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Yabusame (Berittenes Bogenschießen auf drei Scheiben)

流鏑馬

Japanisches berittenes Bogenschießen: Im Galopp schießt der Reiter auf drei Holzscheiben an der Bahn. Heute vor allem shintoistische Zeremonie, etwa im Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen
KontaktstufeKein Kontakt

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitMittelalter

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringKein Sparring
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKein Kindertraining
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung3/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung1/5
Konditioneller Nutzen2/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

WettkampfformatFormen
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte PraktizierendeUnter 10 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

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Über Yabusame (Berittenes Bogenschießen auf drei Scheiben)

Yabusame ist das japanische berittene Bogenschießen, bei dem ein Reiter im Galopp auf einer geraden Bahn nacheinander auf drei hölzerne Scheiben schießt. Daijisen definiert es als eine Art des Schießens vom Pferd: Der Schütze in Jagdkleidung lässt das Pferd laufen und schießt mit einem Pfeil mit klingendem Kopf auf drei quadratische Scheiben. Zusammen mit Kasagake und Inuoumono gehörte es laut Daijisen, Nikkoku und Nipponica zu den drei Disziplinen des berittenen Schießens der Krieger der Kamakura-Zeit. Nipponica gibt nach Handbüchern der Muromachi-Zeit eine Bahn von etwa 218 m und Scheiben aus Zypressenbrettern mit einer Seitenlänge von etwa 54,5 cm an, Maypedia eine Bahn von etwa 220 m, während koryu.com und das Regierungsmagazin Highlighting Japan von rund 250 m schreiben.

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Der Ursprung des Yabusame ist laut Obunsha Nihonshi jiten nicht klar. Nikkoku nennt als erstes belegtes Vorkommen des Wortes eine Stelle im Tagebuch Chuyuki aus dem Jahr 1096, und Yamakawa Nihonshi shojiten stellt es in die Tradition des berittenen Schießens der Hofkriegsbeamten. Die Takeda-ryu und die japanische Wikipedia geben eine ältere Legende wieder, nach der der Anfang angeblich ins 6. Jahrhundert zurückreicht, als Kaiser Kinmei in Usa vom Pferd auf drei Scheiben schießen ließ. Der Name ist laut Nipponica eine Verballhornung von yabaseme, Heibonsha schreibt vorsichtiger, er sei angeblich die Verballhornung eines von zwei älteren Ausdrücken. Maypedia fügt hinzu, der Klang des klingenden Pfeils habe als Schutz vor dem Bösen gegolten, und in zeitgenössischen Quellen handle es sich fast ausschließlich um eine Kampfkunst als Darbringung. Maypedia führt an, dass die Chronik Azuma kagami viele Erwähnungen des Yabusame enthält, die erste von 1184 aus Kazusa Ichinomiya, und dass sich die meisten übrigen auf Darbringungen im Tsurugaoka Hachimangu beziehen, wo ausgewählte, im Schießen herausragende Gokenin schossen. Die Stadt Kamakura setzt den Beginn der heutigen Zeremonie auf die Darbringung des Minamoto no Yoritomo beim Fest Hojoe am 15. August 1187 und beruft sich dafür auf Azuma kagami. Nipponica schreibt, Yoritomo habe das Yabusame gefördert und seine Regeln vereinheitlicht. Die Überlieferung der Ogasawara-ryu, die Nihon Kobudo Kyokai und Green übernehmen, besagt, Ogasawara Nagakiyo (1162 bis 1242) habe Yoritomos Krieger im Schießen unterrichtet, Heibonsha hält diese Überlieferung jedoch für zweifelhaft, und Nipponica datiert den ersten belegten Lehrer der Shogune aus der Familie Ogasawara erst auf das Jahr 1430. Seit der Muromachi-Zeit verfiel das Yabusame laut Obunsha, und in der Edo-Zeit erneuerte es laut Nipponica und Britannica in den Kyoho-Jahren (1716 bis 1736) der Shogun Tokugawa Yoshimune, der es der Familie Ogasawara anvertraute. Heute wird Yabusame vor allem als shintoistische Zeremonie abgehalten. Daijisen nennt den Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura, wo es laut der Stadt im April beim Kamakura matsuri und am 16. September beim jährlichen Fest des Schreins stattfindet. Highlighting Japan schreibt, die historischen Linien hielten nur zwei Schulen aufrecht, Ogasawara-ryu und Takeda-ryu, und bei der Zeremonie gebe es weder Sieger noch Rangfolge, neuere Gruppen entwickelten daneben jedoch auch ein wettkampfmäßiges Sport-Yabusame. Die Takeda-ryu vertritt laut eigener Website der Verein Dai Nippon Kyubakai mit Sitz in Kamakura, die Ogasawara-ryu leitet das 31. Oberhaupt der Familie Ogasawara, Ogasawara Kiyotada.

