Glossar für Jūjutsu (Klassischer japanischer waffenloser Kampf)
Jūjutsu (Klassischer japanischer waffenloser Kampf): 7 belegte Begriffe. Davon: Einteilung von Techniken, Künsten und Schulen (4), Trainingsmethode (2), Anatomie, Zonen und Trefferflächen (1). Darunter Ukemi, Nage-waza, Kyusho.
Begriffe: Jūjutsu (Klassischer japanischer waffenloser Kampf)
Schläge auf den Körper des Gegners in japanischen Künsten. Im Aikido und Jujutsu stören sie vor allem Gleichgewicht oder Aufmerksamkeit vor einem Wurf oder Hebel.
Hebeltechniken auf Gelenke im Judo, Jujutsu und Aikido. Im Wettkampfjudo darf nur der Ellbogen gehebelt werden, das Kodokan führt zehn Techniken.
Empfindliche oder verwundbare Stelle am Körper, auf die Schläge und Druck zielen. Wörtlich „dringende Stelle“, im alltäglichen Japanisch auch „schwache Stelle“.
Sammelbezeichnung für alle Würfe im Judo und Jujutsu. Das Kodokan führt 68 davon und teilt sie in Würfe aus dem Stand und Würfe mit Opferung des eigenen Gleichgewichts ein.
Freies Üben in Judo, Aikido, Jujutsu und einigen Karate-Stilen. Die Partner erproben Techniken gegen echten Widerstand, aber ohne das Ziel zu gewinnen.
Würgetechniken im Judo und Jujutsu. Das Kodokan führt zwölf, und im Wettkampf endet ein Würgegriff mit ippon, wenn der Gegner aufgibt oder das Bewusstsein verliert.
Die Kunst, sicher zu fallen, wörtlich „annehmender Körper“. Im Judo, Aikido und Jujutsu ist es die erste Fertigkeit, die ein Anfänger lernt.
Gemeinsame Begriffe der Kampfkünste — Japan
Begriffe, die die meisten Kampfkünste dieser Kultur teilen: Etikette, Titel, Kleidung und Trainingsraum.
Japanisch für Bein oder Fuß. Als Wortstamm steckt es in ashi-waza (Beinwürfe im Judo), ashi sabaki (Fußarbeit) und ashi garami.
Japanisch für Kopf. Als Ziel gehört er zur oberen Stufe jodan. Der Kopfstoß heißt zutsuki, mit demselben Zeichen, gelesen als zu.
Japanisch für „Kampfweg“: Sammelbegriff für japanische Kampfkünste, in denen es neben der Technik um die Erziehung und Entwicklung des Menschen geht.
Mittlere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: der Rumpf vom Hals bis zur Taille. Im Kendo heißt so auch die Grundhaltung mit der Schwertspitze auf den Gegner.
Meistergrad in den japanischen und koreanischen Kampfkünsten, meist mit schwarzem Gürtel. Erstmals 1883 von Kano Jigoro im Judo verliehen.
Saal, in dem japanische Kampfkünste geübt werden. Wörtlich „Ort des Weges“, mit eigener Etikette, Reinigung und fest geordnetem Raum.
Unbewegter Geist, den weder Angst noch Zorn oder Überraschung aus dem Gleichgewicht bringen. Der Begriff stammt aus dem Buddhismus.
Untere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: von der Taille abwärts. Die bekannteste Technik mit diesem Wort ist die Abwehr gedan barai.
Moderne japanische Kampfkünste, die nach den Meiji-Reformen im Jahr 1868 entstanden, etwa Judo, Karate, Aikido oder shorinji kempo.
Initiative erst nach dem Angriff des Gegners. Der Kämpfer wehrt ab oder weicht aus und trifft sofort die entstandene Blöße.
Kommando „beginnt“ in den japanischen Kampfkünsten. Der Kampfrichter eröffnet damit im Judo und Karate den Kampf, der Trainer eine Übung, Kata oder Randori.
