Sport Sanda
散打Vollkontakt-Disziplin des Wushu, in China seit 1989 offizieller Sport. Mit Schlägen, Tritten und Würfen auf der Plattform leitai, es punktet auch das Hinabwerfen des Gegners.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Vergleiche
Kataloge & Datenbanken für Sport Sanda
Über Sport Sanda
Sanda, früher Sanshou, ist eine Vollkontakt-Wettkampfdisziplin des chinesischen Wushu. Es knüpft an Kämpfe auf der erhöhten Plattform leitai an und an das Sanshou, das die Kuomintang in den zwanziger Jahren im militärischen Training an der Akademie Whampoa nutzte. In der Volksrepublik China begann die Staatliche Sportkommission 1979 Pilotforschung an Sportinstituten in Peking und Wuhan und in der Provinz Zhejiang, genehmigte 1984 vorläufige Regeln und erkannte Sanda 1989 als offiziellen Sport an. Einen einzelnen Begründer nennen die Quellen nicht.
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Die Internationale Wushu-Föderation (IWUF) entstand 1990, und Sanda ist neben taolu (Formen) eine ihrer zwei Wettkampfdisziplinen. Die Wushu-Weltmeisterschaft findet seit 1991 statt. Wushu ist keine olympische Sportart, bei den Olympischen Jugendspielen 2014 war es Demonstrationssport. Nach den IWUF-Regeln (2017) wird in drei Runden zu je zwei Minuten gekämpft, Junioren eineinhalb Minuten, und den Kampf gewinnt, wer zwei Runden gewinnt. Punkte bringen Faustschläge zu Kopf und Rumpf, Tritte zum Oberschenkel sowie Würfe oder das Niederwerfen des Gegners, wer in einer Runde zweimal von der Plattform fällt, verliert die Runde. Der Clinch wird nach zwei Sekunden unterbrochen, Schläge mit Kopf, Ellbogen und Knie verbieten die internationalen Regeln, und ein Bodenkampf wird nicht geführt. Gekämpft wird in Handschuhen, mit Kopf-, Brust- und Zahnschutz. Die Plattform leitai ist 80 cm hoch und misst 8 × 8 m. Die militärische Version Junshi Sanda ergänzt Griffe und Hebel (chin-na). Aus dem Sanda wechselten in die MMA zum Beispiel Cung Le, Zhang Weili und Muslim Salikhov. Die brasilianische Studie von Vidal u. a. (2025, 86 Sportler) nennt 3,37 Verletzungen auf 1.000 Stunden Exposition, am häufigsten Zerrungen der Oberschenkelmuskeln und Risswunden im Gesicht.
Geschichte
Sport Sanda (Wushu Sanshou), früher Sanshou, knüpft an Kämpfe auf der erhöhten Plattform leitai an. In den zwanziger Jahren nutzte die Kuomintang Sanshou im militärischen Training an der 1924 gegründeten Akademie Whampoa (Huangpu), wo die Instruktoren die chinesischen Kampfkünste zu vier Gruppen von Techniken zusammenfassten: da (Schläge), tui (Tritte und Beinfeger), shuai (Würfe und Stürze) und na (Griffe und Hebel). 1928 veranstaltete die Zentrale Guoshu-Akademie ein Turnier mit vollem Kontakt, auf Taiwan fanden Turniere auf dem leitai in den fünfziger Jahren statt. In der Volksrepublik China begann die Staatliche Sportkommission 1979 Pilotforschung an Sportinstituten in Peking und Wuhan und in der Provinz Zhejiang. Vorläufige Regeln genehmigte sie 1984, das erste Turnier auf der Plattform fand 1986 in Rongcheng statt, und 1989 erkannte die Kommission Sanda als offiziellen Sport an. Seit 1993 steht es auf dem Programm der Nationalspiele. Einen einzelnen Begründer nennen die Quellen nicht.
