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Südliches Kalaripayattu

Südlicher Stil des kalaripayattu, seit 1958 der Name der tamilischen Kunst varma ati. Er beginnt sofort mit Angriff und Abwehr an verwundbaren Stellen, ohne vorbereitende Körperübungen.

Wichtige Daten

HerkunftslandIndien
RegionAsien
HauptfokusGemischt

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung3/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung2/5
Konditioneller Nutzen4/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

WettkampfformatKeine Wettkämpfe
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeBedeutend
TritteBedeutend
WürfeBedeutend
BodenkampfAm Rande
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenZentral

Kataloge & Datenbanken für Südliches Kalaripayattu

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Über Südliches Kalaripayattu

Als südlicher Stil des kalaripayattu wird nach Phillip Zarrilli in Greens Enzyklopädie der Kampfkünste seit 1958 die tamilische Kunst varma ati bezeichnet, auch bekannt als adi murai. Unter diesem Namen konnte der Kerala State Sports Council sie im Rahmen der neuen Kerala Kalaripayattu Association anerkennen, Techniken, Regeln, Wettkampfdisziplinen und Trainingsorte wurden aber als vom kalaripayattu verschieden anerkannt. Varma ati, auf Tamil wörtlich das Treffen verwundbarer Stellen, wird im Gebiet des südlichen Travancore und im Distrikt Kanyakumari im Süden von Tamil Nadu geübt, traditionell bei einigen Sambavars und vor allem bei den Nadars. Ihren Ursprung führt sie auf den Weisen Agasthya zurück, nicht auf Parasurama wie das kalaripayattu.

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Zarrilli schreibt im Journal of Asian Martial Arts (1992), dass sich das kalaripayattu des alten südlichen Kerala und des Distrikts Kanyakumari von den tamilischen Künsten fast nicht mehr unterscheiden lasse und dass viele Praktizierende und Journalisten die Bezeichnungen südliches kalaripayattu und varma ati austauschbar verwenden. Er selbst hält sie jedoch für eng verwandte, aber verschiedene Systeme. Die englische Wikipedia beschreibt den südlichen Stil dagegen als nördlichen Stil, der von varma ati beeinflusst wurde. Anders als beim kalaripayattu gibt es bei varma ati keine vorbereitenden Körperübungen. Der Schüler lernt von der ersten Stunde an Angriffe und Abwehr, die auf verwundbare Stellen zielen, auf Tamil varmam, und trainiert im Freien oder in unüberdachten Einfriedungen aus Palmblättern. Grundlage sind drei Schrittfolgen, otta cuvatu, kuttu cuvatu und vatta cuvatu, und manche Meister lehren auch den Kampf mit langem Stab, kurzen Stöcken und Waffen. Die Meister, asan genannt, behandeln Verletzungen nach der tamilischen Medizin siddha. Im Jahr 2012 stellten die Verbände und der staatliche Sportrat für Schulen einen gemischten Lehrplan aus nördlichem und südlichem Stil zusammen.

Geschichte

Phillip Zarrilli beschreibt varma ati in Greens Enzyklopädie Martial Arts of the World als Kampfsystem, das im südlichen Travancore in Kerala und im Distrikt Kanyakumari im Süden von Tamil Nadu geübt wird. Der tamilische Name bedeutet wörtlich das Treffen verwundbarer Stellen, und die Kunst heißt auch ati murai, ati tata und chinna ati. Traditionell üben sie einige Sambavar und vor allem die Nadar, die sich auf ein altes Kriegererbe berufen. Ihr Ursprung wird dem Weisen Agasthya zugeschrieben. Greens Chronologie setzt die Entstehung der tamilischen Kampfkunst, die in Travancore varma ati heißt, auf etwa 1100.

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Im Jahr 1958, als die Kerala Kalaripayattu Association gegründet wurde, begann man varma ati den südlichen Stil des kalaripayattu zu nennen, damit der Kerala State Sports Council ihn offiziell anerkennen konnte. Innerhalb derselben Vereinigung wurden seine Techniken, Regeln, Wettkampfdisziplinen und Übungsorte jedoch als vom kalaripayattu verschieden anerkannt. Zarrilli hält es für wahrscheinlich, dass das varma ati der Nadar und Sambavar eng mit den kalaripayattu-Stilen verwandt war, die die Nair im alten Travancore übten, denn es handelt sich um ein Grenzgebiet, in dem sich tamilische und malayalamische Kultur überschneiden. In den letzten dreißig Jahren vor Erscheinen der Enzyklopädie nahm die Vermischung der Stile und Techniken beider Künste nach seinen Worten im Maß der wachsenden Mobilität der Menschen zu. Im Journal of Asian Martial Arts (1992) fügt er hinzu, dass das genaue Verhältnis zwischen den tamilischen Künsten und dem alten südlichen kalaripayattu nur eine gründliche historische, sprachwissenschaftliche, soziologische und technische Forschung klären könne.

