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Kyudo (Japanisches Bogenschießen)

弓道

Japanisches Bogenschießen mit asymmetrischem Bogen, Grundlänge 221 cm. Wettkampf auf 28 m auf eine 36-cm-Scheibe oder auf 60 m, Zen Nihon Kyudo Renmei vergibt Kyu- und Dan-Grade und Titel.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen
KontaktstufeKein Kontakt
GürtelsystemKyu und Dan ohne Gürtel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringKein Sparring
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen selten
SeniorenfreundlichAuch für Senioren geeignet
Körperliche Anforderung2/5
Verletzungsrisiko1/5
Übertrag auf Selbstverteidigung1/5
Konditioneller Nutzen2/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Kyu und Dan ohne Gürtel)
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende100 000–1 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Kataloge & Datenbanken für Kyudo (Japanisches Bogenschießen)

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Über Kyudo (Japanisches Bogenschießen)

Kyudo ist das japanische Bogenschießen. Daijisen und Nikkoku definieren es als Budo des Pfeilschießens mit dem Bogen, Daijisen rechnet auch die Art des Schießens dazu und gibt an, dass es sich seit der Meiji-Zeit in der breiten Öffentlichkeit verbreitet hat. Nipponica beschreibt es als japanische Kultur des Bogenschießens, in der Nützlichkeit, Religiosität, der Charakter eines künstlerischen Weges, Erziehungswert und Wettkampfcharakter ineinandergreifen, und fügt hinzu, dass das moderne Kyudo im Unterschied zu anderen Budo kein Zweikampf zweier Menschen ist: Ziel ist es, unter Ausnutzung der Elastizität des Bogens ein festes Ziel genau zu treffen und durch diese Übung zur Bildung des Menschen beizutragen. Die Studie Goka 2020 in einer begutachteten Fachzeitschrift belegt, dass der Name Kyudo das ältere Kyujutsu etwa in den Jahren 1918 bis 1933 mit Betonung der geistigen Seite ersetzte, der Übergang war ihr zufolge jedoch nie vollständig.

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Der japanische Bogen wird nach Nipponica aus fünf verschiedenen Krümmungen gebildet, der Griff liegt etwa ein Drittel der Länge von unten, und die Grundlänge beträgt 7 Shaku 3 Sun (221 cm). Heibonsha schreibt, dass sich diese Länge schon in der Nara-Zeit eingebürgert hat. Der traditionelle Bogen besteht aus Holz und Bambus, und seit den vierziger Jahren der Showa-Zeit werden nach Nipponica auch Bögen aus Glas- und Kohlefasern hergestellt. Die Sehne hält der Schütze nach mongolischer Art, und der rechte Daumen wird durch einen Hirschlederhandschuh namens Yugake geschützt. Der Schuss gliedert sich in acht Phasen, Shaho Hassetsu, die Nipponica und Zen Nihon Kyudo Renmei übereinstimmend angeben: Ashibumi, Dozukuri, Yugamae, Uchiokoshi, Hikiwake, Kai, Hanare und Zanshin. Der Verband verlangt, dass die acht Bewegungen eine einzige fließende Folge bilden, und vergleicht den Schuss mit einem Bambus mit acht Knoten. Gemäß den Regeln der Zen Nihon Kyudo Renmei wird in zwei Disziplinen geschossen: Kinteki auf 28 m auf eine Scheibe von 36 cm Durchmesser und Enteki auf 60 m auf eine Scheibe von 100 cm Durchmesser, Heibonsha nennt bei Enteki auch 50 m. Das Ergebnis richtet sich nach der Trefferzahl, nach Punkten für den Ort des Treffers oder nach der Wertung der Kampfrichter, Nipponica und Heibonsha bezeichnen die Trefferzahl als häufigste Art. Der Verband vergibt nach seiner Prüfungsordnung fünf Kyu-Grade, zehn Dan-Grade und die Titel Renshi, Kyoshi und Hanshi, beim zweiten Dan wird nach seinen einheitlichen Kriterien der Treffer nicht bewertet, beim ersten wird verlangt, dass die Treffer nicht gestreut sind, und beim vierten Dan schon ein sicherer Treffer. Nipponica verlegt die ältesten ausgegrabenen japanischen Bögen in die frühe Jomon-Zeit und gibt an, dass in der Nara- und Heian-Zeit am Hof unter chinesischem Einfluss zeremonielle Schießen zu Fuß und zu Pferd stattfanden und dass an der Wende von Heian zu Kamakura als Familien des berittenen Schießens Takeda und Ogasawara auftauchen. Nach Heibonsha verlor der Bogen Mitte des 16. Jahrhunderts nach der Verbreitung von Feuerwaffen seinen praktischen Wert, nach der Meiji-Restauration verschwand das Bogenschießen offiziell und kehrte nach der Gründung der Dainippon Butokukai im Jahr 1895 zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es laut Heibonsha zeitweise verboten, 1949 entstand der Verband (Heibonsha nennt ihn Zen Nihon Kyudo Renmei, Nipponica schreibt von Nihon Kyudo Renmei und setzt den heutigen Namen auf 1957), seit 1951 durfte Kyudo an Schulen geübt werden, und seit 1967 ist es reguläres Sportfach an weiterführenden Schulen. Im Ausland verbreitete es sich nach Nipponica hauptsächlich in Europa, 1972 entstand ein europäischer Verband und im Mai 2006 die International Kyudo Federation, die im Januar 2019 28 Länder und Regionen zählte. Die Verbindung des Kyudo mit dem Zen entstand nach der Studie Yamada 2001 erst nach 1956, als die japanische Übersetzung von Herrigels Buch erschien.

