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Seipai

十八手 · Seipai

Wörtlich: „Achtzehn Hände“

Auch bekannt als: Sepai

Eine Kata der Naha-te-Tradition, deren Name achtzehn bedeutet. Sie wechselt lange und kurze Stellungen, kreisförmige Schwungbewegungen, Körperausweichen tai sabaki, Griffe und Würfe.

Auf einen Blick

Kampfkünste
Persönlichkeiten
FormtypKata
CharakterHart und weich, Griffe und Hebel

Über die Kata

Seipai gehört zur okinawischen Naha-te-Tradition und wird heute im Goju-ryu, Shito-ryu und Kyokushin geübt. Jaap Kooman beschreibt sie als Kata, die harte und weiche Bewegungen mit Griffen, Armhebeln und Würfen verbindet. Die englische Wikipedia ergänzt im Artikel über das Goju-ryu, dass die Kata die Bewegung in vier Richtungen sowie diagonal unter 45 Grad führt und auf den Kampf auf lange wie auf kurze Distanz vorbereitet. Für Seipai sind laut Kooman kreisförmige, schwungvolle Bewegungen typisch, Körperausweichen tai sabaki, Täuschungsbewegungen und ein Absenken des Körpers, aus dem der Übende nach oben schnellt und den Gegner aus dem Gleichgewicht bringt. GKR Karate bezeichnet sie als ihre bislang anspruchsvollste Kata, weil sie den Übenden zu häufigen Drehungen und zum Wechsel zwischen langen und kurzen Stellungen zwingt; in ihrem Programm wird Seipai zum 1. Kyu unterrichtet und für die Shodan-Prüfung geübt. In der Kyokushin-Version, wie Kooman sie Schritt für Schritt aufgezeichnet hat, hat die Kata 30 Schritte und drei Kiai-Rufe und beginnt in fudo dachi. Die offizielle WUKF-Kataliste von 2024 führt sie beim Goju-ryu unter den sentei-Katas, bei Shito-ryu, Kyokushinkai, Shukokai, Sankukai, Shisui-ryu und Nanbudo unter den wahlfreien tokui-Katas.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
KyokushinSeipai303
Goju-ryuSepai——
Shito-ryuSeipai——
Jundokan Goju-ryuSeipai——

Bedeutung des Namens

Der Name Seipai bedeutet achtzehn. Laut Jaap Kooman stammt die Aussprache aus dem Dialekt der chinesischen Provinz Fujian, wo sei zehn und pai acht bedeutet; die heute verwendete Schreibweise 十八手 wird als achtzehn Hände gelesen. Was die Zahl achtzehn ausdrückt, wird unterschiedlich gedeutet. USA-IFK Kyokushin leitet sie aus einem buddhistischen Produkt von sechs Sinnen und drei Zuständen ab. Karatephilosophy.com nennt zwei Deutungen: achtzehn Drucktechniken beziehungsweise achtzehn Techniktypen, oder sechs mal drei, wobei die Sechs für Farbe, Stimme, Duft, Geschmack, Berührung und Gerechtigkeit steht und die Drei für Gut, Böse und Frieden. Katastepbystep.com verbindet die Zahl mit den achtzehn Jüngern Buddhas. Welcher Deutung der Vorzug zu geben ist, konnten wir anhand der Quellen nicht entscheiden.

Urheber und Geschichte

Über den Ursprung von Seipai gehen die Quellen auseinander. Die englische Wikipedia schreibt im Artikel über das Kyokushin, es handle sich ursprünglich um eine chinesische Kata, die Higaonna Kanryo nach Okinawa brachte, und GKR Karate gibt an, dass Higaonna sie in das Naha-te einführte. Der Artikel über Higaonna selbst nennt jedoch unter den Katas, die er in China lernte, nur Sanchin, Seisan, Sanseru und Bechurin. Jaap Kooman meint dagegen, die Kata sei wahrscheinlich von Okinawanern geschaffen worden, noch bevor sich das Karate in Stile gliederte. Laut GKR Karate passte Miyagi Chojun sie beim Unterrichten des Goju-ryu leicht an, und die Website Traditional Japanese Karate Network bezeichnet ihn als Schlüsselfigur ihrer Weitergabe; ein großer Teil seines Wissens sei ihr zufolge vom okinawischen Dojo Jundokan übernommen worden. Die englische Wikipedia führt sie als Spezialität von Toguchi Seikichi.

Unterschiede zwischen den Stilen

Seipai gelangte ins Kyokushin unter den südlichen Katas, die laut der englischen Wikipedia aus der Naha-te-Tradition stammen, vor allem aus dem Goju-ryu, das Oyama Masutatsu bei So Nei Chu und Yamaguchi Gogen kennenlernte. Jaap Kooman führt die Kyokushin-Seipai ausdrücklich auf Oyamas Training bei So Nei Chu zurück und schreibt über die südlichen Katas, dass sie mit kürzeren Bewegungen und geringerem maai-Abstand arbeiten. Der Artikel über das Shito-ryu nennt sie als Beispiel für die kreisförmige Bewegung und den Nahkampf, auf denen Higaonnas Lehrplan aufbaute. GKR Karate übt die aus dem japanischen Goju-ryu übernommene Version, nicht die okinawische, von der es schreibt, sie erinnere stärker an Kung-Fu. Katastepbystep.com weist darauf hin, dass sich die Goju-ryu-Linien in der Anfangsstellung, in den kreisförmigen Blocks, in den Passagen im quadratischen Stand und im Schluss unterscheiden, und sieht darin Unterschiede zwischen den Linien, keine Fehler.

Wettkampfeinstufung

  • Sportkarate (WKF) — Offizielle Kata-Liste · gültig ab 1.1.2026 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Goju-ryu — Sentei (Auswahl) · gültig ab 26.4.2024 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Kyokushin — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Nanbudo — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Sankukai — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Shito-ryu — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
Weitere Quellen zum Thema (11)
  1. jaapkooman.nl/karate/kata/seipai.html
  2. en.wikipedia.org/wiki/Gōjū-ryū
  3. en.wikipedia.org/wiki/Shitō-ryū
  4. en.wikipedia.org/wiki/Kyokushin
  5. en.wikipedia.org/wiki/Higaonna_Kanryō
  6. gkrkarate.com/about-gkr/brown-belt-1st-kyu/sepai-history
  7. uskyokushin.com/kyokushin-kata
  8. karatephilosophy.com/a-complete-list-of-kyokushin-kata-with-videos
  9. katastepbystep.com/seipai
  10. sites.google.com/view/traditionalkarate/videos/seipai
  11. wukf-karate.org/wp-content/uploads/2024/05/OFFICIAL-WUKF-KATA-LIST-07-AP…