Uechi-ryu
上地流Okinawanisches Karate chinesischer Herkunft, gegründet auf Tiger, Kranich und Drache. Erkennbar am Ein-Knöchel-Schlag und an der Körperabhärtung.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Uechi-ryu
Über Uechi-ryu
Uechi-ryu ist ein Karate-Stil aus Okinawa, den Uechi Kanbun (1877–1948) gegründet hat. Der Überlieferung nach reiste er 1897 nach Fuzhou in der chinesischen Provinz Fujian und lernte dort bei Meister Zhou Zhi He, auf Okinawa Shushiwa genannt, die Kunst des pangainoon. Der internationale Verband IUKF weist darauf hin, dass er keine Version des Ursprungs des Stils bestätigt. Nach Okinawa kehrte er laut der japanischen Regierung 1909 zurück, laut anderen Quellen 1910. 1924 zog er nach Wakayama, wo er laut der Regierung 1926 zu unterrichten begann. Den Namen Uechi-ryu nahm er laut FightingArts 1940 selbst an, laut IUKF erhielt ihn der Stil erst nach seinem Tod.
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Die Grundlage bilden drei aus China mitgebrachte kata, Sanchin, Seisan und Sanseiryu. Fünf weitere schuf sein Sohn Uechi Kanei mit älteren Schülern seines Vaters, heute sind es also acht. Typisch sind der Faustschlag mit einem vorgeschobenen Knöchel, der Tritt mit dem Zeh, Schläge mit gespannten Fingern und hohe Stände. Das Training beruht laut der japanischen Regierung auf dem kata Sanchin und strenger Abhärtung. Sanchin wird mit offenen Händen im Stand mit nach innen gedrehten Fußspitzen geübt. Abgehärtet werden sowohl die Finger als auch die Unterarme, und in der Partnerübung stoßen die Unterarme aufeinander. Nach dem Tod von Uechi Kanei 1991 zerfiel der Stil in Dutzende Organisationen. Auf Okinawa gehört er zu den Hauptschulen des Karate.
Geschichte
Als Gründer des Uechi-ryu gilt laut dem Kabinett der japanischen Regierung Uechi Kanbun (1877–1948). Laut FightingArts reiste er im März 1897 mit 19 Jahren nach Südchina, nach Fuzhou in der Provinz Fujian. Der internationale Verband IUKF bezeichnet die Erzählung von seiner Reise als Legende und erklärt ausdrücklich, keine Version des Ursprungs des Stils zu bestätigen. Der Überlieferung nach erhielt er 1904 von Meister Zhou Zhi He, auf Okinawa Shushiwa genannt, die Lehrlizenz in der Kunst des pangainoon. Danach unterrichtete er etwa drei Jahre selbst in Nansoue, nordwestlich von Fuzhou, schloss die Schule und kehrte nach Okinawa zurück. Die japanische Regierung nennt als Rückkehr das Jahr 1909 nach 13 Jahren in Fuzhou, IUKF und FightingArts das Jahr 1910. 1924 zog Uechi Kanbun der Arbeit wegen in die Präfektur Wakayama, wo er Heilmischungen herstellte und verkaufte. Den Unterricht begann er dort laut der japanischen Regierung 1926 und bildete viele Schüler aus. Seine Kunst nannte er Pangainoon-ryu karate-jutsu. Den Namen Uechi-ryu nahm er laut FightingArts 1940 selbst an, laut IUKF erhielt der Stil diesen Namen erst nach seinem Tod 1948.
Was es unterscheidet
Die japanische Regierung ordnet das Uechi-ryu in eine eigene Kategorie neben den Linien Shuri-te, Naha-te und Tomari-te ein und nennt als Unterscheidungsmerkmal auf Sanchin konzentriertes Training und die strenge Abhärtung. Laut FightingArts ist es ein harter Stil, ähnlich dem Goju-ryu und den kleineren Naha-te-Stilen To'on-ryu und Ryuei-ryu. Vom Goju-ryu, mit dem es das kata Sanchin teilt, unterscheidet es sich in der Ausführung: Im Uechi-ryu wird Sanchin mit offenen Händen geübt, im Goju-ryu werden die Hände zur Faust geballt. Keines der drei ursprünglichen kata des Uechi-ryu enthält einen Schlag mit geschlossener Faust. Die hohen Stände des Uechi-ryu unterscheiden sich laut FightingArts von den langen und tiefen Ständen mancher japanischer Stile. Schläge mit offener Hand und gespannten Fingern zielen auf Druckpunkte des Körpers.
Technik
Uechi-ryu beruht auf drei kata, die Uechi Kanbun aus China mitbrachte: Sanchin, Seisan und Sanseiryu. Laut FightingArts enthält keine von ihnen einen Schlag mit geschlossener Faust, und die Schläge mit offener Hand zielen auf Druckpunkte. Das Wort pangainoon bezeichnet laut derselben Quelle die allgemeinen Prinzipien goho (hart), juho (nachgiebig) und gojuho (hart und nachgiebig), deren Beispiele die Kampfstile Fujians sind. Typisch sind der Faustschlag mit einem vorgeschobenen Knöchel und der Tritt mit dem Zeh, die FightingArts mit den Zähnen des Tigers verbindet, und der Schlag mit gespannten Fingern, der mit dem Kranichschnabel verbunden wird. Die Technik kombiniert offene und geschlossene Hände, winkelige Kreisblocks und Griffe. Die Stände sind überwiegend hoch, zum Beispiel der Stand mit nach innen gedrehten Fußspitzen, und nicht lang und tief. Sanchin wird im Sanduhrstand mit einem Fuß vorn und den Fußspitzen nach innen geübt. Die Kraft kommt aus dem tan tien unter dem Nabel, und die Hände bleiben offen.