Geschichte

Nipponica gibt an, dass die ältesten bisher ausgegrabenen japanischen Bögen aus der frühen Jomon-Zeit stammen, aus einem Stück Holz bestehen und kürzer als 1,5 m sind, eine Schrift aus dem 3. Jahrhundert beschreibt bereits einen japanischen Bogen mit Griff unterhalb der Mitte, und ein ausgegrabener Bogen, der etwa ins 5. Jahrhundert datiert wird, misst 2 m mit dem Griff im Verhältnis von etwa 7 zu 3. In der Nara- und Heian-Zeit fanden nach Nipponica am Hof unter chinesischem Einfluss zeremonielle Schießen zu Fuß und zu Pferd statt, und das Schießen zu Fuß besorgten die spezialisierten Familien Tomo und Ki, um die sich die Regeln für den Umgang mit Bogen und Pfeil festigten. In der mittleren Heian-Zeit wurde nach Nipponica ein Bogen mit Bambus auf der Außenseite erfunden, an der Wende von Heian zu Kamakura ein Bogen mit Bambus auch innen und in der Muromachi-Zeit und später weitere Typen. In Aufzeichnungen über Bogenzeremonien von der Wende von Heian zu Kamakura erscheinen nach Nipponica als Familien des berittenen Schießens Takeda und Ogasawara, Heibonsha gibt an, dass die Krieger der Kamakura-Zeit die berittenen Schießen Yabusame, Inuoumono und Kasagake sowie zeremonielle Schießen zu Fuß übten und dass dort die Quellen der heutigen Zeremonien liegen. Green führt die traditionellen Anfänge bis auf den möglicherweise mythischen Kaiser Jimmu zurück, nennt Erwähnungen der Schule Taishi-ryu um das Jahr 600 und die Gründung von Henmi-ryu, allgemein für die erste Schule des Kyudo gehalten, etwa 500 Jahre später. Yamada 2001 schreibt dagegen, dass organisierte Schulen erst seit dem Onin-Krieg (ab 1467) gegründet wurden und dass sich die Linie durch zeitgenössische Quellen erst ab Yoshida Shigekata (1463 bis 1543) und seinem Sohn Shigemasa belegen lässt, denen sie angeblich Heki Danjo Masatsugu weitergab, dessen Historizität manche Gelehrte bezweifeln.

