Carlos Gracie
Brasilianischer Jiu-Jitsu-Lehrer (1902–1994), ältester der Gracie-Brüder, Mitbegründer des Brasilianischen Jiu-Jitsu und Autor der Gracie-Diät.
Auf einen Blick
BrasilienBiografie
Carlos Gracie war ein brasilianischer Jiu-Jitsu-Lehrer, der älteste der Gracie-Brüder und Mitbegründer des Brasilianischen Jiu-Jitsu, Autor der sogenannten Gracie-Diät. Er wurde am 14. September 1902 in Belém im Bundesstaat Pará geboren und starb am 7. Oktober 1994 in Petrópolis im Alter von 92 Jahren.
Er war der älteste Sohn von Gastão Gracie, der einen Zirkus und später ein Kasino besaß. Nach der Familienversion kam er als Kind zu dem japanischen Judoka Mitsuyo Maeda, der seit 1915 in Belém lebte. Der Forscher Sonny Brown gibt aber an, Carlos habe einige Stunden bei Maedas Schüler Jacyntho Ferro gelernt, und eine Begegnung mit Maeda sei nicht belegt. 1921 zog die Familie nach dem Bankrott nach Rio de Janeiro.
1925 eröffnete er nach dem Familiendatum in Rio die erste Akademie und holte die Brüder George und Hélio dazu, während Wikipedia die Akademie in der Rua Marquês de Abrantes erst ab September 1930 angibt. Die Akademie bewarb er mit Kämpfen gegen Capoeiristas, Boxer und Ringer. Den Unterricht übernahm dann Hélio, und Carlos führte die Geschäfte. 1931 verlor er gegen den Ringer Manoel Rufino dos Santos und zog sich aus Wettkämpfen zurück.
Er entwickelte eine Diät, die bestimmte Kombinationen von Speisen verbietet und vier Stunden zwischen den Mahlzeiten verlangt. Er hatte 21 Kinder, und laut BJJ Heroes beförderte er 11 von ihnen zum schwarzen Gürtel, darunter Carlson und Rolls Gracie.
Frühe Jahre
Carlos Gracie wurde am 14. September 1902 in Belém im Bundesstaat Pará als ältester Sohn von Gastão Gracie geboren, der einen Zirkus und später ein Kasino besaß. Die Familie war laut BJJ Heroes in dritter Generation schottischer Herkunft. Zu seinen Geschwistern gehörten Oswaldo, Gastão jr., George und Hélio.
Laut BJJ Heroes brachte man ihn als hyperaktives Kind zu Mitsuyo Maeda, damit er seine Energie lenken konnte. Die Familie ging bankrott und zog 1921 von Belém nach Rio de Janeiro. Den Namen seiner Mutter haben wir in den Quellen nicht gefunden.
Ausbildung und Lehrer
Mitsuyo Maeda lebte laut Robert Drysdale seit Oktober 1915 in Belém, und seine rechte Hand war Jacyntho Ferro, der die meisten Schüler des Clubs unterrichtete und 1929 starb. Laut Drysdale lässt sich nicht sagen, wie lange Carlos bei ihm trainierte. Carlos gehörte nicht zu den fünf Schülern, die Maeda laut der Zeitung Estado do Pará am 19. Juni 1920 beförderte. Dieselbe Zeitung kündigte am 26. Juni 1921 eine Vorführung der Schüler von Ferro, Donato Pires dos Reis und Oscar Gracie, an, und der Autor der Website Simon BJJ sieht in Oscar Carlos.
Laut Wikipedia trainierte er nach dem Umzug nach Rio bei dem Polizeiinstruktor Donato Pires dos Reis und kämpfte im Januar 1930 in Schaukämpfen mit dem Judoka Geo Omori. BJJ Heroes gibt an, er habe Techniken mit Polizeieinheiten in Rio ausprobiert.
Beitrag und Neuerungen
1925 eröffnete er laut BJJ Heroes in Rio die erste Akademie in der Rua Marquês de Abrantes 106 und holte die Brüder George und Hélio dazu. Wikipedia bezeichnet 1925 als das offizielle Familiendatum und datiert die Akademie an dieser Adresse auf September 1930. Zur Werbung schrieb er Kämpfe gegen Capoeiristas, Boxer und Ringer aus. 1931 verlor er gegen den Ringer Manoel Rufino dos Santos, laut Wikipedia in seinem einzigen Profikampf. Den Unterricht übergab er Hélio, führte selbst die Geschäfte und eröffnete Akademien in Fortaleza.
Er entwickelte die Gracie-Diät, die laut Graciemag den pH-Wert der Speisen neutral hält, bestimmte Kombinationen von Lebensmitteln verbietet und vier Stunden zwischen den Mahlzeiten verlangt. Er führte sie ein, nachdem ihn Migräne geplagt hatte, und erprobte sie an Kindern und Neffen. Laut Wikipedia veröffentlichte er 1948 das Buch Introdução ao Jiu-jitsu, überwiegend über Ernährung und Philosophie.
Philosophie und Prinzipien
Die Zeitschrift Graciemag schreibt ihm den Rat zu, die meiste Zeit auf die Verbesserung seiner selbst und keine auf die Kritik an anderen zu verwenden, sowie den Grundsatz, nicht gegen den Menschen, sondern gegen seine Bewegungen zu kämpfen. Großen Wert legte er auf die Ernährung. Graciemag nennt seinen Ausspruch, schlechtes Essen sei das schlimmste Gift.
Legenden und belegte Fakten
Die Familienversion behauptet, Mitsuyo Maeda habe Carlos unterrichtet und Carlos sei sein bester Schüler gewesen. Sonny Brown gibt an, für eine Begegnung zwischen Carlos und Maeda gebe es keine Beweise und Carlos habe von Jacyntho Ferro Judo gelernt und kein besonderes Jiu-Jitsu.
Wikipedia gibt an, Carlos habe mit fünfzehn Jahren Maeda im Zirkus seines Vaters gesehen und kurz bei ihm und bei Ferro trainiert. Den Streit haben wir nicht entschieden, belegt ist der Unterricht im Umfeld von Maeda in Belém.
Vermächtnis
Er hatte 21 Kinder, und laut BJJ Heroes beförderte er 11 von ihnen zum schwarzen Gürtel, Wikipedia nennt 13, darunter Carlson, Rolls und Carlos jr. Man nannte ihn Pai Branco, weißer Vater, nach seiner weißen Kleidung und seiner Rolle als Familienoberhaupt. Seine Söhne und Neffen verbreiteten das Brasilianische Jiu-Jitsu in der Welt.
Er starb am 7. Oktober 1994 in Petrópolis im Alter von 92 Jahren. Seine Tochter Reila Gracie veröffentlichte laut Wikipedia 2009 eine Biografie über ihn.
Lehrer, Schüler und Familie
Assoziierte Kampfkünste
Brasilianische Bodenkampfkunst auf Basis von Hebeln und Würgetechniken; sie erlaubt es, einen stärkeren Gegner durch Technik zu kontrollieren.
Gracie Jiu-JitsuMitbegründer→Der Familienzweig des brasilianischen Jiu-Jitsu der Familie Gracie. Er betont Selbstverteidigung und das Überleben aus der Unterlage, nicht nur den Sportkampf.
Zitate
Kämpfe niemals gegen den Menschen, sondern gegen seine Bewegungen.
Never fight against the person, but against his movements.
Zugeschrieben