Lathi Khela
লাঠি খেলাBengalische Kampfkunst mit dem Bambusstock lathi. Die Lathiyals dienten als bewaffnete Macht der Großgrundbesitzer. Heute steht lathi khela im Erbeverzeichnis Bangladeschs.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Lathi Khela
Über Lathi Khela
Lathi khela ist eine bengalische Kampf- und Vorführkunst mit dem Bambusstock lathi, wörtlich ein Spiel mit dem Stock. Das staatliche Verzeichnis des immateriellen Erbes Bangladeschs führt sie unter den Namen lathi-khela, lathi-bardi, sardar-khela und nurdi-khela und nennt ihre Ausübenden lathiyal. Einen Gründer oder ein Entstehungsjahr konnten wir nicht belegen.
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Die Lathiyals waren laut der Enzyklopädie Banglapedia im vorbritischen und britischen Bengalen eine besondere gesellschaftliche Gruppe, die vom Kampf mit einem speziellen Bambusstock lebte. Jeder Zamindar und Taluqdar unterhielt ihr zufolge ein Heer von Lathiyals unter Jamadars, Mridhas und Sardars. Die Lathiyals schlichteten Streitigkeiten zwischen Zamindars, bestraften aufsässige Bauern, bewachten und begleiteten Boten mit Geld. Ihre Rolle schwand laut Banglapedia seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit der Polizeireform, und mit der Abschaffung des Zamindari-Systems 1951 verloren sie ihren Lebensunterhalt. Lathi khela wurde laut Banglapedia im 19. Jahrhundert zu einem sehr beliebten Volksspiel. Gurusaday Dutta brachte die Kunst laut dem staatlichen Verzeichnis mit der Bratachari-Bewegung, die er 1932 gründete, wieder in den Vordergrund. Heute wird sie laut Verzeichnis weiter gepflegt, aber fast ohne Unterstützung, und die einzige Organisation der Lathiyals im Land, Bangladesh Lathiyal Bahini, veranstaltete 2016 in Kushtia ein Festival.
Geschichte
Die Lathiyals waren laut der Enzyklopädie Banglapedia im vorbritischen und britischen Bengalen eine besondere soziale Gruppe auf dem Land, die vom Kampf mit dem eigens zugerichteten Bambusstock lathi lebte. Ein Lathiyal verkaufte seine Kunst an Großgrundbesitzer und andere gegen Entlohnung in Naturalien oder in Geld und darf laut Banglapedia nicht mit dem Barkandaz verwechselt werden, dem amtlich eingesetzten Lathiyal der örtlichen Behörden. Jeder Zamindar und Taluqdar unterhielt ein Heer von Lathiyals, an dessen Spitze Jamadars, Mridhas und Sardars standen, eher Strategen und Lehrer als Kämpfer, die mit Dienstland entlohnt wurden. Die Lathiyals schlichteten Streitigkeiten zwischen Zamindaren, bestraften aufsässige Bauern, dienten als Wächter und begleiteten Beamte, die Geld in die Kasse brachten. Laut Banglapedia unterhielt auch jeder Indigopflanzer Lathiyals.
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Ihre Rolle schwand seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als die Polizei neu organisiert wurde, in den siebziger Jahren wurde eine Dorfpolizei der Chowkidars eingeführt und viele ehemalige Sardars der Lathiyals wurden Chowkidars. Mit der Abschaffung des Zamindari-Systems im Jahr 1951 verloren die Lathiyals als Schicht ihre Existenzgrundlage, in entlegenen Gegenden wirken sie laut Banglapedia aber in veränderter Form unter dem Schutz der ländlichen Oberschichten weiter. Das staatliche Kulturerbe-Verzeichnis Bangladeschs gibt an, dass lathi khela im mittelalterlichen Bengalen eine hoch entwickelte Kunst war, weil die meisten Feudalherren Gruppen von Lathiyals zur Verteidigung ihrer Besitzungen beschäftigten. Gurusaday Dutta, ein Kolonialbeamter, brachte die Kunst laut Verzeichnis mit der Bratachari-Bewegung, die er 1932 zum Schutz der regionalen Kultur gründete, wieder in den Vordergrund.
