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Kawaishi Judo

川石柔道

Französische Judo-Lehrmethode von Kawaishi Mikinosuke mit französischen Namen und nummerierten Techniken. Mit ihr verbindet man Farbgürtel, ab 1956 bestand sie neben dem Kodokan.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusGriffkampf
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemGürtel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieSportlich kodifiziert
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Gürtel)
Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeZentral
BodenkampfZentral
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenNicht verwendet

Kataloge & Datenbanken für Kawaishi Judo

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Über Kawaishi Judo

Die Kawaishi-Methode (Méthode Kawaishi) ist eine Art des Judounterrichts, die der japanische Judoka Kawaishi Mikinosuke (1899–1969) in Frankreich schuf. Laut der Dissertation von Hoshino Utsuru (Waseda-Universität, 2019) verließ Kawaishi Japan 1926 in Richtung Vereinigte Staaten, gelangte über Brasilien und Großbritannien 1935 nach Frankreich und wurde in Paris technischer Leiter des Jüdischen Jujutsu-Clubs, der später in Club franco-japonais umbenannt wurde.

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Um eine neue Unterrichtsmethode bat ihn laut Hoshino 1937 Feldenkrais. Nach Feldenkrais' Abreise im Krieg vervollständigte Kawaishi sie allein, bis 1943 war sie fertig. Ihre Techniken tragen keine japanischen Namen, sie sind französisch nach Körperteil geordnet und nach der Unterrichtsreihenfolge nummeriert, o-soto-gari ist also die erste Beintechnik. Die Methode umfasste auch Hebel an Beinen und Hals, die der Kodokan bereits verboten hatte. Das Buch Ma méthode de judo (1951) enthält 147 Techniken. Kawaishi war technischer Direktor des Französischen Judo- und Jujitsu-Verbands (FFJJ), den Paul Bonet-Maury im Dezember 1946 gründete. Der heutige FFJDA entstand erst im April 1956 durch die Fusion des FFJJ mit einer Kodokan-Gruppe, beide Methoden bestanden in ihm nebeneinander. In Frankreich verbindet man mit Kawaishi die Farbgürtel unter dem schwarzen Gürtel, die Quellen sind sich aber uneins, ob er sie einführte oder vom Londoner Budokwai übernahm.

Geschichte

Kawaishi Mikinosuke wurde laut der Website nippon.com 1899 in Himeji geboren und starb am 30. Januar 1969 in Paris. Die Dissertation von Hoshino Utsuru (Waseda-Universität, 2019) gibt unter Verweis auf Magara Hiroshi (1977) an, dass er 1914 in Himeji mit Judo begann, 1918 den ersten Dan der Butokukai erhielt und 1919 an die Waseda-Universität kam. 1926 reiste er in die Vereinigten Staaten und gelangte über Brasilien und Großbritannien 1935 nach Frankreich. In Paris wurde er technischer Leiter des Jüdischen Jujutsu-Clubs (rue Beaubourg 62, gegründet im Februar 1936), der später in Club franco-japonais umbenannt wurde, der Name taucht schon im Juni 1937 in einer Anzeige auf. Der Regionalausschuss des französischen Verbands (Comité 13) nennt den Namen Club franco-japonais seit Juli 1936.

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1937 bat Feldenkrais Kawaishi um eine neue Unterrichtsmethode. Nach Feldenkrais' Abreise im Krieg vervollständigte Kawaishi sie allein, bis 1943 war sie als Méthode Kawaishi fertig. Erster französischer Schwarzgurtträger wurde laut dem Internationalen Judo-Verband (IJF) am 20. April 1939 Maurice Cottereau, den Gurt verlieh ihm Kawaishi. Im Juli 1944 reiste Kawaishi nach Japan, übergab die technische Leitung des Clubs an Jean Beaujean und kehrte laut nippon.com 1948 nach Paris zurück. Im Dezember 1946 entstand der Französische Judo- und Jujitsu-Verband (FFJJ) mit Paul Bonet-Maury als Präsidenten, laut IJF seinem Gründer, und Kawaishi war sein bezahlter technischer Direktor. Das erste britisch-französische Freundschaftsmatch im Dezember 1947 in London fand laut Hoshino auf Anregung von Bonet-Maury statt, Kawaishi war damals in Japan. 1951 erschien sein erstes Buch Ma méthode de judo. Der FFJDA entstand erst im April 1956 durch die Fusion des FFJJ mit der FATK, einer Gruppe von Kodokan-Anhängern, ein außerordentlicher Kongress des FFJJ billigte dies am 22. April 1956 im Verhältnis 370 zu 42.

