Glossar
Umfassendes Glossar der Kampfsport-Terminologie
Weiße elastische Hose, in der Capoeira trainiert wird. Dazu trägt man die Schnur corda, deren Farbe den Grad kennzeichnet.
Japanisch für Bein oder Fuß. Als Wortstamm steckt es in ashi-waza (Beinwürfe im Judo), ashi sabaki (Fußarbeit) und ashi garami.
Die zahlenmäßig größte Gruppe der Judowürfe: Würfe, Fußfeger und Beinsicheln. Das Kodokan führt 21 Techniken auf, von de-ashi-harai bis uchi-mata.
Hohe Handtrommel afrikanischen Ursprungs. In der roda der Capoeira hält sie zusammen mit berimbau und pandeiro den Grundrhythmus.
Japanisch für Kopf. Als Ziel gehört er zur oberen Stufe jodan. Der Kopfstoß heißt zutsuki, mit demselben Zeichen, gelesen als zu.
Schläge auf den Körper des Gegners in japanischen Künsten. Im Aikido und Jujutsu stören sie vor allem Gleichgewicht oder Aufmerksamkeit vor einem Wurf oder Hebel.
Feierliche „Taufe“ eines neuen Capoeiristas. Der Schüler spielt mit dem Meister, erhält die erste Schnur und oft auch einen Spitznamen.
Einsaitiger Musikbogen mit Kürbis, das wichtigste Instrument der Capoeira. Sein Rhythmus (toque) bestimmt, welches Spiel die Spieler in der roda spielen.
Der Moment im historischen Fechten, in dem sich die Klingen beider Fechter berühren und in Kontakt bleiben. Der Fechter fühlt, ob der Gegner stark oder schwach drückt.
Schutzausrüstung im Kendo aus vier Teilen: Helm men, Handschuhe kote, Brustpanzer do und Hüftschutz tare. Gültige Treffer zielen auf drei davon.
Kommando des Ringrichters im Boxen und Kickboxen zum Trennen eines Clinchs. Beide Kämpfer müssen zurücktreten, bevor sie wieder schlagen dürfen.
Japanisch für „Kampfweg“: Sammelbegriff für japanische Kampfkünste, in denen es neben der Technik um die Erziehung und Entwicklung des Menschen geht.
Analyse einer Kata: Suche nach dem Kampfeinsatz ihrer Bewegungen und dessen Einüben mit einem Partner. Wörtlich „Zerlegung“, die verwendeten Techniken heißen oyo.
Koreanisches Kommando für „Achtung“. Der Übende steht aufrecht mit zusammengestellten Fersen und den Armen am Körper. Im Taekwondo geht es meist der Verbeugung voraus.
Hilfsgerät des Hojo undo: ein Beton- oder Steingewicht am Ende eines Holzstiels. Es kräftigt Finger, Handgelenke, Unterarme, Schultern und Brust.
Partnerübung des wing chun, bei der beide Übenden ständig Kontakt mit den Unterarmen halten und auf den Druck des anderen reagieren. Sie entwickelt Gefühl und Reflexe.
Mittlere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: der Rumpf vom Hals bis zur Taille. Im Kendo heißt so auch die Grundhaltung mit der Schwertspitze auf den Gegner.
Nahkampf im Stand, bei dem sich die Gegner an Nacken, Armen oder Rumpf festhalten. Im muay thai und MMA dient er für Kniestöße und Würfe.
Meistergrad in den japanischen und koreanischen Kampfkünsten, meist mit schwarzem Gürtel. Erstmals 1883 von Kano Jigoro im Judo verliehen.
„Feld des Elixiers“ im Unterbauch, nach chinesischer Tradition der Speicher des qi und der Schwerpunkt des Körpers. Japanisch tanden.
Trainingsanzug der koreanischen Kampfkünste, vor allem im Taekwondo. Das koreanische Gegenstück zum japanischen keikogi, mit denselben Schriftzeichen 道服.
Der Sumo-Kampfplatz: eine erhöhte Plattform aus festgestampftem Lehm mit einem Kreis von 4,55 m Durchmesser, der durch Strohsäcke namens tawara begrenzt wird.
Trainingshalle der koreanischen Kampfkünste, vor allem des Taekwondo und Hapkido. Geschrieben mit denselben Schriftzeichen wie das japanische dojo (道場).
Saal, in dem japanische Kampfkünste geübt werden. Wörtlich „Ort des Weges“, mit eigener Etikette, Reinigung und fest geordnetem Raum.
Kurzer Grundsatzkatalog des Dojo, den die Übenden am Ende des Trainings vortragen. Am bekanntesten ist der fünfpunktige dojo kun des Shotokan-Karate.
