Jikishin-ryu Jujutsu
Jujutsu-Schule der Domäne Matsue, die 1724 zu Jikishin-ryu Judo wurde und laut Fujioka 1996 das Wort Judo etwa 170 Jahre vor dem Kodokan nutzte. Der Gründer ist unter Forschern umstritten.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
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Über Jikishin-ryu Jujutsu
Jikishin-ryu ist eine japanische Jujutsu-Schule, die in der Edo-Zeit in der Domäne Matsue in der Provinz Izumo überliefert wurde. Nipponica, Todo und Murata 1990 sowie Kuboyama 2016 führen sie in begutachteten Fachzeitschriften auf Terada Kan'emon Mitsuhide zurück (Lesung nach Nipponica, 1616 oder 1618 bis 1674), den Sohn des Gründers der Schule des Kampfes in Rüstung Teishin-ryu aus der Provinz Wakasa, der bei seinem Vater und in Kyoto bei seinem Onkel Terada Yorishige lernte und seine Schule Jikishin-ryu yawara zu nennen begann. Nakajima 2010 urteilt jedoch in derselben Zeitschrift anhand einer Schrift von 1670, Mitsuhide sei nicht als Gründer angesehen worden und die Schule habe sein Onkel benannt, und der Nihon Kobudo Kyokai gibt bei Kito-ryu an, Terada Kan'emon Masashige, nach Nipponica dieselbe Person, habe die Schule Fukuno-ryu in Kito-ryu umbenannt und seine eigene Schule Jikishin-ryu judo genannt. Die Angabe zum Gründer bleibt daher leer, und ein Entstehungsjahr geben die Quellen nicht an: Todo und Murata nennen als ältesten Beleg des Namens eine Schrift von 1670, Fujioka 1996 eine Eidesurkunde von 1685.
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Der Name der Schule änderte sich 1724, als nach Todo und Murata, Nipponica und Fujioka der vierte Lehrer Inoue Jibudayu Masayori die Leitung übernahm (Lesung nach Nipponica, wonach er von 1674 bis 1759 lebte, während die japanische Wikipedia seinen Tod 1780 im Alter von 86 Jahren angibt) und den Namen Jikishin-ryu jujutsu durch Jikishin-ryu judo ersetzte, geschrieben mit einem anderen Zeichen für shin. Todo und Murata nennen als ersten Beleg eine Urkunde von 1724 und urteilen, die Schule habe den Begriff Judo als erste im Namen geführt. Fujioka 1996 schreibt, sie habe dies etwa 170 Jahre vor dem Kodokan-Judo getan, und der Nihon Kobudo Kyokai ergänzt, den Vorrang habe Terada selbst beansprucht. Masayori lehrte nach Todo und Murata in seiner Schrift, man solle Ringen und Schwert wie die zwei Flügel eines Vogels üben, und unter Judo verstand er nach der Auslegung der Autoren die Entfaltung der natürlichen Eigenschaft der Weichheit. Kuboyama 2016 zitiert, die Schule habe nicht Jujutsu, sondern Judo geheißen, weil sie sich nicht hauptsächlich mit Randori, sondern mit geistiger Schulung befasst habe, und sei in der Domäne von den bei Festnahmen verwendeten Fangschulen unterschieden worden. Nipponica nennt Masayori den besten Meister seit der Zeit Mitsuhides. In der Jujutsu-Zeit hatte die Schule nach Todo und Murata dreißig Techniken, davon die Hälfte mit dem Schwert. Die Technikliste von 1856 enthält 97 Techniken in drei Gruppen, und Würfe wie Uchimata, Ushirogoshi und Seoinage ähnelten nach den Autoren Techniken des Kodokan-Judo. Kuboyama 2016 belegt, dass Jikishin-ryu judo unter dem siebten Herrn der Domäne zu den fünf Schulen der Domäne gezählt wurde und die Familie Inoue in der Domäne eine zentrale Judo-Organisation schuf. Todo und Murata zählen vierzehn Lehrer, die japanische Wikipedia dreizehn und drei weitere ohne Nummer. Ohne Quelle gibt sie an, dass 2008 Matsushita, am Ende ihres Stammbaums verzeichnet, mit Schülern einen Studienverein der Schule gründete. Die Schule ist weder im Nihon Kobudo Kyokai noch im Nihon Kobudo Shinkokai, und ein Faltblatt des Museums in Matsue von 2024 stellt sie als historische Schule der Domäne vor.
