Glossar
Umfassendes Glossar der Kampfsport-Terminologie
Zughand. Im Karate der Arm, der bei Schlag oder Abwehr zur Hüfte zurückgezogen wird, im Judo die Hand, die den Ärmel des Gegners hält und zieht.
Japanisch für Knie. Als Trefffläche steckt es im Kniestoß hiza geri, als Blockpunkt im Judowurf hiza guruma.
Rumpfschutz im Taekwondo. Bei WT-Wettkämpfen ist er elektronisch und registriert Tritttreffer selbst. Blau oder Rot kennzeichnet den Kämpfer.
Ergänzende Kraftübungen des okinawanischen Karate mit traditionellen Geräten: den Gewichten chi ishi, ishi sashi, den Gefäßen nigiri game und der makiwara.
Selbstverteidigungstechniken in den koreanischen Künsten, vor allem im Hapkido und Taekwondo. Sie umfassen Befreiungen aus Griffen, Hebel und Abwehr gegen Waffen.
Koreanische Bezeichnung für Technikfolgen, Entsprechung der japanischen kata. Taekwondo WT nennt sie poomsae, Taekwondo ITF teul, ältere und andere Künste hyeong.
Kraftatmung im Karate Goju-ryu und Kyokushin: ein lautes, langes Ausatmen mit gespanntem Rumpf, typisch für die kata Sanchin.
Die höchste Wertung bei Wettkämpfen der japanischen Kampfkünste, „ein voller Punkt“. Im Judo beendet sie den Kampf, im Kendo ist sie die Grundeinheit der Wertung.
Bewegung nach vorn in den Raum des Angreifers, aus der Linie seines Angriffs heraus. Zusammen mit tenkan bildet sie die Grundlage der Bewegung im Aikido.
Hilfsgerät des Hojo undo: ein Handgewicht in Form eines Vorhängeschlosses, traditionell aus Stein. Es stammt aus China, wo es shisuo heißt.
Obere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: Kopf, Gesicht und Hals. Im Kendo heißt so auch die Haltung mit dem über den Kopf erhobenen Schwert.
Eine vorgeschriebene Bewegungsfolge im Pencak Silat, vergleichbar mit der Kata. Jede Schule hat ihre eigenen Jurus.
Voller Auszug des Bogens, die sechste von acht Phasen des Schießens im Kyudo. Der Schütze wirkt äußerlich ruhig, doch der Zug wächst weiter, bis der Schuss kommt.
Die Ferse. Im Karate die Schlagfläche des Rückwärtstrittes ushiro-geri und des Trittes von oben kakato-geri, bei dem die Ferse senkrecht nach unten fällt.
Übungsstätte des Kalaripayattu in Kerala, nach der die Kunst benannt ist. Ein traditionelles Kalari ist in den Boden eingelassen und hat einen Schrein.
Kampfhaltung und Bereitschaftsstellung in den japanischen Kampfkünsten. Im Kendo unterscheidet man fünf Grundkamae, von Chudan bis Waki.
Das Kommando „nehmt die Kampfhaltung ein“. Im Karate fordert der Trainer oder Kampfrichter die Übenden damit auf, in die Kampfstellung kamae zu gehen.
Ehrenplatz im Dojo, wörtlich „oberer Sitz“. Er liegt meist an der Stirnwand mit einem Kamidana-Schrein oder einem Porträt des Gründers, vor dem sich die Übenden verbeugen.
Titel des Leiters eines Dojo oder einer ganzen Organisation, wörtlich „Leiter des Gebäudes“. Wird vor allem in Karate-Organisationen verwendet.
Hebeltechniken auf Gelenke im Judo, Jujutsu und Aikido. Im Wettkampfjudo darf nur der Ellbogen gehebelt werden, das Kodokan führt zehn Techniken.
Vorgeschriebene Bewegungsfolge gegen gedachte Gegner oder mit einem Partner, wörtlich „Form“. Kern des Unterrichts in Karate, Judo, Kendo und Aikido.
Sammelbezeichnung für die Immobilisierungstechniken im Judo: Haltegriffe am Boden, Würgegriffe und Hebel. Das Kodokan führt 32 davon in drei Gruppen.
Trainingsanzug der japanischen Kampfkünste: Jacke uwagi, Hose zubon und Gürtel obi. Den weißen Anzug im Judo etablierte Kano Jigoro im Jahr 1907.
Ein Muay-Thai-Trainingscamp. Die Kämpfer wohnen dort oft, trainieren zweimal täglich und tragen den Namen des Camps als Teil ihres Kampfnamens.
Thailändisch für Knie und Kniestoß. Im Muay Thai gehören die Knie zu den Hauptwaffen, vor allem im Clinch.
