Fanziquan (Überschlagende Faust)
翻子拳Nordchinesischer Stil, den schon General Qi Jiguang im 16. Jahrhundert nennt. Er beruht auf der Dichte gepaarter Schläge statt auf der Wucht eines einzelnen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Fanziquan (Überschlagende Faust)
Fanziquan gehört zu den nordchinesischen Stilen, und sein älterer Name Bashanfan (八閃翻, „acht blitzende Überschläge“) erscheint bereits im Jixiao Xinshu, dem Militärhandbuch, das General Qi Jiguang in den 1560er Jahren zusammenstellte. Damit zählt er zu den wenigen chinesischen Stilen, deren Name sich in einer frühen schriftlichen Quelle nachweisen lässt und nicht nur in späterer Schultradition. Die Erzählung von einem Meister Wang Zhiyuan, der die Methode nach einer Kampfverletzung von einem Wanderer in Shandong lernte, ist Legende und ohne jeden Beleg. Der erste historisch fassbare Träger ist Li Gongran aus Hebei zur Qing-Zeit; über seinen Ruf hieß es, von Nanjing bis Peking gehöre alles Fanzi unter dem Himmel dem Herrn Li. Technisch beruht der Stil auf der Dichte der Schläge, nicht auf der Wucht eines einzelnen Treffers. Die Arme kippen um die Körperachse, und die Schläge kommen paarweise unmittelbar hintereinander; das klassische Bild spricht von Fäusten, schnell wie fallende Regentropfen und wie eine knallende Peitsche. Die Bahnen sind kurz, der Rumpf bleibt aufrecht, und Abwehr und Angriff werden oft von derselben Bewegung getragen. Das Training stützt sich auf Formen und Partnerübungen mit starker Betonung der Armausdauer. In Nordchina wird Fanziquan üblicherweise zusammen mit Chuojiao unterrichtet, das die Tritte beisteuert; das Paar heißt Wen-Wu, „der Gelehrte und der Krieger“. Am weitesten verbreitet ist heute der nordöstliche Zweig aus der Dongbei-Region.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
