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Kasagake (Berittenes Bogenschießen auf ein fernes Ziel)

笠懸

Japanisches Reiterbogenschießen auf ein fernes Ziel, eine von drei mittelalterlichen Disziplinen. Ziel war der Schützenhut, später eine Lederscheibe, Pfeil mit Hohlkopf statt Spitze.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitMittelalter

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

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Über Kasagake (Berittenes Bogenschießen auf ein fernes Ziel)

Kasagake ist das japanische Bogenschießen zu Pferd, bei dem der Reiter im Galopp auf ein abseits der Bahn aufgestelltes Ziel schießt. Daijisen definiert es als Wettbewerb im Bogenschießen vom Pferd, der von der späten Heian-Zeit bis zur Kamakura-Zeit blühte: Zunächst wurde als Ziel der Hut des Schützen aufgehängt, später eine runde, mit Rindsleder bezogene und etwa mit Stroh gefüllte Scheibe. Zusammen mit yabusame und inuoumono gehörte es nach Daijisen, Nikkoku, Heibonsha und Nipponica zu den drei Disziplinen des berittenen Schießens der Krieger. Maypedia unterscheidet es von yabusame dadurch, dass das Ziel weit entfernt steht, etwa 30 m, Nipponica nennt bei der fernen Form ein Ziel etwa 18 m von der Bahn mit einem Durchmesser von etwa 54,5 cm und bei der kleinen Form ein quadratisches Brett mit einer Seitenlänge von etwa 12 cm dicht über dem Boden. Der Pfeil trägt nach Nikkoku und Maypedia statt einer Spitze einen großen hohlen Kopf.

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Der Ursprung ist nach der japanischen Wikipedia nicht klar. Nikkoku nennt als ersten belegten Gebrauch des Wortes eine Notiz im Tagebuch Chuyuki vom 8. Tag des 2. Monats des Jahres 1092, die japanische Wikipedia findet einen älteren Beleg aus dem Jahr 1057, als Angehörige des Hauses eines der Minamoto am Ufer des Flusses Kizugawa auf dem Weg nach Nara kasagake ausführten. Heibonsha schreibt, es habe schon in der Heian-Zeit stattgefunden und werde in zeitgenössischen Schriften und Tagebüchern wie Chuyuki erwähnt, und Maypedia gibt an, der Anfang liege angeblich darin, dass der Adel den Kriegern Übungsschießen vom Pferd nicht auf einer besonderen Bahn, sondern am Flussufer anordnete. Die Behauptung, kasagake habe Minamoto no Yoritomo eingeführt, nennt die japanische Wikipedia unter Verweis auf eine ältere Schrift falsch, Maypedia schreibt nur, dass Yoritomo oft auf in Bambus gesteckte Gegenstände schießen ließ. Nikkoku bezeichnet es als die älteste der berittenen Schießdisziplinen, die ein weniger strenges Zeremoniell als yabusame und inuoumono hatte, einfachere Einrichtung und weniger Platz brauchte und daher in der Heian- und Kamakura-Zeit häufig stattfand. In der Muromachi-Zeit setzten sich nach Heibonsha die Verfahrensweisen fest und es entstanden viele Handbücher, Nipponica legt den Niedergang erst an das Ende der Muromachi-Zeit. In der Edo-Zeit belebte es nach Nikkoku der Shogun Tokugawa Yoshimune zusammen mit inuoumono und yabusame wieder, die japanische Wikipedia zitiert eine zeitgenössische Schrift, nach der Yoshimune zuerst gerade kasagake übte, und gibt an, dass es nach der Meiji-Restauration erneut verfiel und heute von Takeda-ryu und Ogasawara-ryu bewahrt wird. Der Kamigamo-Schrein in Kyoto und eine Kyoto-Tourismus-Website geben an, dass die dortige kasagake-Zeremonie am dritten Sonntag im Oktober von Takeda-ryu des Vereins Dai Nippon Kyubakai vorgeführt wird, der sie nach eigener Übersicht seit 1979 auch beim Doshin-Fest in der Stadt Miura vorführt.

