoumaramth in Manipur statt und wurde von der Federal Government of Nagaland veranstaltet, das Turnier in Phezu Jotsoma 1966 war das erste organisierte in Nagaland selbst nach der Gründung des Bundesstaates. 1969 entstand das Naga Wrestling Board mit Wezülhi C. Krom als erstem Präsidenten, später in Nagaland Wrestling Association umbenannt. Das erste NWA-Turnier fand am 20. Mai 1971 auf einem Platz in Kohima statt und hatte keinen Einzelmeister, die erste Einzelmeisterschaft wurde am 15. März 1972 ausgetragen und von Velahu Puro gewonnen. 1974 wurde das Turnier wegen seines Aufwands auf einen Zweijahreszyklus umgestellt. Die erste schriftliche Satzung billigte der Verband am 28. Mai 1982, die Regeln wurden erstmals am 26. März 2008 niedergeschrieben und 2013 überarbeitet. Der Nagaland Olympic Association und der Wrestling Federation of India schloss sich der Verband laut dem früheren Präsidenten Khalo 1999 an, laut Eastern Mirror 2002. Beim Hornbill-Festival traf am 5. Dezember 2008 der Naga-Stil auf das koreanische Ssireum.
Was es unterscheidet
Anders als Gürtelringen und Freistil kennt der traditionelle Naga-Stil keine Gewichtsklassen, was der Präsident des Verbands als zu lösenden Unterschied bezeichnete. Der Verband führte daher für die anderen Stämme das Gürtelringen ein, einen dem Naga-Stil nahen, von der UWW anerkannten Stil mit Gewichts- und Altersklassen. Einen Vergleich mit verwandten Stammeskämpfen in Manipur oder Mizoram konnten wir in den Quellen nicht finden, wir wissen nur von Treffen der Naga und Mizo 1978 in Aizawl und 1980 in Kohima.
Technik
Die Ringer tragen um die Hüfte ein farbiges Tuch mit Knoten, blau oder rot, halten den Gegner an diesem Gürtel fest und versuchen, ihn zu Fall zu bringen. Der frühere Polizeidirektor Besesayo Kezo nennt den Gürtel mhi und beschreibt die Würfe als Arbeit mit Hebel, Gleichgewichtsbruch und seitlichem Beinfeger. Der Kampf beginnt auf den Pfiff des Schiedsrichters, die Gegner werden ausgelost und der Wettkampf steht allen Männern offen. Verloren hat, wessen Brust, Schulter, Rücken, Gesäß oder Oberschenkel den Boden berühren, also jeder Körperteil oberhalb des Knies. Die Gegner reden sich mit khrietho-u an, in der Sprache Tenyidie geliebter Freund, und der Sport folgt laut dem Verband traditionellen ungeschriebenen Gesetzen. Heute tragen die Ringer kurze Hosen statt der früheren Lendentücher, und der Verband nennt standardisierte Regeln, laut Kezo fehlt aber ein einheitlicher schriftlicher Kodex, und Griffe, Wertung und Kategorien unterscheiden sich zwischen den Stammesgebieten. Bei der Open-Meisterschaft 2025 wurde mit Videounterstützung entschieden, und ein Protest gegen den Schiedsrichter kostete 10000 Rupien.
Training
Zur Naga Wrestling Championship führt laut Tsukru und Limbu eine mindestens vierstufige Qualifikation: über Clan oder Khel, Dorf, Gebiet, Stamm und Distrikt, aus jedem Distrikt kommen die zwanzig Besten weiter. Die Ringer trainieren in der Saison etwa zwei Monate in Lagern, die von altgedienten Ringern geleitet werden, und nehmen in der Turniersaison oft absichtlich mit kalorienreicher Kost zu, weil schwerere und größere Kämpfer bessere Ergebnisse erzielen. 2008 entstand in Nagaland eine Zweigstelle der Ringerakademie der Sports Authority of India, und der Verband betreibt eine eigene Akademie im I.-G.-Stadion in Kohima. Laut dem früheren Champion Vekhriyi Chüzho fehlt eine geeignete Trainingshalle, und der Sport bleibt saisonal.
Graduierungen und Fortschritt
Kene kennt weder Grade noch Gürtel, es gibt nur den Titel des Turniermeisters. Die traditionelle Meisterschaft hat keine Gewichtsklassen, Ringer jeden Alters und jeder Statur kämpfen um einen Titel. Die Open Naga Wrestling Championship führte Kategorien ein: 2021 bis 80 kg und über 80 kg mit dem Titel Ultimate Champion, 2025 eine offene Männerklasse, bis 90 kg und bis 75 kg sowie bei den Frauen bis 60 kg und über 60 kg, mit Wiegen am Vortag. Von 1972 bis 2016 hatte die Meisterschaft 21 Meister, drei davon siegten zweimal, und das Preisgeld des Siegers stieg von 1000 Rupien im Jahr 1978 auf 500000 Rupien im Jahr 2016 und 600000 Rupien im Jahr 2026.