Geschichte
Die Familie Terada diente nach Nipponica den Herren Kyogoku in Obama in der Provinz Wakasa und blieb nach deren Versetzung nach Matsue und dem Verlust des Lehens in Matsue im Dienst des neuen Herrn Matsudaira Naomasa. Der Vater des Gründers, Terada Heizaemon, gründete die Schule des Kampfes in Rüstung Teishin-ryu, und Kuboyama 2016 belegt ihn nach einem Vasallenverzeichnis aus der Zeit um 1624 mit 250 koku in der berittenen Gefolgschaft, nach ihm also etwa als Leibwächter des Herrn. Sein Sohn Terada Kan'emon, nach Nipponica später Mitsuhide und im Nihon Jinmei Daijiten Plus Masashige genannt, lernte bei seinem Vater, in Kyoto bei seinem Onkel Terada Yorishige, nach Nipponica und Todo mit Murata auch beim Zen-Mönch Takuan und nach Todo mit Murata beim Konfuzianer Hayashi Razan. Seine Schule nennt Nipponica Jikishin-ryu yawara, nach Kuboyama wurde er um 1660 Jujutsu-Lehrer der Domäne und starb 1674.
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Wer die Schule gegründet hat, ist unter Forschern umstritten. Todo und Murata 1990 sowie Kuboyama 2016 führen Mitsuhide als Gründer, Nakajima 2010 liest jedoch aus einer Schrift von 1670 und einem Vorwort von 1721, dass die Schule sein Onkel Yorishige benannte und Mitsuhide die Quelle der Lehre vom unbewegten Geist und vom Tempo blieb, und datiert die Grabsteine in einem buddhistischen Tempel, die Mitsuhide als Gründer bezeichnen, erst nach 1724. Der Nihon Kobudo Kyokai gibt bei der Schule Kito-ryu an, Terada Kan'emon Masashige habe die Schule Fukuno-ryu in Kito-ryu umbenannt und seine eigene Schule Jikishin-ryu judo genannt, und Nakajima erinnert an einen Streit von 1935, ob Kito-ryu er oder Ibaraki Sensai gegründet habe. Nach Mitsuhide leitete die Schule nach Todo und Murata sein jüngerer Bruder, nach Kuboyama starb dieser jedoch schon in den Jahren 1645 bis 1648 und die Familie Terada erlosch, und ab 1675 gab der Schüler Inoue Kuroemon die Lehre weiter. Inoue Jibudayu Masayori, nach der japanischen Wikipedia sein Sohn, übernahm 1724 das Amt des Lehrers der Domäne und änderte den Namen in Jikishin-ryu judo, nach dem Vorwort eines Schülers, bei Fujioka auf 1734 und bei Todo mit Murata auf 1729 datiert, weil die Lehre verwirrt worden und die Moral verfallen sei. Kuboyama belegt, dass die Schule unter dem siebten Herrn Matsudaira Harusato eine der fünf Schulen der Domäne neben den Schulen für Iai, Strategie und Speer war und ihre Schüler im Rang aufstiegen. Todo und Murata zählen vierzehn Lehrer, die japanische Wikipedia gibt an, der dreizehnte Lehrer aus der Familie Matsushita habe 1922 vom Butokukai den Titel Hanshi erhalten.
