Dohyō / Sumoring
土俵
Ein erhöhter Lehmring mit 4,55 m Durchmesser, auf dem Sumokämpfe ausgetragen werden; seine Grenze bilden halb eingegrabene Strohsäcke namens Tawara.
Auf einen Blick
Definition
Das Dohyō ist der heilige Ort, an dem alle Sumo-Kämpfe stattfinden, und sowohl sein Bau als auch seine Pflege folgen jahrhundertealten, im Shintoismus verwurzelten Traditionen. Der Ring besteht aus festgestampftem Lehm und ist etwa 34-60 cm über dem umgebenden Boden erhöht, was dem Kampf einen dramatischen visuellen Rahmen verleiht. Seine Grenze bildet ein Kreis aus halb eingegrabenen Strohsäcken (Tawara) mit einem Durchmesser von 4,55 Metern; ein Ringer verliert, wenn ein anderer Körperteil als seine Fußsohlen außerhalb dieses Kreises den Boden berührt. Vor jedem Turnier wird das Dohyō in einer Shinto-Zeremonie geweiht, bei der Opfergaben wie Salz, getrocknete Kastanien oder Sake in der Mitte vergraben werden, um den Ringern Schutz zu bringen. Nach traditioneller Shinto-Auslegung ist es Frauen untersagt, das Dohyō zu betreten, eine Regel, die in Japan bis heute gesellschaftlich diskutiert wird. Über den eigentlichen Ring hinaus bezeichnet der Begriff Dohyō auch die gesamte erhöhte Plattform (Dohyō-dan), überdacht von einem schwebenden Dach in Form eines Shinto-Schreins.
Verwandte Begriffe
Der höchste und einzige lebenslange Rang im professionellen Sumo, der nur Ringern mit außergewöhnlichen Ergebnissen und vorbildlichem Verhalten verliehen wird.
Shikiri / Vorkampfritual仕切りEin wiederholtes Ritual des Hockens und intensiven Anstarrens des Gegners, mit dem Sumoringer vor dem eigentlichen Zusammenprall (Tachiai) psychischen Druck aufbauen.
Tachiai / Erster Zusammenprall立合いDer Moment, in dem beide Sumoringer gleichzeitig aus der Hockposition in den ersten Kontakt explodieren – ein Augenblick, der oft den Rhythmus und Ausgang des gesamten Kampfes bestimmt.
Mawashi / Sumo-GürtelまわしEin dicker Gürtel aus Baumwolle oder Seide von über neun Metern Länge, den sich ein Sumoringer mehrfach um die Hüften und zwischen den Beinen wickelt und der als einziger erlaubter Griffpunkt am Gegner dient.
