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Gekisai Dai

Gekisai dai

Wörtlich: „angreifen und zerschmettern, größer“

Auch bekannt als: Gekisai Dai Ichi, Gekisai Ichi, Fukyugata Ni, Fukyu Gata Nidan

Eine Kata, die Chojun Miyagi um 1940 für okinawische Schulkinder zusammenstellte. Im Goju-ryu heißt sie Gekisai Dai Ichi, im Shorin-ryu Fukyugata Ni.

Auf einen Blick

Kampfkünste
Persönlichkeiten
FormtypKata
HerkunftJapan
Entstanden1940–1941

Über die Kata

Laut der englischen Wikipedia wird Gekisai Dai im Goju-ryu als Gekisai Dai Ichi unterrichtet, noch vor der Schwesterkata Gekisai Dai Ni. Chojun Miyagi stellte sie für okinawische Mittelschüler zusammen, um ihnen grundlegende Techniken zu vermitteln, zur Vereinheitlichung des Karate beizutragen und ihnen eine Grundlage der Selbstverteidigung zu geben. Die britische Organisation GKI fügt hinzu, dass die Kata den durchschnittlichen Menschen stärken sollte. Im Kyokushin wird sie von Jaap Kooman beschrieben. Seine Aufzeichnung hat 20 nummerierte Schritte, deren letzter die Rückkehr in musubi dachi ist. Die Kata beginnt mit einer Drehung um 90 Grad nach links in sanchin dachi mit dem oberen Block seiken jodan uke. Kiai ertönt zweimal, in den Schritten 11 und 16, jeweils mit einem Handkantenschlag shuto yoko jodan uchi zum Hals in kiba dachi. Kooman zählt sie zu den sogenannten südlichen Katas des Kyokushin. Wann sie im Kyokushin geübt wird, unterscheidet sich je nach Organisation: IKO Nederland führt sie für den grünen Gürtel (4. und 3. Kyu), Koomans Material verbindet sie mit dem 2. Kyu. In der WUKF-Wettkampfliste von 2024 steht sie bei den shitei-Katas für Goju-ryu und Shorin-ryu (dort als Fukyu Gata Nidan) und bei den sentei-Katas für Kyokushin.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
KyokushinGekisai Dai202
Goju-ryuGekisai Dai Ichi——
Shorin-ryuFukyugata Ni——
Jundokan Goju-ryuGekisai Ichi——

Bedeutung des Namens

Die englische Wikipedia schreibt den Namen mit 撃砕 und übersetzt ihn als „angreifen und zerschmettern“. Kooman nennt „zermalmen“ und „angreifen und zerstören“: 撃 bedeute kämpfen, angreifen oder schlagen, das zweite Zeichen zerbrechen, 大 (dai) größer. In der Kyokushin-Überschrift steht jedoch 撃塞大 mit 塞 statt 砕, und welche Schreibweise Kyokushin nutzt, konnten wir nicht zuverlässig belegen. Kooman verbindet den Namen mit dem Zweiten Weltkrieg: Er richtete sich gegen amerikanische Soldaten, und der obere Faustschlag ging ursprünglich höher als Kopfhöhe, dem Größenunterschied zwischen Okinawanern und Amerikanern entsprechend; nach dem Krieg senkten ihn viele Goju-ryu-Schulen. Den früheren Namen Fukyu (普及) übersetzt er als allgemein oder verbreitet und sieht darin eine politische Absicht.

Urheber und Geschichte

Laut der englischen Wikipedia entstand die Kata im Auftrag eines Sonderausschusses für okinawisches Karate-do, den 1940 der damalige Gouverneur der Präfektur Okinawa, Gen Hayakawa, leitete. Der Ausschuss wollte eine einheitliche Grundkata für die meisten okinawischen Stile; fertig und vorgestellt wurde sie 1941, andere Quellen nennen 1940. Der Artikel über die Fukyugata-Katas schreibt Fukyugata Ni allein Chojun Miyagi zu, der Artikel über Goju-ryu nennt Miyagi und Shoshin Nagamine als Urheber. Der Eintrag über Miyagi ergänzt, dass er in die kurze Form Techniken aus höheren Katas übernahm, vor allem aus Suparinpei, sowie obere Blocks, die im Goju-ryu damals nicht üblich waren. Kooman betont dagegen einen starken Einfluss von Shuri-te-Techniken von Meister Anko Itosu und vergleicht beide Fukyu-Katas mit der Pinan-Serie: Sie sollten die Naha-te-Seite ergänzen, die den Pinans als Zusammenfassung der Shuri-te-Linie fehlte.

Unterschiede zwischen den Stilen

Im Goju-ryu trägt die Kata den Namen Gekisai Dai Ichi, im Jundokan laut der Website jundokannz.org Gekisai Ichi (撃砕一), im Shorin-ryu Fukyugata Ni; die Website Still Mind Martial Arts führt sie als Version der Schule Matsubayashi-ryu. Im Vergleich zur Schwesterkata Gekisai Dai Ni fehlen ihr laut der englischen Wikipedia Techniken mit offener Hand, die Stellung neko ashi dachi und der kreisförmige Block mawashi uke. In das Kyokushin gelangte sie laut Jaap Kooman über Masutatsu Oyama, der bei Meister So Nei-chu trainierte. Kooman bezeichnet ihn an einer Stelle als Schüler von Chojun Miyagi, an anderer Stelle als Schüler von Gogen Yamaguchi. Dass Gekisai auch im Shito-ryu geübt wird, konnten wir in den Quellen nicht belegen.

Wettkampfeinstufung

  • Sportkarate (WKF) — Offizielle Kata-Liste · gültig ab 1.1.2026 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Goju-ryu — Shitei (Pflicht) · gültig ab 26.4.2024 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Kyokushin — Sentei (Auswahl) · gültig ab 26.4.2024 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Shorin-ryu — Shitei (Pflicht) · gültig ab 26.4.2024 ↗

In Prüfungsordnungen

  • IKO-Ordnung (traditionelles Honbu): 4. Kyu – Grüner Gürtel

Wichtiger Tipp

Jaap Kooman rät, sich zu merken, dass Flexibilität in Angriff und Antwort starrer, unnachgiebiger Kraft immer überlegen ist.

Weitere Quellen zum Thema (9)
  1. en.wikipedia.org/wiki/Fukyugata
  2. en.wikipedia.org/wiki/Gōjū-ryū
  3. en.wikipedia.org/wiki/Chōjun_Miyagi
  4. jaapkooman.nl/karate/kata/gekisai_dai.html
  5. gki.org.uk/goju-ryu-kata
  6. jundokannz.org/gjry-karate
  7. stillmindmartialarts.com/portfolio/matsubayashi-ryu-fukyugata-ni-kata
  8. ikonederland.nl/technique
  9. wukf-karate.org/wp-content/uploads/2024/05/OFFICIAL-WUKF-KATA-LIST-07-AP…