Meihuaquan (Pflaumenblütenfaust)
梅花拳Ein ländlicher nordchinesischer Stil mit eigenem Lehrzweig. Er beruht auf fünf Stellungen und dem Gehen dazwischen und wirkte im Boxeraufstand von 1900 mit.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Meihuaquan (Pflaumenblütenfaust)
Meihuaquan, die „Pflaumenblütenfaust“, ist keine einzelne Schule, sondern eine Familie verwandter Linien in Hebei, Henan, Shandong und Shanxi. Einen einzigen Gründer hat sie nicht; die frühesten Namen, die ihre Stammbäume nennen – Zhang Sansheng als Meister der zweiten Generation oder Yang Bing, ein Palastwächter unter Kaiser Kangxi –, stammen aus erst viel später niedergeschriebenen Listen, sodass sich kein Gründungsdatum bestimmen lässt. Die Ausbreitung am Ende der Ming- und zu Beginn der Qing-Zeit ist dagegen belegt. Das Besondere am Meihuaquan ist die Teilung in Wenchang, die Lehr- und Organisationsseite mit eigenen Texten und Ritualen, und Wuchang, die technische Seite. Dieses Paar erhielt den Stil als dörfliche Organisation und nicht als Verein, und darum gehörten Meihuaquan-Gruppen zu den Trägern des Boxeraufstands von 1900. Technischer Kern sind fünf statische Stellungen (Wushi), zwischen denen mit leichtem, schnellem Schrittwerk über wechselnde Winkel gegangen wird. Eine Form wird nicht als feste Abfolge geübt, sondern als Satz von Positionen, die durch veränderliche Wege verbunden sind – unter den nordchinesischen Stilen eine Seltenheit. Zum Training gehört Waffenarbeit; es fand traditionell nachts im Freien nach der Feldarbeit statt. Heute hält sich Meihuaquan vor allem in den Dörfern an der Grenze zwischen Hebei und Shandong, wo es als immaterielles Kulturerbe geführt wird.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
