Piguaquan
劈掛拳Nordchinesischer Stil aus Cangzhou mit langen, dreschflegelartigen Armschwüngen. Traditionell mit Bajiquan und dem Miaodao-Säbel gepaart.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Piguaquan
Über Piguaquan
Piguaquan, die hackend-hängende Faust, ist ein nordchinesischer Stil, der vor allem mit dem Kreis Cangzhou in der Provinz Hebei verbunden ist. Sein Kennzeichen ist der lange, schwingende Arm. Der Arm wird nicht wie ein starrer Hebel geführt, sondern wie ein Dreschflegel losgelassen: Die Schulter löst sich, der Arm fällt über eine lange Bahn, und die Energie erreicht die Handfläche erst am Ende der Bewegung. Der Name spiegelt das wider, denn pi heißt hacken und gua hängen oder überwerfen. Getroffen wird überwiegend mit der Handfläche, von oben nach unten und quer, begleitet von scharfer Rumpfdrehung und tiefer, schneller Beinarbeit. Die Körpermethode betont lockere Schultern, eine geschmeidige Wirbelsäule und die ununterbrochene Kraftübertragung von der Hüfte bis in die Fingerspitzen. In Cangzhou wird Piguaquan traditionell gemeinsam mit Bajiquan geübt; beide Künste gelten als einander ergänzende Gegensätze: Baji arbeitet kurz und stoßartig auf Nahdistanz, Pigua lang und schwingend auf mittlere Distanz. Daher der bekannte Spruch, dass Götter und Dämonen den fürchten, der Baji und Pigua vereint. Zum Lehrstoff gehören der große Rahmen Da Jia, die Formen Qinglong und Feihu sowie zahlreiche Übungen zur Entwicklung des Schwungs. Unter den Waffen ist der Stil am engsten mit dem Miaodao verbunden, einem langen Säbel, dessen Handhabung unmittelbar aus dem Armschwung folgt. Im 20. Jahrhundert systematisierten die Brüder Ma Fengtu und Ma Yingtu den Stil und brachten ihn in die Lehrpläne chinesischer Militär- und Sportinstitutionen. Die Zuschreibung an Wu Zhong gehört zur Familienüberlieferung; Wu Zhong ist vor allem als Ahnherr der Bajiquan-Linie belegt, seine Verbindung zum Piguaquan beruht auf mündlicher Weitergabe.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