Was es unterscheidet

Zarrilli schreibt, dass der südliche Stil besser getrennt beschrieben wird, weil sich sein Ursprungsmythos und seine Übungsweise so stark von kalaripayattu unterscheiden, auch wenn beide offensichtlich verwandt sind. Das nördliche kalaripayattu beruft sich auf Parasurama, varma ati auf den Weisen Agasthya, dessen Namen nach Zarrilli mehrere siddhas annahmen. Der nördliche Stil wird in einem kalari-Gebäude in einer Grube geübt, varma ati im Freien. Der nördliche Stil stützt sich auf Ayurveda, varma ati auf die dravidische Medizin siddha, nach der die Meister massieren, heilen und Knochen richten. Während Sushrutas medizinisches Werk 107 verwundbare Stellen nennt, kennt die Tradition von varma ati 108 ihrer Namen. Die Schriften des kalaripayattu über verwundbare Stellen sind nach Zarrilli nüchterne beschreibende Handbücher, die Texte der Meister von varma ati dagegen stark poetische tamilische Verse, die traditionell gesungen und Vers für Vers gelehrt wurden. Im Journal of Asian Martial Arts (1992) schließt Zarrilli, dass die südlichen Stile Keralas historisch wahrscheinlich gemischt waren, während sich die Stile Malabars deutlich von den tamilischen unterschieden.

Technik

Varma ati betont nach Zarrilli vom ersten Unterricht an den Kampf ohne Waffen und verbindet die ersten Schritte sofort mit Angriffen und Verteidigungen auf verwundbare Stellen, auf Tamil varmam, auf Malayalam marmam. Die Grundschritte und Körperbewegungen, die man zur Selbstverteidigung lernt, bilden die Grundlage für den Umgang mit allen Waffen. Manche Übende nehmen den Stockkampf hinzu, besonders mit dem langen Stock, und manche Meister lehren auch kurze Stöcke und eine ungewöhnliche Waffe aus einem Paar Hirschgeweihen.

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Varma ati hat drei Sätze von Grundtechniken: otta cuvatu, kuttu cuvatu und vatta cuvatu. Alle betonen die Kontrolle der unteren Körperhälfte sowie Angriffe auf verwundbare Stellen und deren Abwehr mit Händen, Armen und Ellbogen. Das Training beginnt mit Grußschritten, vandana cuvatu, einem Gruß in die vier Himmelsrichtungen, bei dem ein Fuß, meist der linke, an Ort und Stelle bleibt, und endet mit einem Gruß an den Meister. Im otta cuvatu bleibt ein Fuß stehen und der andere bewegt sich in vier Richtungen, sodass der Übende zuerst deckt oder ausweicht und erst dann zum Gegenangriff übergeht. Die meisten Meister lehren zwölf Grundfolgen des otta cuvatu, vatta cuvatu haben sechs bis zwölf Folgen und erlauben einen direkten Gegenangriff, und kuttu cuvatu sind kombinierte Schritte mit beiden Füßen. Die Übenden des varma ati sind sich nach Zarrilli meist einig, dass der Weise Agasthya 108 Namen verwundbarer Stellen festlegte, von denen 96 weniger schwere und 12 tödlich gefährliche Stellen sind. Weil manche Stellen paarig sind, können es mehr sein. Die wichtigste Wiederbelebungstechnik nutzt eine von zwölf bis sechzehn Methoden der Massage und Reizung der Wiederbelebungsstellen.

Training

Varma ati wird nach Zarrilli im Freien oder in nicht überdachten Palmblatt-Einfriedungen geübt. Anders als kalaripayattu kennt es keine vorbereitenden Körperübungen, und der Schüler wird sofort in scharfe Folgen von Angriffen und Verteidigungen eingeweiht. Die Praxis umgibt nach Zarrilli ein viel weniger festes Ritual, vor allem die puja, und der Körper wird vor dem Training nicht täglich geölt. Im Artikel über Indien nennt Zarrilli fünf Hauptweisen der Selbstverteidigung, die Schüler tamilischer Formen lernen: die Schritte kuttacuvat und ottacuvat, den Kampf ohne Waffen kaipor, den Stockkampf kuruvatippayattu, den Kampf mit dem kurzen Stock netuvatippayattu und das Messer gegen die leere Hand kattivela. Die englische Wikipedia gibt an, dass das Training im südlichen Stil mit Schritten beginnt, mit Partnerübungen vorgegebener Techniken und mit Waffen ab dem kleinen Stock fortgeht und dass verwundbare Stellen nur gelehrt werden, wenn der gurukkal es für angemessen hält.

