Kawaishi Judo
川石柔道Eine Lehrmethode des Judo für Europa: Techniken in nummerierten Reihen, in fester Abfolge. Von Mikinosuke Kawaishi, der 1935 nach Paris kam.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Kawaishi Judo
Über Kawaishi Judo
Kawaishi-Judo ist kein eigener Stil, sondern eine Lehrmethode, die Mikinosuke Kawaishi (1899–1969) für Europa schuf. 1935 kam er als vierter Dan nach Paris und erhielt den Auftrag, der französischen Polizei Jujutsu beizubringen; daraus erwuchs der gesamte französische Zweig des Judo. Kern der Methode ist die Reihenfolge. Kawaishi ordnete die Techniken in nummerierte Reihen nach Gruppen — Würfe, Haltegriffe, Würgegriffe, Hebel — und lehrte sie in fester Abfolge, in der jede auf der vorigen aufbaut. Gegenüber dem japanischen Unterricht, der auf langer Wiederholung und dem Nachahmen des Meisters beruht, ist das ein ausgesprochen schulmäßiges Vorgehen und für einen erwachsenen Anfänger ohne kulturellen Hintergrund lesbarer. Genau deshalb setzte es sich in Frankreich durch. Mit Kawaishi verbindet man auch das System der farbigen Gürtel. Das Verdienst ist jedoch wohl geteilt: 1928 besuchte er den Londoner Budokwai, wo farbige Gürtel bereits in Gebrauch waren, und ließ sich davon vermutlich anregen. Nach Frankreich brachte sie jedenfalls er, und von dort verbreiteten sie sich über Europa. 1946 gründete er mit Moshé Feldenkrais die französische Judoföderation mit und war jahrelang ihr technischer Direktor. Ein Jahr später richtete er den Kawaishi Cup aus, das erste überlieferte Länderspiel im Judo zwischen Großbritannien und Frankreich.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