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Heibonsha gibt an, dass Bogen und Pfeil bis Mitte des 16. Jahrhunderts die Hauptwaffe waren und dann wegen der raschen Verbreitung von Handfeuerwaffen ihren praktischen Wert verloren, und dass der Bogen seit dem Altertum als heiliges Gerät verehrt wurde. In der Edo-Zeit verband sich Kyudo nach Nipponica und Heibonsha mit dem Zen und dem Konfuzianismus und wurde als Übung von Körper und Geist betrieben, Heibonsha fügt hinzu, dass sich der Name Kyudo erst zu Beginn der Showa-Zeit einbürgerte. Ein besonderes Kapitel der Edo-Zeit ist Toshiya, das Schießen entlang der Galerie des Sanjusangendo-Tempels in Kyoto, das Nipponica als Schießen über eine Länge von 66 Ken (etwa 120 m) in einem etwa 2,2 m breiten und etwa 5 m hohen Raum beschreibt, die erste belegte Leistung setzt Heibonsha auf Januar 1606, und die unübertroffene Bestleistung stellte nach Nipponica 1686 ein Schütze aus der Provinz Kii auf, der 8133 von 13053 Pfeilen durchschoss. Nach der Meiji-Restauration verschwand das Bogenschießen laut Heibonsha offiziell und wurde nur außerhalb der Behörden gepflegt, seit der Gründung der Dainippon Butokukai in Kyoto im Jahr 1895 kehrte es zurück, an Schulen wurde es als außerschulische Aktivität betrieben und 1936 als ordentliches Fach zugelassen. Die Studie Goka 2020 belegt, dass die Umbenennung der Schulzirkel von Kyujutsu in Kyudo 1911 begann, 1919 Fahrt aufnahm und bis 1932 nahezu abgeschlossen war, in Veröffentlichungen ist der Übergang ab einem Buch von 1918 erkennbar, und nach 1933 fand der Autor das Wort Kyujutsu nicht mehr, Grund war die Betonung der geistigen Seite, über deren Gestalt sich die Schützen jedoch nicht einig waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kyudo laut Heibonsha zeitweise verboten, 1949 entstand der Verband (Heibonsha und Britannica nennen Zen Nihon Kyudo Renmei, Nipponica Nihon Kyudo Renmei und den heutigen Namen erst ab 1957, die japanische Wikipedia gibt an, dass die neue Nihon Kyudo Renmei am 3. April 1949 entstand, der Verband selbst schreibt vom 22. Mai 1949, und 1953 wurde er eine Stiftung), seit 1951 durfte Kyudo an Schulen geübt werden, und seit 1967 ist es reguläres Sportfach an weiterführenden Schulen. Die japanische Wikipedia gibt an, dass im August 1953 der erste Band des Handbuchs Kyudo kyohon erschien, der das Shaho Hassetsu festlegte und zeremonielle Bräuche hauptsächlich aus Ogasawara-ryu übernahm. Nipponica fügt hinzu, dass seit den vierziger Jahren der Showa-Zeit Bögen aus Glas- und Kohlefasern hergestellt werden, dass 1972 ein europäischer Kyudo-Verband entstand und im Mai 2006 die International Kyudo Federation.

Was es unterscheidet

Die Unterschiede zum Sportbogenschießen (archery) beschreibt die japanische Wikipedia: Der Sehnengriff geht im archery vom mediterranen Typ mit drei Fingern aus und im Kyudo vom mongolischen Typ, was Nipponica bestätigt, der Pfeil wird im Kyudo rechts am Bogen aufgelegt, und der Bogen hat weder Stabilisator noch Visier noch Clicker. Der Verband verbietet in seinem Ausrüstungsteil Visier und Markierung am Bogen. Green schreibt, der japanische Schütze ziehe die Sehne zur rechten Schulter, nicht zum Kinn, weshalb die japanischen Pfeile länger seien. Die Studie Goka 2025 belegt, dass der Verband nach der Aufnahme des Bogenschießens in die Olympischen Spiele 1957 die Teilnahme des Kyudo an den Spielen 1964 anstrebte, unter den Schützen anerkannt wurde, dass das Kyudo weniger genau ist als das archery, Änderungen an Ausrüstung und Technik erwogen wurden und die Wettkampfregeln geändert wurden. Die japanische Wikipedia ergänzt, dass der Verband 1958 dem internationalen Bogensportverband beitrat und 1968 die Mitgliedschaft dem japanischen Bogensportverband überließ.