Geschichte

Der Ursprung von kasagake ist nach der japanischen Wikipedia nicht klar. Nikkoku nennt als ersten belegten Gebrauch des Wortes eine Notiz im Tagebuch Chuyuki vom 8. Tag des 2. Monats des Jahres 1092, Heibonsha gibt an, es habe angeblich schon in der Heian-Zeit stattgefunden und werde in zeitgenössischen Schriften und Tagebüchern wie Chuyuki erwähnt, und Nipponica setzt die ersten Erwähnungen ins 11. Jahrhundert. Die japanische Wikipedia findet einen älteren Beleg in einer Schrift aus dem Jahr 1057, als Angehörige des Hauses eines der Minamoto am Ufer des Flusses Kizugawa auf dem Weg nach Nara kasagake ausführten. Maypedia erklärt den Anfang damit, dass der Adel der späten Heian-Zeit den Kriegern angeblich Übungsschießen vom Pferd nicht auf einer besonderen Bahn, sondern am Flussufer anordnete. Nikkoku nennt es die älteste der berittenen Schießdisziplinen und führt seine Beliebtheit in der Heian- und Kamakura-Zeit darauf zurück, dass es weniger strenges Zeremoniell als inuoumono und yabusame hatte, einfachere Einrichtung und weniger Platz brauchte.

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In der Kamakura-Zeit gehörte es nach Daijisen, Nikkoku, Heibonsha und Nipponica zu den drei Disziplinen des berittenen Schießens. Der Verein Dai Nippon Kyubakai gibt an, die Chronik Azuma kagami halte fest, wie sich Yoritomo und Yoriie mit den gokenin an kasagake vergnügten, und Zweck der Übung sei gewesen, den Gesichtsschuss zu üben, eine auffällige Stelle der Rüstung. Maypedia schreibt, Yoritomo habe oft auf einen Fächer oder Schuhwerk schießen lassen, die in Bambus gesteckt waren. Die Behauptung, Yoritomo habe kasagake eingeführt, nennt die japanische Wikipedia unter Verweis auf eine Schrift aus der Edo-Zeit, die an die Notiz von 1092 erinnert, falsch, doch dieselbe Wikipedia zitiert eine andere alte Schrift, nach der die ferne Form unter Yoritomos Herrschaft begann. Die Stadt Kasakake in der Präfektur Gunma, heute Teil der Stadt Midori, ist laut japanischer Wikipedia danach benannt, dass Yoritomo dort angeblich kasagake ausführte. In der Muromachi-Zeit setzte sich nach Heibonsha die Etikette fest und es entstanden viele Handbücher, Nipponica legt den Niedergang erst an das Ende der Muromachi-Zeit. Die englische Wikipedia schreibt, nach dem Fall des Kamakura-Shogunats hätten es nur die Familien Ogasawara und Takeda bewahrt, während Nikkoku es in der Muromachi-Zeit zu den drei berittenen Schießdisziplinen zählt und Heibonsha von festgelegten Verfahrensweisen und vielen Handbüchern schreibt. In der Edo-Zeit belebte es nach Nikkoku der achte Shogun Tokugawa Yoshimune mit inuoumono und yabusame wieder, Nipponica ordnet die Wiederbelebung den Reformen der Kyoho-Ära zu, und die japanische Wikipedia zitiert eine zeitgenössische Schrift, nach der Yoshimune zuerst gerade kasagake übte. Nach der Meiji-Restauration verfiel es laut japanischer Wikipedia erneut, heute bewahren es Takeda-ryu und Ogasawara-ryu. Der Verein Dai Nippon Kyubakai führt unter seinen Aufführungen die kasagake-Zeremonie beim Doshin-Fest in der Stadt Miura seit Juli 1979 an, und der Kamigamo-Schrein in Kyoto gibt an, seine kasagake-Zeremonie werde von Takeda-ryu dieses Vereins aufgeführt.

Was es unterscheidet

Gegenüber yabusame hat kasagake ein Ziel statt dreien, das weiter von der Bahn entfernt steht: Maypedia nennt etwa 30 m gegenüber den Zielen von yabusame dicht an der Bahn. Nikkoku schreibt, kasagake habe ein weniger strenges Zeremoniell als yabusame und inuoumono, einfachere Einrichtung und komme mit weniger Platz aus, die japanische Wikipedia bezeichnet es als praktischer und technisch schwieriger, aber formal einfacher, mit größerem Unterhaltungscharakter. Dai Nippon Kyubakai ergänzt, yabusame reite in eine Richtung und schieße drei Ziele links, während das zeremonielle kasagake hin und zurück reite und auf dem Rückweg auf ein niedriges Ziel schieße. Der Pfeil von kasagake hat nach Nipponica statt einer Spitze einen hohlen Kopf, bei yabusame nennt sie eine gegabelte Spitze. Dennoch ist kasagake nicht nur ein Spiel: Daijisen, Nikkoku und Maypedia kennen eine im Schrein abgehaltene zeremonielle Form, und der Kamigamo-Schrein führt sie heute als Opfergabe aus. Die dritte Disziplin war inuoumono, nach Nipponica das Schießen vom galoppierenden Pferd auf laufende Hunde mit Pfeilen, die den Hund nicht töten, in der traditionellen Form mit 36 Reitern und 150 Hunden, zuletzt nach Nikkoku 1881 vorgeführt.

