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Shito-ryu

糸東流

Japanischer Karate-Stil, den Kenwa Mabuni in Osaka gründete. Den Namen bildete er aus den ersten Zeichen der Namen seiner Lehrer Itosu und Higaonna, bekannt ist der Stil für viele kata.

Wichtige Daten

Gründer
Meister & Persönlichkeiten
HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusSchlagtechnik
KontaktstufeHalbkontakt
GürtelsystemGürtel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

BekleidungGi erforderlich
SparringMittlerer Kontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKinder sind die Hauptzielgruppe
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung3/5
Verletzungsrisiko3/5
Übertrag auf Selbstverteidigung3/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Gürtel)
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenJa
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende100 000–1 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteZentral
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeAm Rande
WaffenAm Rande

Vergleiche

Shito-ryu vs. Shotokan→

Kataloge & Datenbanken für Shito-ryu

📜 Traditionelle Katas38 Einträge
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👊 Technik-Datenbank31 Einträge
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📖 Glossar30 Einträge
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👥 Persönlichkeiten & Meister2 Einträge
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Über Shito-ryu

Shito-ryu gründete Kenwa Mabuni (1889–1952), gebürtig aus dem okinawanischen Shuri. Ab dem Alter von dreizehn Jahren lernte er bei Anko Itosu, und mit Kanryo Higaonna machte ihn Chojun Miyagi bekannt, der spätere Gründer des Goju-ryu. Den Namen der Schule bildete er aus den ersten Zeichen der Namen beider Lehrer, 糸 aus Itosu (糸洲) und 東 aus Higaonna (東恩納). Itosu gehört zur okinawanischen Linie Shuri-te, Higaonna zum Naha-te. Spätestens im Jahr 1929 ließ sich Mabuni in Osaka nieder. Das Gründungsjahr unterscheidet sich in den Quellen, genannt werden 1931 und 1934, und der Stil hieß zuerst Hanko-ryu, „halb harter Stil“. Bei der Zentrale des Dai Nippon Butoku Kai wurde er 1939 registriert.

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Das Shito-ryu ist bekannt für die große Zahl an kata. Mabunis erste veröffentlichte Liste von 1937 hatte 33 kata, heutige Quellen schreiben von mehr als sechzig, ohne die Zahl auf eine bestimmte Organisation zu beziehen. Mabuni selbst schuf zum Beispiel die kata Aoyagi, bestimmt für die Selbstverteidigung von Frauen. Der Stil formalisiert fünf Grundsätze der Abwehr (uke no go gensoku), vom Block, der den Angriff stoppt, bis zum Ausweichen aus der Angriffslinie und zum Gegenschlag. Mit dem Shotokan hat das Shito-ryu einen gemeinsamen Lehrer, denn Itosu unterrichtete Mabuni und Gichin Funakoshi. Funakoshi lernte einige kata von Mabuni und schickte seinen Sohn Gigo zu ihm nach Osaka. Die Japan Karate Federation zählt das Shito-ryu zu den vier Hauptstilen des Karate. Die Schule gliedert sich heute in eine Reihe von Zweigen, darunter Shito-kai, Seito Shito-ryu, Shukokai, Itosu-kai und Hayashi-ha.

Geschichte

Shito-ryu wurde von Kenwa Mabuni (14. 11. 1889 – 23. 5. 1952) gegründet, der aus Shuri auf Okinawa stammte. Ab dem dreizehnten Lebensjahr lernte er Shuri-te bei Anko Itosu und Naha-te bei Kanryo Higaonna, mit dem ihn Chojun Miyagi bekannt machte. Außerhalb dieser beiden Linien studierte er laut Shito-kai auch andere Schulen, darunter ryukyu kobudo. 1917 und 1928 reiste er nach Tokio, und spätestens 1929 ließ er sich in Osaka nieder, wo er hauptberuflich zu unterrichten begann. Laut Shito-kai nannte er den Stil zunächst Gojuryu, eine andere Überlieferung nennt den Namen Hanko-ryu, halbharter Stil. Die Quellen datieren die Gründung auf 1931 oder 1934, japanische Quellen verbinden 1934 mit seinem Dojo Yoshukan in Osaka. Beim Hauptsitz der Dai Nippon Butokukai wurde der Stil 1939 eingetragen. Gichin Funakoshi, ebenfalls ein Schüler Itosus, lernte von Mabuni einige kata.