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Die japanische Wikipedia nennt, dass die meisten Übenden keiner Schule angehören und nach der Methode des Verbands üben, daneben gibt es Ogasawara-ryu, Heki-ryu, Honda-ryu, Yamato-ryu und Chikurin-ryu. Maypedia und Britannica nennen als Hauptschulen Ogasawara-ryu (laut Maypedia Zeremonien und berittenes Schießen) und Heki-ryu (Schießen). Yabusame und kasagake bezeichnet Maypedia als Überreste alter Wettkampfschießen, während Yamada 2001 die feste Entfernung von 28 m der heutigen Schießstände als Fortsetzung des Schießens zu Fuß bezeichnet. Von den übrigen Budo unterscheidet es sich laut Nipponica dadurch, dass es kein Duell mit einem Gegner ist, und der Verband schreibt dazu, dass es in der Welt des Bogens keinen Feind gibt und der einzige Feind der schwankende eigene Geist ist.

Technik

Nipponica gibt die Grundlänge des Bogens mit 7 Shaku 3 Sun (221 cm) an und je nach Auszugslänge des Schützen auch Bögen um 2 Sun länger (227 cm) und 3 Sun kürzer (212 cm), der Bogen hat fünf verschiedene Krümmungen, und der Griff liegt etwa ein Drittel von unten, was laut Heibonsha den Rückstoß erhöht und den Bogen vor Bruch schützt. Die Bogenstärke wird heute als Federgewicht bei 85 cm Auszug in Kilogramm angegeben, früher nach Nipponica durch die Zahl der zum Spannen nötigen Personen. Die Regeln der Zen Nihon Kyudo Renmei verlangen einen japanischen Bogen von standardmäßig 221 cm mit dem Griff etwa ein Drittel vom Ende, und der Verband fügt hinzu, dass der Bogen weder Visier noch Markierung tragen darf. Der Pfeil besteht nach Nipponica aus Schaft, Federn, Spitze und Nocke für die Sehne, der Schaft ist aus Bambus, heute auch aus Duralumin oder Carbon, die Federn stammen hauptsächlich von Adlern und Habichten, zwei Pfeile bilden eine Hand und oft wird ein Satz von vier oder sechs verwendet, und Heibonsha nennt den ersten Pfeil Haya und den zweiten Otoya. Yugake ist nach Nipponica ein Hirschlederhandschuh der rechten Hand zum Schutz der Daumenwurzel, er teilt sich nach der Form in Mitsugake, Yotsugake und Morogake, und der Griff der Sehne entspricht dem mongolischen Typ.

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Die acht Phasen des Shaho Hassetsu geben Nipponica, Daijisen, Britannica und der Verband übereinstimmend an: Ashibumi, Dozukuri, Yugamae, Uchiokoshi, Hikiwake, Kai, Hanare und Zanshin, Nipponica fügt hinzu, dass die heutigen acht in der ersten Hälfte der Showa-Zeit durch Hinzufügen von Zanshin zu den früheren sieben Wegen entstanden und dass ältere Gliederungen fünf, sieben oder zwölf Teile hatten. Green nennt als achte Phase statt Zanshin Yudaoshi, die Rückkehr in die Haltung nach dem Schuss. Der Verband beschreibt in seinem Text über das Schießen Ashibumi als Grätschstellung von etwa 60 Grad je nach Auszugslänge, sodass die Spitzen der großen Zehen in einer Linie mit der Scheibenmitte liegen, Dozukuri als Ablegen des Bogens auf das linke Knie und der rechten Hand auf die rechte Hüfte mit dem Schwerpunkt in der Körpermitte, Yugamae als Anlegen der rechten Hand an die Sehne, Anpassen der linken Hand (Tenouchi) und erst dann Blick auf die Scheibe (Monomi), Uchiokoshi als Heben beider Fäuste leicht über die Stirnlinie und Hikiwake als Zug durch die Position Daisan gleichmäßig nach beiden Seiten. Kai ist nach dem Verband der Augenblick, in dem der Zug vollendet ist und Körper und Geist eins sind, Nipponica nennt dazu die Berührung der Sehne mit der Brust (Munazuru) und des Pfeils mit der Wange (Hozuke). Hanare ist nach Nipponica technisch die schwierigste Phase, und das Ideal ist ein durch Übung entstandener Reflex, Zanshin ist der Zustand von Körper und Geist nach dem Schuss, den der Verband die Summe des Schusses nennt, danach folgt Yudaoshi. Der Verband betont, dass die acht Bewegungen eine einzige ununterbrochene Folge bilden sollen.

