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Freistilringen

Olympischer Ringkampfstil, der Beingriffe und Beinstellen erlaubt. Er geht auf das catch-as-catch-can zurück, ist seit 1904 bei den Spielen, die Frauen seit 2004.

Wichtige Daten

RegionWeltweit
HauptfokusGriffkampf
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieSportlich kodifiziert
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

BekleidungRingertrikot
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichFür Senioren nicht geeignet
Körperliche Anforderung4/5
Verletzungsrisiko4/5
Übertrag auf Selbstverteidigung4/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenJa
Olympischer StatusAktuell olympisch
Geschätzte Praktizierende1–10 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeZentral
BodenkampfZentral
Hebel & HaltegriffeAm Rande
WaffenNicht verwendet

Vergleiche

Freistilringen vs. Griechisch-Römisches Ringen→

Kataloge & Datenbanken für Freistilringen

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Über Freistilringen

Freistilringen ist neben dem griechisch-römischen Stil der zweite olympische Ringkampfstil. Es geht auf das catch-as-catch-can zurück, das von britischen Ringkampfformen und vom irischen collar-and-elbow beeinflusst wurde, das Einwanderer in die USA brachten. Einen einzelnen Gründer oder ein Entstehungsdatum gibt es nicht. Bei den Olympischen Spielen wurde es erstmals 1904 in St. Louis gerungen, der internationale Verband entstand 1921 und heißt heute United World Wrestling (UWW). Anders als im griechisch-römischen Stil erlauben die UWW-Regeln, die Beine des Gegners zu fassen, ihm ein Bein zu stellen und die eigenen Beine aktiv einzusetzen. Punkte gibt es von einem für das Verlassen der Schutzzone durch den Gegner oder für Passivität bis zu fünf für einen Wurf großer Amplitude. Ein Seniorenkampf hat zwei Perioden zu drei Minuten und endet durch Schultersieg, nach Punkten oder durch technische Überlegenheit bei zehn Punkten Vorsprung. Der Frauenringkampf folgt den Freistilregeln und ist seit 2004 olympisch. Männer wie Frauen haben in der Seniorenklasse je zehn Gewichtsklassen, bei den Spielen haben die Frauen sechs. Als Kleidung dient das singlet. Bei fünf Meisterschaften der Jahre 2016 bis 2019 gab es im Freistil 8,5 mittelschwere bis kritische Verletzungen pro 1 000 Expositionen. Grade oder Gürtel gibt es nicht, der Weg führt über die Altersklassen ab U15.

Geschichte

Freistilringen ist neben dem griechisch-römischen Stil der zweite olympische Ringkampfstil. Es geht auf das catch-as-catch-can zurück, bei dem ein Schultersieg bedeutete, beide Schulterblätter des Gegners auf der Matte zu halten, und im Übrigen am Boden mit fast allen Griffen weitergekämpft wurde. Beeinflusst wurde es von der Lancashire- und der schottischen Ringform und vom irischen collar-and-elbow, das Einwanderer in die USA brachten. Einen einzelnen Gründer oder ein Entstehungsdatum hat der Freistil nicht.

Weiterlesen

Bei den Olympischen Spielen wurde Freistil erstmals am 14. und 15. Oktober 1904 in St. Louis gerungen, in sieben Gewichtsklassen und nur für Männer. Das Turnier war zugleich die Meisterschaft der US-Amateurunion AAU, und alle 42 Starter lebten in den Vereinigten Staaten. Beide olympischen Stile stehen seit Antwerpen 1920 ununterbrochen im Programm. Der internationale Verband entstand 1921, trug ab 1994 den Namen FILA und heißt seit September 2014 United World Wrestling (UWW). Olympics.com setzt seine Verselbstständigung schon auf 1912, Olympedia seine Gründung auf 1921. Das Wertungssystem, das in den Vereinigten Staaten die Entscheidung nur durch Schultersieg oder Zeitvorteil ablöste, schuf der Trainer Art Griffith von Oklahoma State. Ende der fünfziger Jahre setzte Albert de Ferrari die Wertung für Takedowns, das Anhalten der Zeit beim Verlassen der Matte und die Kontrolle des Angreifers beim Fall durch. Der Frauenfreistil ist seit Athen 2004 olympisch, wo 50 Ringerinnen aus 21 Ländern in vier Klassen bis 48, 55, 63 und 72 kg antraten.