Was es unterscheidet
Die Internationale Wushu-Föderation (IWUF) führt sanda und taolu als zwei Wettkampfdisziplinen des Sportwushu. Taolu ist eine Abfolge vorgegebener Techniken, die von Kampfrichtern auf einer Fläche von 8 × 14 m bewertet wird, sanda ist ein Kampf auf der leitai-Plattform von 8 × 8 m und 80 cm Höhe, auf der die Kampfrichter die ausgeführten Techniken punkten. Nach den IWUF-Regeln von 2024 gibt es 2 Punkte, wenn der Gegner von der Plattform fällt, und wer in einer Runde zweimal fällt, verliert die Runde. Von Kickboxen und Muay Thai unterscheidet sich sanda vor allem durch Würfe und das Verbot von Ellbogen und Knien. Die IWUF-Regeln verbieten Angriffe mit Kopf, Ellbogen und Knie, während die Amateurregeln des Muay Thai der kanadischen Provinz Ontario Erwachsenen Ellbogen und Knie erlauben. Fußfeger und Würfe aus Ringen oder Judo sind im Muay Thai nach diesen Regeln ein Foul, im sanda geben sie 2 Punkte, wenn der Gegner fällt und der Angreifer stehen bleibt. Kickboxen nach den Regeln von Ontario erlaubt Würfe in full contact und low kick nicht, und jede gültige Technik zählt dort 1 Punkt, im sanda gibt ein Tritt gegen Kopf oder Rumpf 2 Punkte und ein Faustschlag 1 Punkt. Ein sanda-Kampf hat drei Runden zu je zwei Minuten und gewinnt, wer zwei Runden gewinnt, das Amateur-Muay-Thai in Ontario hat drei Runden zu je drei Minuten, die nach dem System 10-9 bewertet werden.
Technik
Sanda ist ein Kampf im Stand. Die Sportversion lässt von den vier ursprünglichen Technikgruppen na (Griffe und Hebel) und den Bodenkampf weg. Sie nutzt Faustschläge und Tritte wie Boxen und Kickboxen, dazu Würfe, Fußfeger und das Fangen eines Trittes. Nach IWUF-Regeln von 2024 bringen ein gültiger Faustschlag gegen Kopf oder Rumpf und ein Tritt gegen den Oberschenkel 1 Punkt, 2 Punkte ein gültiger Tritt gegen Kopf oder Rumpf, das Herabwerfen des Gegners von der Plattform und ein Niederwurf, nach dem der Angreifer steht. Treffer mit Schulter, Schienbein, Ferse und Spann und Schläge im Clinch punkten nicht. Verbotene Zonen: Hinterkopf, Hals und Leistengegend. Ein älterer Text internationaler Regeln verbietet Angriffe mit Kopf, Ellbogen und Knie, Gelenkverdrehen und Schläge gegen den Kopf eines Gegners am Boden. Ellbogen und Knie sind in der internationalen Sportversion seit der ersten Weltmeisterschaft 1991 verboten, das Profi-Sanda erlaubt sogar Knie gegen den Kopf.
Training
Sanda wird üblicherweise neben traditionellen chinesischen Stilen gelehrt, und ihre Techniken, Theorie und Trainingsmethoden gehen von diesen aus. Den Aufbau der Stunde, das Verhältnis von Technik, Sparring und Kondition und die empfohlene Trainingshäufigkeit haben wir in den Quellen nicht gefunden. Die brasilianische Studie von Vidal, Schaefer und Portela (Lecturas: Educación Física y Deportes, 2025) beobachtete 86 Sportler der brasilianischen Meisterschaft, 56 Männer und 30 Frauen. Sie nennt 3,37 Verletzungen auf 1.000 Stunden Exposition und mindestens eine Verletzung bei allen Teilnehmern. Überwiegend waren Zerrungen der Hamstrings und Adduktoren und Risswunden im Gesicht, Bänderverletzungen und Brüche waren seltener. Die Stichprobe war nicht zufällig. Eine andere Verletzungsstudie zum Sanda und Gegenanzeigen haben wir nicht gefunden.
Graduierungen und Fortschritt
Die Grade duan werden im Sanda verwendet, die Regeln ihrer Verleihung und die gegenseitige Anerkennung zwischen den Verbänden haben wir aber nicht gefunden. Den Weg eines Kämpfers zeigen eher die Ergebnisse. Zhang Weili gewann mehrfach die Meisterschaft der Provinz Hebei im Sanda und wurde in das Team der Provinz Jiangsu ausgewählt. Muslim Salikhov begann 1995 mit Sanda, gewann 2004 Sanshou bei der Wushu-Europameisterschaft in Moskau und im Februar 2006 als erster nicht chinesischer Kämpfer das Turnier King of Sanda in Chongqing. Cung Le hatte im Amateur-Sanshou eine Bilanz von 18–3 und errang im Dezember 2001 den professionellen IKF-Titel im Sanda im Halbschwergewicht.