Der höchste der drei Lehrertitel shogo neben renshi und kyoshi. Im Kendo ist er frühestens acht Jahre nach dem Titel kyoshi und dem achten Dan erreichbar.
Bauch, in den Kampfkünsten vor allem der Unterbauch als Körperschwerpunkt. Der Punkt unter dem Nabel heißt seika tanden und entspricht dem chinesischen Dantian.
Japanisch für Knie. Als Trefffläche steckt es im Kniestoß hiza geri, als Blockpunkt im Judowurf hiza guruma.
Obere Höhenstufe, auf die eine Technik zielt: Kopf, Gesicht und Hals. Im Kendo heißt so auch die Haltung mit dem über den Kopf erhobenen Schwert.
Kampfhaltung und Bereitschaftsstellung in den japanischen Kampfkünsten. Im Kendo unterscheidet man fünf Grundkamae, von Chudan bis Waki.
Das Kommando „nehmt die Kampfhaltung ein“. Im Karate fordert der Trainer oder Kampfrichter die Übenden damit auf, in die Kampfstellung kamae zu gehen.
Ehrenplatz im Dojo, wörtlich „oberer Sitz“. Er liegt meist an der Stirnwand mit einem Kamidana-Schrein oder einem Porträt des Gründers, vor dem sich die Übenden verbeugen.
Titel des Leiters eines Dojo oder einer ganzen Organisation, wörtlich „Leiter des Gebäudes“. Wird vor allem in Karate-Organisationen verwendet.
Vorgeschriebene Bewegungsfolge gegen gedachte Gegner oder mit einem Partner, wörtlich „Form“. Kern des Unterrichts in Karate, Judo, Kendo und Aikido.
Trainingsanzug der japanischen Kampfkünste: Jacke uwagi, Hose zubon und Gürtel obi. Den weißen Anzug im Judo etablierte Kano Jigoro im Jahr 1907.
Kurzer energischer Schrei in den japanischen Kampfkünsten. Er festigt den Rumpf, unterstützt das Ausatmen und ist im Kendo Bedingung für die Anerkennung eines Treffers.
Grundtechniken der japanischen Kampfkünste und ihr wiederholtes Üben: Stellungen, Schläge, Tritte und Blocks. Im Karate bildet es mit Kata und Kumite eine Dreiheit.
Jüngerer Kollege im Dojo, in der Schule oder Firma, der später dazukam. Gegenstück zum senpai, dem er Respekt erweist und von dem er Rat erhält.
Der zweite der drei Lehrertitel shogo, zwischen renshi und hanshi. Im Kendo erreicht ihn ein Inhaber von renshi und dem siebten Dan frühestens nach zwei Jahren.
Schülergrad vor den Meistergraden dan. Er wird absteigend gezählt, von einer hohen Zahl bis zum ersten kyu, auf Koreanisch heißt er gup.
Der Abstand zwischen Gegnern, aus dem man treffen oder ausweichen kann. Es geht nicht nur um Meter, sondern auch um die Zeit, die ein Angriff für die Strecke braucht.
Kurze stille Meditation im Seiza zu Beginn und am Ende des Trainings, wörtlich „stilles Betrachten“. Sie wird mit dem Kommando mokuso yame beendet.
Geisteszustand, der an keinem Gedanken und keiner Emotion haftet und daher spontan reagiert. Der Begriff stammt aus dem Zen, in die Schwertkunst brachte ihn der Mönch Takuan.
Gürtel des Trainingsanzugs, der die Jacke hält und mit seiner Farbe den Grad anzeigt. Er wird mit dem Knoten koma-musubi gebunden, ähnlich einem Kreuzknoten.
Chinesischer Begriff für Lebensenergie, Atem und Vitalität. Japanisch ki, koreanisch gi. In den inneren Künsten ist die Kultivierung des qi das Hauptziel des Übens.
Die Verbeugung und allgemein die Achtung in den japanischen Kampfkünsten. Man verbeugt sich stehend (ritsurei) und kniend (zarei) beim Betreten des Dojo, vor Partner und Lehrer.