Geschichte

Der Ursprung des Yabusame ist laut Obunsha Nihonshi jiten nicht klar, und die älteste Erwähnung steht im Tagebuch Chuyuki. Nikkoku zitiert daraus eine Stelle vom 29. Tag des 4. Monats des Jahres 1096, Yamakawa Nihonshi shojiten nennt für dasselbe Jahr einen anderen Ort und beschreibt eine 2 cho lange Bahn mit Einfriedung an den Seiten und quadratischen Scheiben 3 shaku 5 sun von der Bahn entfernt. Nach Yamakawa knüpft das Yabusame an die Tradition des berittenen Schießens der Hofkriegsbeamten an, Daijisen schreibt, das Schießen vom Pferd sei am Hof eine Zeremonie zum Tag 5.5. gewesen. Die japanische Wikipedia fügt ältere Berichte hinzu: Nihon shoki erwähnt unter Kaiser Tenmu eine Vorführung des Schießens vom Pferd auf Scheiben (Wikipedia rechnet das Jahr auf 682 um, Britannica auf 680), 1063 soll Minamoto no Yoshiie das Yabusame einem Schrein geweiht haben, und 1136 wurde beim Fest Kasuga Wakamiya on-matsuri mit zehn Reitern geschossen. Die Takeda-ryu leitet den Anfang von Kaiser Kinmei im 6. Jahrhundert ab und von dem Zeitpunkt, als Kaiser Uda Minamoto no Yoshiari angeblich die Regeln für Bogen und Pferd festzulegen befahl (die japanische Wikipedia nennt das Jahr 896), das biographische Lexikon von Kodansha kennt Yoshiari (845 bis 897) jedoch nur als Hofwürdenträger und schweigt zum Schießen.

