Jūjutsu (Klassischer japanischer waffenloser Kampf)
柔術Sammelbezeichnung klassischer japanischer Kampfschulen überwiegend ohne Waffe: Würfe, Hebel, Würgen und Schläge auf empfindliche Stellen. Aus ihren Schulen ging Kanos judo hervor.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
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Über Jūjutsu (Klassischer japanischer waffenloser Kampf)
Jujutsu (柔術) ist die Sammelbezeichnung japanischer Kampfschulen, die überwiegend ohne Waffe kämpfen und zum koryu bujutsu gehören. Das Wort setzt sich aus ju, weich oder nachgiebig, und jutsu, Kunst, zusammen und bedeutet also Kunst der Nachgiebigkeit. Vor dem 17. Jahrhundert wurden für das Fach auch die Namen kogusoku, kumiuchi, taijutsu, yawara und wajutsu verwendet, und das Wort judo ist schon aus dem Jahr 1724 belegt. Die Bezeichnung jujutsu setzte sich allgemein erst in der Edo-Zeit durch.
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Technisch beruht jujutsu auf Würfen (nage waza), Hebeln auf Gelenke und Haltegriffen, ergänzt um Schläge auf lebenswichtige Stellen (atemi waza), wie Augen, Kehle oder Nacken. Die Schläge dienten vor allem dazu, den Gegner vor dem Hebel, dem Würgen oder dem Wurf abzulenken oder aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es war ein Kampf ohne Waffe oder mit einer kurzen Waffe, und das Ziel war, den Gegner zu sichern, nicht zu töten. Als älteste nachweisbar belegte Schule gilt Takenouchi-ryu, die 1532 Takenouchi Hisamori auf der Burg Ichinose in der Provinz Sakushu gründete. Älter sind nur traditionelle Datierungen, bei Shinden Fudo-ryu um das Jahr 1130 und bei Katori Shinto-ryu um das Jahr 1447. Um das Jahr 1600 gab es über 2.000 traditionelle Schulen. Aus zwei von ihnen ging das moderne judo hervor. Kano Jigoro lernte seit 1877 Tenjin Shin’yo-ryu bei Fukuda Hachinosuke, nach dessen Tod 1880 bei Iso Masatomo und seit 1881 Kito-ryu bei Iikubo Tsunetoshi. Die Gründung des Kodokan im Februar 1882 gilt als Verbindung beider Traditionen. Edward William Barton-Wright brachte jujutsu 1898 nach Europa und schuf daraus bartitsu.
Stile & Zweige
Ein Zweig des japanischen Jujutsu, in den USA entwickelt. Sein Begründer hielt ihn bewusst als kleine geschlossene Gruppe ohne Dojo-Netz.
Eine japanische alte Jujutsu-Schule des 17. Jahrhunderts, ungebrochen erhalten. Geübt wird auch aus dem Knien und Sitzen, den Lagen im japanischen Haus.
Eine der ältesten Jujutsu-Schulen der Edo-Zeit; ihrem Gründer wird die Einführung des systematischen Fallübens ukemi zugeschrieben.
Eine Schule, die das Wort judo etwa hundertsiebzig Jahre vor Kano verwendete. Ihr vierter Vorsteher änderte 1724 sowohl Namen als auch Sinn.
Jūjutsu aus der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, bekannt für Schläge auf empfindliche Stellen und Wiederbelebungstechniken. Es hinterließ Spuren in Judo und Bartitsu.
Jujutsu-Schule von Shibukawa Bangoro, Schüler des zweiten Vertreters der Schule Sekiguchi. Die Hauptlinie erlosch in der Taisho-Ära; den Namen trägt heute Hiroshimas Shibukawa Ichiryu.
1864 aus fünf Schulen zusammengesetztes Jujutsu, darunter zwei Schwertschulen. Über den Lehrer Tatsusaburo Nakayama ging daraus der Gründer des Wado-ryu-Karate hervor.
Jujutsu-Schule aus der Linie Akiyama Yoshin-ryu. Der Gründer verschlankte den Bestand auf achtundsechzig Techniken; eine von zwei Schulen, aus denen Tenjin Shin'yo-ryu entstand.
Japanische Jujutsu-Schule der Mitte des 17. Jahrhunderts, die waffenlosen Kampf und Schwertarbeit zusammenhält. Ursprünglich Futagami-ryū.
Die älteste belegte japanische Jujutsu-Schule, 1532 gegründet; Ursprung von Kogusoku koshi no mawari und Torite.
Eine der beiden Jujutsu-Schulen, aus denen Jigoro Kano das Judo zusammensetzte. Ihr Kennzeichen ist Atemi — ein Schlag, der nicht verletzen, sondern das Gleichgewicht brechen soll.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.