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Hou Quan (Affenfaust)

猴拳

Sammelname chinesischer Affenstile, belegt bei Qi Jiguang im 16. Jahrhundert. Am besten beschrieben: die Hongkonger Schule Dasheng pigua men. Emei hou quan gehört zum Listenpunkt Emei wushu.

Wichtige Daten

HerkunftslandChina
RegionAsien
HauptfokusSchlagtechnik
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
Entstehungszeit19. Jahrhundert

Training

SparringLeichter Kontakt
Rolle der WaffenWaffen optional
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
WettkampfformatFormen
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte PraktizierendeUnter 10 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteBedeutend
WürfeAm Rande
BodenkampfAm Rande
Hebel & HaltegriffeAm Rande
WaffenAm Rande

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Über Hou Quan (Affenfaust)

Hou quan, die Affenfaust, ist ein Sammelname für mehrere chinesische Systeme, die Bewegung und Verhalten eines Affen nachahmen. Der Name ist alt: General Qi Jiguang nennt hou quan unter den Faustsystemen seiner Zeit im Handbuch Jixiao xinshu aus der Zeit um 1561, und laut der Enzyklopädie Martial Arts of the World (ABC-CLIO, 2001) hielten Besucher des Klosters Shaolin im 16. Jahrhundert fest, dass einige Mönche das Affenboxen übten. Dieselbe Enzyklopädie erinnert an die Geschichte vom Mädchen von Yue aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., in der sich ein alter Mann in einen Affen verwandelt, und an den Affen mit dem Stab aus dem Roman Reise nach Westen.

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Auf der nationalen Liste des immateriellen Erbes Chinas steht hou quan nicht eigenständig, Emei hou quan wird in der Beschreibung des Listenpunkts Emei wushu (VI-23, eingetragen 2008, Stadt Emeishan in Sichuan) als eine von achtzehn Familien der Emei-Faustkampfstile erwähnt. Der Affe ist außerdem eine der zwölf Tierformen des xingyiquan und der zehn Formen des xinyi liuhe quan, unter den fünf Tieren des Hongquan (Drache, Tiger, Leopard, Schlange, Kranich) ist er nicht. Die am besten beschriebene eigenständige Schule ist Dasheng pigua men aus Hongkong. Nach der eigenen Überlieferung der Schule gründete sie Geng Dehai (1892 bis 1970), gebürtiger Pekinger, der pigua von seinem Vater und die Affenfaust dasheng men von Kou Si aus Shaanxi lernte, in der frühen Republik beide verband, 1929 zu den fünf nach Kanton eingeladenen Meistern gehörte und nach Hongkong ging. Kou Si soll nach derselben Überlieferung im Gefängnis durch Beobachtung von Affen fünf Affenformen geschaffen haben: den stehenden, steinernen, verwirrten, hölzernen und betrunkenen Affen. Die Enzyklopädie ABC-CLIO nennt eine ähnliche Tradition über den Gefangenen Gou Zi, und es handelt sich um eine Legende. Eine Wettkampfdisziplin des wushu ist hou quan nicht, die IWUF-Regeln kennen nur changquan, nanquan und taijiquan, und bei der Kung-Fu-Weltmeisterschaft fällt er höchstens unter die Kategorie der nachahmenden Stile.

Geschichte

Hou quan ist einer der ältesten belegten Namen chinesischer Faustsysteme. General Qi Jiguang nennt ihn in seinem Handbuch Jixiao xinshu aus der Zeit um 1561 neben den 32 Stellungen der langen Faust von Kaiser Song Taizu und der Sechs-Schritte-Faust. Stanley Henning ergänzt in der Enzyklopädie Martial Arts of the World (ABC-CLIO, 2001), dass Wang Shixing (1547 bis 1598) von einem Boxer im Affenstil angetan war, den er im Kloster Shaolin üben sah, und dass Besucher des Klosters im 16. Jahrhundert festhielten, einige Mönche hätten volkstümliche Faustformen einschließlich des Affenboxens geübt, keine davon habe aber den Namen des Klosters getragen. Als wichtigsten alten Hinweis auf einen Affen in der Kampfkunst sieht Henning die Geschichte vom Mädchen von Yue aus der Zeit um 465 v. Chr., in der sich ein alter Mann in einen Affen verwandelt und ihre Fechtkunst prüft. Der Affe mit dem magischen Stab aus dem Roman Reise nach Westen aus dem 16. Jahrhundert ist bis heute mit dem Kampf verbunden.

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Auf der nationalen Liste des immateriellen Erbes Chinas steht hou quan nicht eigenständig, die Suche in der ganzen Liste hat ihn nicht gefunden. Emei hou quan wird in der Beschreibung des Listenpunkts Emei wushu (VI-23, zweite Runde 2008, Antragsteller die Stadt Emeishan in Sichuan, Träger der Sportverband der Stadt Emeishan) als eine von achtzehn Familien der Emei-Faustkampfstile erwähnt. Die Hongkonger Schule Dasheng pigua men leitet ihre Entstehung nach eigener Überlieferung von Geng Dehai (1892 bis 1970) ab, einem gebürtigen Pekinger, der pigua von seinem Vater Geng Ronggui und die Affenfaust dasheng men von Kou Si aus Shaanxi lernte, beide Traditionen in der frühen Republik verband, 1929 zu den fünf nach Kanton an die Liangguang guoshuguan eingeladenen Meistern gehört haben soll und 1930 nach Hongkong ging. Das Jahr 1911 als Entstehung von dasheng men nennt nur die englische Wikipedia.

