Nördliches Kalaripayattu
Der nördliche Kreis des Kalaripayattu. Geübt wird in einer unter Bodenniveau abgesenkten Kalari, mit Ayurveda; Waffen kommen vor dem waffenlosen Kampf.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Nördliches Kalaripayattu
Über Nördliches Kalaripayattu
Vadakkan Kalari ist der nördliche Kreis des Kalaripayattu, der Kampftradition des indischen Bundesstaates Kerala. Es ist keine eigene Schule mit eigenem Gründer und Datum — es ist einer der beiden regionalen Hauptzweige, in die sich Kalaripayattu gliedert, und er unterscheidet sich vom südlichen Thekkan-Kreis in der Art des Trainings und in der begleitenden Medizin. Der Unterschied beginnt beim Übungsplatz selbst. Die nördliche Kalari ist unter das Bodenniveau abgesenkt, geschlossen und nach ritueller Vorschrift ausgerichtet; die südliche wird ebenerdig geübt, im Freien oder unter einem Strohdach. Der nördliche Zweig arbeitet mit Ayurveda, der südliche stützt sich auf die Siddha-Medizin und führt seinen Ursprung auf den Weisen Agastya zurück. Manche Quellen nennen zusätzlich einen mittleren Kreis, Madhya. Die Ausbildung hat vier Stufen, und ihre Reihenfolge überrascht europäische Leser. Sie beginnt mit der Körperschulung (Meithari), setzt sich mit hölzernen Waffen fort (Kolthari), dann mit metallenen (Ankathari), und erst zum Schluss kommt der waffenlose Kampf (Verumkai). Die Waffe steht vor der Faust — umgekehrt zu den meisten Kampftraditionen. Vor dem eigentlichen Training erhält der Schüler eine Ganzkörper-Ölmassage, Kalari Uzhichil. Zum Lehrstoff gehört die Kenntnis der Marmas, der vitalen Punkte, und ebenso die heilkundliche Seite: Der Meister, der Gurukkal, ist meist auch derjenige, der Verletzungen behandelt. Ein Gründungsjahr wird hier nicht angegeben; die Datierung des Kalaripayattu ist selbst strittig.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
