Mitsuyo Maeda
前田光世
Japanischer Kodokan-Judoka mit dem Spitznamen Conde Koma, der ab 1904 im Ausland rang und ab 1914 in Brasilien Judo lehrte, wo die Grundlage des brasilianischen Jiu-Jitsu entstand.
Auf einen Blick
BrasilienBiografie
Mitsuyo Maeda war ein japanischer Judoka des Kodokan, der ab 1904 in Amerika und Europa Judo vorführte und rang und ab 1914 unter dem Spitznamen Conde Koma in Brasilien wirkte. Er wurde am 18. November 1878 in Funazawa geboren, heute ein Teil von Hirosaki in der Präfektur Aomori, die japanische Wikipedia nennt den 18. Dezember. Er starb am 28. November 1941 im brasilianischen Belém.
Er war der älteste Sohn einer wohlhabenden Bauernfamilie. Nach der japanischen Nationalen Parlamentsbibliothek kam er 1896 nach Tokio und trat 1897 in das Kodokan ein. 1898 gewann er zehn Kämpfe hintereinander in den monatlichen Kämpfen des Kodokan, ab 1901 hatte er den 3. Dan, und bis Oktober 1904 unterrichtete er Judo an der Schule Gakushuin.
Im November 1904 reiste er mit Tsunejiro Tomita in die USA, wo er Judo unter anderem in Princeton und West Point vorführte. Dann rang er in England, Spanien, auf Kuba und in Mexiko, und in Barcelona nahm er nach der Nationalen Parlamentsbibliothek den Namen Conde Koma an. Seinen ersten belegten Auftritt in Brasilien hatte er im September 1914, ab Oktober 1915 lebte er in Belém, und 1921 eröffnete er dort den Club Conde Koma.
Ab 1925 beteiligte er sich an der Ansiedlung japanischer Einwanderer in Pará und nahm später die brasilianische Staatsbürgerschaft an. Das Kodokan verlieh ihm den 7. Dan am 27. November 1941, einen Tag vor seinem Tod. Zu seinen brasilianischen Schülern gehörten Jacyntho Ferro und Luiz França. Oft heißt es, er habe Carlos Gracie unterrichtet, doch Forscher geben an, dass Carlos bei Jacyntho Ferro lernte, einem Schüler von Maeda.
Frühe Jahre
Mitsuyo Maeda wurde als ältester Sohn einer wohlhabenden Bauernfamilie im Dorf Funazawa geboren, heute ein Teil von Hirosaki in der Präfektur Aomori. Die englische Wikipedia nennt das Datum 18. November 1878, die japanische den 18. Dezember 1878. Nach Sonny Brown hieß er Hideyo und benannte sich in Amerika um Juli 1905 in Mitsuyo um.
Nach der japanischen Nationalen Parlamentsbibliothek verließ er 1896 die Mittelschule in Aomori und ging nach Tokio an die neu gegründete Mittelschule Waseda, und 1897 trat er in das Kodokan ein. Die englische Wikipedia nennt das Jahr 1894 und die Universität Waseda.
Ausbildung und Lehrer
Nach dem Essay von Sonny Brown, der auf japanischen Quellen des Kodokan beruht, waren seine ersten Lehrer Iwazaki, Kawahara Yataro, Washio und Isoya. Tsunejiro Tomita stand zwei Dan höher, und Maeda war ein Jahr lang sein Partner bei Vorführungen, als Lehrer führen ihn die Quellen des Kodokan nach Brown nicht. Der Forscher Robert Drysdale gibt an, Maeda sei kein direkter Schüler von Kano Jigoro gewesen.
1898 gewann er nach der Nationalen Parlamentsbibliothek zehn Kämpfe hintereinander in den monatlichen Studentenkämpfen des Kodokan. Ab 1901 hatte er den 3. Dan, und von April 1901 bis Oktober 1904 war er Assistenzlehrer für Judo an der Schule Gakushuin. Den 5. Dan erhielt er nach Wikipedia am 8. Januar 1912, den 6. 1929 und den 7. am 27. November 1941, einen Tag vor seinem Tod.
Beitrag und Neuerungen
Am 16. November 1904 fuhr er mit Tsunejiro Tomita und Satake von Yokohama ab und kam am 8. Dezember in New York an. 1905 führte er Judo in Princeton, West Point und an der Columbia-Universität vor. In England trat er ab Juni 1907 auf, und im Januar 1908 rang er in London als Maida Yamato. Nach der Nationalen Parlamentsbibliothek entstand der Spitzname Conde Koma in Barcelona. Im Dezember 1908 trat er in Havanna auf und im Juli 1909 in Mexiko-Stadt. 1912 erschien unter seinem Namen ein Buch über die Reisen eines Judoka um die Welt.
Seinen ersten belegten Auftritt in Brasilien hatte er nach Wikipedia und Drysdale im September 1914 in São Paulo oder Santos, das Datum 14. November 1914 stammt aus seinem Pass in Porto Alegre. Ab Oktober 1915 lebte er in Belém, und 1921 eröffnete er dort den Club Conde Koma. Ab 1925 beteiligte er sich an der Ansiedlung japanischer Einwanderer bei Tomé-Açu, und die brasilianische Staatsbürgerschaft nahm er nach der japanischen Wikipedia im Mai 1927 an, nach BJJ Heroes 1930.
Legenden und belegte Fakten
Eine verbreitete Version sagt, Maeda habe Carlos Gracie unterrichtet. Nach Sonny Brown lernte Carlos bei Jacyntho Ferro, einem Schüler von Maeda, und ihre Begegnung ist nicht belegt. Hélio Gracie selbst bestritt, Maeda jemals getroffen zu haben. Oft wird auch geschrieben, Maeda habe das Jiu-Jitsu nach Brasilien gebracht, doch Sada Miyako kam schon am 31. Dezember 1908 in Rio an.
Die Legende von tausend Kämpfen ohne Niederlage entspricht nicht den zeitgenössischen Berichten: Wikipedia nennt Niederlagen in New York am 8. März 1905 und 1909, und nach Brown stammen die aufgeblähten Zahlen aus dem Buch von 1912. Die Ergebnisse seiner brasilianischen Kämpfe unterscheiden sich schon in Wikipedia, und Brown gibt an, dass Kämpfe ohne Regeln, vale tudo, nicht belegt sind. Die Behauptung, er habe Präsident Theodore Roosevelt unterrichtet, entstand nach Brown aus einem Irrtum, und die Nationale Parlamentsbibliothek schreibt den Unterricht für Roosevelt Yoshiaki Yamashita zu.
Vermächtnis
Nach der Forschung von Robert Drysdale verlieh Maeda die ersten brasilianischen Grade an fünf Schüler: Waldemar Lopes, Raphael Gomes, Jacyntho Ferro, Matheus Pereira und Guilherme de la Rocque. Der Club Conde Koma in Belém setzte sich nach BJJ Heroes unter weiteren Lehrern bis heute fort. Über seine Schüler gelangten Judo und Jiu-Jitsu zur Familie Gracie und wurden zu einer der Grundlagen des brasilianischen Jiu-Jitsu.
Er ist auf dem Friedhof Santa Isabel in Belém begraben. Im Mai 1956 wurde ihm in Hirosaki ein Denkmal enthüllt, im Beisein von Risei Kano. Die Biografie Lion's Dream über ihn veröffentlichte 2003 Kamiyama Norishi.