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Kito-ryu

起倒流

Jujutsu-Schule der frühen Edo-Zeit mit Schwerpunkt auf Würfen und Kampf in Rüstung. Kano Jigoro studierte sie bei Iikubo Tsunetoshi und bewahrte ihre kata im Judo als koshiki no kata.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusGriffkampf
KontaktstufeLeichter Kontakt
GürtelsystemZertifikate

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieSportlich kodifiziert
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringNur Partnerübungen
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKein Kindertraining
SeniorenfreundlichAuch für Senioren geeignet
Körperliche Anforderung2/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung2/5
Konditioneller Nutzen3/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Zertifikate)
WettkampfformatKeine Wettkämpfe
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte PraktizierendeUnter 10 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeAm Rande
TritteNicht verwendet
WürfeZentral
BodenkampfAm Rande
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenAm Rande

Kataloge & Datenbanken für Kito-ryu

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Über Kito-ryu

Kito-ryu ist eine Jujutsu-Schule, die in der frühen Edo-Zeit entstand, nach japanischen Enzyklopädien in der Kan'ei-Ära (1624 bis 1644). Wer sie gründete, geben die Quellen nicht einheitlich an. Die Enzyklopädien Daijisen, Nipponica und Britannica sowie ein Bericht der Hochschule Teikyo nennen Ibaraki Sensai Toshifusa, nach Nipponica 1637, die Enzyklopädie Sekai Daihyakka Terada Kan'emon Masashige, der Internationale Judoverband (IJF) Fukuno Shichiroemon Masakatsu. Eine Studie von Tanaka Yohei von der Universität Tsukuba (2010) hält fest, dass Terada und Ibaraki als Gründer zweier verschiedener Kito-ryu geführt werden und ihr Verhältnis unklar ist.

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Nach Nipponica konzentrierte sich die Schule mehr auf Würfe als auf Schläge, und ihre Techniken gingen vom Kampf in Rüstung aus. Eine Studie von Kiryu Shusaku und Kollegen (Budogaku kenkyu, 2012) hebt bei den kata der Kito-ryu die Einheit von Körper und Geist, einen festen Stand, Ruhe des Geistes und das Brechen des gegnerischen Gleichgewichts hervor. Für die Geschichte des Judo ist Kito-ryu wichtig, weil sich Kano Jigoro im Juni 1881, ein Jahr vor der Gründung des Kodokan, für den Unterricht bei Iikubo Tsunetoshi einschrieb. Kano hielt die kata der Kito-ryu für technisch und theoretisch ausgereift, bewahrte sie im Judo und benannte sie nach 1901 in koshiki no kata um, eine Sammlung von einundzwanzig Formen. Ob die Linie der Kito-ryu heute eigenständig fortbesteht, konnten wir in den Quellen nicht belegen.

Geschichte

Kito-ryu entstand in der frühen Edo-Zeit, japanische Enzyklopädien setzen sie in die Kan'ei-Ära (1624 bis 1644), also in die Zeit des Shoguns Iemitsu. Über den Gründer gehen die Quellen auseinander. Die Enzyklopädie Daijisen nennt Ibaraki Matazaemon Toshifusa. Nipponica (Artikel von Watanabe Ichiro) gibt an, Ibaraki Toshifusa habe die Formen geschaffen und die Schule 1637 gegründet, und Terada Kan'emon Masashige habe sie etwa in den Jahren 1648 bis 1681 weiterentwickelt, und Britannica Kokusai schreibt die Gründung ebenfalls Ibaraki zu. Die Enzyklopädie Sekai Daihyakka hält dagegen Terada für den Gründer und setzt die Entstehung in die Zeit des Shoguns Tokugawa Ietsuna.

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Fujioka Masaharu (Universität Shimane, 1996) nennt als Gründer der Schule (ryuso) Ibaraki Sensai Toshifusa, einen Schüler von Yagyu Munenori, und als Gründer von "Ran" Fukuno Shichiroemon Masakatsu, mit der Linie Fukuno, Ibaraki, Terada, und nach ihm benannte Takuan Soho das Dokument "Ran" von 1637 als Kito-ryu. Der Internationale Judoverband (IJF) schreibt, der Ursprung der Kito-ryu sei unklar, nennt Fukuno Shichiroemon als Gründer und erwähnt eine Legende von einem Chinesen namens Chen Yuan Pin. Eine Studie von Tanaka Yohei (Universität Tsukuba, 2010) fasst zusammen, die Entstehung der Schule sei unklar, Terada und Ibaraki würden als Gründer zweier verschiedener Kito-ryu geführt und ihr Verhältnis sei nicht klar, und gibt an, Ibaraki Toshifusa habe 1639 die Technikliste Tokushin no mokuroku herausgegeben. Die Linie, die zu Kano führt, beschreibt ein Bericht der Hochschule Teikyo (2014): Zweiter Nachfolger war Terada Kan'emon, siebter Takenaka Gennoshin, achter Takenaka Tetsunosuke Kazukiyo, neunter Iikubo Tsunetoshi und zehnter Kano Jigoro. Iikubo war Instruktor der Militärschule des Shogunats Kobusho. Kano schrieb sich im Juni 1881 für seinen Unterricht ein und gründete im Mai 1882 das Kodokan.

