Okinawanisches Kobudo
沖縄古武道Eine Gruppe okinawanischer Waffenschulen neben dem waffenlosen Ti, aus dem das Karate hervorging. Häufigste Waffen sind Bo, Sai, Tonfa und Nunchaku.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Okinawanisches Kobudo
Über Okinawanisches Kobudo
Okinawa-Kobudo ist eine Gruppe von Waffenschulen, die auf den Ryukyu-Inseln parallel zum waffenlosen Ti geübt wurden, aus dem das Karate hervorging. Es ist kein einzelner Stil, sondern mehrere Linien mit eigenen Formen und eigener Auslegung derselben Waffe. Die häufigsten Waffen sind Bo (Langstock), Sai (Metallgabel), Tonfa, Nunchaku, Kama (Sichel), Tekko, Tinbe mit Rochin (Schild und Kurzspeer) sowie Surujin (Kette mit Gewicht). Küstenschulen ergänzen das Eku, ein Bootsruder. Die verbreitete Erklärung, es handle sich um Bauerngerät, das nach einem Waffenverbot umfunktioniert wurde, stimmt nur teilweise. Das Sai ist als Ausrüstung von Beamten und Ordnungshütern belegt, Tonfa und Bo haben Entsprechungen in China und Südostasien, und viele Formen tragen Namen von Adligen und königlichen Beamten, nicht von Bauern. Waffenbeschränkungen gab es auf Ryukyu tatsächlich, doch die Übung war eher Sache der Oberschicht als des Dorfes. Im 20. Jahrhundert systematisierten die verstreuten Linien vor allem Taira Shinken, der eine Gesellschaft zur Bewahrung des Ryukyu-Kobudo gründete und über vierzig Formen sammelte, sowie Matayoshi Shinpo mit der Schule Matayoshi Kobudo. Yamanni-ryu bildet eine eigene Stocklinie. Die meisten Karateka üben Kobudo heute als Ergänzung zur leeren Hand.
Stile & Zweige
Die okinawanische Kobudo-Linie mit dem breitesten Arsenal — rund zwanzig Waffen. Der Vater sammelte sie, der Sohn machte ein System daraus.
Traditionelle okinawanische Kobudo-Hauptlinie von Taira Shinken.
Eine okinawanische Stockkampfschule, erkennbar an ihrer flexiblen, schwungbetonten Stabführung anstelle fester, gestoppter Deckungspositionen.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