Training

Laut Zen Nihon Kyudo Renmei gibt es grundsätzlich keine Alters- oder Geschlechtsgrenzen, Anfänger beginnen mit einem schwachen Bogen und können die Dojo-Ausrüstung nutzen. Die geeignete Bogenstärke ist laut Verband meist die Hälfte der Kraft, die der Schütze bis Uchiokoshi heben kann, und am Anfang etwa ein Drittel bis ein Viertel. Vor der ersten Phase wird die Auszugslänge nach der Armlänge des Schützen bestimmt, dazu kommen aus Sicherheitsgründen 5 bis 6 cm. Zum Üben dienen laut Verband die Makiwara, ein fest gebundenes Strohbündel von idealerweise 45 bis 54 cm Durchmesser, auf das aus einer Bogenlänge Entfernung (etwa 2 m) geschossen wird, und ein Gummibogen für die Form. Die Scheibe hängt an einem Wall aus Lehm und Sand namens Azuchi, der nach Nipponica so breit ist wie die ganze Schießanlage und ein Dach gegen Regen hat. Als Kleidung gilt nach Verbandsregeln das Kyudogi mit Hakama und weißen Tabi oder japanische Kleidung, die die Prüfungsordnung von den Titeln Kyoshi und Renshi und vom fünften Dan aufwärts verlangt.

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Nipponica schreibt, dass die Qualität der Bewegung im Kyudo nur wenig von Alter, Geschlecht, Kraft und Statur abhängt, dass aus einer sehr statischen Bewegung eine sofortige dynamische Bewegung verlangt wird, was einen ruhigen Geist und strenge Selbstbeherrschung erfordert, und dass sich Güte oder Schlechtigkeit von Geist und Technik des Schützen unmittelbar im Ergebnis zeigt, weshalb Selbstreflexion, Harmonie, Selbstbeherrschung und Demut gefordert sind. Green unterscheidet drei Fertigkeitsgrade: das Treffen der Scheibe, das Durchbohren der Scheibe als Feind und den Zustand, in dem der Schütze Geist, Körper und Bogen vereint hat, den Green als das wahre Ziel des Kyudo bezeichnet.

Graduierungen und Fortschritt

Die Zen Nihon Kyudo Renmei vergibt nach ihrer Prüfungsordnung fünf Kyu-Grade vom fünften bis zum ersten, zehn Dan-Grade vom ersten bis zum zehnten und drei Titel: renshi, kyoshi und hanshi. Renshi setzt mindestens den fünften Dan voraus, kyoshi den Titel renshi und hanshi den Titel kyoshi. Der Titel hanshi sowie der neunte und zehnte Dan werden nicht per Prüfung, sondern durch Ratsauswahl vergeben. Über den achten und siebten Dan entscheiden Schießbewertung und Aufsatz, über den sechsten bis ersten Schießbewertung und schriftliche Prüfung, über die Kyu das Schießergebnis. Dan werden Stufe für Stufe erworben, Kyu dürfen übersprungen werden. Bis einschließlich fünftem Dan sind fünf Monate Wartezeit seit der vorherigen Stufe nötig, ab dem sechsten Dan ein Jahr, für renshi ein Jahr seit dem fünften Dan und für kyoshi zwei Jahre seit renshi oder ein Jahr seit dem sechsten Dan. Die Fristen sind je nach Prüfungstermin verkürzbar.

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Die Kriterien der Ordnung lauten zum Beispiel beim ersten Dan, dass Form des Schießens und taihai den Regeln entsprechen und die Treffer nicht gestreut sind, beim vierten Dan feste Form, ruhiges taihai, richtiger Atem, scharfes hanare und verlässliche Treffer, beim sechsten Dan hervorragende Form, Technik und taihai, beim achten Dan gereifte Meisterschaft. Die einheitlichen Kriterien des Verbands nennen beim zweiten Dan, dass der Treffer nicht bewertet wird, beim dritten Dan einen einigermaßen sicheren Treffer und beim vierten Dan einen Treffer im Bereich der Sicherheit. Beim fünften Dan verlangt das taihai japanische Kleidung und die vorgeschriebene Kleiderordnung beim Sitzschießen. Die Prüfungen veranstaltet der Verband als zentrale (für kyoshi und den sechsten bis achten Dan), Auslands-, Verbunds- (bis zum fünften Dan) und örtliche (bis zum vierten Dan, mindestens zweimal im Jahr). Wer Titel oder Grad führt, soll laut Ordnung Würde wahren, bei entehrendem Verhalten kann der Grad entzogen werden. Farbige Gürtel werden laut englischer Wikipedia im Kyudo nicht getragen, und das Jahr 1923, das sie für die Einführung der Grade durch die Dainippon Butokukai nennt, konnten wir in den Quellen des Verbands nicht verifizieren. Seine Prüfungsordnung datiert ihre Entstehung auf den 25. September 1953.