Für wen
Ab welchem Alter man beim Sanda kämpft und welche Alterskategorien gelten, haben wir in den IWUF-Regeln nicht gefunden. Laut der Schulung für Kampfrichter der IWUF (2023) kämpfen Junioren Runden von 1 Minute 30 Sekunden statt zwei Minuten, müssen Spannschützer tragen und kämpfen nach den IWUF-Regeln von 2024 in Handschuhen von 180 g bis 48 kg und von 230 g ab 52 kg. Was Kindern über die Regeln für Erwachsene hinaus verboten ist, dazu haben wir weder eine Studie an Kindern noch eine Stellungnahme von Ärzten gefunden. Die Regeln des Amateur-Sanda in Ontario lassen bei Kinderveranstaltungen eine verkleinerte Fläche zu, mindestens 14 × 14 Fuß. Frauen kämpfen in allen Gewichtsklassen in Handschuhen von 230 g. Zhang Weili trat mit 12 Jahren in eine spezialisierte Kampfkunstschule in Handan ein, wo sie Sanda und shuai jiao trainierte, und wurde später UFC-Meisterin. Veteranenkategorien haben wir nicht gefunden.
Wettkampf
Nach den IWUF-Regeln (2017) kämpft man drei Runden zu zwei Minuten mit einer Minute Pause, es siegt, wer zwei Runden gewinnt. 12 Punkte Unterschied in einer Runde beenden den Kampf. Zum absoluten Sieg führt, wenn der Gegner nach einem schweren Treffer nicht binnen 10 Sekunden aufsteht, oder drei Pflichtzählungen im Kampf. Einen Clinch von über 2 Sekunden ohne Wurf oder Niederwurf unterbricht der Kampfrichter, passives Halten ist ein technisches Foul. Wer in einer Runde zweimal von der Plattform fällt, verliert sie. Bei Rundengleichstand entscheidet die geringere Zahl von Verwarnungen, dann Ermahnungen, dann das niedrigere Gewicht beim Morgenwiegen. Gekämpft wird auf einer hölzernen Plattform leitai, 80 cm hoch, 8 × 8 m, mit Schutzmatte ringsum. Die Wertung änderte sich zwischen den Regelfassungen, die IWUF-Regeln 2024 geben 2 Punkte für einen Tritt gegen Kopf oder Rumpf und für das Herabwerfen des Gegners von der Plattform.
Ausrüstung
Laut der Schulung für Kampfrichter der IWUF (2023) sind zugelassene Sanda-Handschuhe, ein Mundschutz und zugelassene Kleidung Pflicht, der Wettkämpfer bringt sowohl ein rotes als auch ein blaues Set mit. Ein älterer Text der Regeln nennt außerdem einen Kopf- und Brustschutz, den der Veranstalter festlegt, und einen Tiefschutz. Nach den IWUF-Regeln von 2024 haben die Handschuhe 180 g für Kinder und Junioren bis 48 kg, 230 g für Junioren ab 52 kg, Frauen und Männer bis 65 kg, 280 g für Männer von 70 bis 85 kg und 330 g für Männer ab 90 kg. Junioren tragen Spannschützer. Bandagen sowie Knie- und Knöchelschützer sind nur mit Zustimmung eines Arztes erlaubt. Profis kämpfen nur in Handschuhen, mit Tiefschutz und Mundschutz.
Philosophie
Weder Kodex noch Ritual speziell für sanda haben wir gefunden. Laut der Satzung der Internationalen Wushu-Föderation (IWUF) umfasst wushu nicht nur Kampf, sondern auch Gesundheitspraxis und Philosophie. Die Föderation verpflichtet sich, eine Kultur der Ethik und Integrität zu pflegen, die Grundsätze der Demokratie, Gleichheit und Harmonie zu achten und durch wushu die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Von Wettkämpfern verlangt sie Fairness und echte Sportlichkeit mit Respekt vor anderen Sportlern.
