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Masutatsu Oyama

大山倍達

Der Begründer des Kyokushin-Karate, der 1953 in Tokio das Oyama Dojo eröffnete und 1964 die Internationale Karate-Organisation (IKO) gründete.

Auf einen Blick

Geburtsdatum27.7.1923
Sterbedatum26.4.1994
HerkunftslandJapanJapan
BerufSchriftsteller
Auch bekannt alsChoi Yeung-eui, Baedal

Biografie

Masutatsu Oyama war der Begründer des Kyokushin-Karate. Er wurde am 27. Juli 1923 in Kintei (Gimje) im japanisch beherrschten Korea als Choi Yeong-eui geboren, die offizielle Website der IKO nennt das Datum 4. Juni 1923. Der japanische Name Oyama Masutatsu ist die Umschrift des koreanischen Wortes Baedal, des Namens eines altkoreanischen Königreichs. Er starb am 26. April 1994 in Tokyo im Alter von 70 Jahren.

In den Jahren 1946–1950 trainierte er im Dojo Kanbukan und studierte Shotokan-Karate im Dojo von Funakoshi Gichin, manche Quellen nennen als Lehrer Funakoshis Sohn Gigo. Mehrere Jahre lernte er auch Goju-ryu bei Nei-chu So. Er absolvierte 14 Monate isoliertes Training auf dem Berg Minobu und nach dem Sieg bei der japanischen Landesmeisterschaft weitere 18 Monate auf dem Berg Kiyosumi.

Mit dem Namen Kyokushin ist die Prüfung Hyakunin Kumite (hundert Kämpfe) verbunden. Die Behauptung, Oyama habe sie selbst dreimal in drei Tagen bestanden, bezweifeln laut Wikipedia seine ehemaligen Schüler, und die offizielle Website der IKO erwähnt sie nicht. Laut IKO erschien im Mai 1954 im Garten seines Hauses im Tokyoter Mejiro das Schild Oyama Dojo, andere Quellen nennen 1953. 1957 nannte er seinen Stil Kyokushin-kai (letzte Wahrheit), und 1964 gründete er formell die International Karate Organization (IKO). Zu seinen Schülern zählten Hideyuki Ashihara, Jon Bluming und Peter Urban. Er schrieb über 80 Bücher auf Japanisch, darunter What is Karate? (1958) und This is Karate! (1965).

Die IKO gibt an, er habe 1950 in Tateyama gegen 47 Bullen gekämpft und vier auf der Stelle getötet, andere Quellen nennen 52 und drei. Einen unabhängigen Beleg haben wir nicht gefunden. Sein Leben verarbeitete der Manga Karate Baka Ichidai (1971) von Ikki Kajiwara. Er inspirierte auch die Figur Ryu aus dem Spiel Street Fighter.

Frühe Jahre

Masutatsu Oyama wurde als Choi Yeong-eui in Kintei, dem heutigen Gimje in Korea, geboren. Das Geburtsdatum unterscheidet sich in den Quellen: Wikipedia nennt den 27. Juli 1923, die offizielle Website der IKO den 4. Juni 1923. Laut Wikipedia stammte er aus einer wohlhabenden Familie, und der Vater Choi Seung-hyun war ein anerkannter Autor klassischer chinesischer Dichtung. Als Kind wurde er auf die Farm seiner Schwester in der Mandschurei geschickt und begann dort mit neun Jahren nach überlieferter Erzählung, bei einem örtlichen Bauern chinesische Kampfkunst zu lernen.

Im März 1938 ging er laut Wikipedia zu seinem Bruder nach Japan, der in die Fliegerschule der japanischen Armee eingetreten war. Die IKO gibt an, er sei 1943 in das japanische Fliegerkorps eingetreten und 1946 in die Fakultät für Sporterziehung der Waseda-Universität. Laut Wikipedia heiratete er im selben Jahr die Japanerin Chiyako, und sie hatten drei Kinder. Die japanische Staatsbürgerschaft erhielt er 1968.

Ausbildung und Lehrer

Zu Oyamas Lehrern zählt die IKO Funakoshi Gichin vom Shotokan, Yamaguchi Gogen vom Goju-ryu und Cho Nyusu (Nei-chu So), koreanisch Cho Nyeong-ju, der ihn laut Wikipedia mehrere Jahre im Goju-ryu unterrichtete. Laut Wikipedia machte ihn Richard Kim mit Kotaro Yoshida bekannt, den Oyama später als seinen größten Lehrer bezeichnete, eine andere Quelle bestätigt das nicht.

1946 ging er zum Training auf den Berg Minobu in Yamanashi, wo er laut Wikipedia vierzehn Monate blieb statt der geplanten drei Jahre. Im September 1947 siegte er laut IKO bei der ersten gesamtjapanischen Karate-Meisterschaft der Nachkriegszeit in der Maruyama-Halle in Kyoto. Im April 1948 beschloss er, sein Leben dem Karate zu widmen, und ging auf den Berg Kiyosumi, wo er laut IKO achtzehn Monate trainierte und 1950 herabstieg.

