Reiho
礼法
Ein Regelwerk des anständigen Verhaltens, wörtlich „Gesetz der Achtung“. In den Kampfkünsten regelt es Verbeugungen, Sitzen, Kleidung und den Umgang mit Waffen.
Auf einen Blick
Wortanalyse
Definition
Reiho (礼法) besteht aus den Zeichen rei (Achtung, Höflichkeit) und ho (Gesetz, Methode). Es ist ein ganzes Regelwerk der Etikette, nicht ein einzelner Gruß, der rei heißt. Im Dojo regelt reiho die Verbeugungen beim Betreten sowie zu Beginn und Ende des Trainings, das Sitzen im seiza, das Anziehen und Falten der Kleidung, die Anrede der Lehrer und den Umgang mit Waffen. Die bekannteste japanische Schule der Etikette ist Ogasawara-ryu, die sich aus den Fertigkeiten des Kriegeradels entwickelte, vor allem aus Bogenschießen und Reiten. Im Kyudo unterscheidet man bis heute shaho, den Ablauf des Schießens, und reiho, die Verhaltensregeln.
Beziehungen zu anderen Begriffen
Siehe auch
Formaler japanischer Fersensitz, wörtlich „richtiges Sitzen“. Im Dojo verbeugt man sich darin, meditiert und übt Iaido sowie einen Teil des Aikido.
Dojo kun道場訓Kurzer Grundsatzkatalog des Dojo, den die Übenden am Ende des Trainings vortragen. Am bekanntesten ist der fünfpunktige dojo kun des Shotokan-Karate.
Rei礼Die Verbeugung und allgemein die Achtung in den japanischen Kampfkünsten. Man verbeugt sich stehend (ritsurei) und kniend (zarei) beim Betreten des Dojo, vor Partner und Lehrer.
Dojo道場Saal, in dem japanische Kampfkünste geübt werden. Wörtlich „Ort des Weges“, mit eigener Etikette, Reinigung und fest geordnetem Raum.