Gōjū-Ryū
剛柔流Ein okinawanischer Stil, der harte und weiche Elemente verbindet; sein Kennzeichen ist die Atemkata Sanchin. Chojun Miyagi benannte ihn 1933 nach dem Bubishi.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Gōjū-Ryū
Über Gōjū-Ryū
Goju-ryu ist einer der vier Hauptstile des japanischen Karate. Gegründet hat ihn Chojun Miyagi auf Okinawa; 1933 benannte er ihn nach einer Zeile des chinesischen Textes Bubishi: Go heißt hart, Ju weich. Der Name ist kein Schmuck, sondern eine Methodenbeschreibung — der Stil wechselt bewusst zwischen harten, geraden und weichen, kreisförmigen Techniken. Miyagis Lehrer Kanryo Higaonna hatte im chinesischen Fuzhou studiert, und der chinesische Einfluss ist im Goju deutlicher als in den anderen Stilen. Er zeigt sich in kreisförmigen Blöcken, Nahdistanzarbeit, dem Fangen und Herunterziehen des gegnerischen Arms und der Betonung der Atmung. Die Schlüsselkata ist Sanchin — eine langsame, unter Spannung und mit hörbarer Atmung ausgeführte Form, bei der der Lehrer die Körperstruktur durch direkte Schläge auf den Rumpf prüft. Sanchin ist zugleich die beste Darstellung des Stils: Sie baut die Struktur, mit der sich ein Treffer aushalten lässt. Ihr Gegenstück ist Tensho, eine weiche Form mit offenen Händen. Die Gipfelkata ist Suparinpei. Die Stände sind kürzer als im Shotokan und der Schwerpunkt tiefer — Goju rechnet mit dem Kampf auf kurze Distanz. Es nutzt auch Tritte zum Knie und in den Unterleib, die Sportregeln nicht zulassen. Die Hauptlinien sind die okinawischen (Jundokan, Meibukan und andere) und das japanische Goju-kai. Sie unterscheiden sich im Tempo der Kata und im Kontaktgrad beim Sparring, sodass auch innerhalb eines Stils das Üben von Verein zu Verein abweicht.
Stile & Zweige
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