Was es unterscheidet
Die Quellen beschreiben vor allem den Namen der Schule und seine Deutung. Todo und Murata 1990 schreiben, die Lehre der Schule verwende die Ausdrücke Weg der Weichheit, Judo und Weg, fasse Weichheit als natürliche Eigenschaft des Menschen auf, als Tugend der Großzügigkeit und Milde, und verstehe unter Judo die Beherrschung von Ringen und Schwert als zwei aus der Ferne und aus der Nähe anwendbare Techniken. Kuboyama 2016 zitiert die Biografie des Herrn Fumai, nach der die Schule Judo und nicht Jujutsu hieß, weil sie sich nicht hauptsächlich mit Randori, sondern mit geistiger Schulung befasste, und die Domäne sie von den bei Festnahmen verwendeten Fangschulen unterschied. Fujioka 1996 schreibt, die Schule habe das Wort Judo etwa 170 Jahre vor dem Kodokan-Judo benutzt. Das Verhältnis zu Kito-ryu ist umstritten: Kuboyama 2016 schreibt, beide Schulen gingen auf denselben Gründer zurück, der Nihon Kobudo Kyokai führt Terada Masashige als dritten Vertreter des Kito-ryu nach Fukuno Masakatsu, und Nakajima 2010 erinnert daran, dass nach Oimatsu 1963 die Theorie von Terada als Gründer des Kito-ryu zugunsten von Ibaraki Sensai verworfen wurde. Zur Technik erklären Todo und Murata, das Seoinage des Jikishin-ryu sei aus dem Frontgriff geworfen worden, die ähnliche Form des Kito-ryu aus der Umklammerung von hinten.
Technik
Todo und Murata 1990 beschreiben zwei Phasen. Als die Schule Jikishin-ryu jujutsu hieß, hatte sie nach der Kampfkunstgeschichte der Domäne (Fukuda 1965) dreißig Techniken: zehn Grundformen, fünf weitere und dreimal fünf Schwertformen, sodass die Hälfte Schwertformen waren. Die große Technikliste von 1856 enthält schon 97 Techniken in drei Gruppen zu 35, 30 und 32, und die Autoren schreiben, nach der Umbenennung seien Kogusoku-Formen für den Kampf in leichter Kleidung mit Griffen an Hand oder Brust und Iai-Formen hinzugekommen, während die zehn Grundformen mit den Rüstungstechniken der Jujutsu-Zeit identisch geblieben seien.
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Unter den Würfen nennen die Autoren seitliche Opfertechniken, Uchimata, Ushirogoshi und Seoinage und schreiben, sie ähnelten Techniken des Kodokan-Judo. Seoinage wurde nach ihnen aus einer Stellung geworfen, in der beide Gegner einander von vorn halten, anders als in anderen Schulen, etwa der Form des Kito-ryu, die in der Umklammerung von hinten ausgeführt wurde. Die japanische Wikipedia ergänzt, in der Schule hätten Atemi-Schläge und Würfe überwogen, ein Schlag habe den Gegner auf einmal niederstrecken sollen, und als Besonderheit hätten Tritte auf lebenswichtige Punkte des gerüsteten Gegners und das Niederdrücken zu Boden zum Abtrennen des Kopfes gegolten. Das Überwiegen des Atemi führt sie auf die chinesische Faustkunst zurück, die Fukuno Shichiroemon von Chen Yuanbin übernahm, und den Nachdruck auf geistige Schulung angeblich auf den Einfluss des Mönchs Takuan und Chen Yuanbins.
Training
Die Schule wurde von den Vasallen der Domäne Matsue geübt. Nipponica schreibt, Mitsuhide sei der erste Jujutsu-Lehrer der Domäne geworden, die japanische Wikipedia gibt an, der dritte Lehrer Inoue Kuroemon habe das Amt von 1706 bis 1724 innegehabt, und Kuboyama 2016 belegt, dass Masayori 1724 den Rang eines Judo-Lehrers mit 20 koku und fünf Rationen hatte und unter dem siebten Herrn einen Rang mit 100 koku und einer Zuwendung von 180 Ballen Reis. Nach Kuboyama bekamen die Schüler der Schule unter Harusato mehr amtliche Aufgaben, und die Familie Inoue schuf in der Domäne eine zentrale Judo-Organisation. Nach Todo und Murata verlangte Masayori in seiner Schrift, Ringen und Schwert zugleich zu üben, und schrieb, wer sie beherrsche, bestehe in allen Veränderungen. Die japanische Wikipedia gibt an, die Schule sei seit der Showa-Zeit vom Kodokan-Judo und dessen freiem Üben, dem Randori, beeinflusst worden. Eine Beschreibung des heutigen Trainings, des Zeitplans, der Kleidung oder des Übungsortes konnten wir in Fachquellen nicht belegen, und die japanische Wikipedia erwähnt ohne Quelle ein Präfektur-Budokan in Shimane.