Ein Regelwerk des anständigen Verhaltens, wörtlich „Gesetz der Achtung“. In den Kampfkünsten regelt es Verbeugungen, Sitzen, Kleidung und den Umgang mit Waffen.
Japanisch „Strömung“, im Sinne von Schule oder Stil. Endung der Namen von Stilen und alten Schulen: Goju-ryu, Wado-ryu, Katori Shinto-ryu.
Formaler japanischer Fersensitz, wörtlich „richtiges Sitzen“. Im Dojo verbeugt man sich darin, meditiert und übt Iaido sowie einen Teil des Aikido.
Treffer gegen den Gegner in dem Moment, in dem er zu greifen beginnt. Eine von drei Arten, die Initiative zu ergreifen, deren genaue Deutung je nach Schule variiert.
Älterer Kollege im Dojo, in der Schule oder Firma, der früher angefangen hat. Gegenüber den jüngeren Kohai hat er die Pflicht zu helfen und zu raten, sie erweisen ihm Respekt.
Japanische Anrede für einen Lehrer, wörtlich „der früher Geborene“. Im Dojo gilt sie dem Leiter des Trainings, in Japan auch Ärzten oder Rechtsanwälten.
Wettkampf in den japanischen Kampfkünsten, wörtlich „gegenseitiges Prüfen“. Anders als randori hat er einen Kampfrichter, Regeln und einen Sieger.
Ehrentitel eines hochrangigen Lehrers. Wörtlich „vorbildlicher Lehrer“. Wer ihn unter welchen Bedingungen erhält, bestimmt jede Organisation anders.
Die Dreiheit aus Geist, Technik und Körper. Sie drückt das Ideal aus, alle drei Teile gleichmäßig zu entwickeln, weil keiner allein genügt.
Der erste Meistergrad, wörtlich „Anfangsstufe“. 1883 verlieh ihn Kano Jigoro als Erster in den Kampfkünsten an zwei Schüler.
„Geist des Anfängers“: Offenheit und Lernbereitschaft, die sich der Übende auch als Meister bewahren soll. Der Begriff stammt aus dem Zen.
Langfristiges hartes Training, bei dem sich der Übende körperlich und geistig vervollkommnet. Das Wort stammt aus dem Buddhismus, wo es asketische Praxis bedeutet.
Das Oberhaupt einer traditionellen japanischen Schule, in der die Leitung meist vererbt wird. Er entscheidet über die Lehre der Schule und die höchsten Zertifikate.
Traditionelle japanische Bodenmatte aus Reisstroh und Binsen. Im Dojo nennt man auch die heutigen Schaumstoffmatten so, auf denen trainiert und gekämpft wird.
Japanisch für Hand. Als Wortbestandteil steckt es im Namen karate und in Ausdrücken wie te-waza oder tegatana. Auf Okinawa hieß so auch die einheimische Kampfkunst.
Der Übende, der in einem Paar die Technik ausführt, wörtlich „der, der nimmt“. Sein Partner, der die Technik annimmt, heißt Uke.
Der Übende, der im Paar angreift und die Technik annimmt, wörtlich „der, der annimmt“. Er muss sicher fallen können, Ukemi.
Jacke des Trainingsanzugs Keikogi. Sie wird links über rechts geschlagen und vom Gürtel obi gehalten. Im Judo besteht sie aus schwerem Stoff, damit sie Griffen standhält.
Japanisch „Technik“, Fertigkeit. In Zusammensetzungen bezeichnet es Gruppen von Techniken: nage-waza, katame-waza, ashi-waza, uke-waza.
Kommando „hört auf“ in den japanischen Kampfkünsten. Im Karate unterbricht der Kampfrichter damit den Kampf, im Dojo beendet der Trainer die Übung.
Wachsamkeit, die auch nach Abschluss der Technik anhält, wörtlich „verbleibender Geist“. Im Kendo ist sie Bedingung für einen gültigen Treffer ippon.
Hose des Trainingsanzugs Keikogi. Das Wort kam aus dem französischen jupon ins Japanische, deshalb wird es in Katakana als Fremdwort geschrieben.