Was es unterscheidet

Vom Kodokan-Judo unterschied sich die Kawaishi-Methode vor allem in Sprache und Inhalt. Laut der Dissertation von Hoshino Utsuru (2019) verwendete sie statt japanischer Namen französische Bezeichnungen und Nummern und erlaubte Hebel an Beinen und Hals, die der Kodokan verboten hatte. Hoshino weist darauf hin, dass im internationalen Judo japanische Begriffe und die Regeln des Kodokan galten, sodass der französische Verband FFJJ in eine widersprüchliche Lage geriet. Auch die Haltung zum Unterricht war anders: Kawaishi unterrichtete gegen hohe Monatsbeiträge, was eine Gruppe von Kodokan-Anhängern kritisierte und die Website nippon.com dem Amateurgedanken des Kodokan gegenüberstellt. Bei den Farbgürteln unterschied sich der Pariser Club 1940 laut Hoshino vom Kodokan, der 1920 nur wenige Farben unter dem Schwarzgurt hatte.

Technik

Die Kawaishi-Methode ersetzte die japanischen Technikbezeichnungen durch französische. Laut der Dissertation von Hoshino Utsuru (2019) wurden die Techniken nach Körperteil geordnet, etwa in Beinwürfe und Schulterwürfe (lancement de jambe, lancement d'épaule), und in der Reihenfolge nummeriert, in der sie gelehrt wurden, o-soto-gari war also die erste Beintechnik. Dieselbe Nummerierung beschreibt die Website nippon.com. Das Buch Ma méthode de judo (Paris 1951), Kawaishis erstes Buch, enthält laut Hoshino 147 Techniken, davon 80 Fixiertechniken (katame), darunter Hebel an Beinen und Hals, die der Kodokan bereits verboten hatte. Hoshino erklärt die Betonung der Selbstverteidigung mit dem Einfluss der jüdischen Clubs, in denen Kawaishi in Paris begann, und Feldenkrais', der um die Methode gebeten hatte.

Training

Kawaishi begann in Paris als technischer Leiter des Jüdischen Jujutsu-Clubs, später Club franco-japonais, und stellte die Methode laut Hoshino bis 1943 fertig. Der Unterricht war sein Lebensunterhalt: Hoshino nennt einen Monatsbeitrag von 250 Franc im Jahr 1940 und einen Sonderkurs für 350 Franc im Jahr 1941. Die hohen Gebühren kritisierte eine Gruppe von Kodokan-Anhängern, die Website nippon.com stellt sie dem Amateurgedanken des Kodokan gegenüber. Erster französischer Schwarzgurt wurde laut dem Internationalen Judo-Verband am 20. April 1939 Maurice Cottereau, den das Comité 13 als ersten Schüler des Clubs nennt. Während Kawaishis Aufenthalt in Japan (1944 bis 1948) leitete Jean Beaujean den Unterricht im Club.

Graduierungen und Fortschritt

Mit der Kawaishi-Methode verbindet man in Frankreich die Farbgürtel unter dem schwarzen Gürtel, die Quellen unterscheiden sich aber darin, wer sie einführte. Die Dissertation von Hoshino Utsuru (2019) gibt an, dass der Kodokan 1920 nur wenige Farben hatte (Hellblau für Anfänger, Weiß für den 4. und 5. Kyu, Braun für den 1. bis 3. Kyu und Violett für die Jugend), im Pariser Club dagegen laut der Zeitung L'Auto vom November 1940 sechs Farben vor Schwarz galten: Weiß, Gelb (5. Kyu), Orange (4.), Grün (3.), Blau (2.) und Kastanienbraun (1. Kyu). Hoshino bringt das System mit Kawaishis Methode und mit Feldenkrais in Verbindung.