Was es unterscheidet
Laut dem bangladeschischen Nationalverzeichnis heißt lathi khela auch lathi-bardi, sardar-khela und nurdi-khela. Laut Banglapedia führten Lathiyals bei gesellschaftlichen Festen Übungskämpfe zwischen Gruppen vor, unter anderem beim Fest punya in den Büros der Zamindare. Green erwähnt in Martial Arts of the World die lathi nur als einen etwa fünf Fuß langen indischen Polizeistock, der seiner Ansicht nach deutlich von den Langstock-Techniken beeinflusst ist, die die Polizei im Vereinigten Königreich, in den USA und in Indien lernte.
Technik
Die Lathi war laut Banglapedia ein Knüppel, meist aus männlichem Bambus, manchmal in kurzen Abschnitten mit Eisenringen beschlagen. Laut dem Internationalen Zentrum für Kampfkünste unter der Schirmherrschaft der UNESCO (ICM) bestehen die Stöcke meist aus Bambus oder Rattan und sind etwas länger als die Körpergröße des Übenden. ICM führt auch die Technik des Stockwirbelns banethi an. Der Trainer Mohammad Kabirul Islam führte laut der Zeitung The Daily Star 2010 die Formen ashor bondona, dolathi und upar nichey vor.
Wettkampf
Laut dem staatlichen Kulturerbe-Verzeichnis Bangladeschs veranstaltete der Verband Bangladesh Lathiyal Bahini im Januar 2016 ein zweitägiges Festival am staatlichen College in Kushtia, wo 500 Lathiyals aus 25 Gruppen aus Distrikten wie Narail, Jhenaidah, Pabna, Natore, Meherpur, Chuadanga und Jashore auftraten. Die Zeitung The Daily Star schrieb im Dezember 2010 über ein Lager im Stadion von Kushtia, wo sich tausend Lathiyals aus fünfzig Gruppen verschiedener Distrikte versammelten, darunter einige Frauen. Das Projekt Cholo Lathi Kheli sollte laut derselben Zeitung mit einer landesweiten Aktion am bengalischen Neujahr, dem 14. April 2011, gipfeln.
Heute
Das bangladeschische nationale Erbeverzeichnis führt lathi khela im Distrikt Kushtia als traditionelle Kampfkunst mit Bambusstöcken lathi. Laut dem Verzeichnis wird sie weiter ausgeübt, aber mit geringer oder ohne Unterstützung und fast ohne systematische Bewahrung des Wissens. Für die meisten Lathiyals ist sie ein Nebenerwerb, und sie stammen hauptsächlich aus Randschichten wie Landlosen, Zimmerleuten, Bahrenträgern und Maurern. Als Lathiyal fällt laut dem Verzeichnis auch eine Frau auf, Monjurin Sabrin Chowdhury Ruponti, deren Ruf sich 2016 verbreitete. Das Projekt Cholo Lathi Kheli zur Förderung von lathi khela veranstalteten laut der Zeitung The Daily Star 2010 die Bangladesh Shilpakala Academy und das Zentrum Shadhona. Lubna Marium von Shadhona sagte damals, die Beliebtheit der Kunst nehme ab. Das Internationale Kampfkunstzentrum ICM gibt an, dass lathi khela meist von Männern geübt wird, dass sich in Narail an der indischen Grenze aber auch Frauen angeschlossen haben und dass die Vorführungen von Musik begleitet werden.
Wissenswertes
Das Wort lathi ist laut Banglapedia prakritisch, seine Sanskritform ist yasti, Stock. Sprichwörter in allen südasiatischen Sprachen einschließlich Bengali besagen laut Banglapedia, dass Recht oder Macht dem gehört, der die lathi hält. Am gefragtesten und deshalb am teuersten zu mieten waren laut Banglapedia die Lathiyals aus Bakarganj und Faridpur.
Häufige Fragen
Wer waren die Lathiyals?
Laut Banglapedia eine besondere gesellschaftliche Gruppe des bengalischen Landes, die vom Kampf mit dem Bambusstock lathi lebte. Sie dienten den Zamindars als bewaffnete Macht und Wache.
Steht lathi khela im staatlichen Verzeichnis des Erbes?
Ja. Das staatliche Verzeichnis des immateriellen Erbes Bangladeschs führt sie im Distrikt Kushtia als traditionelle Kampfkunst mit Bambusstöcken lathi.
Wo wird lathi khela heute geübt?
Das staatliche Verzeichnis Bangladeschs führt sie im Distrikt Kushtia. Der Verband Bangladesh Lathiyal Bahini veranstaltete dort 2016 ein Festival mit 500 Lathiyals.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.