Wettkampf

Die Wettkampfregeln der Zen Nihon Kyudo Renmei wurden erstmals am 1. September 1949 festgelegt und zuletzt 2025 überarbeitet. Disziplinen sind kinteki und enteki, es starten Einzelne und Mannschaften ab drei Schützen. Kinteki wird aus 28 m geschossen, grundsätzlich im Sitzen, jeder Schütze hat eine eigene Scheibe, pro Stand höchstens fünf Schützen, die Scheibe kasumi oder hoshi misst 36 cm, bzw. hoshi 24 cm, die Mitte liegt 27 cm über dem Boden und die Fläche ist 5 Grad nach hinten geneigt. Enteki wird aus 60 m im Stehen auf eine kasumi-Scheibe von 100, 79 oder 50 cm Durchmesser oder auf eine Wertungsscheibe von 100 cm geschossen, die Mitte liegt 97 cm über dem Boden bei einer Neigung von 15 Grad. Heibonsha nennt bei enteki auch 50 m, Britannica erwähnt auch einen Wettkampf über die Schussweite.

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Das Ergebnis wird nach den Regeln durch die Trefferzahl bestimmt, durch Punkte für die Lage des Treffers auf einer Ringscheibe oder durch Kampfrichter, die das Schießen insgesamt nach besonderen Kriterien einschließlich des Treffers bewerten, die Methoden lassen sich kombinieren. Nipponica führt an, dass die Trefferzahl am gebräuchlichsten ist, die Kampfrichterwertung in der Qualifikation zur japanischen Meisterschaft dient und bei Gleichstand manchmal erneut geschossen wird. Auf der enteki-Wertungsscheibe gelten gelb 10 Punkte, rot 9, blau 7, schwarz 5 und weiß 3. Ein Treffer bedeutet, dass die Spitze die Scheibenfläche durchbohrte und im Rahmen stecken blieb, ein Pfeil, der am Boden entlangrutscht, ein Abpraller oder ein nach dem Auflegen von der Sehne gefallener Pfeil sind ungültig. Der Verband führt für 2026 unter den landesweiten Wettkämpfen das 77. Zen Nihon Kyudo Taikai im Mai, die 77. Männer- und die 59. Frauenmeisterschaft Japans im September, die 77. Meisterschaft im enteki im Oktober und das 151. dem Schrein Meiji jingu gewidmete Turnier am 3. November an, Britannica nennt für das gesamtjapanische Turnier die Austragung seit 1950.

Heute

Die Zen Nihon Kyudo Renmei (All Nippon Kyudo Federation) ist eine gemeinnützige Stiftung mit Genehmigung seit dem 1. November 2011, hat ihren Sitz im Tokioter Shinjuku im Gebäude Japan Sport Olympic Square, und ihre Mitglieder sind die Präfekturverbände. Nach ihrer Satzung bildet sie Leiter aus, hebt das Wettkampfniveau, vergibt Titel, beurteilt Grade und verbreitet Kyudo in Japan und im Ausland, Nipponica nennt die Schulung von Trainern, Prüfungen für Titel und Grade und die Veranstaltung von Wettkämpfen. Für 2026 schreibt der Verband eine Reihe landesweiter Wettkämpfe aus, darunter die japanischen Meisterschaften der Männer und Frauen und die Meisterschaft im enteki. Nipponica führt an, dass sich Kyudo nach dem Krieg vor allem in Europa verbreitete, 1972 ein europäischer Verband entstand und im Mai 2006 die International Kyudo Federation, die im Januar 2019 28 Länder und Regionen hatte, Heibonsha nennt eine größere Zahl Übender in Deutschland, Italien und Frankreich. Seit 1967 ist Kyudo laut Nipponica ein ordentliches Schulfach an japanischen Mittelschulen. Die japanische Wikipedia nennt, dass die meisten Übenden keiner Schule angehören und nach der Methode des Verbands üben.