Beitrag und Neuerungen

1951 unterrichtete er laut IKO auf Wunsch der amerikanischen Armee Angehörige der Besatzungstruppen im Karate, und 1952 führte er innerhalb von elf Monaten an 32 Orten in den Vereinigten Staaten Karate vor. Im Mai 1954 erschien im Garten seines Hauses im Tokyoter Mejiro das Schild Oyama Dojo, und im Juni 1956 begann das Training in einem ehemaligen Ballettsaal in Ikebukuro, dem Vorläufer der heutigen Zentrale. Laut Wikipedia erhielt der Stil 1957 den Namen Kyokushinkai.

Im Juli 1958 entstand die erste ausländische Zweigstelle auf Hawaii, und im Dezember 1960 hatte das Kyokushin 72 Zweigstellen in 16 Ländern. Im Juni 1964 wurde das Zentralgebäude in Nishi-Ikebukuro fertiggestellt, und die International Karate Organization IKO Kyokushinkaikan wurde formell gegründet, unter dem früheren Premierminister Eisaku Sato. 1969 veranstaltete Oyama die erste All Japan Open Karate Championship mit vollem Kontakt und 1975 die erste World Open Karate Championship. Laut Wikipedia veröffentlichte er die Bücher What is Karate? (1958) und This is Karate! (1965).

Legenden und belegte Fakten

Die bekannteste Legende erzählt von Kämpfen mit Bullen. Die IKO gibt an, er habe 1950 in Tateyama in der Präfektur Chiba gegen 47 Bullen gekämpft und vier auf der Stelle getötet, andere Übersichten nennen 52 Bullen und drei Getötete. Ehemalige Schüler bezeichneten die Geschichte laut Wikipedia als Legendenbildung, und die einzige bekannte Filmaufnahme eines Kampfes mit einem Bullen sei inszeniert gewesen.

Ähnlich ist es mit der Prüfung der hundert Kämpfe. Die Behauptung, Oyama habe sie selbst dreimal in drei Tagen bestanden, halten seine ehemaligen Schüler für praktisch undurchführbar, und die offizielle Website der IKO erwähnt sie nicht.

Umstritten ist auch die Nachfolge. Die IKO behauptet, Akiyoshi Matsui sei nach Oyamas Wunsch ernannt worden, laut Wikipedia ernannte ihn ein einige Tage vor dem Tod verfasstes Testament, das ein Tokyoter Familiengericht 1995 für ungültig erklärte. Einen unabhängigen Beleg zur Gerichtsentscheidung haben wir nicht gefunden. Seine elf Grundsätze nennt die IKO ohne Verweis auf ein Buch oder Jahr, deshalb führen wir sie als zugeschriebene Aussprüche.

Vermächtnis

Oyama starb am 26. April 1994 an Lungenkrebs im Alter von 70 Jahren. Die IKO gibt an, im Mai 1994 sei nach seinem Wunsch Akiyoshi Matsui sein Nachfolger geworden. Nach seinem Tod spaltete sich die Organisation jedoch, und neben der von Matsui geführten IKO entstanden laut Wikipedia unter anderem Kenji Midoris Shinkyokushinkai und weitere Gruppen. Die Witwe Chiyako gründete laut Wikipedia eine Stiftung zur Würdigung seines Erbes.

Im April 1996 hob die IKO frühere Ausschlüsse und Beziehungsabbrüche auf, und seit 2022 schließen sich ihr einige Gruppen wieder an, darunter Gogi-kai 2022, Renkubukan 2023 und Shinseikai im Juli 2025.

Lehrer, Schüler und Familie

Lehrer
Schüler

Assoziierte Kampfkünste

KyokushinGründer→

Vollkontakt-Stil des Karate, den Masutatsu Oyama entwickelte. Gekämpft wird ohne Handschuhe, Tritte zum Kopf sind erlaubt, Schläge mit Faust und Ellbogen zum Gesicht nicht.

Kata und Formen

Garyu· Schöpfer, nach dieser Person benanntHeian Yondan· überarbeitetKanku Dai· überarbeitetSushiho· überarbeitetTaikyoku Sandan· überarbeitetGekisai Dai· weitergegebenSaifa· weitergegebenSanchin· weitergegebenSeipai· weitergegebenSeiyunchin· weitergegebenTensho· weitergegebenTsuki no Kata· weitergegeben

Organisationen

Werke und Quellen

Karate Baka Ichidai· über die person

Zitate

Der Weg der Kampfkünste beginnt und endet mit Höflichkeit.

武の道は礼に始まり礼に終わる

Zugeschrieben

Auf dem Weg der Kampfkünste sind die ersten tausend Tage der Anfang, und erst zehntausend Tage Training führen zur Meisterschaft.

武の道においては千日を初心とし、万日の稽古をもって極みとす

Zugeschrieben

Filmografie

Eine Filmrolle bedeutet nicht, dass die Person die Kunst tatsächlich betreibt — das steht oben.

Karate Baka Ichidai1973

Über die Person · Kyokushin (übt die kunst selbst aus)

Fighter in the Wind2004

Über die Person · Kyokushin (übt die kunst selbst aus)