Technik

Das Ziel und seine Entfernung unterscheiden kasagake von yabusame. Daijisen gibt an, dass ursprünglich der Hut des Schützen als Ziel aufgehängt wurde, später eine runde, mit Rindsleder bezogene und etwa mit Stroh gefüllte Scheibe, Heibonsha beschreibt ein Ziel aus Zypressenholz, mit Leder und Watte bezogen. Die Zielentfernung von der Bahn geben die Quellen unterschiedlich an: Heibonsha, Nikkoku und Maypedia etwa 30 m, Nipponica etwa 18 m, die japanische Wikipedia 5 bis 10 Bogenlängen (etwa 11 bis 23 m), der Kamigamo-Schrein für seine heutige Zeremonie etwa 5 m vom Pferd. Nipponica nennt eine Bahn von etwa 107 m Länge und teilt kasagake nach der Zielentfernung in die ferne, gewöhnlich gemeinte Form mit einem runden Ziel von etwa 54,5 cm Durchmesser mit schwarzem Kreis in der Mitte, und die kleine Form mit einem quadratischen Brett von etwa 12 cm Seitenlänge etwa 36 cm über dem Boden und etwa 24 cm vom Bahnrand. Nikkoku nennt ein Ziel mit einer Seite von 1 shaku 8 sun, und die japanische Wikipedia für die kleine Form ein in Bambus gestecktes Brett von 4 bis 8 sun Seitenlänge, auf das bei der Rückfahrt geschossen wird.

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Der Pfeil hat nach Nikkoku und Maypedia statt einer Spitze einen großen hohlen Kopf, Nipponica beschreibt ihn als hohles, eiförmiges Holzstück mit Löchern, auf die Spitze gesteckt, damit der Schütze das Ziel nicht verletzt, und gibt an, dass eine Zeremonie mit diesem Pfeil heute als höchste Zeremonie des kyudo ausgeführt wird. Die Kleidung beschreibt nur die japanische Wikipedia: Beinüberzüge wie bei yabusame, die Ärmel werden nicht gebunden und ein Handschutz wurde ursprünglich nicht getragen, der Jagdhut wie bei yabusame wird nicht getragen, weil der Hut des Schützen das Ziel war. Der Verein Dai Nippon Kyubakai beschreibt die zeremonielle Form als Ritt hin und zurück: Das Ziel auf dem Hinweg ist beidseitig mit Bambus eingefasst und der Schütze hat nur den Augenblick zum Schuss, in dem er rechtwinklig zum Ziel steht, auf dem Rückweg schießt er auf ein kleineres Brett bei den Beinen des Pferdes, wozu die Techniken des Schießens schräg nach links und rechts unten dienen.

Training

Kasagake wird heute nach dem Kamigamo-Schrein und nach der eigenen Übersicht von Takeda-ryu des Vereins Dai Nippon Kyubakai vorgeführt. Dai Nippon Kyubakai, der Takeda-ryu vertritt, gibt an, dass Interessenten vor der Aufnahmebeurteilung mindestens zwei reguläre Trainings besuchen müssen, die jeden Sonntag außer an Vorführtagen stattfinden, und dass er diejenigen ablehnt, die nur auf viele Ziele schießen wollen, weil es kein Sport sei. Derselbe Verein gibt an, dass bei kasagake das Schießen schräg nach links und rechts unten angewandt wird, während yabusame das Schießen genau nach links übt. Historisch war es nach Heibonsha eine Schießkunst zum Einüben von Kampffertigkeiten, und nach Dai Nippon Kyubakai sollte der Krieger den Schuss ins Gesicht üben, eine auffällige Stelle der Rüstung.

