Judo
柔道Japanische Wurf- und Griffkunst, seit 1964 olympisch; ihr Gedanke ist es, die Kraft des Gegners statt der eigenen zu nutzen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Judo
Über Judo
Judo schuf Jigoro Kano 1882, indem er aus den Techniken der alten Jujutsu-Schulen jene auswählte, die sich gegen einen widerstehenden Partner voll üben lassen, und die gefährlichen ausschied. So entstand ein System, in dem man zu hundert Prozent trainieren kann, ohne sich ernsthaft zu verletzen — der Grund, warum sich Judo weltweit schneller verbreitete als seine Vorläufer. Grundlage ist der Wurf. Ziel ist es, den Gegner kontrolliert und wuchtig auf den Rücken zu bringen; ein solcher Wurf (Ippon) beendet den Kampf sofort. Misslingt der Wurf, geht es am Boden weiter (Ne-waza) — Haltegriffe, Würger und Armhebel. Tritte und Schläge kommen im Wettkampf gar nicht vor, sie existieren nur in den Formen (Kata). Judo ist seit 1964 olympisch (Frauen seit 1992) und besitzt eine der ausgereiftesten Wettkampfstrukturen überhaupt. Zugleich bewahrt es die erzieherische Dimension, die Kano betonte: Verhalten im Dojo, Verbeugungen, Fallschule ab der ersten Stunde. Für Anfänger ist Judo eine ausgezeichnete Grundlage. Es lehrt das Fallen — eine Fähigkeit, die auch außerhalb der Matte zählt — und vermittelt Erfahrung im Kampf gegen echten Widerstand. Die Belastung der Gelenke, vor allem Schultern und Ellbogen, ist real und macht sich mit dem Alter bemerkbar; ein guter Verein passt den Trainingsumfang daran an.
Stile & Zweige
Ein durch Regeln bestimmter Zweig des Judo, um 1914 an japanischen Fachschulen entstanden. Ohne Begrenzung des Bodenkampfs verlagerte sich alles von den Würfen zum Newaza.
Eine Lehrmethode des Judo für Europa: Techniken in nummerierten Reihen, in fester Abfolge. Von Mikinosuke Kawaishi, der 1935 nach Paris kam.
Eine japanische Jujutsu-Schule der frühen Edo-Zeit. Sie beruht auf Würfen und Gleichgewichtsbruch; aus ihr leitete Kano die Koshiki no kata ab.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