Was es unterscheidet

Shito-ryu gehört zusammen mit Shotokan, Goju-ryu und Wado-ryu zu den vier Hauptstilen des Karate. Auf diesen vier Stilen beruhte seit Ende der fünfziger Jahre die Wettkampfliste der kata des Japanischen Karateverbands, die später WUKO und WKF übernahmen, und aus ihr stammten auch die kata des olympischen Wettbewerbs in Tokio 2020. Laut Shito-kai gehört Shito-ryu zu den wenigen Stilen, die aus beiden Okinawa-Linien schöpfen, Shuri-te und Naha-te. Die kata beider Linien werden getrennt geübt, die Techniken beider Schulen nicht vermischt. Dem Shuri-te ordnet das Shito-kai schnelle und direkte Bewegungen sowie die Stellungen motodachi und zenkutsu dachi zu, dem Naha-te kraftvolle, überwiegend kreisförmige Techniken sowie die Stellungen sanchin dachi, shiko dachi und nekoashi dachi. Im Stammbaum der kata, den das Shito-kai veröffentlicht, entfallen auf die Itosu-Linie 23 kata und auf die Higaonna-Linie 10. Die Verteidigung fasst das Shito-ryu in fünf Grundsätzen zusammen, uke no go gensoku, rakka, ryusui, kusshin, tenshin und hangeki. Einen direkten Vergleich des Shito-ryu mit Shotokan oder Goju-ryu durch einen Verband oder unabhängigen Fachmann haben wir bisher nicht gefunden.

Technik

Shito-ryu formalisiert fünf Verteidigungsgrundsätze, uke no go gensoku. Rakka ist eine Abwehr, die den Angriff zerstört, ryusui eine fließende weiche Abwehr, kusshin die Steuerung der Körperhöhe durch die Knie bei geradem Rücken, tenshin das Ausweichen aus der Angriffslinie und hangeki der Gegenangriff zugleich mit dem Abwehren des Angriffs. Aus der Naha-te-Linie stammen sanchin dachi mit innerer Spannung und ihre Variante heiko sanchin dachi. Mabuni war bekannt für enzyklopädisches Wissen von kata und bunkai, der Analyse der Anwendung der Bewegungen. Obwohl er kobudo mit dem Stock bo und dem sai studierte, konnten wir einen Waffenlehrplan des Stils nicht belegen.

Training

Kata und kumite sind über bunkai kumite verbunden, bei dem die Analyse einer kata zu zweit geübt wird (Shito-kai). Mabunis erste veröffentlichte Liste aus dem Jahr 1938 enthielt 33 kata, geordnet nach Herkunftslinien. Die heutigen Zahlen gehen in den Quellen auseinander und beziehen sich nicht auf eine bestimmte Organisation. Aus der Itosu-Linie werden Pinan geübt, die Itosu als Lernstufen für Schulkinder schuf, ferner Naihanchi und Bassai. Aus der Higaonna-Linie stammen zum Beispiel Seipai und Kururunfa. Die kata Aoyagi schuf Mabuni in späteren Jahren als Selbstverteidigungs-kata für Frauen, und die kata Shimpa, die er nicht vollendete, vollendete sein Sohn Kenei Mabuni. Den Aufbau einer Unterrichtsstunde und das Verhältnis von kata, kumite und Kondition haben wir nicht gefunden.

Graduierungen und Fortschritt

Dan-Grade im Shito-ryu werden in Japan auf zwei Ebenen vergeben. Der Japanische Karateverband (JKF) kennt nach seinen Regeln offizielle Dan-Grade vom 1. bis zum 10. Dan, der 1. bis 8. Dan wird durch Prüfung erworben, der 9. und 10. Dan durch besondere Empfehlung. Zur Prüfung für den 1. Dan lässt der JKF Inhaber des 1. Kyu ab 15 Jahren nach der Pflichtschulzeit zu, für den 2. und 3. Dan ein Jahr nach der vorherigen Stufe, für den 4. Dan nach zwei Jahren, danach nach 3, 4, 5, 6, 9 und 10 Jahren, mit Altersgrenzen von 25 Jahren für den 5. Dan, 32 für den 6., 40 für den 7., 50 für den 8. und 70 für den 9. Dan (Stand nach der Novelle vom 6. Dezember 2024). Die Prüfung für den 1. Dan umfasst eine vorgegebene Kata und einen freien Kampf, für den 2. und 3. Dan eine vorgegebene und eine Lieblingskata sowie zwei freie Kämpfe, für den 6. Dan zwei Kata, zwei Kämpfe und eine schriftliche Prüfung, für den 7. Dan zwei Kata mit möglicher Analyse (Bunkai) und für den 8. Dan zwei Kata und eine schriftliche Arbeit. Der JKF kennt fünf offizielle Kyu-Grade, Mitgliedsorganisationen können auch niedrigere einführen.