Graduierungen und Fortschritt

Die Meister des varma ati heißen asan. Als Meister der verwundbaren Stellen konnte nach Zarrilli traditionell nur gelten, wer als siddha-Yogi die Vollendung erreicht hatte, und die tamilischen Verse über die verwundbaren Stellen wurden Vers für Vers als verborgenes Wissen innerhalb der tamilischen siddha-Tradition gelernt.

Wettkampf

Bei den jährlichen Bezirks- und Landeswettbewerben der Kerala Kalaripayattu Association führen Schüler des nördlichen und des südlichen Stils nach Zarrilli Formen vor, solo oder zu zweit mit Waffen, und eine Jury von Meistern kürt den Gesamtsieger getrennt in jedem der beiden Stile. Die Wettkampfdisziplinen von varma ati wurden in der Vereinigung als von kalaripayattu verschieden anerkannt.

Heute

Nach dem Beschluss von 2010, kalaripayattu in den Schulunterricht aufzunehmen, erarbeiteten die Kerala Kalaripayattu Association und der Kerala State Sports Council einen gemischten Lehrplan, der den südlichen und den nördlichen Stil verbindet. Laut der Zeitung The New Indian Express von 2012 übernahm er vom südlichen Stil die Schritte chuvadukal, die Stellungen vadiv, Hebel und Griffe sowie grundlegende Abwehrbewegungen, vom nördlichen Stil die Körperübung meypayattu und den Kampf ohne Waffen verum kai payattu. Dieselbe Zeitung beschrieb die beiden Stile als zwei Parallelen, die sich nie treffen, und Meister Sudhakaran Gurukal vom kalari C V N wandte ein, kalaripayattu sei einheitlich und die Stile nur ein Trick. Das Wissen um die verwundbaren Stellen bleibt nach Zarrilli bei heutigen Praktizierenden von varma ati wie von kalaripayattu eine sehr geheime und umstrittene Frage. Die englische Wikipedia gibt an, dass der südliche Stil in Kerala weniger geübt wird als der nördliche, vor allem im Süden Keralas und bei Kanyakumari.

Wissenswertes

Das Werk Varma Cuttiram in der Handschriftenbibliothek der Universität Madras hat nach Zarrilli 146 Verse, während Varma ati Morivu Cara Cuttiram über 1 000 Verse mit Namen und Lage jeder verwundbaren Stelle, den Anzeichen der Verletzung und den Wegen der Wiederbelebung enthält. Greens Enzyklopädie erzählt eine Geschichte aus dem Leben von Chattambi Swamigal (1853 bis 1924), einem Gelehrten und Heiligen aus dem südlichen Kerala, der als Meister der verwundbaren Stellen gilt. Der Erzählung nach besiegte er in Edappali betrunkene Jugendliche mit der Berührung eines Stocks und belebte sie am nächsten Tag wieder. Nach einer Dissertation von Raj aus dem Jahr 1977, die Zarrilli zitiert, heißt diese Kunst in den Gegenden Madurai, Tanjore, Tuticorin, Tirunelveli und Nagerkoil auch silambam, und eine nahe Tradition ist kuthu varisai aus Tanjore.

Häufige Fragen

Ist der südliche Stil des kalaripayattu dasselbe wie varma ati?

Nach Phillip Zarrilli wird die tamilische Kunst varma ati in Kerala seit 1958 südlicher Stil des kalaripayattu genannt, er selbst hält sie aber für ein eng verwandtes, jedoch verschiedenes System.

Auf wen beruft sich der südliche Stil als Gründer?

Auf den Weisen Agasthya, das nördliche kalaripayattu dagegen auf Parasurama.

Wie viele verwundbare Stellen kennt varma ati?

Nach Zarrilli einigen sich die Praktizierenden meist auf 108 Namen verwundbarer Stellen, die der Weise Agasthya festgelegt hat: 96 weniger schwere und 12 tödlich gefährliche.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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