Ippon
一本
Die höchste Wertung bei Wettkämpfen der japanischen Kampfkünste, „ein voller Punkt“. Im Judo beendet sie den Kampf, im Kendo ist sie die Grundeinheit der Wertung.
Auf einen Blick
Wortanalyse
Definition
Ippon (一本) bedeutet wörtlich „ein voller Punkt“ und ist die höchste Wertung, die man bei Wettkämpfen der japanischen Kampfkünste erzielen kann. Ihr Gewicht ist allerdings von Kunst zu Kunst verschieden. Im Judo beendet sie den Kampf sofort und wird mit einem Knockout im Boxen verglichen. Im Kendo bildet ippon die Grundeinheit der Wertung, und ein Kampf geht in der Regel auf zwei Punkte von drei. Im Sportkarate nach den Regeln der WKF ist ippon der höchste der drei Punktwerte und bringt für einen Treffer drei Punkte. Die Kampfrichter verkünden ippon mit dem Wort „ippon“ und einer Geste: Im Judo hebt der Kampfrichter den Arm hoch über den Kopf, im Kendo heben die Kampfrichter die Fahne in der Farbe des Kämpfers, der getroffen hat.
Unterschiede zwischen Künsten und Stilen
Judo: ippon gibt es für einen Wurf, bei dem der Gegner mit Tempo und Kraft auf den Rücken fällt und der Angreifer ihn bis zum Ende des Falls kontrolliert, für einen ununterbrochenen Haltegriff am Boden von zwanzig Sekunden und für Würgegriff oder Hebel, wenn der Gegner aufgibt oder nicht weiterkämpfen kann. Ippon ergeben auch zwei waza-ari desselben Kämpfers. Karate (WKF): ippon zählt drei Punkte. Man erzielt ihn mit einem Tritt gegen den Kopf des stehenden Gegners oder mit einer wertbaren Technik gegen einen am Boden liegenden Gegner. Ein Tritt zum Rumpf ist waza-ari, zwei Punkte, ein gerader Schlag gegen Kopf oder Rumpf yuko, ein Punkt. Kendo: ippon setzt einen Treffer auf einen gültigen Teil der Ausrüstung bogu mit dem schlagenden Teil des shinai voraus, mit vollem Einsatz, in korrekter Haltung und mit zanshin, also mit Wachsamkeit auch nach dem Treffer. Ippon ergeben auch zwei Strafen des Gegners. Bei sanbon shobu gewinnt, wer als Erster zwei ippon erzielt, bei ippon shobu entscheidet der erste ippon.
Beziehungen zu anderen Begriffen
Siehe auch
Wachsamkeit, die auch nach Abschluss der Technik anhält, wörtlich „verbleibender Geist“. Im Kendo ist sie Bedingung für einen gültigen Treffer ippon.
Waza-ari技ありZweithöchste Wertung im Judo und Karate, wörtlich „Technik ist da“. Im Judo ergeben zwei waza-ari ippon, im WKF-Karate sind es zwei Punkte.
Jodan上段Obere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: Kopf, Gesicht und Hals. Im Kendo heißt so auch die Haltung mit dem über den Kopf erhobenen Schwert.
Shiai試合Wettkampf in den japanischen Kampfkünsten, wörtlich „gegenseitiges Prüfen“. Anders als randori hat er einen Kampfrichter, Regeln und einen Sieger.
Osaekomi-waza抑え込み技Gruppe von Judotechniken, mit denen der Gegner auf dem Rücken am Boden gehalten wird. Zwanzig Sekunden ununterbrochenes Halten bedeuten im Wettkampf ippon.
Kumite組手Teil des Karate, in dem gegen einen Gegner geübt wird: von vorab vereinbarten Abläufen über halbfreies Sparring bis zum freien Kampf und Wettkampf.