Training
Das Training beruht laut der japanischen Regierung auf einer strengen Methode, die sich um das kata Sanchin dreht, und auf gründlicher Abhärtung. Uechi Kanbun gab die drei kata und ihre Trainingsmethoden weiter, und laut FightingArts brachte er aus China auch die Übung kotekitae mit, die Abhärtung der Unterarme. Das ursprüngliche Einüben von Sanchin dauerte laut dem FightingArts-Autor Al Case zwei bis drei Jahre, manche Schüler übten monatelang nur Fingerstöße. Die Finger werden abgehärtet, indem man sie durch gespannte Haut stößt, durch Liegestütze auf den Fingerspitzen und durch Schläge in Sand, später in härtere Materialien. In der Partnerübung schlägt der Schüler durch die Angriffe des Partners hindurch, wobei die Unterarme aufeinandertreffen.
Graduierungen und Fortschritt
Der internationale Verband IUKF führte eine neue Anforderungstabelle für den dan ein, gültig für Prüfungen ab dem 1. Oktober 2025. Der siebte dan heißt darin nanadan, und ab dem sechsten dan zeigen Streifen am Gürtel den Grad an. Die Zahl der kyu-Grade und die Pflicht-kata je Grad haben wir in den Quellen nicht gefunden. Neben den dan vergibt die IUKF Meistertitel. Renshi erfordert den sechsten dan, mindestens 36 Jahre und mindestens ein Jahr Mitgliedschaft in einem dojo eines IUKF-Mitglieds. Kyoshi erfordert den vorherigen Titel renshi, den siebten dan und mindestens 43 Jahre. Hanshi erfordert den vorherigen Titel kyoshi, den achten dan und mindestens 51 Jahre, und es entscheidet der IUKF-Präsident auf Empfehlung des Titelausschusses.
Heute
Nach dem Tod von Uechi Kanei 1991 zerfiel der Stil laut FightingArts in Dutzende Organisationen mit eigener Auslegung. Der internationale Verband International Uechi-Ryu Karate Federation (IUKF) entstand aus dem nordamerikanischen Zweig von George Mattson, der 1963 in Boston ein dojo eröffnete und das Buch The Way of Karate herausgab. Der Zweig setzte sich zum Ziel, die Lehrer zu vereinen, einheitliche Rangstandards einzuführen und einen Verhaltens- und Ethikkodex anzunehmen. Die japanische Regierung ordnet das Uechi-ryu in eine eigene Kategorie neben den Linien Shuri-te, Naha-te und Tomari-te ein. Laut der Zeitung Ryukyu Shimpo gehört es zu den vier wichtigsten Schulen Okinawas, und seine höheren Lehrer leiteten ein Seminar bei der 3. Karate-Weltmeisterschaft von Okinawa, an der im August 2026 etwa 3000 Menschen aus 49 Ländern und Regionen teilnahmen. Die Okinawa Karate Federation wird vom Uechi-ryu-Meister Shinjo Kiyohide geleitet, 10. dan und Träger des Präfekturstatus des immateriellen Kulturerbes. Okinawa Karate Kaikan veranstaltete eine Ausstellung über die Stile Uechi-ryu und Goju-ryu.
Wissenswertes
Der Name Pangainoon-ryu karate-jutsu beschrieb laut FightingArts ursprünglich Uechis Kunst, die Schüler verstanden ihn aber als Namen des Stils. Das Wort sanchin wird gewöhnlich als drei Kämpfe übersetzt, und es gibt mehrere Deutungen, zum Beispiel Körper, Geist und Seele oder Schnelligkeit, Kraft und Technik. Die Forschung der Organisation Uechi-ryu Karate-do Kyokai fand keinen Beleg für einen Tempel in Fuzhou, in dem Uechi gelernt haben soll, belegt sind nur die dojo Kojo und Ryukyukan. In Wakayama besuchte ihn Mabuni Kenwa, der Gründer des Shito-ryu, und nahm die Grundtechniken des Fujian-Tigerboxens dann in sein kata Shinpa auf. Konishi Yasuhiro vom Shindo Jinen-ryu beschrieb ihn als Einzelgänger, mit dem er den Okinawa-Dialekt sprach, weil Uechis Japanisch eingeschränkt war. Uechi Kanbun zog 1947 auf die Insel Ie Jima und starb am 25. November 1948. Sein Sohn Kanei eröffnete laut FightingArts 1949 in Ginowan das dojo Uechi-ryu Karate-jutsu Kenkyujo. George Mattson veröffentlichte 1974 das Buch Uechi-ryu Karate-do.
Häufige Fragen
Was ist uechi-ryu?
Ein Karate-Stil aus Okinawa, den Uechi Kanbun gründete. Laut der japanischen Regierung beruht das Training auf der kata Sanchin und strenger Abhärtung. Der Stil hat acht kata, drei brachte der Gründer aus China mit, und fünf schuf sein Sohn Uechi Kanei mit älteren Schülern des Vaters.
Wer gründete uechi-ryu?
Uechi Kanbun (1877–1948), der der Überlieferung nach in Fuzhou die Kunst pangainoon studierte. Nach Okinawa kehrte er laut der japanischen Regierung 1909 zurück, laut anderen Quellen 1910, und ab 1926 unterrichtete er in Wakayama. Der Verband IUKF weist darauf hin, dass er keine Version des Ursprungs des Stils bestätigt.
Was ist die kata Sanchin im uechi-ryu?
Die Grundkata des Stils, deren Name meist als drei Kämpfe übersetzt wird. Laut der japanischen Regierung beruht darauf das ganze Training. Sie wird im Stand mit nach innen gerichteten Fußspitzen und offenen Händen geübt, anders als im Goju-ryu, wo die Hände zur Faust geballt werden.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.