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Die Website nippon.com schreibt, Kawaishi habe die Farben eingeführt und es seien sieben gewesen, in Japan habe es angeblich nur Weiß und Schwarz gegeben, was Hoshinos Angaben zum Kodokan nicht bestätigen. Der Regionalausschuss des französischen Verbands (Comité 13) schreibt in einem Text, Kawaishi habe ein von englischen Judoka um Koizumi Gunji erarbeitetes System übernommen, in einem zweiten, der Kodokan habe Weiß, Braun und Schwarz verwendet und Kawaishi aus pädagogischen Gründen Gelb, Orange, Grün und Blau hinzugefügt. Der Internationale Judo-Verband schreibt, bei einer Ausstellung im Londoner Budokwai 1927 sei die japanische Gradeinteilung um Farbgürtel für die Grade unter dem Schwarzgurt ergänzt worden, die Franzosen hätten sie später systematisiert. Das Comité 13 nennt die Reihenfolge: 6. Kyu Weiß, 5. Gelb, 4. Orange, 3. Grün, 2. Blau, 1. Braun und der schwarze Gürtel für den 1. Dan.

Heute

Der FFJDA entstand im April 1956 durch die Fusion des Verbands FFJJ, der die Methode Kawaishi verwendete, mit einer Gruppe von Kodokan-Anhängern und nahm laut der Dissertation von Hoshino Utsuru (2019) beide Methoden nebeneinander auf. Internationale Wettkämpfe richteten sich damals bereits nach den Regeln und den japanischen Bezeichnungen des Kodokan, was den französischen Verband laut Hoshino in eine widersprüchliche Lage brachte. Wann der Verband die nummerierte Terminologie formell aufgab, konnten wir in den Quellen nicht belegen. Kawaishi verließ den Verband laut nippon.com einige Jahre nach 1951. Der französische Verband verlieh ihm sechs Jahre nach seinem Tod den 10. Dan. Die Farbgürtel, mit denen sein Name in Frankreich verbunden wird, nennt der Regionalausschuss des französischen Verbands (Comité 13) in der Reihenfolge Weiß, Gelb, Orange, Grün, Blau und Braun vor dem schwarzen Gürtel.

Wissenswertes

Kawaishi begann in Paris im Jüdischen Jujutsu-Club in der rue Beaubourg 62, gegründet im Februar 1936. Um die Methode bat ihn 1937 Feldenkrais. Maurice Cottereau verlieh er am 20. April 1939 als erstem Franzosen den Schwarzgurt. Während des Krieges reiste Kawaishi im Juli 1944 nach Japan und kehrte erst 1948 zurück, sodass das erste britisch-französische Match im Dezember 1947 in London ohne ihn stattfand, auf Anregung des Verbandspräsidenten Bonet-Maury. Die englische Wikipedia gibt an, Kawaishi habe 1947 ein Match mit Koizumi veranstaltet, in Fachquellen konnten wir das nicht belegen. Den postumen 10. Dan verlieh ihm der französische Verband sechs Jahre nach seinem Tod.

Häufige Fragen

Wer hat die Farbgürtel im Judo erfunden?

Die Quellen gehen auseinander. Die Website nippon.com schreibt sie Kawaishi zu, der Regionalausschuss des französischen Verbands schreibt, er habe sie von englischen Judoka um Koizumi Gunji übernommen, und der Internationale Judo-Verband gibt an, sie seien 1927 im Londoner Budokwai aufgetaucht und die Franzosen hätten sie später systematisiert.

Wodurch unterschied sich die Kawaishi-Methode vom Kodokan-Judo?

Statt japanischer Namen nutzte sie französische Bezeichnungen und Nummern nach Körperteil und Unterrichtsfolge und erlaubte Hebel an Beinen und Hals, die der Kodokan verboten hatte.

Hat Kawaishi den französischen Judoverband gegründet?

Nein. Den Judo- und Jujitsu-Verband (FFJJ) gründete im Dezember 1946 Paul Bonet-Maury, Kawaishi war sein technischer Direktor. Der heutige FFJDA entstand im April 1956 durch die Fusion des FFJJ mit einer Gruppe von Kodokan-Anhängern.

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