Lau Gar
劉家拳Südchinesischer Familienstil, eine der fünf traditionellen Südlinien. Die belegte Geschichte beginnt 1961 in Britannien, wo er das verbreitetste Kung Fu ist.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Lau Gar
Über Lau Gar
Lau Gar Kuen, „Faust der Familie Lau", zählt zu den fünf südchinesischen Familienstilen, die die Überlieferung als Wurzeln des südlichen Kung Fu nennt: Lau, Hung, Choy, Li und Mok. So weit die Überlieferung. Belegt ist sie nicht — die Geschichte vom Shaolin-Mönch, der im Kuei-Ling-Tempel in Guangxi einen Tigerjäger namens Lau Sam Ngan unterrichtete, genannt „Drei Augen" nach einer tiefen Narbe mitten auf der Stirn, wird mündlich weitergegeben, und aus der Zeit, in der sie sich zugetragen haben soll, ist keine schriftliche Quelle erhalten. Deshalb sind hier weder Gründer noch Gründungsjahr eingetragen. Der belegte Teil der Stilgeschichte ist britisch und beginnt 1961, als Jeremy Yau, Enkel von Yau Luk Sau, ins Vereinigte Königreich kam. Öffentlich unterrichtete er erst ab 1973, und zwar unabhängig von der Herkunft der Schüler — bis dahin war südliches Kung Fu in Britannien fast ausschließlich innerhalb der chinesischen Gemeinschaft weitergegeben worden. Im selben Jahr entstand die British Kung Fu Association mit ihm als Cheftrainer. Dieser Schritt prägte den heutigen Stil stärker als seine chinesischen Wurzeln. Lau Gar wurde das verbreitetste Kung Fu Britanniens, und sein Schwerpunkt verlagerte sich in den Wettkampf mit Semikontakt- und Leichtkontaktregeln. Technisch ist es ein Südstil mit festen tiefen Ständen, Arbeit auf kurze und mittlere Distanz und Betonung der Handtechniken, deren Kraft aus Hüften und Beinen kommt. Waffen gehören zum Lehrplan, das Gewicht liegt aber auf dem waffenlosen Kampf.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
