Kyudo
弓道Der japanische Weg des Bogens. Anders als im Sportbogenschiessen wird der ganze Ablauf des Schusses bewertet; der Treffer ist Folge, nicht Ziel.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Kyudo
Über Kyudo
Kyudo ist der japanische Weg des Bogens. Anders als das westliche Sportbogenschießen, wo allein der Treffer zählt, bewertet Kyudo den gesamten Ablauf des Schusses — der Treffer ist dessen Folge, nicht sein Ziel. Es stammt aus der Ausbildung der Samurai-Bogenschützen (Kyujutsu), die zum Weg (Do) wurde, als der Bogen als Waffe verschwand. Der Ablauf ist in acht Stufen beschrieben (Shaho Hassetsu): Fußstellung, Aufrichten, Ansetzen des Pfeils, Heben des Bogens, Auseinanderziehen, Vollenden des Auszugs, Lösen und der Rest — Zanshin, das Verweilen in der Spannung auch nach dem Schuss. Jede Stufe hat eigene Kriterien, und die Prüfung sieht auf alle. Der japanische Bogen (Yumi) ist asymmetrisch und über zwei Meter lang — der Griff sitzt etwa im unteren Drittel. Geschossen wird von der rechten Seite, mit dem Daumen in einem Lederhandschuh (Yugake), in der Technik Mengiri. Der Auszug wird länger gehalten als im westlichen Bogenschießen, und die Spannung des Bogens muss auch der Körper aushalten. Geübt wird in Hakama und Kimono, auf feste 28 Meter zu einer Scheibe von 36 Zentimetern (Kinteki) oder auf die lange Distanz von 60 Metern (Enteki). Wettkämpfe und Dan-Prüfungen gibt es, doch auch dort werden Ausführung und Haltung bewertet, nicht bloß die Trefferzahl. Die körperliche Belastung ist mäßig, die Anforderungen an Ruhe und Sammlung hoch. Unter den japanischen Wegen ist Kyudo derjenige, in dem es am deutlichsten um den eigenen Zustand geht und nicht um einen Gegner.
Stile & Zweige
Japanisches berittenes Bogenschießen: drei Ziele aus vollem Galopp. Die zeremonielle Form gab ihm Minamoto no Yoritomo im Jahr 1187 in Kamakura.
Die Familie der Zweige des japanischen Kriegsbogenschießens, aus der das meiste heutige Kyudo hervorgeht. Die Bindung an Heki Danjō ist überliefert, nicht belegt.
Japanisches berittenes Bogenschießen mit Gewicht auf Technik statt Zeremonie. Gegenüber Yabusame freiere Ziele, freiere Kleidung, fortlaufendes Schießen.
Japanische Schule für berittenes Bogenschießen, Reitkunst und Etikette, seit der Kamakura-Zeit belegt. Neben Yabusame lehrt sie neun Arten der Verbeugung.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