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In der Kamakura-Zeit wurde das Yabusame zum Schießen der Gokenin als Darbringung. Maypedia führt an, dass Azuma kagami viele Erwähnungen enthält, die erste vom 17. Tag des 1. Monats des Jahres 1184 aus Kazusa Ichinomiya als Gebet um Frieden im Osten, und dass sich die meisten weiteren auf Darbringungen im Tsurugaoka Hachimangu beziehen, wo ausgewählte Gokenin bei den Festen am 3.3., 3.4., 5.5. und beim Hojoe am 15.8. schossen. Die Stadt Kamakura schreibt in ihrem Plan zum Schutz des historischen Charakters, die Kamakura-Zeremonie habe angeblich mit einer Darbringung des Minamoto no Yoritomo beim Hojoe am 15.8.1187 begonnen, und beruft sich dafür auf Azuma kagami. Die japanische Wikipedia führt zum selben Tag an, der Oberpriester des Schreins Suwa taisha, Suwa Morizumi, habe eine erhaltene Technik vorgeführt, sei begnadigt und unter die Gokenin aufgenommen worden, und Yoritomo habe Yabusame von Saigyo gelernt. Nipponica schreibt, Yoritomo habe das Yabusame gefördert und seine Regeln vereinheitlicht, und erinnert an die Geschichte aus Azuma kagami, in der Kumagai Naozane beim Hojoe ablehnte, die Scheiben aufzustellen, weil er diese Aufgabe für niedriger hielt als den Rang eines Schützen. Bis zur Zeit des Regenten Hojo Tokimune gab es laut der japanischen Wikipedia in Tsurugaoka angeblich 47 Darbringungen des Yabusame. Nihon Kobudo Kyokai gibt an, dass Yoritomo 1187 den Unterricht im Schießen seiner Krieger Ogasawara Nagakiyo (1162 bis 1242) anvertraute, Green dasselbe ohne Jahr, Heibonsha bezeichnet diese Überlieferung als zweifelhaft, und Nipponica datiert den ersten belegten Lehrer des Shoguns aus der Familie Ogasawara erst auf 1430. Im Artikel über Nagakiyo schreibt Nipponica nur, dass erst sein Nachkomme in der sechsten Generation den Weg von Bogen und Pferd zur Familienkunst machte. Seit der Muromachi-Zeit verfiel das Yabusame laut Obunsha. In der Edo-Zeit erneuerte es laut Nipponica und Britannica in den Kyoho-Jahren (1716 bis 1736) der achte Shogun Tokugawa Yoshimune anhand alter Aufzeichnungen und vertraute es der Familie Ogasawara an, Nihon Kobudo Kyokai und Wikipedia nennen für das zwanzigste Oberhaupt der Familie, das die Erneuerung durchführte, zwei verschiedene Namen. Highlighting Japan fügt hinzu, bei der Erneuerung sei auch eine vereinfachte Form mit leichterer Kleidung namens kisha hasamimono entstanden. 1728 fand laut der Stadt Shinjuku in Takadanobaba ein Yabusame als Bitte um die Genesung des Shogun-Erben von den Pocken statt, und diese Zeremonie besteht bis heute. Die Linie der Takeda-ryu beschreibt ein vom Schrein Omi jingu übernommener Text der Schule: In der Muromachi-Zeit verwaltete ein Zweig der Familie Takeda die Regeln für Bogen und Pferd, in der Tokugawa-Zeit blieb die Tradition bei der Familie Hosokawa in der Provinz Higo erhalten und ging auf einen Vasallen namens Takehara Koreshige über, dessen Familie sie weiter hielt. Dai Nippon Kyubakai gibt an, nach dem Tod des Meisters in Kumamoto 1933 habe ein neuer Meister mit Erlaubnis des Marquis aus der Familie Hosokawa den Titel des 34. Oberhaupts der Schule übernommen, der Verein sei am 25. Januar 1939 gegründet worden, und im April 1941 hätten drei Schulen des berittenen Schießens, Takeda, Ogasawara und Hosokawa, vor dem Kaiser vorgeführt. Highlighting Japan schreibt, die historischen Linien des Yabusame hielten heute nur Ogasawara-ryu und Takeda-ryu aufrecht.

Was es unterscheidet

Yabusame ist eine der drei Disziplinen des berittenen Schießens der Krieger, die Daijisen, Nikkoku und Nipponica gemeinsam nennen: Yabusame, Kasagake und Inuoumono. Der Unterschied zu Kasagake liegt in den Scheiben und im Grad der Zeremonie. Yabusame schießt auf drei Scheiben dicht an der Bahn, Kasagake laut Maypedia auf eine weit entfernte Scheibe von etwa 30 m und hat laut Nikkoku eine weniger strenge Zeremonie, einfachere Ausrüstung und kommt mit weniger Platz aus. Dai Nippon Kyubakai fügt hinzu, dass der Reiter beim Yabusame in eine Richtung reitet und drei Scheiben links schießt, beim Kasagake dagegen hin und zurück. Inuoumono war laut Nipponica das Schießen auf laufende Hunde mit Pfeilen, die den Hund nicht töten, zuletzt laut Nikkoku 1881 vorgeführt, und wird heute nicht betrieben. Dai Nippon Kyubakai bezeichnet Yabusame als shintoistische Zeremonie in Verbindung mit Gebet und räumt ihm unter den drei Disziplinen des berittenen Schießens eine besondere Stellung ein.