Graduierungen und Fortschritt
Der Fortschritt ist durch Schriftrollen belegt. Todo und Murata 1990 nennen eine Urkunde von 1724, mit der Inoue Masayori dem Schüler Horie bestätigte, dass die Schule geheime Grundsätze hat, eine von Masayori unterzeichnete Schriftrolle von 1753 mit zwei Punkten zur Weitergabe des inneren Sinns der Schule, und die große Technikliste von 1856. Gürtel und Dan-Grade erwähnen die Quellen nicht.
Heute
Die Schule ist weder Mitglied des Nihon Kobudo Kyokai noch des Nihon Kobudo Shinkokai. Die japanische Wikipedia gibt ohne Quelle an, dass 2008 Matsushita, am Ende ihres Stammbaums nach einem anderen, 1970 gestorbenen Matsushita verzeichnet, mit Schülern einen Studienverein der Schule gründete, der im Präfektur-Budokan in Shimane übt. Ein Faltblatt des Museums in Matsue von 2024 stellt die Schule als eine der fünf offiziellen Schulen der Domäne und eine Ausstellung über Sport in Matsue als Zeugnis der ersten Verwendung des Namens Judo in Japan vor. Eine Bestätigung heutiger Tätigkeit konnten wir weder in einer Fachquelle noch auf der Webseite des Vereins belegen.
Wissenswertes
Nakajima 2010 nennt einen Grabstein von 1860 in einem buddhistischen Tempel und einen undatierten Stein, die Terada als Gründer bezeichnen und das Wort Judo verwenden, und hält beide für erst nach der Umbenennung 1724 entstanden. Kuboyama 2016 zitiert eine Vermerk der Domäne, wonach Mitsuhide die Familienführung nicht erbte, da er angeblich der erste Krieger unter dem Himmel sein wollte, und hält ihn für keinen regulären Vasallen, der Belohnungen unregelmäßig erhielt. Die japanische Wikipedia nennt die Sage, ein Einsiedler habe ihm angeblich die Methode des langen Lebens übergeben. Das Verhältnis des Namens Judo im Kito-ryu zum Jikishin-ryu untersucht ein Artikel von Nakajima (2021) im Bulletin einer Forschungsgesellschaft des Kodokan, dessen Text wir nicht gelesen und dessen Autorenidentität mit Nakajima 2010 wir nicht überprüft haben.
Häufige Fragen
Verwendete das Jikishin-ryu das Wort Judo früher als Kano Jigoro?
Ja, was den Namen betrifft. Todo und Murata 1990 nennen als ersten Beleg eine Urkunde von 1724, als Inoue Masayori die Schule in Jikishin-ryu judo umbenannte, und Fujioka 1996 schreibt, das sei etwa 170 Jahre vor dem Kodokan-Judo gewesen.
Wer gründete das Jikishin-ryu?
Nipponica, Todo und Murata 1990 sowie Kuboyama 2016 nennen Terada Kan'emon Mitsuhide aus Matsue, gestorben 1674. Nakajima 2010 liest jedoch aus einer Schrift von 1670, dass die Schule sein Onkel Terada Yorishige benannte, daher lassen wir die Angabe zum Gründer leer.
Wird das Jikishin-ryu heute geübt?
Wir wissen es nicht sicher. Die Schule ist weder im Nihon Kobudo Kyokai noch im Nihon Kobudo Shinkokai, die japanische Wikipedia erwähnt ohne Quelle einen 2008 gegründeten Studienverein, und ein Faltblatt des Museums in Matsue von 2024 stellt sie als historische Schule der Domäne vor.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.