Zentrales Kalaripayattu
Zentraler Stil des kalaripayattu, einer von drei Stilen, die der keralische Verband anerkennt. Laut Zarrilli kommen Techniken in einer Reismehlzeichnung und Schritte in fünf Kreisen hinzu.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Zentrales Kalaripayattu
Über Zentrales Kalaripayattu
Der zentrale Stil des kalaripayattu ist einer von drei Stilen, die laut Phillip Zarrilli in Greens Enzyklopädie der Kampfkünste von der Kerala Kalaripayattu Association offiziell anerkannt werden, neben dem nördlichen und dem südlichen. Den Namen madhya, zentral, liefert die englische Wikipedia, Zarrilli schreibt von einem central style. Einen Gründer oder die Entstehungszeit nennt er nicht und behandelt den zentralen Stil nur kurz. In einem anderen Artikel derselben Enzyklopädie beschreibt er zudem nur eine zweifache Einteilung: Das kalaripayattu, das sich vor allem im zentralen und nördlichen Kerala erhalten hat, wurde nach 1958 nördlicher Stil genannt.
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Neben den Techniken des nördlichen Stils hat der zentrale Stil laut Zarrilli eigene Techniken, die innerhalb einer Zeichnung aus Reismehl auf dem Boden des kalari ausgeführt werden, die man kalam nennt. Besondere Schritte für Angriff und Verteidigung werden in einem Muster aus fünf Kreisen gelehrt, sodass sich der Übende in Dreiecken oder im Zickzack bewegt. Manche Meister des zentralen Stils lehren cumattadi, Abfolgen von Schritten und Schlägen, die auf bestimmten Tierhaltungen beruhen und in vier Richtungen ausgeführt werden und lehren, auf einen Angriff aus jeder Richtung zu reagieren. Ein begutachteter Artikel von Shivshankar Rajmohan in Martial Arts Studies (2026) zitiert Vijayakumar (2000), wonach in Zentral-Kerala eine besondere Form des kalaripayattu namens Otimurisseri gepflegt wurde. Bei den Wettkämpfen des Verbands werden laut Zarrilli Sieger nur in zwei Stilen ausgerufen, und auch der gemischte Schullehrplan von 2012 verband nur den nördlichen und den südlichen Stil. Es ist ein kaum beschriebener Stil, und verlässliche Quellen dazu suchen wir weiter.
Geschichte
Phillip Zarrilli schreibt in Greens Enzyklopädie Martial Arts of the World, dass die Kerala Kalaripayattu Association drei Stile des kalaripayattu offiziell anerkennt, nach dem ungefähren Gebiet, aus dem sie stammen: den nördlichen, den zentralen und den südlichen. Den zentralen Stil behandelt er nur kurz und nennt weder seinen Gründer noch sein Entstehungsdatum noch eine eigene Geschichte. Im Artikel über Indien in derselben Enzyklopädie beschreibt er nur eine zweifache Einteilung nach 1958: Die tamilischen Formen wurden südlicher Stil genannt, und das kalaripayattu selbst, das sich vor allem im zentralen und nördlichen Kerala erhalten hat, nördlicher Stil. Im Journal of Asian Martial Arts (1992) ergänzt Zarrilli, dass die traditionell im Norden im kalari in einer Grube geübten Stile auch im südlichen und zentralen Kerala vorkommen.
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Ein begutachteter Artikel von Shivshankar Rajmohan in Martial Arts Studies (2026) zitiert Vijayakumar (2000), wonach in den zentralen Gebieten Keralas eine besondere Form des kalaripayattu namens Otimurisseri gepflegt wurde, im Norden dagegen Arappukai, Pillathaangi und Vattenthirippu und im Süden Dronamballi. Die englische Wikipedia nennt den zentralen Stil Madhya Kalari oder Madhya Sampradayam und beschreibt ihn als Stil, der aus der nördlichen und der südlichen Form zusammengesetzt ist. Die Tourismus-Website der Regierung von Kerala führt zwei Stile auf und merkt nur an, dass es nach manchen auch einen zentralkeralischen Stil gebe.
Technik
Neben den Techniken des nördlichen Stils umfasst der zentrale Stil laut Zarrilli eigene Techniken, die in Zeichnungen aus Reismehl auf dem Boden des kalari ausgeführt werden, kalam genannt. Besondere Schritte für Angriff und Verteidigung werden in einem Muster aus fünf Kreisen gelehrt, sodass sich der Übende in Dreiecken oder im Zickzack bewegt. Manche Meister des zentralen Stils lehren cumattadi, Abfolgen von Schritten und Schlägen, die auf bestimmten Tierhaltungen beruhen und in vier Richtungen ausgeführt werden und den Übenden lehren, auf Angriffe von allen Seiten zu reagieren. Die englische Wikipedia gibt an, dass der zentrale Stil die Kraft der unteren Körperhälfte und die Schnelligkeit betont und dass vor den Waffen die Schritte chuvadu und die Körperübungen meypayattu geübt werden.
Heute
Bei den jährlichen Bezirks- und Landeswettkämpfen der Kerala Kalaripayattu Association werden laut Zarrilli Gesamtsieger in zwei Stilen ausgerufen, im nördlichen und im südlichen, eine eigene Kategorie für den zentralen Stil nennt er nicht. Der gemischte Schullehrplan, den die Verbände und der Kerala State Sports Council 2012 aufgestellt haben, verband laut The New Indian Express ebenfalls nur den südlichen und den nördlichen Stil. Die englische Wikipedia gibt an, dass der zentrale Stil weniger geübt wird als der nördliche und der südliche.
Wissenswertes
Das Reisemagazin Outlook Traveller verortet den zentralen Stil ungefähr rund um Kochi und schreibt, dass dort länger Fußarbeit und Vorbereitung der unteren Körperhälfte geübt wird, bevor der Schüler zur Waffe darf.
Häufige Fragen
Wie viele kalaripayattu-Stile werden unterschieden?
Laut Phillip Zarrilli erkennt die Kerala Kalaripayattu Association offiziell drei Stile an: den nördlichen, den zentralen und den südlichen. Bei Wettkämpfen werden Sieger aber nur in zwei ausgerufen, im nördlichen und im südlichen.
Wodurch zeichnet sich der zentrale kalaripayattu-Stil aus?
Laut Zarrilli durch Techniken, die innerhalb einer Reismehlzeichnung namens kalam ausgeführt werden, und durch Schritte in einem Muster aus fünf Kreisen, bei denen sich der Übende in Dreiecken bewegt.
Was ist cumattadi?
Abfolgen von Schritten und Schlägen, die auf Tierhaltungen beruhen und in vier Richtungen ausgeführt werden. Laut Zarrilli lehren sie manche Meister des zentralen Stils.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.