Saifa
砕破 · Saifa
Wörtlich: „Zerschmettern und zerreißen“
Auch bekannt als: Saiha
Kata aus dem okinawischen Naha, deren Name 砕破 zerschmettern und zerreißen bedeutet. Geübt im Goju-ryu, Shito-ryu und Kyokushin; vorherrschend Rückfaust- und Hammerfaustschlag.
Auf einen Blick
Über die Kata
Saifa ist eine Kata aus dem okinawischen Naha, die neben dem Goju-ryu auch im Shito-ryu und im Kyokushin geübt wird. Sie gehört zu den kürzeren Kata: GKR Karate, das die japanische Goju-Version übt, zählt sie auf 20 Takte und schreibt, sie habe ein einfacheres Embusen. Vorherrschend sind Techniken mit geschlossener Faust, vor allem der Rückfaustschlag uraken und der Hammerfaustschlag tettsui, verbunden mit schnellen Schwungbewegungen. Jaap Kooman gliedert die Kyokushin-Version in 21 nummerierte Schritte. Sie beginnt in der Stellung fudo dachi und musubi dachi mit mokuso; das einzige Kiai ertönt beim abwärts geführten Hammerschlag ins Gesicht (tettsui oroshi ganmen uchi), und vor der abschließenden Rückkehr in musubi dachi folgt der Block shuto mae mawashi uke mit der Atmung ibuki. Wie sich die Zählweisen in anderen Schulen unterscheiden, wird bei den Stilunterschieden behandelt. Im Lehrplan taucht Saifa früh auf. Laut der englischen Wikipedia lehren die Traditionen International Okinawan Goju-ryu und Meibukan sie als dritte Kata, nach Gekisai Dai Ichi und Gekisai Dai Ni und vor Sanchin; GKR Karate ordnet sie dem grünen Gürtel 6. Kyu zu. Bei WUKF-Wettkämpfen gehört sie im Goju-ryu zu den Pflicht-Kata shitei, im Shito-ryu und Kyokushin zu den wählbaren sentei.
Die Kata in den Stilen
| Stil | Name im Stil | Bewegungen | Kiai |
|---|---|---|---|
| Kyokushin | Saiha | 21 | 1 |
Bedeutung des Namens
Der Name wird mit den Zeichen 砕破 geschrieben, in Katakana サイファ. Laut Jaap Kooman bedeutet sai zerschmettern oder zerstören und das zweite, gelesen fa oder ha, zerreißen; goju.co.uk weist darauf hin, dass sai dasselbe Zeichen wie im Namen der Kata Gekisai ist. Die englische Wikipedia nennt drei Übersetzungen – reißen und zerren, schlagen und zermahlen, den Boden zerreißen und brechen – und vermutet, der Name ziele auf Schläge mit geschlossener Faust und auf einfache Griffe. Im Kyokushin heißt die Kata Saiha.
Urheber und Geschichte
Wer Saifa geschaffen hat, konnten wir nicht mit Sicherheit belegen; die englische Wikipedia bezeichnet Ursprung und Urheber als unbekannt. Laut Kooman und GKR Karate sind sich viele einig, dass sie von Higaonna Kanryo nach Okinawa gebracht wurde, der 1867 zum Studium der Kampfkünste nach Südchina aufbrach und nach dreizehn Jahren zurückkehrte und Naha-te gründete. Goju.co.uk fügt hinzu, dass er sie in Fuzhou von Ryu Ryu Ko lernte, und erwähnt auch die Ansicht, dass ihre Wurzeln bis zu den Löwensystemen Fujians zurückreichen. Andere Forscher schreiben sie Miyagi Chojun zu, dem Begründer des Goju-ryu, der sie nach dem Studium des Weißkranich-Stils in Fuzhou nach dem Tod seines Lehrers entwickelt haben soll. Wikipedia stützt diese Version darauf, dass Saifa im Toon-ryu, von einem anderen Schüler Higaonnas gegründet, unbekannt ist. Laut Kumade Karate gehörte sie vor dem Zweiten Weltkrieg zu den allerersten Kata des Goju-ryu, heute wird sie meist als zweite oder dritte gelehrt.
Unterschiede zwischen den Stilen
Laut Kooman ordnet das Kyokushin Saiha zu den sogenannten südlichen Kata und übernahm sie aus dem Training Masutatsu Oyamas bei So Nei-Chu, dem besten Schüler Gogen Yamaguchis in Japan. Oyamas Version betont den Ellbogen in der Bewegung, die meist als Lösen aus dem Griff bezeichnet wird. GKR Karate übt die Version des japanischen Goju, nicht die okinawische, die es als chinesischer wirkend bezeichnet. Die Zählweisen unterscheiden sich je nach Schule und Zählmethode: GKR nennt 20 Takte, Kooman in der Kyokushin-Version 21 Schritte mit einem Kiai, und Kumade Karate von der English Karate Organisation zwei Kiai, ohne anzugeben, nach welchem Stil.
Bunkai – Anwendungen
GKR Karate sieht in Saifa eine Antwort auf einen Griff: Die meisten Kata lösen ihrer Ansicht nach die Verteidigung gegen ein Ergreifen durch einen Hebel, doch Saifa zeigt wiederholt, wie man sich aus dem Griff des Angreifers reißt und sofort mit Fauststoß, Rückfaust- oder Hammerfaustschlag kontert. Kooman ergänzt das Prinzip, auf dem die Kata beruht: aus der Linie der gegnerischen Hauptkraft treten und dabei den Abstand verkürzen.
Wettkampfeinstufung
- Sportkarate (WKF) — Offizielle Kata-Liste · gültig ab 1.1.2026 ↗
- WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Goju-ryu — Shitei (Pflicht) · gültig ab 26.4.2024 ↗
- WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Kyokushin — Sentei (Auswahl) · gültig ab 26.4.2024 ↗
- WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Nanbudo — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
- WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Sankukai — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
- WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Shito-ryu — Sentei (Auswahl) · gültig ab 26.4.2024 ↗
In Prüfungsordnungen
- IKO-Ordnung (traditionelles Honbu): 1. Kyu – Brauner Gürtel mit schwarzem Streifen
Wichtiger Tipp
Übe sie zuerst sehr langsam, dann in mittlerem Tempo und erst danach im normalen Tempo – laut GKR Karate haben Geschwindigkeit und Explosivität keinen Sinn, solange die technischen Gewohnheiten nicht stimmen.