Heute
Die Nagaland Wrestling Association veranstaltet im Zweijahreswechsel die Naga Wrestling Championship, die drei traditionellen Stämmen vorbehalten ist, und die Open Naga Wrestling Championship, die für andere Stämme und auch für Menschen von außerhalb des Bundesstaates offen ist. Die dreißigste traditionelle Meisterschaft fand am 7. März 2026 auf dem Platz Khuochiezie in Kohima mit 54 Ringern statt, je achtzehn von der Angami Sports Association, der Chakhesang Wrestling Association und der Zeliang Wrestling Association, erstmals mit einem Turnier bis fünfzehn Jahre und einer Meisterschaft der provisorischen Einheiten. Es gewann Kezhaseluo-o Pienyü, der seinen Titel verteidigte, und laut EastMojo sahen über 15000 Zuschauer zu. Der Sieger erhielt 600000 Rupien und ein Grundstück, der Zweite 300000, der Dritte 200000 und der Vierte 150000 Rupien. Die provisorischen Einheiten des Verbands Rengma, Sumi, Lotha, Pochury, Chang und Sangtam erhielten je 100000 Rupien aus dem Fonds des Ministerpräsidenten.
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Die fünfzehnte Open-Meisterschaft am 28. März 2025 in Kohima hatte 129 Ringer aus zehn Stämmen und erstmals auch einen Frauenwettbewerb mit 29 Ringerinnen. Die traditionelle Meisterschaft bleibt laut dem Vizepräsidenten des Verbands ohne Frauen und ohne neue Wertung. Jeden Dezember findet beim Hornbill-Festival in Kisama die Hornbill International Naga Wrestling Championship statt. Laut Verbandspräsident verdient das Turnier über 70 Lakh Rupien und ist die einträglichste Sportveranstaltung des Bundesstaates, die besten Ringer kommen auf fünf bis sechs Lakh im Jahr. Der Staat wies 2022 dreizehn Acres für eine Ringerhalle zu, und die Wrestling Federation of India kündigte im März 2026 Hilfe bei der Ausrüstung an. Für die internationale Anerkennung müsste der Stil laut Verband die Bedingungen der UWW erfüllen, also Frauen, ein Wertungssystem und Kategorien.
Wissenswertes
Eine Studie mit 170 Ringern des Verbands aus den Jahren 2017 bis 2020 ergab eine durchschnittliche Größe von 172,74 cm und ein Gewicht von 79,51 kg, Übergewicht bei 51,8 Prozent und Adipositas bei 34,1 Prozent, wobei schwerere und größere Ringer bessere Ergebnisse erzielten. Duolhounyü Chase, der 1971 rang, erinnert sich an zwölf bis dreizehn Kämpfe pro Ringer in den ersten Jahren. Das Chakhesang-Dorf Thipüzu baute im Januar 2022 für ein Gebietsturnier ein provisorisches überdachtes Stadion für etwa 5000 Zuschauer. Der Champion der dreißigsten Ausgabe 2026 erhielt neben Geld ein Grundstück von 100 mal 100 Fuß in Chümoukedima.
Häufige Fragen
Wie gewinnt man beim Naga-Ringkampf Kene?
Die Gegner halten sich an einem um die Hüfte gebundenen Stoffgürtel fest und versuchen, einander zu Fall zu bringen. Verloren hat, wer mit jedem Körperteil oberhalb des Knies den Boden berührt, also mit Brust, Schulter, Rücken, Gesäß oder Oberschenkel.
Gibt es beim Kene Gewichtsklassen?
Bei der traditionellen Naga Wrestling Championship nicht, Männer jeder Statur kämpfen um einen Titel. Die Open Naga Wrestling Championship führte 2021 Gewichtsklassen ein und ergänzte 2025 auch Frauenklassen.
Wer organisiert den Naga-Ringkampf und wo wird gerungen?
Die Nagaland Wrestling Association, 1969 als Naga Wrestling Board entstanden. Die Hauptmeisterschaft findet alle zwei Jahre in Kohima statt, dazwischen die Open-Meisterschaft, und jeden Dezember ein Turnier beim Hornbill-Festival in Kisama.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.