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Shito-kai, eine Mitgliedsorganisation des JKF, hat eine eigene Ordnung. Die Prüfung für den 1. bis 5. Dan besteht nach den seit April 2024 geltenden Anforderungen aus einer Grundkata, einer vorgegebenen Kata und einer freien Kata, ergänzt durch eine Analyse der Kata (bunkai kumite) und zwei freie Kämpfe oder kumite hokei-gata. Die Grundkata ist Sanchin für den 1. Dan, Tensho für den 2. Dan und Naifanchin shodan für den 3. Dan, die vorgegebene Kata für den 1. Dan Bassai dai oder Seienchin, für den 2. Dan Niseishi oder Matsumura Rohai, für den 3. bis 5. Dan eine dieser vier. Für den 6. bis 8. Dan wird die vorgegebene Kata aus dem Paar Gojushiho und Superinpei gewählt und die freie Kata aus der Linie Itosu (z. B. Kosokun sho, Chinto), der Linie Higaonna (Seisan, Saifa) oder außerhalb beider Linien (Chatanyara Kusanku, Happoren). Die freie Kata muss aus einer anderen Linie stammen als die vorgegebene. Die Abstände zwischen den Dan betragen im Shito-kai (Stand 22. Februar 2025) 1 Jahr für den 2. und 3. Dan (Alter 18), 2 Jahre für den 4. Dan (23) und den 5. Dan (26), 3 Jahre für den 6. Dan (34), 4 Jahre für den 7. Dan (41) und 5 Jahre für den 8. Dan (48), bei den höheren Dan-Graden weichen sie also vom JKF ab. Der 9. Dan kann 5 Jahre nach dem 8. Dan mit mindestens 60 Jahren erworben werden, der 10. Dan nach weiteren 5 Jahren mit mindestens 70 Jahren. Der Titel renshi setzt den 5. Dan, 4 Jahre seit dessen Erwerb und Alter 35 voraus, kyoshi den 7. Dan, 3 Jahre nach renshi und Alter 48, hanshi den 8. Dan, 5 Jahre nach kyoshi und Alter 58. Inhaber von Graden anderer Verbände einschließlich des JKF beginnen im Shito-kai mit der Prüfung für den 1. Dan, außer der Direktor entscheidet nach Beratung mit dem technischen Rat anders. Die Prüfungsordnungen der Zweige Hayashi-ha und Shukokai konnten wir in offiziellen Quellen nicht ausfindig machen.

Wettkampf

Die Japan Karate Federation erkennt vier Stile an, Goju-ryu, Shito-ryu, Shotokan und Wado-ryu, und bestimmt für jeden die Wettkampf-kata. Für das Shito-ryu sind es in der ersten Gruppe Bassai Dai und Seienchin, in der zweiten Matsumura Rohai und Nipaipo. Das moderne Shito-ryu legt starken Wert auf Sparring. Der Zweig Shukokai veranstaltete 1981 das erste Weltturnier. Die Wettkampfregeln des Shito-kai haben wir nicht gefunden, unter der WKF gelten die allgemeinen Karate-Regeln. Welche kata des Shito-ryu bei den Olympischen Spielen Tokio 2020 gezeigt wurden, haben wir nicht gefunden.

Philosophie

Den Namen Shito-ryu bildete Mabuni selbst aus den ersten Schriftzeichen der Namen seiner Lehrer, 糸 aus Itosu (糸洲) und 東 aus Higaonna (東恩納), und verband darin die Linien Shuri-te und Naha-te. Kata und kumite versteht das Shito-kai als eine Praxis. Die kata ist Grundlage des bunkai kumite, der Analyse einer kata zu zweit, und das kumite schreitet von der Partnerübung zum freien Kampf fort.