Kurzer energischer Schrei in den japanischen Kampfkünsten. Er festigt den Rumpf, unterstützt das Ausatmen und ist im Kendo Bedingung für die Anerkennung eines Treffers.
Kampfschrei in den koreanischen Künsten, das Gegenstück zum japanischen kiai mit denselben Schriftzeichen (氣合). Er festigt den Körper beim Schlag und bündelt die Kraft.
Grundtechniken der japanischen Kampfkünste und ihr wiederholtes Üben: Stellungen, Schläge, Tritte und Blocks. Im Karate bildet es mit Kata und Kumite eine Dreiheit.
Im Karate die augenblickliche Anspannung des Körpers im richtigen Moment der Technik, im Bauch gebündelt. Wörtlich „Entscheidung“, vom Verb kimeru.
Jüngerer Kollege im Dojo, in der Schule oder Firma, der später dazukam. Gegenstück zum senpai, dem er Respekt erweist und von dem er Rat erhält.
Fußballen unter den Zehen, wörtlich „Tigerzehen“. Trefffläche der geraden Tritte mae-geri, die Zehen werden beim Tritt nach oben gezogen.
Drehung der Hüfte, aus der die Kraft von Schlägen, Tritten und Würfen kommt. Im Karate wird sie bei jeder Grundtechnik geübt.
Gruppe von Judowürfen, bei denen die Hüfte des Angreifers als Stütze und Achse des Wurfs dient. Das Kodokan führt zehn Techniken auf, zum Beispiel o-goshi.
Handgelenk und Unterarm. Im Kendo ein gültiges Ziel und der Name der Handschuhe der Ausrüstung bogu, im Aikido und Jujutsu der Bereich von Hebeln wie kote-gaeshi.
Die Art, den Gegner im Judo zu greifen, und der Kampf um den günstigen Griff. Wer den Griff beherrscht, bestimmt die Richtung der Gleichgewichtsstörung und damit, welcher Wurf möglich ist.
Teil des Karate, in dem gegen einen Gegner geübt wird: von vorab vereinbarten Abläufen über halbfreies Sparring bis zum freien Kampf und Wettkampf.
Jacke für Sambo, rot oder blau, mit Schulterstücken und Gürtelschlaufen. Sie unterscheidet sich von der Judojacke.
Das Aus-dem-Gleichgewicht-Bringen des Gegners. Im Judo die erste der drei Phasen eines Wurfs, ohne die der Wurf nur auf grober Kraft beruht und oft misslingt.
Koreanische Kampfkunstschule, wörtlich „Halle“. Aus den ersten Kwans nach 1945 entstand Taekwondo. Der Leiter einer Schule heißt Kwanjang.
Der zweite der drei Lehrertitel shogo, zwischen renshi und hanshi. Im Kendo erreicht ihn ein Inhaber von renshi und dem siebten Dan frühestens nach zwei Jahren.
Schülergrad vor den Meistergraden dan. Er wird absteigend gezählt, von einer hohen Zahl bis zum ersten kyu, auf Koreanisch heißt er gup.
Empfindliche oder verwundbare Stelle am Körper, auf die Schläge und Druck zielen. Wörtlich „dringende Stelle“, im alltäglichen Japanisch auch „schwache Stelle“.
Der Abstand zwischen Gegnern, aus dem man treffen oder ausweichen kann. Es geht nicht nur um Meter, sondern auch um die Zeit, die ein Angriff für die Strecke braucht.
Okinawanisches Schlagbrett, wörtlich „aufgerolltes Stroh“. Am federnden Pfosten mit Polster werden Schläge geübt und die Schlagflächen abgehärtet.
List und Schläue als Teil des Capoeira-Spiels. Der Spieler täuscht den Gegner, wechselt den Rhythmus und stellt ihm Fallen.
Thailändisch für Faust und Faustschlag. Ein Kämpfer, der vor allem mit den Fäusten punktet, heißt muay mat. Das Verb chok bedeutet boxen.
Kommando des Kampfrichters im Judo, wörtlich „warten Sie“. Es stoppt Kampf und Zeit, die Kämpfer kehren auf ihre Markierungen zurück und mit dem Kommando hajime geht es weiter.
Gürtel, der das einzige Kleidungsstück eines Sumoringers ist. Er wird um die Hüfte und zwischen den Beinen gewickelt, und der Gegner darf danach greifen.
Portugiesisch für Meister, der höchste Titel in der Capoeira. Neben Technik umfasst er Musik, Gesang, Kenntnis der Tradition und Gruppenführung.
Leichte MMA-Handschuhe mit offenen Fingern. Sie schützen die Knöchel und erlauben zugleich Griffe, Hebel und Würgegriffe.