Was es unterscheidet

Kito-ryu und Kodokan-Judo verbindet eine direkte Linie: Kano Jigoro wird im Bericht der Hochschule Teikyo als Zehnter in der Reihe der Kito-ryu nach seinem Lehrer Iikubo Tsunetoshi geführt. Das Kodokan übernahm laut demselben Bericht aber nur die kata der Kito-ryu, nicht die ganze Schule. Nipponica nennt bei Kito-ryu die Betonung von Würfen, der Teikyo-Bericht die des Kampfes in Rüstung, und der Internationale Judoverband beschreibt in Rüstung oder hakama ausgeführte Techniken. Bei der Übernahme ins Judo veränderte Kano die kata. Laut der Studie von Kiryu und Kollegen (2012) benannte er sie nach 1901 in koshiki no kata um, änderte bei fünf Techniken die Namen, vertauschte zwei in der Reihenfolge und ersetzte den Griff am Hals durch einen Druck auf die Brust. Koshiki no kata bezeichnet im Judo somit eine Sammlung, die aus der Kito-ryu hervorging, aber mit deren kata nicht identisch ist.

Technik

Nach der Enzyklopädie Nipponica konzentrierte sich Kito-ryu mehr auf Würfe als auf Schläge, und der Bericht der Hochschule Teikyo betont den Kampf in Rüstung und Würfe. Der Internationale Judoverband (IJF) schreibt, die Techniken seien in Rüstung oder in hakama ausgeführt worden und hätten darauf abgezielt, den Gegner zu Boden zu werfen. Eine Studie von Kiryu Shusaku, Murata Naoki und Toda Yoshiaki (Budogaku kenkyu, 2012) beschreibt die kata der Kito-ryu als aufgebaut auf der Einheit von Körper und Geist (hontai), ursprünglich aus dem Rüstungskampf, mit Betonung auf festem Stand, Ruhe des Geistes und Brechen des gegnerischen Gleichgewichts. Die kata der Kito-ryu überlebte im Judo als koshiki no kata. Nach Nipponica und Britannica hat sie einundzwanzig Formen, vierzehn in der Reihe omote und sieben in der Reihe ura, die vom Kampf in Rüstung ausgehen. Kiryu und Kollegen geben an, Kano habe die kata der Kito-ryu nach 1901 in koshiki no kata umbenannt, bei fünf Techniken die Namen geändert, zwei in der Reihenfolge vertauscht und den Griff am Hals durch einen Druck auf die Brust ersetzt.

Training

Über den Unterricht in der Kito-ryu erfahren wir aus den Quellen vor allem durch Kano Jigoro. Kano schrieb sich im Juni 1881 für den Unterricht bei Iikubo Tsunetoshi ein, zuvor Instruktor der Militärschule des Shogunats Kobusho, und hielt die kata der Kito-ryu nach der Studie von Kiryu und Kollegen (2012) für technisch und theoretisch ausgereift. Deshalb bewahrte er sie im Judo. Die Übenden des Kodokan vernachlässigten die kata nach dessen Gründung, und Kano probierte verschiedene Wege, sie ihnen nahezubringen. Die Schule gab ihre Lehre auch schriftlich weiter: Ibaraki Toshifusa gab nach der Studie von Tanaka Yohei (2010) 1639 die Technikliste Tokushin no mokuroku heraus.

Heute

Die bekannteste Spur der Kito-ryu ist heute koshiki no kata, die Kano Jigoro ins Judo übernahm. Das Kodokan übernahm laut dem Bericht der Hochschule Teikyo nicht die ganze Schule, nur ihre kata. Die englische Wikipedia nennt als heutige Linien Takenaka-ha Kito-ryu und Judo, das sie als offiziellen Nachfolger der Kito-ryu bezeichnet. Die Website der amerikanischen Schule Yotsume Dojo beschreibt die Linie von Kiyose Nakae (1883–1962), der in New York Jujutsu lehrte und dessen Schüler ab 1942 Mike DePasquale senior war, schreibt aber nicht, dass diese Linie heute aktiv unterrichtet wird. Ob Kito-ryu Mitglied der Japanischen Gesellschaft für klassische Kampfkünste (Nihon Kobudo Kyokai) ist, haben wir nicht gefunden, auf den Listen der Vorführenden bei den Nippon Kobudo Embu und in einem Dokument des Bildungsministeriums von 2019 steht sie nicht.

Wissenswertes

Nach Fujioka Masaharu (Universität Shimane, 1996) gab Takuan Soho der Kito-ryu ihren Namen, als er das Dokument "Ran" von 1637 benannte, und Fujioka beruft sich dabei auf das Werk Tsuki no sho von Yagyu Jubei. Das Regionalkomitee des französischen Judoverbands (Comité 13) nennt in einer Unterlage von 1997 eine Überlieferung, nach der die Kito-ryu von einem Trio von Samurai, Fukuno Shichiroemon, Isogai Jirozaemon und Miura Yojiemon, mit dem chinesischen Lehrer Chen Yuan Pin gegründet wurde, der die kata 1658 geschaffen haben soll, es handelt sich um eine Legende, die Kano überlieferte. Der Internationale Judoverband erwähnt die Legende von Chen Yuan Pin ebenfalls.

Häufige Fragen

Wer gründete die Kito-ryu?

Die Quellen sind uneins. Die japanischen Enzyklopädien Daijisen, Nipponica und Britannica nennen Ibaraki Sensai Toshifusa (Nipponica nennt 1637), Sekai Daihyakka Terada Kan'emon, der Internationale Judoverband Fukuno Shichiroemon. Eine Studie der Universität Tsukuba (2010) hält das Verhältnis von Terada und Ibaraki für unklar.

In welcher Beziehung steht die Kito-ryu zum Judo?

Kano Jigoro schrieb sich im Juni 1881 für den Kito-ryu-Unterricht bei Iikubo Tsunetoshi ein und bewahrte die kata dieser Schule im Judo. Nach 1901 benannte er sie in koshiki no kata um und änderte einige Techniken.

Wie viele Formen hat koshiki no kata?

Einundzwanzig, vierzehn in der Reihe omote und sieben in der Reihe ura. Sie stammen aus dem Rüstungskampf der Kito-ryu.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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