Wettkampf

Daijisen, Nikkoku und Maypedia nennen kasagake einen Wettbewerb im Schießen vom Pferd, und Nikkoku wie Maypedia geben eine ausgloste Form an, die die japanische Wikipedia als Wettbewerb mit Schiedsrichtern beschreibt: Zehn Schützen losen aus fünf Losepaaren, und nach zehn Ritten entscheidet die Trefferzahl über den Sieger jedes Paares. Daneben gab es nach der japanischen Wikipedia eine Form von hundert Schüssen eines Schützen als Gebet oder Dank und eine zeremonielle Form im Schrein, bei der die Ziele Opfergaben waren. Heutige Regeln, Entfernungen oder Meisterschaften für kasagake konnten wir in den Quellen nicht belegen, der Kamigamo-Schrein beschreibt seine Zeremonie als Opfergabe an den Schrein.

Heute

Der Kamigamo-Schrein in Kyoto gibt an, dass seine kasagake-Zeremonie von Takeda-ryu des Vereins Dai Nippon Kyubakai vorgeführt wird, die Bahn misst etwa 180 m, die Reiter in Rüstung reiten am Südende los, wenden am Nordende und schießen auf dem Rückritt auf Ziele zu beiden Seiten. Der Schrein behauptet, dass kasagake als Opfergabe an den Schrein in ganz Japan nur bei ihm ausgeführt wird. Die städtische Tourismus-Website von Kyoto nennt die Zeremonie am dritten Sonntag im Oktober ab 13 Uhr und beschreibt die ferne Form als waagerechtes Schießen vom galoppierenden Pferd und die kleine Form als Schießen auf ein Ziel am Boden. Die Präfektur Kanagawa nennt das Doshin-Fest mit kasagake am letzten Sonntag im Mai am Strand Aburatsubo in der Stadt Miura, Dai Nippon Kyubakai führt es in seiner Übersicht seit Juli 1979. Die japanische Wikipedia nennt auch die Stadt Midori in der Präfektur Gunma und gibt an, dass kasagake von Takeda-ryu und Ogasawara-ryu bewahrt wird, bei Ogasawara-ryu erwähnt sie eine kleine Form von kasagake im Schrein Katori jingu.

Wissenswertes

Der Name kasagake stammt nach Nikkoku und Maypedia angeblich davon, dass der Hut des Schützen als Ziel aufgehängt wurde, Maypedia präzisiert, an einem Ast. Die japanische Wikipedia fügt hinzu, dass man deshalb bei kasagake keinen Jagdhut wie bei yabusame trägt. Dai Nippon Kyubakai behauptet, das Üben des Schusses ins Gesicht habe einen Kampfsinn gehabt, und erinnert daran, dass die drei Krieger, die er nennt, angeblich von einem Pfeil ins Gesicht getroffen fielen. Die Stadt Kasakake in der Präfektur Gunma, heute Teil der Stadt Midori, trägt ihren Namen laut japanischer Wikipedia danach, dass Yoritomo dort angeblich kasagake ausführte.

Häufige Fragen

Wodurch unterscheidet sich kasagake von yabusame?

Durch Zahl und Entfernung der Ziele und den Grad der Zeremonie. Yabusame schießt auf drei Ziele an der Bahn, kasagake nach Maypedia auf ein Ziel etwa 30 m entfernt, nach Nipponica etwa 18 m. Nikkoku nennt bei kasagake ein weniger strenges Zeremoniell und einfachere Einrichtung, Dai Nippon Kyubakai einen Ritt hin und zurück mit einem zweiten, niedrigen Ziel auf dem Rückweg.

Wer hat kasagake begründet und wann entstand es?

Der Gründer ist unbekannt, der Ursprung laut japanischer Wikipedia unklar. Nikkoku zitiert das erste Vorkommen des Wortes im Tagebuch Chuyuki von 1092, die japanische Wikipedia einen älteren Beleg von 1057. Die Behauptung, Minamoto no Yoritomo habe es eingeführt, nennt die japanische Wikipedia falsch.

Wo kann man kasagake heute sehen?

Im Kamigamo-Schrein in Kyoto am dritten Sonntag im Oktober, wo es laut Schrein von Takeda-ryu des Vereins Dai Nippon Kyubakai vorgeführt wird, und beim Doshin-Fest in der Stadt Miura am letzten Sonntag im Mai laut Präfektur Kanagawa. Die japanische Wikipedia nennt auch die Stadt Midori in der Präfektur Gunma.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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