Heute

Nach Mabunis Tod 1952 stritten seine Söhne um die Nachfolge. Kenei Mabuni (1918–2015) wurde mit 34 Jahren Oberhaupt des Stils und leitete mit Manzo Iwata das Shito-kai, heute World Shito-ryu Karate-do Federation, die Linie Shito-kai ist Mitglied der Japan Karate Federation. Kenzo Mabuni (1927–2005) gründete das Seito Shito-ryu. Chojiro Tani (1921–1998), Schüler von Chojun Miyagi und später von Mabuni, erhielt 1946 von Mabuni ein Nachfolgezertifikat und gründete das Tani-ha Shito-ryu, bekannt als Shukokai. Nach seinem Tod teilte sich das Shukokai weiter, 1998 entstand die Shito-ryu Shukokai Karate-do Union. Weitere Zweige sind das Motobu-ha oder Seishinkai (Shogo Kuniba), Itosu-ryu (Ryusho Sakagami), Kenshukai (Eiji Ogasahara) und Hayashi-ha. Die Anerkennung von Graden anderer Verbände ist an Bedingungen geknüpft, die JKF erlaubt nach ihren Regeln die Übertragung von Graden bis zum 3. Dan von kooperierenden Organisationen, und Shito-kai gibt an, dass Inhaber von Graden anderer Verbände einschließlich der JKF in der Regel mit der Prüfung zum 1. Dan beginnen.

Wissenswertes

Kenwa Mabuni arbeitete nach dem Militärdienst, der 1914 endete, laut Shito-kai etwa zehn Jahre in der Detektivabteilung der Polizei in Naha. Nach Osaka zog er 1929, nachdem ihn der Begründer des Judo, Kano Jigoro, ermutigt hatte, das Karate auf dem Festland zu verbreiten. Das Dojo Yoshukan eröffnete er 1934 und benannte es nach seiner Mittelschule. Bei der Eröffnung verwendete er erstmals den Namen Shito-ryu. 1939 ließ er Shito-ryu als offiziellen Namen der Schule beim Hauptsitz der Dai Nippon Butokukai eintragen, und im selben Jahr erhielt er von der Butokukai den Titel renshi. Mabunis Schüler Manzo Iwata erinnerte sich, dass Mabuni als Erster bunkai kumite in den Unterricht aufnahm. Sein Sohn Kenzo Mabuni (1927–2005) nannte seinen Zweig Seito Shito-ryu nach der Treue zum Lehrplan seines Vaters von 1929. Die World Shitoryu Karatedo Federation wurde am 17. März 1993 gegründet und veranstaltete vier Tage später ihre erste Meisterschaft.

Häufige Fragen

Was ist shito-ryu?

Shito-ryu ist einer der vier Hauptstile des japanischen Karate neben Shotokan, Goju-ryu und Wado-ryu. Laut Shito-kai gehört er zu den wenigen Stilen, die aus beiden Okinawa-Linien Shuri-te und Naha-te schöpfen, und der Name entstand aus den ersten Zeichen der Namen der Lehrer Itosu und Higaonna.

Wer hat shito-ryu gegründet?

Shito-ryu gründete Kenwa Mabuni (1889–1952) aus Shuri auf Okinawa, ein Schüler von Anko Itosu und Kanryo Higaonna. Den Namen des Stils verwendete er erstmals 1934 bei der Eröffnung des Dojo Yoshukan in Osaka und trug ihn 1939 beim Dai Nippon Butokukai ein.

Worin unterscheidet sich shito-ryu von shotokan?

Einen direkten Vergleich beider Stile von einem Verband haben wir nicht gefunden. Laut Shito-kai übt Shito-ryu die kata der zwei Okinawa-Linien, Shuri-te und Naha-te, getrennt und enthält daher neben schnellen geraden Bewegungen auch Kreistechniken sowie die Stellungen sanchin dachi und shiko dachi aus Naha-te. Beide Stile gehören zu den vier Stilen, auf denen die Wettkampfliste der kata beruht.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

Wado-ryuSoo Bahk Do (Moo Duk Kwan)Chun Kuk DoTang Soo DoShotokanGoju-ryu