Kasagake
笠懸Japanisches berittenes Bogenschießen mit Gewicht auf Technik statt Zeremonie. Gegenüber Yabusame freiere Ziele, freiere Kleidung, fortlaufendes Schießen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Kasagake
Kasagake ist japanisches berittenes Bogenschießen und steht in diesem Katalog neben dem Yabusame als dessen technisches Gegenstück. Der Unterschied liegt nicht darin, was der Reiter tut, sondern warum: Yabusame ist ein shintoistischer Ritus mit vorgeschriebenem Ablauf und vorgeschriebenen Zielen, Kasagake entwickelte sich als Spiel und Übung, also als Schulung einer Fertigkeit. Daraus folgt alles Weitere. Die Ziele sind nicht einheitlich und ihre Arten wechseln; geschossen werden darf fortlaufend während des Ritts, nicht nur an festgelegten Punkten der Bahn. Auch die Kleidung unterscheidet sich: Der Schütze trägt Hitatare, die förmliche Samuraitracht mit gewickelten Beinlingen, doch die Manschetten bleiben ungebunden und die Armbänder entfallen — eine praktische Anpassung, die zur Übung und nicht zur Zeremonie passt. Weder Gründer noch Gründungsjahr werden hier angegeben. Das Wort erscheint bereits in Quellen des 11. Jahrhunderts, und obwohl die Überlieferung das Kasagake Minamoto no Yoritomo (1147–1199) zuschreibt, fehlt dafür der Beleg. In der Kamakura-Zeit gehörte Kasagake zu den „drei Künsten des berittenen Bogenschießens". Nach dem Fall des Kamakura-Shogunats verschwand die Übung nahezu und wurde nur von den Familien Ogasawara und Takeda bewahrt. In der Edo-Zeit wurde sie unter Tokugawa Yoshimune erneuert. Beide Schulen pflegen sie bis heute, etwa am Kamigamo-Schrein in Kyoto.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