Technik

Daijisen beschreibt das Yabusame so, dass der Schütze in Jagdkleidung das Pferd laufen lässt und mit einem Pfeil mit klingendem Kopf auf drei hölzerne quadratische Scheiben schießt. Nikkoku spricht von einer geraden Bahn, an der an drei Stellen Scheiben in Form rautenförmiger, in Bambuspflöcke gesteckter Bretter stehen, die japanische Wikipedia schreibt, das quadratische Brett werde auf die Spitze gestellt, also rautenförmig. Die Maße unterscheiden sich je nach Quelle. Nipponica nennt nach Handbüchern der Muromachi-Zeit eine Bahn von etwa 218 m (2 cho), Scheiben aus Zypressenbrettern mit einer Seitenlänge von etwa 54,5 cm auf Pflöcken, die erste 36,4 m vom Start, die beiden weiteren jeweils 72,7 m weiter. Maypedia nennt eine Bahn von 120 ken (etwa 220 m) mit Einfriedung auf beiden Seiten und Scheiben mit einer Seitenlänge von 1 shaku 4 sun (etwa 50 cm), die japanische Wikipedia für die Tokugawa-Form ein Brett mit einer Seitenlänge von 1 shaku 8 sun auf einem 3 shaku 5 sun langen Pflock, die Scheiben etwa 5 m von der Bahn entfernt und etwa 2 m hoch. Highlighting Japan und koryu.com schreiben von einer Bahn von rund 250 m, die Stadt Kamakura von heutigen Scheibenabständen von etwa 70 m. Die Scheiben stehen laut der japanischen Wikipedia und dem Verein Dai Nippon Kyubakai links in Reitrichtung, Nipponica fügt hinzu, dass sie ursprünglich ein Beamter hielt und erst später in den Boden gesteckt wurden.

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Der Pfeil hat laut Britannica vier Federn und eine Spitze karimata, die Daijisen und Nikkoku als gegabelt beschreiben und die laut Nipponica vor dem klingenden Kopf aufgesetzt wird, Nipponica beschreibt im Artikel über diesen Pfeil eine hohle Kugel aus Holz oder Hirschgeweih mit Löchern, die im Flug scharf klingt. Dai Nippon Kyubakai gibt dagegen an, bei der Zeremonie werde keine eiserne Spitze aufgesetzt, weil die Zeremonie Blut meide. Die Kleidung ist die Jagdkleidung der Kamakura-Zeit: Daijisen nennt Hut, Schützenhandschuh, Handschutz und Beinüberzüge, Dai Nippon Kyubakai fügt einen Schutz mit Familienwappen an der linken Hand und Beinüberzüge aus Sommerhirschfell hinzu. Ritt und Schuss beschreibt Dai Nippon Kyubakai: einen Sitz namens tachisukashi, bei dem der Reiter das Pferd nicht mit den Beinen umklammert und die Hüften den Sattel nicht berühren, im japanischen Sattel mit Steigbügeln, und die Schusstechnik genau nach links (yunde yoko), die bei den drei Scheiben des Yabusame verwendet wird. Zwischen den Scheiben hat der Schütze laut demselben Verein nur wenige Sekunden, um den nächsten Pfeil aufzulegen. Die japanische Wikipedia beschreibt bei der Tokugawa-Form das Stehen in den Steigbügeln etwa 3 sun über dem Sattel mit vorgebeugtem Körper, den ersten beim Start aufgelegten Pfeil und die beiden weiteren, die während des Ritts aus dem Köcher mit fünf Pfeilen gezogen werden, sowie einen lauten Ruf vor jeder Scheibe. Der erste Reiter des Tages spricht ihr zufolge vor dem Schuss ein norito, öffnet einen Fächer und wirft ihn hoch vor sich, der letzte Reiter hebt zwischen der zweiten und dritten Scheibe die Peitsche, was als sehr schwierig gilt.