Heute
Sanda wird von der Internationalen Wushu-Föderation (IWUF) geleitet, die am 3. Oktober 1990 in Peking während der 11. Asienspiele gegründet wurde. Sanda und taolu sind ihre zwei Wettkampfdisziplinen, und das IOC erkannte die IWUF 2002 voll an. Die Wushu-Weltmeisterschaft findet seit 1991 alle zwei Jahre statt. Wushu ist keine olympische Sportart, 2008 fand ein Turnier parallel zu den Olympischen Spielen in Peking statt, bei den Jugendspielen in Nanjing 2014 wurde es außerhalb des offiziellen Programms vorgestellt, und bei den Jugendspielen in Dakar 2026 steht es erstmals im Programm, aber nur mit vier taolu-Disziplinen, ohne Sanda. Sanda-Kämpfer traten in K-1 und Shoot Boxing an sowie in Kämpfen Stil gegen Stil gegen Muay Thai. In den chinesischen MMA-Organisationen Art of War und RUFF überwiegen Kämpfer mit Sanda-Hintergrund. Cung Le, dreimaliger Bronzemedaillengewinner der Wushu-Weltmeisterschaft, wurde 2008 Strikeforce-Champion. Muslim Salikhov, fünfmaliger Wushu-Weltmeister, unterschrieb 2017 einen Vertrag mit der UFC. Die militärische Version Junshi Sanda ergänzt Griffe und Hebel chin-na.
Wissenswertes
Der Sitz der IWUF ist seit 2012 in Lausanne. Der erste Sanda World Cup fand 2002 in Shanghai statt, und laut IWUF-Satzung finden die Weltcups von sanda und taolu alle zwei Jahre statt, meist zwischen den Weltmeisterschaften. Die IWUF beantragte die Aufnahme von wushu in die Olympischen Spiele erstmals 2001, stellte 2011 den dritten Antrag und 2012 kam wushu in die dritte Abstimmungsrunde des IOC-Exekutivkomitees. Nach den Regeln von 2024 erhält ein Kämpfer 2 Punkte auch dann, wenn er absichtlich selbst fällt, um den Gegner mitzureißen, und flüssig aufsteht, bei nicht flüssigem Aufstehen nur 1 Punkt. Eine Studie von Xin Chen von 2018 nennt die älteren Bezeichnungen des sanda xiang bo, shou bo und bai da, und ihr zufolge entstand der grundlegende Prototyp des modernen sanda beim Zweiten Nationalen Kampfkunstwettbewerb in Nanjing im Jahr 1933. In der Mitte der Plattform befindet sich nach den IWUF-Regeln das Logo der Föderation mit einem Durchmesser von 120 cm, Chen beschreibt ein früheres Yin-und-Yang-Diagramm.
Häufige Fragen
Was ist Sanda?
Sanda (sanshou) ist laut der Internationalen Wushu-Föderation ein moderner Kampfsport ohne Waffen, der sich aus traditionellen Wushu-Techniken entwickelt hat und Schläge, Tritte, Würfe und Ringen nutzt. Neben taolu ist er eine von zwei Wettkampfdisziplinen des Sportwushu. Gekämpft wird auf einer erhöhten Plattform namens leitai.
Was ist der Unterschied zwischen Sanda und Kickboxen?
Sanda bewertet Würfe und Niederwürfe, Kickboxen im Full Contact und Low Kick erlaubt keine Würfe. Die Regeln der Internationalen Wushu-Föderation verbieten Angriffe mit Kopf, Ellbogen und Knie, und ein Tritt zum Kopf oder Rumpf bringt 2 Punkte, ein Faustschlag 1 Punkt, während im Amateurkickboxen jede gültige Technik 1 Punkt zählt.
Wie wird im Sanda gepunktet?
Nach den IWUF-Regeln von 2024 gibt es 2 Punkte für einen gültigen Tritt zum Kopf oder Rumpf, den Sturz des Gegners von der Plattform, einen Niederwurf mit stehendem Angreifer und eine Verwarnung des Gegners. 1 Punkt gibt es für einen gültigen Faustschlag zum Kopf oder Rumpf und einen Tritt zum Oberschenkel. Ein Kampf hat drei Runden zu zwei Minuten, gewinnt wer zwei Runden gewinnt oder in einer Runde mit 12 Punkten führt.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.