Changquan
長拳Eine Familie nordchinesischer Stile mit grosser Reichweite, hohen Tritten und tiefen Stellungen — kein Einzelstil. Die Wettkampfform stammt aus den 1950ern.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Changquan
Über Changquan
Changquan, die lange Faust, ist kein einzelner Stil, sondern eine ganze Familie nordchinesischer Schulen — das sollte man wissen, bevor man die eine wahre Linie sucht. Dazu zählen unter anderem Chaquan, Huaquan, Paoquan und Hongquan; sie eint der gestreckte Arm, die grosse Reichweite, hohe Tritte und Sprungtritte sowie tiefe Stellungen. Die Überlieferung führt den Namen auf Zhao Kuangyin zurück, den Gründer der Song-Dynastie, dem die Form Taizu Changquan zugeschrieben wird; belegen lässt sich diese Linie nicht, es handelt sich eher um eine Legitimationserzählung, wie sie viele chinesische Schulen kennen. Technisch erkennt man die lange Faust an der Offenheit der Bewegung: Die Arme strecken sich vollständig, der Körper längt sich, die Übergänge zwischen den Stellungen sind weit, und die Formen enthalten Sprünge und Drehungen in der Luft. **Achtung vor einer Verwechslung.** Neben dem traditionellen Changquan gibt es das moderne Wettkampf-Changquan, das die chinesische Sportverwaltung in den 1950er Jahren als vereinheitlichte Disziplin des Sport-Wushu zusammenstellte. Dieses ist akrobatisch, wird nach Schwierigkeit der Elemente bewertet und teilt mit den traditionellen Linien nur den Bewegungswortschatz.
Stile & Zweige
Ein Langfaust-Stil aus Shandong, eng mit chinesischen Muslimen verbunden. Große Reichweite, Akrobatik und zehn Tantui-Trittreihen als Kraftbasis.
Ein nordchinesischer Langfaust-Stil, der auf drei Wesenszügen ruht: Geist, Atem und innerer Kraft. Heute Grundlage des sportlichen Changquan.
Traditioneller nordchinesischer Kung-Fu-Stil.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