Wissenswertes

Eugen Herrigels Buch Zen in der Kunst des Bogenschiessens (1948) wird als Deutung der japanischen Kultur gelesen, Yamada Shoji zeigt jedoch in zwei Studien (1999, 2001), wie der Mythos vom Zen im Bogenschießen entstand: Herrigels Lehrer Awa Kenzo (1880 bis 1939) schuf seine eigene Lehre auf der Grundlage eines mystischen Erlebnisses, hatte selbst keine Zen-Erfahrung, und die zentralen rätselhaften Episoden des Buches spielten sich laut Yamada ohne Dolmetscher oder über eine absichtlich freie Übersetzung ab. Die Verbindung des Kyudo mit dem Zen setzte sich in Japan laut Yamada erst nach der japanischen Übersetzung des Buches 1956 durch, und Menschen, die Kyudo als Teil der Zen-Übung betreiben, sind dort außerordentlich selten, während in einer Umfrage der Universität Tsukuba von 1983 61,1 % der westdeutschen Übenden Interesse am Zen angaben. Awa Kenzo übte laut Yamada zuerst Heki-ryu der Zweiglinie Sekka und danach der Zweiglinie Chikurin bei Honda Toshizane, beide auf toshiya spezialisiert, und soll das Ziel fast hundertmal von hundert getroffen haben. Toshiya, das Schießen entlang der Veranda des Tempels Sanjusangendo über eine Länge von 66 ken (etwa 120 m), wurde laut Daijisen in der Edo-Zeit zu einem Wettbewerb um Bestleistungen in der Pfeilzahl, Nipponica führt eine Liste von 41 Schützen und eine unübertroffene Leistung von 1686 an, 8133 durchgeschossene Pfeile von 13053.

Stile & Zweige

Yabusame (Berittenes Bogenschießen auf drei Scheiben)流鏑馬

Japanisches berittenes Bogenschießen: Im Galopp schießt der Reiter auf drei Holzscheiben an der Bahn. Heute vor allem shintoistische Zeremonie, etwa im Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura.

Kasagake (Berittenes Bogenschießen auf ein fernes Ziel)笠懸

Japanisches Reiterbogenschießen auf ein fernes Ziel, eine von drei mittelalterlichen Disziplinen. Ziel war der Schützenhut, später eine Lederscheibe, Pfeil mit Hohlkopf statt Spitze.

Häufige Fragen

Wie lang ist der japanische Bogen und warum sitzt der Griff unten?

Die Grundlänge beträgt laut Nipponica und der Zen Nihon Kyudo Renmei 7 shaku 3 sun (221 cm), je nach Auszugslänge werden auch Bögen von 227 und 212 cm verwendet. Der Griff liegt etwa ein Drittel von unten, was laut Heibonsha die Rückfederung erhöht und den Bogen vor Bruch schützt, diese Länge habe sich laut ihr schon in der Nara-Zeit eingebürgert.

Welche Grade und Titel werden im Kyudo vergeben?

Die Zen Nihon Kyudo Renmei vergibt fünf Kyu-Grade, zehn Dan-Grade und die Titel renshi, kyoshi und hanshi. Dan werden Stufe für Stufe erworben, Kyu dürfen übersprungen werden, hanshi sowie der neunte und zehnte Dan werden per Ratsauswahl vergeben. Farbige Gürtel trägt man laut englischer Wikipedia im Kyudo nicht.

Hängt Kyudo mit dem Zen zusammen?

Die Quellen gehen auseinander. Nipponica und Heibonsha schreiben von einer Verbindung mit Zen und Konfuzianismus in der Edo-Zeit, Yamada 2001 belegt jedoch, dass die Vorkriegstexte über das Bogenschießen Zen kaum erwähnen und dass sich die Verbindung erst nach der japanischen Übersetzung von Herrigels Buch 1956 verbreitete.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

KendoIaidoNiten Ichi-ryuOkinawanisches KobudoJodo (Stock gegen Schwert)Kumdo