Was es unterscheidet

Unter dem Namen Affenfaust stehen mindestens zwei verschiedene Traditionen: die Hongkonger Schule Dasheng pigua men mit eigener Linie von Kou Si und Geng Dehai und Emei hou quan, eine von achtzehn Familien der Emei-Faustkampfstile nach der nationalen Liste, beide teilen nur den Namen. Der Affe ist zugleich eine der Tierformen innerhalb anderer Stile: Laut der Beschreibung des nationalen Listenpunkts Xingyiquan (VI-26) gehört er zu den zwölf Tierformen neben Drache, Tiger, Pferd, Huhn, Schwalbe, Habicht, Schlange, Adler, Bär und weiteren, laut dem Listenpunkt Xinyi liuhe quan (VI-29) zu den zehn Tieren. Henning nennt beim Shanxi-xingyi zwölf Tiere, beim Henan-xingyi zehn, der Affe ist in beiden. Unter den fünf Tieren des Hongquan, Drache, Tiger, Leopard, Schlange und Kranich, ist der Affe nicht.

Technik

Die technische Beschreibung in Quellen auf Ebene der nationalen Liste oder in Studien ist spärlich. Die Beschreibung des Listenpunkts Emei wushu nennt Emei hou quan nur als eine von achtzehn Faustkampfstil-Familien neben Emei luohan quan und anderen. Die Schule Dasheng pigua men gibt an, Kou Si habe fünf Affenformen geschaffen: den stehenden (qi hou), steinernen (shi hou), verwirrten (mi hou), hölzernen (mu hou) und betrunkenen Affen (zui hou). Das ist die Behauptung der Schule, die englische Wikipedia nennt statt des verwirrten Affen den verlorenen. Das Affenprinzip taucht auch in anderen Stilen auf: Der nationale Listenpunkt Sun Bin quan (VI-60, 2011) verlangt in der Faustkampfregel, der Übende solle in der Bewegung flink wie ein ungezogener Affe sein und die Schultern locker wie ein Gibbon halten.

Heute

Hou quan ist keine Wettkampfdisziplin des internationalen wushu. Die IWUF-Regeln für wushu taolu von 2019 nennen als freie Disziplinen mit bloßen Händen nur changquan, nanquan und taijiquan, und die Vorschriften der 8. IWUF-Kung-Fu-Weltmeisterschaft (Emeishan, 14. bis 19. Juni 2019) führen unter den traditionellen Stilen xingyi, bagua, baji, ditang, chaquan, hongquan, Shaolin, Wudang und Emei quan sowie eine allgemeine Kategorie nachahmender Stile auf, ein eigenständiges hou quan steht nicht in der Liste. Die Hongkonger Vereinigung Dasheng pigua men entstand nach eigener Beschreibung 1970 unter Chen Xiuzhong (1936 bis 2020), der seit 1954 als einziger Schüler im Namen von Geng Dehai unterrichten durfte. Emei wushu als Ganzes umfasst laut der nationalen Liste 68 Schulen und 2 638 Methoden, die Zahlen betreffen nicht nur hou quan.

Wissenswertes

Die Gefängnisgeschichte vom Ursprung der Affenfaust hat mehrere Fassungen: Die Schule Dasheng pigua men erzählt sie von Kou Si, der Affen aus der Zelle beobachtete. Die Enzyklopädie ABC-CLIO nennt eine ähnliche Tradition über den Gefangenen Gou Zi, der nach Monaten der Beobachtung von Affen vor dem Fenster das Affenboxen schuf, und fügt hinzu, der Name verweise wohl auf Tänze aus Shandong, bei denen der Geist des Affenkönigs die Tänzer besaß. Der Affenkönig aus dem Roman Reise nach Westen trägt einen magischen Stab, der laut Henning bis heute mit dem Kampf verbunden ist.

Häufige Fragen

Steht hou quan auf Chinas nationaler Liste des immateriellen Erbes?

Als eigenständiger Stil nicht. Emei hou quan wird in der Beschreibung des Listenpunkts Emei wushu (VI-23, 2008) als eine von achtzehn Familien der Emei-Faustkampfstile erwähnt.

Ist die Affenfaust eine Wettkampfdisziplin im wushu?

Nein. Die IWUF-Regeln kennen als freie Disziplinen mit bloßen Händen nur changquan, nanquan und taijiquan, bei den Kung-Fu-Weltmeisterschaften fällt das Affenboxen höchstens unter die Kategorie der nachahmenden Stile.

Wie alt ist das Affenboxen in China?

Den Namen hou quan nennt General Qi Jiguang in Jixiao xinshu um das Jahr 1561, und laut der Enzyklopädie ABC-CLIO übten es im 16. Jahrhundert einige Mönche des Klosters Shaolin.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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