Training

Das zeremonielle Yabusame lernt man innerhalb der Schulen des berittenen Schießens. Ogasawara Kiyotada, 31. Oberhaupt der Ogasawara-ryu, beschrieb 2005 in einem Konferenzband, dass der Schüler zuerst die Grundlagen der Etikette reiho beherrscht und erst danach Bogenschießen und berittenes Schießen lernt, das gerade mit dem Yabusame beginnt. Dai Nippon Kyubakai gibt für die Takeda-ryu an, ein Interessent müsse vor der Aufnahmebeurteilung mindestens zwei reguläre Trainings besuchen, die jeden Sonntag außer an Vorführungstagen stattfinden, Erfahrung mit Reiten oder Kyudo sei eher eine Empfehlung, und wer nur auf viele Scheiben schießen wolle, den lehne die Schule ab, weil es kein Sport sei. Dai Nippon Kyubakai beschreibt die Zeremonie als Abfolge von Handlungen mit Trommel, Gebet und Pfeilen, bei der der Reiter vor dem Ritt über die Bahn dreimal nach links und zweimal nach rechts kreist und den Pfeil zum Himmel und zur Erde richtet. Die Stadt Kamakura beschreibt die heutige Zeremonie im Tsurugaoka Hachimangu so, dass sie mit einleitenden Riten beginnt, mit dem Schießen von drei Reitern in Jagdkleidung fortfährt und mit dem Schießen von mehr als zehn Reitern auf kleinere Scheiben mit stumpfen Pfeilen endet.

Wettkampf

Yabusame ist in zeremonieller Form kein Wettkampf. Highlighting Japan schreibt, es würden weder Sieger noch Rangfolge verkündet, und das Hauptziel sei, alle drei Scheiben zu treffen. Britannica und Maypedia ordnen es dennoch den Wettkämpfen zu, Nipponica nennt es eine Schießtechnik, Obunsha schreibt, ursprünglich sei es ein Wettkampf zum Üben der Kampfkünste gewesen und erst später eine Zeremonie. Neben dem zeremoniellen Yabusame gibt es laut Highlighting Japan eine von neueren Gruppen entwickelte Wettkampfform, die japanische Wikipedia kennt sie als Sport-Yabusame, organisiert nach den Regeln einzelner Orte, und nennt einen Verein für wettkampfmäßiges Yabusame. Dai Nippon Kyubakai unterscheidet Schulen, die Yabusame als shintoistische Zeremonie betreiben, von Gruppen, die das Schießen vom Pferd als Sport betreiben. Einheitliche Regeln, Scheibenmaße oder eine Meisterschaft der Wettkampfform konnten wir nicht finden.

Heute

Daijisen schreibt, das Yabusame werde heute als Zeremonie erhalten, zum Beispiel im Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura. Die Stadt Kamakura präzisiert, dass es dort im April beim Kamakura matsuri und am 16. September als Abschluss des dreitägigen jährlichen Fests des Schreins stattfindet, die japanische Wikipedia ordnet die Aprilzeremonie der Takeda-ryu und die Zeremonien im September und Oktober der Ogasawara-ryu zu. Nihon Kobudo Kyokai gibt an, dass die Ogasawara-ryu berittenes Schießen im Tsurugaoka Hachimangu, im Omiya Hachimangu in Suginami in Tokio, im Schrein Shimogamo in Kyoto, im Kasuga Taisha und in Nikko übt. Der Schrein Shimogamo veranstaltet am 3. Mai eine Zeremonie des Schießens vom Pferd (die japanische Wikipedia reiht sie vor das Fest Aoi matsuri ein) und gibt an, 1973 habe er seine ältere Zeremonie mit dem Yabusame des Kamakura-Shogunats zu einem einzigen Fest verbunden. Laut der Stadt Shinjuku veranstaltet ein örtlicher Verein zusammen mit dem Schrein Ana Hachimangu jedes Jahr ein Yabusame im Toyama-Park, 2026 fiel es auf den 12. Oktober.