Was es unterscheidet

Freistil und griechisch-römischer Stil haben gemeinsame UWW-Regeln und unterscheiden sich in einigen Artikeln. Einleitung der Regeln: Im griechisch-römischen Stil ist es streng verboten, den Gegner unter der Gürtellinie zu fassen, ihm ein Bein zu stellen und die Beine aktiv einzusetzen, im Freistil und im Frauenringen ist es erlaubt. Technische Überlegenheit beendet einen Freistilkampf bei 10 Punkten Unterschied, einen griechisch-römischen schon bei 8 (Art. 43). Passivität regeln die Stile unterschiedlich (Art. 46): Im griechisch-römischen Stil erhält der aktive Ringer für die erste und zweite Passivität des Gegners einen Punkt und wählt Stand oder Bodenkampf, im Freistil ist der erste Verstoß nur eine mündliche Verwarnung, beim zweiten hat der passive Ringer 30 Sekunden für einen Punkt. Auch die olympischen Gewichtsklassen unterscheiden sich: Freistil 57, 65, 74, 86, 97 und 125 kg, griechisch-römisch 60, 67, 77, 87, 97 und 130 kg. Das Frauenringen ist die dritte olympische Disziplin und folgt den Freistilregeln mit einem Unterschied: Der double nelson ist verboten. Die olympischen Klassen sind 50, 53, 57, 62, 68 und 76 kg.

Technik

Die UWW-Regeln (Januar 2026) erlauben im Freistil laut Einleitung, die Beine des Gegners zu fassen, ihm ein Bein zu stellen und die eigenen Beine aktiv einzusetzen, was der griechisch-römische Stil verbietet. Der Frauenringkampf folgt den Freistilregeln, der double nelson ist darin aber verboten. Nach Art. 44 darf sich ein Ringer in der unteren Position nicht mit beiden geschlossenen Armen wehren. Wertung nach Art. 38 der UWW-Regeln 2026: 1 Punkt, wenn der Gegner die Schutzzone ohne Griff verlässt, und für Passivität, 2 Punkte für den Wechsel hinter den Rücken mit Kontrolle oder für einen Wurf in die Rücken- oder Seitenlage, 4 Punkte für einen Standgriff, der den Gegner dynamisch gefährdet, oder für Anheben und Wurf auf die Brust, 5 Punkte für einen Wurf großer Amplitude, der den Gegner in direkte Gefahr bringt. Der Kampf endet durch Schultersieg oder technische Überlegenheit bei 10 Punkten Vorsprung. Passivität regelt Art. 46. Hat nach zwei Minuten der ersten Periode niemand gepunktet, muss der Kampfrichter den passiven Ringer bestimmen. Beim ersten Verstoß gibt es eine mündliche Verwarnung, beim zweiten hat er 30 Sekunden für einen Punkt, sonst erhält ihn der Gegner.

Training

Das Freistiltraining folgt international keinem einheitlichen Lehrplan, die Methodik überlässt die UWW den nationalen Verbänden und Vereinen. Selbst führt sie die Trainerausbildung durch: Das Coach Education Programme hat vier Stufen (Einführung in Coaching und Sicherheit, Trainingsplanung, Periodisierung und Trainerphilosophie, Programm- und Sportlerentwicklung), die zweite umfasst sieben grundlegende Ringerfertigkeiten und Gewichtsmanagement. Seit dem 7. Juli 2020 läuft die Online-Akademie der UWW mit den Kursen Online Rule Test, Ready to Wrestle Program, Introduction to Coaching, Level 1 Coaches Course und dem Antidopingkurs Coach True zusammen mit der WADA. Diese Programme gelten für das Ringen insgesamt, nicht nur für den Freistil. Eine freistilspezifische Trainingsbeschreibung, etwa einen nationalen Lehrplan, haben wir in den Verbandsquellen nicht gefunden.

Graduierungen und Fortschritt

Grade, Gürtel oder technische Prüfungen gibt es im Freistil nicht. Der Weg eines Ringers führt über die Altersklassen der UWW: U15 (14 bis 15 Jahre), U17 (16 bis 17), U20 (18 bis 20), U23 (19 bis 23) und Senioren ab 20 Jahren. In die schwerste Klasse dürfen nur Männer über 97 kg und Frauen über 72 kg, Senioren und U23 dürfen eine Klasse höher starten. Über die Stellung entscheiden Ergebnisse und die Rangliste. Laut UWW Ranking Rule Book legt die Rangliste in jeder Klasse 8 Gesetzte für die Olympischen Spiele und die Senioren-Weltmeisterschaft und 4 Gesetzte für kontinentale Meisterschaften fest. Olympische Medaillengewinner erhalten im olympischen Jahr zusätzlich 8 000, 6 400 und 5 200 Punkte für den ersten bis dritten Platz. Bei der Weltmeisterschaft stehen aus jeder Klasse vier Ringer auf dem Podest (Gold, Silber und zweimal Bronze), und jeder Weltmeister erhält einen Weltmeistergürtel.

Für wen

Die Jugendklassen U15 (14–15 Jahre) und U17 (16–17 Jahre) gelten für Freistil und griechisch-römisch gemeinsam. U15 hat bei den Jungen zehn Klassen von 34 bis 85 kg, bei den Mädchen von 29 bis 66 kg. Ein Jugendkampf dauert zwei Perioden zu je 2 Minuten. In U15 und U17 wird Passivität ohne mündliche Verwarnung geahndet: Steht es nach der ersten Minute der ersten Periode 0:0, bestimmt der Kampfrichter den passiven Ringer, und die aktive Zeit beginnt. Kinderprogramme und Studien an Kindern speziell zum Freistil haben wir nicht gefunden. Molnár und Kollegen (Journal of Sports Science and Medicine, 2022) erfassten bei fünf Meisterschaften der Jahre 2016 bis 2019 (drei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften) im Freistil 8,5 mittelschwere bis kritische Verletzungen pro 1 000 Expositionen, im griechisch-römischen Stil und im Frauenringen 9,5. Studien an amerikanischen High Schools und Universitäten betrachten das Schul- und Collegeringen mit anderen Regeln, nicht den internationalen Freistil.

