Ogasawara-ryū
小笠原流Japanische Schule für berittenes Bogenschießen, Reitkunst und Etikette, seit der Kamakura-Zeit belegt. Neben Yabusame lehrt sie neun Arten der Verbeugung.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Ogasawara-ryū
Ogasawara-ryū ist eine japanische Traditionsschule, die drei Felder lehrt: Reitkunst (Bajutsu), Bogenschießen (Kyujutsu) und berittenes Bogenschießen (Yabusame). Allen dreien fügt sie ein viertes hinzu, das sie von jeder anderen Kampfschule unterscheidet — die Etikette, japanisch Reihō. Gegründet hat sie Ogasawara Nagakiyo (1162–1242) in der Kamakura-Zeit. Der entscheidende Moment ist das Jahr 1187: Der Shōgun Minamoto no Yoritomo weihte damals das Yabusame als Ritus dem Schrein Tsurugaoka Hachimangū in Kamakura und beauftragte Nagakiyo, seine Samurai im Bogenschießen zu unterrichten. Eine Gründungsurkunde besitzt die Schule nicht, ein genaues Entstehungsdatum wird hier deshalb nicht angegeben. Die Etikettelehre ist kein Anhang. Sie beschreibt neun verschiedene Arten der Verbeugung und reicht bis dahin, wie man richtig isst, wie man sich bei einer Hochzeit verhält und wie man eine Tür öffnet und schließt. Ihre Logik gleicht der des Schießens: Die richtige Haltung entsteht aus der Ordnung der Bewegung, nicht aus Anstrengung. Das gegenwärtige Oberhaupt fasst es so, dass die Etikette die Grundlage der Yabusame-Haltung sei, nicht umgekehrt. Mit dem Rückgang des Kriegerlebens verfiel die Übung; das berittene Bogenschießen erneuerte 1724 Ogasawara Heibei Tsuneharu. In den 1960er Jahren machte Tadamune Ogasawara die Etikettelehre einer breiten Öffentlichkeit als Ogasawara-ryū Reihō zugänglich.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