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Die Takeda-ryu vertritt laut eigener Website der gemeinnützige Verein Dai Nippon Kyubakai mit Sitz in Kamakura, der unter seinen regelmäßigen Zeremonien Meiji jingu, Samukawa jinja, Kamakura matsuri, Fuji Omuro Asama jinja, Mishima Taisha, Odawara und den Strand in der Stadt Zushi nennt. Highlighting Japan schrieb im Dezember 2025, Ogasawara-ryu und Takeda-ryu seien die einzigen zwei Schulen, welche die historischen Linien des Yabusame aufrechterhalten, die Ogasawara-ryu angeblich seit über 850 Jahren und 31 Generationen. Die zweite Organisation der Takeda-ryu, den Zweig Kamakura, nennt der Schrein Omi jingu als Veranstalter seiner Zeremonien, ihre verifizierte Website haben wir nicht gefunden.

Wissenswertes

Nipponica erinnert an eine Geschichte aus Azuma kagami: Kumagai Naozane lehnte es beim Yabusame im Tsurugaoka Hachimangu ab, die Scheiben aufzustellen, weil er diese Aufgabe für niedriger hielt als den Rang eines Schützen. Ogasawara Kiyotada fügt in einer Universitätszeitschrift von 2025 hinzu, er habe dafür angeblich einen Teil seines Besitzes verloren. Maypedia schreibt, der Klang des fliegenden klingenden Pfeils habe als Schutz vor dem Bösen gegolten, und die Universität Kokugakuin in ihrer Shinto-Enzyklopädie, die Krieger hätten die Zeremonie ursprünglich an Schreinen durchgeführt, um den Ernteausgang zu erfahren. Die japanische Wikipedia beschreibt zwei besondere Aufgaben: Der erste Reiter des Tages wirft vor dem Schießen einen Fächer hoch, und der letzte Reiter hebt zwischen der zweiten und dritten Scheibe die Peitsche. Dai Nippon Kyubakai gibt an, im April 1941 hätten drei Schulen des berittenen Schießens, Takeda, Ogasawara und Hosokawa, vor dem Kaiser vorgeführt.

Häufige Fragen

Wie viele Scheiben hat das Yabusame und wie lang ist die Bahn?

Drei Scheiben entlang einer geraden Bahn, übereinstimmend laut Daijisen, Nikkoku, Nipponica und Britannica. Die Länge der Bahn geben die Quellen unterschiedlich an: Nipponica und die japanische Wikipedia etwa 218 m (2 cho), Maypedia etwa 220 m, Highlighting Japan und koryu.com rund 250 m. Die Scheiben aus Zypressenbrettern haben laut Nipponica eine Seitenlänge von etwa 54,5 cm, laut Maypedia von etwa 50 cm.

Ist Yabusame ein Sport oder eine religiöse Zeremonie?

Heute vor allem eine Zeremonie. Highlighting Japan schreibt, es gebe weder Sieger noch Rangfolge, Daijisen und die Stadt Kamakura nennen es eine shintoistische Zeremonie. Obunsha Nihonshi jiten schreibt, ursprünglich sei es ein Wettkampf zum Üben der Kampfkünste gewesen, und Highlighting Japan fügt hinzu, neuere Gruppen entwickelten auch ein wettkampfmäßiges Sport-Yabusame.

Wo und wann kann man Yabusame sehen?

Die Stadt Kamakura nennt den Tsurugaoka Hachimangu im April beim Kamakura matsuri und am 16. September, der Schrein Shimogamo in Kyoto seine Zeremonie am 3. Mai und die Stadt Shinjuku den Toyama-Park im Oktober. Dai Nippon Kyubakai nennt weiter Meiji jingu, Samukawa jinja, Fuji Omuro Asama jinja, Mishima Taisha, Odawara und den Strand in der Stadt Zushi.

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