ImpakuImpaku

Kyudo

弓道

Der japanische Weg des Bogens. Anders als im Sportbogenschiessen wird der ganze Ablauf des Schusses bewertet; der Treffer ist Folge, nicht Ziel.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen
KontaktstufeKein Kontakt
GürtelsystemNur Dan-Grade

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringKein Sparring
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen selten
SeniorenfreundlichAuch für Senioren geeignet
Körperliche Anforderung2/5
Verletzungsrisiko1/5
Lernkurve4/5
Nutzen für Selbstverteidigung1/5
Fitness-Nutzen2/5

Organisation & Wettkampf

GraduierungssystemNur Dan-Grade
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende100 000–1 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Kataloge & Datenbanken für Kyudo

⚔️ Traditionelle Waffen1 Einträge · über 4 Stile hinweg
👊 Technik-Datenbank1 Einträge · über 4 Stile hinweg
📖 Glossar3 Einträge · über 4 Stile hinweg
👥 Persönlichkeiten & Meister2 Einträge · über 4 Stile hinweg

Über Kyudo

Kyudo ist der japanische Weg des Bogens. Anders als das westliche Sportbogenschießen, wo allein der Treffer zählt, bewertet Kyudo den gesamten Ablauf des Schusses — der Treffer ist dessen Folge, nicht sein Ziel. Es stammt aus der Ausbildung der Samurai-Bogenschützen (Kyujutsu), die zum Weg (Do) wurde, als der Bogen als Waffe verschwand. Der Ablauf ist in acht Stufen beschrieben (Shaho Hassetsu): Fußstellung, Aufrichten, Ansetzen des Pfeils, Heben des Bogens, Auseinanderziehen, Vollenden des Auszugs, Lösen und der Rest — Zanshin, das Verweilen in der Spannung auch nach dem Schuss. Jede Stufe hat eigene Kriterien, und die Prüfung sieht auf alle. Der japanische Bogen (Yumi) ist asymmetrisch und über zwei Meter lang — der Griff sitzt etwa im unteren Drittel. Geschossen wird von der rechten Seite, mit dem Daumen in einem Lederhandschuh (Yugake), in der Technik Mengiri. Der Auszug wird länger gehalten als im westlichen Bogenschießen, und die Spannung des Bogens muss auch der Körper aushalten. Geübt wird in Hakama und Kimono, auf feste 28 Meter zu einer Scheibe von 36 Zentimetern (Kinteki) oder auf die lange Distanz von 60 Metern (Enteki). Wettkämpfe und Dan-Prüfungen gibt es, doch auch dort werden Ausführung und Haltung bewertet, nicht bloß die Trefferzahl. Die körperliche Belastung ist mäßig, die Anforderungen an Ruhe und Sammlung hoch. Unter den japanischen Wegen ist Kyudo derjenige, in dem es am deutlichsten um den eigenen Zustand geht und nicht um einen Gegner.

Stile & Zweige

Yabusame流鏑馬

Japanisches berittenes Bogenschießen: drei Ziele aus vollem Galopp. Die zeremonielle Form gab ihm Minamoto no Yoritomo im Jahr 1187 in Kamakura.

Heki-ryū日置流

Die Familie der Zweige des japanischen Kriegsbogenschießens, aus der das meiste heutige Kyudo hervorgeht. Die Bindung an Heki Danjō ist überliefert, nicht belegt.

Kasagake笠懸

Japanisches berittenes Bogenschießen mit Gewicht auf Technik statt Zeremonie. Gegenüber Yabusame freiere Ziele, freiere Kleidung, fortlaufendes Schießen.

Ogasawara-ryū小笠原流

Japanische Schule für berittenes Bogenschießen, Reitkunst und Etikette, seit der Kamakura-Zeit belegt. Neben Yabusame lehrt sie neun Arten der Verbeugung.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

KendoIaidoNiten Ichi-ryuOkinawanisches KobudoJodoKumdo