Die Linie, auf der eine Kata geübt wird, und der Punkt, an dem sie beginnt. Fast jede japanische Kata beginnt und endet am selben Ort, dem Punkt kiten.
Der Ellbogen als Schlagfläche. Empi bedeutet „Affenarm“, das gewöhnliche Wort für Ellbogen ist hiji. Ein Ellbogenschlag heißt empi-uchi.
Kampf mit einer langen Waffe in der einen und einer kurzen in der anderen Hand, in den philippinischen Kampfkünsten typisch Stock oder Schwert und Messer.
Ausweichbewegung in der Capoeira. Angriffe werden kaum geblockt, sondern mit dem Körper zur Seite, nach unten oder nach hinten umgangen.
Explosive Kraftabgabe mit dem ganzen Körper, typisch für innere chinesische Stile. Der kurze Schlag kommt aus den Beinen und Hüften, nicht nur aus dem Arm.
Unbewegter Geist, den weder Angst noch Zorn oder Überraschung aus dem Gleichgewicht bringen. Der Begriff stammt aus dem Buddhismus.
Gruß mit zusammengelegten Handflächen vor der Brust, aus dem Buddhismus übernommen. Im Shorinji Kempo ersetzt er die übliche Verbeugung.
Untere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: von der Taille abwärts. Die bekannteste Technik mit diesem Wort ist die Abwehr gedan barai.
Moderne japanische Kampfkünste, die nach den Meiji-Reformen im Jahr 1868 entstanden, etwa Judo, Karate, Aikido oder shorinji kempo.
Japanisch „Tritt“. Im Karate bildet es den zweiten Teil aller Trittnamen: mae-geri, yoko-geri, mawashi-geri, ushiro-geri. Allein gelesen heißt es keri.
Initiative erst nach dem Angriff des Gegners. Der Kämpfer wehrt ab oder weicht aus und trifft sofort die entstandene Blöße.
Position im brasilianischen Jiu-Jitsu, in der der Übende auf dem Rücken liegt und den Gegner mit den Beinen kontrolliert. Aus dem Guard greift er mit Hebeln, Würgen und Umdrehungen an.
Das Überwinden der Beine eines Gegners im Guard bis in die Seitenkontrolle oder eine andere obere Position. Im BJJ gibt es dafür nach IBJJF drei Punkte.
Übergang vom Stand in den Guard ohne Wurf: Der Kämpfer setzt oder legt sich hin und zieht den Gegner zu sich. Gängige Taktik im Wettkampf-BJJ.
Philippinisches Wort für Lehrer, in den philippinischen Kampfkünsten (Arnis, Eskrima, Kali) ein üblicher Titel für Instruktoren.
Titel eines Lehrers und Meisters des Kalaripayattu in Kerala. Der Gurukkal leitet das Kalari und lehrt Kampf und traditionelle Heilkunst.
Das Durchschlagen von Brettern, Dachziegeln oder Backsteinen durch Schlag oder Tritt. Im Taekwondo wird es bei Vorführungen gezeigt und ist bei der ITF auch eine Wettkampfdisziplin.
Koreanisches Kommando für „Gruß“ oder „Verbeugung“. Im Taekwondo folgt es auf das Kommando charyeot zu Beginn und am Ende von Training, Kampf und Übung.
Kampf und Sparring im Taekwondo. Der olympische Kampf wird nach den WT-Regeln mit elektronischen Rumpf- und Kopfschützern gewertet.
Spann, wörtlich „Fußrücken“. Trefffläche des bogenförmigen Tritts mawashi-geri, besonders im Sportkarate und im Taekwondo.
Kommando „beginnt“ in den japanischen Kampfkünsten. Der Kampfrichter eröffnet damit im Judo und Karate den Kampf, der Trainer eine Übung, Kata oder Randori.
Weite, gefaltete Hosen mit sieben Falten, getragen im Kendo, Iaido, Aikido, Kyudo und weiteren japanischen Künsten.
Das Lösen des Pfeils, die siebte von acht Phasen des Schießens im Kyudo. Es soll als natürlicher Höhepunkt der Spannung kommen, nicht als bewusste Entscheidung.
Der höchste der drei Lehrertitel shogo neben renshi und kyoshi. Im Kendo ist er frühestens acht Jahre nach dem Titel kyoshi und dem achten Dan erreichbar.
Bauch, in den Kampfkünsten vor allem der Unterbauch als Körperschwerpunkt. Der Punkt unter dem Nabel heißt seika tanden und entspricht dem chinesischen Dantian.