Inbuan
Traditioneller Ringkampf der Mizo aus dem indischen Mizoram. Gekämpft wird in drei Runden, Treten, Verlassen der markierten Fläche und Beugen der Knie sind verboten.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Inbuan
Über Inbuan
Inbuan ist ein traditioneller Ringkampf des Volkes der Mizo aus dem indischen Bundesstaat Mizoram. Irwin Lalmuanpuii Hnamte und Mercy K. Khaute geben in einem Artikel für das Delhi Journal of Contemporary Law an, dass sein genauer Ursprung unbekannt ist. Die mündliche Überlieferung verbindet ihn ihnen zufolge mit der Zeit, als sich die Mizo in der Ebene niederließen, und mit der Erzählung von zwei starken Männern, die beim Bau des Hauses des Häuptlings Fanai um einen unnachgiebigen Pfosten rangen. Den ursprünglichen Namen Inbanphawi übersetzen die Autoren als Heben des Pfostens des Hausfundaments. Schriftliche Quellen deuten laut den Autoren darauf hin, dass der inbuan von 1871 bis 1940 eine ständige nächtliche Beschäftigung junger Männer war. Er wurde im zawlbuku geübt, dem Schlafhaus unverheirateter Männer. Nach dessen Niedergang wurde er zu einem Jugendsport auf Begräbnisplätzen. Die englische Wikipedia setzt den Beginn in das 13. bis 14. Jahrhundert, als die Mizo in den birmanischen Bundesstaat Chin kamen, und nennt einen Kampf im Dorf Dungtlang im Jahr 1750. Nach Hnamte und Khaute wird in drei Runden zu 30 bis 60 Sekunden gerungen. Treten, Verlassen der markierten Fläche und Beugen der Knie sind verboten. Gewonnen wird ihnen zufolge durch Zubodenbringen des Gegners, ein Anheben ist nicht nötig, die Runde endet aber auch, wenn ein Ringer vom Boden gehoben wird.
Geschichte
Hnamte und Khaute geben an, dass der Ausdruck a inbuan in der Mizo-Tradition ringen bedeutet und für ebenbürtige Gegner verwendet wird. Der inbuan war ihnen zufolge eine nächtliche Übung im zawlbuku, dem Schlafhaus unverheirateter Männer, an der auch verheiratete Männer und dort übernachtende Gäste teilnahmen. Schriftliche Quellen deuten nach Angaben der Autoren darauf hin, dass er von 1871 bis 1940 eine ständige nächtliche Beschäftigung junger Männer war. Nach dem Niedergang des zawlbuku wurde hauptsächlich auf Begräbnisplätzen bei Trauerversammlungen gerungen. Die englische Wikipedia setzt den Beginn des inbuan in das 13. bis 14. Jahrhundert, als die Mizo in den birmanischen Bundesstaat Chin kamen, und nennt einen Kampf im Dorf Dungtlang im Jahr 1750. Die Website The Indian Tribal gibt 1750 als die Zeit an, in der man mit dem inbuan begann, und nach der Folklore musste jeder Neuankömmling im Dorf mit dessen stärkstem Mann ringen.
Technik
Traditionell umarmten sich die Ringer nach Hnamte und Khaute und versuchten, den Gegner anzuheben. Später kam für einen bequemeren Griff ein dicker Stoffgürtel um die Taille in Gebrauch. Geschick ist nach Ansicht der Autoren wichtiger als Kraft, denn ein geschickter Ringer kann einen stärkeren Gegner bezwingen, indem er seinen Fall lenkt oder mit den Beinen arbeitet. Mit dem Ruf inban phawiin aw wird ein Gegner gewarnt, der übermäßige Kraft oder einen zu festen Griff einsetzt. Die Website The Indian Tribal zitiert einen Ringer, nach dem sich mit den Beinen der Griff des Gegners lösen lässt, Treten aber streng verboten ist.
Training
Im zawlbuku, dem Schlafhaus unverheirateter Männer, wurden die Jungen nach Hnamte und Khaute im Ringen und in weiteren Fertigkeiten ausgebildet. Der inbuan war dort eine nächtliche Übung, an der auch verheiratete Männer teilnahmen.
Wettkampf
Der Kampf ist nach Hnamte und Khaute ein Duell zweier Spieler, und die Sieger rücken im K.-o.-System vor. Er hat drei Runden zu 30 bis 60 Sekunden oder endet, wenn einer der Ringer vom Boden gehoben wird. Gewonnen wird, indem man den Gegner zu Boden bringt, ein Anheben ist laut den Autoren nicht nötig. Verboten sind Treten, das Verlassen der markierten Fläche und das Beugen der Knie. Der Kampf beginnt mit einem Pfiff, der den traditionellen Ruf aw, aw, aw ersetzt hat. Die Regeln gehen auf die Regeln der Mizoram Wrestling Association von 2008 zurück. Die englische Wikipedia gibt dagegen an, dass gewinnt, wer den Gegner vom Boden hebt, und dass in einem Kreis mit einem Durchmesser von 15 bis 16 Fuß gerungen wird.
Heute
Nach der Staatsgründung Mizorams war der inbuan laut Hnamte und Khaute vor allem ein Sport für Feste und Anlässe, und seine Beliebtheit belebten staatliche Meisterschaften der Regierung wieder. Wettbewerbe veranstaltet auch die Mizoram Indigenous Games Association. Die indische Regierung erkannte den inbuan laut den Autoren wegen seiner kulturellen Bedeutung an. Die Autoren schreiben zugleich, dass der inbuan und andere traditionelle Mizo-Sportarten gegen moderne Sportarten an Boden verlieren, und schlagen eine rechtliche Definition traditioneller Sportarten und ihrer Leitungsorgane vor.
Wissenswertes
Den ursprünglichen Namen Inbanphawi übersetzen Hnamte und Khaute als Heben des Pfostens des Hausfundaments, und aus ihm wurde ihnen zufolge allmählich der inbuan. Das Tribal Research Institute in Aizawl veröffentlichte 1984 eine Publikation über die indigenen Spiele der Mizo, in der jedes Spiel einschließlich des inbuan ein eigenes Kapitel mit Regeln hat.
Häufige Fragen
Wie gewinnt man beim inbuan?
Laut dem Artikel von Hnamte und Khaute durch Zubodenbringen des Gegners, ein Anheben ist unnötig, die Runde endet aber auch mit dem Anheben vom Boden. Die englische Wikipedia nennt als Sieger, wer den Gegner anhebt.
Was ist beim inbuan verboten?
Nach Hnamte und Khaute Treten, das Verlassen der markierten Fläche und das Beugen der Knie.
Wo wurde der inbuan früher geübt?
Laut Hnamte und Khaute im zawlbuku, dem Schlafhaus unverheirateter Männer, wo er eine nächtliche Übung war. Nach dem Niedergang des zawlbuku rang man hauptsächlich auf Begräbnisplätzen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.