Wettkampf

Die UWW-Regeln (Januar 2026, Art. 7) sehen im Freistil zehn Klassen für Senioren von 57 bis 125 kg und zehn für Seniorinnen von 50 bis 76 kg vor, die Klassen U20 und U23 entsprechen den Seniorenklassen. In die schwerste Klasse dürfen nur Männer über 97 kg und Frauen über 72 kg, Senioren und U23 dürfen eine Klasse höher antreten. Bei den Olympischen Spielen haben Frauen sechs Klassen, 50, 53, 57, 62, 68 und 76 kg. Das Wiegen ist wie im griechisch-römischen Stil (Art. 8 und 11). Die erste Wägung mit ärztlicher Kontrolle dauert 30 Minuten am Morgen des ersten Tages der Klasse, die zweite für die Hoffnungsrunde und die Finalisten 15 Minuten am nächsten Morgen. Beim Weltcup und bei internationalen Turnieren gilt eine Toleranz von 2 kg, bei der zweiten Wägung nicht. Wer die Wägung versäumt oder nicht besteht, scheidet aus.

Ausrüstung

Gerungen wird auf einer runden Matte mit 9 m Durchmesser: Die zentrale Kampffläche misst 7 m, darum liegt eine 1 m breite Passivitätszone und außen eine 1,5 m breite Schutzzone. Die Ringer tragen einen roten oder blauen singlet, Frauen einen in Damenschnitt. Die UWW-Ausrüstungsvorschrift vom Januar 2025 legt bei Ohrenschützern nur das Material fest: flexibel, elastisch, ohne harte Teile und Schnallen. Der Kampfrichter prüft vor jeder Periode die Kleidung und ob der Ringer fettige Substanzen am Körper hat.

Heute

Den Freistil leitet United World Wrestling mit Sitz im schweizerischen Corsier-sur-Vevey, die nach dem Kongress im albanischen Shijak am 27. Oktober 2024 189 nationale Verbände vereint. Er ist olympisch: Griechisch-römisch gehört seit 1896 zu den Spielen, der Freistil seit 1904 und ununterbrochen seit 1920, der Frauenfreistil seit 2004. Das olympische Turnier umfasst sechs Männerklassen im Freistil (57, 65, 74, 86, 97 und 125 kg) und sechs Frauenklassen (50, 53, 57, 62, 68 und 76 kg) und dauert 7 Tage auf 3 Matten. Die Senioren-Weltmeisterschaft findet jedes Jahr außer im olympischen Jahr statt, dauert 9 Tage auf 4 Matten und wird durch jährliche Weltmeisterschaften der U20 und U17 ergänzt. Im Dezember 2025 bestätigte die UWW, dass die Gewichtsklassen für den nächsten olympischen Zyklus unverändert bleiben.

Wissenswertes

Das erste olympische Freistilturnier in St. Louis 1904 war zugleich die Meisterschaft der US-Amateurunion AAU: Alle 42 Starter lebten in den Vereinigten Staaten, einige mit norwegischer Staatsbürgerschaft. Kaori Icho aus Japan gewann im Frauenfreistil Gold bei vier Olympischen Spielen in Folge (2004, 2008, 2012 und 2016), in Athen und London bis 63 kg und in Rio bis 58 kg, und olympics.com führt sie als erste Frau mit vier Titeln in Folge in einer Disziplin. Ihre Landsfrau Saori Yoshida gewann dreizehn Weltmeistertitel in Folge (2002 bis 2015) und drei olympische Goldmedaillen (2004, 2008 und 2012), die vierte nahm ihr Helen Maroulis in Rio 2016 im Finale bis 53 kg mit einem 4:1-Sieg ab.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Freistilkampf?

Ein Seniorenkampf (U20, U23 und Senioren) dauert zwei Perioden zu je 3 Minuten mit 30 Sekunden Pause. Die Jugend U15 und U17 ringt zwei Perioden zu je 2 Minuten.

Wie gewinnt man einen Freistilkampf?

Durch Schultersieg, technische Überlegenheit bei 10 Punkten Differenz oder nach Punkten, wenn ein Ringer nach beiden Perioden zusammen mindestens einen Punkt mehr hat als der Gegner.

Wodurch unterscheidet sich der Freistil vom griechisch-römischen Ringen?

Im Freistil darf man die Beine des Gegners fassen, ihm ein Bein stellen und die eigenen Beine aktiv einsetzen. Im griechisch-römischen Stil ist das verboten, Griffe erfolgen nur oberhalb der Hüfte.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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