Eskrima
Philippinische Waffenkampfkunst — Rattanstock, Messer und improvisierte Gegenstände; gelernt wird von der Waffe her, nicht von den bloßen Händen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Eskrima
Über Eskrima
Eskrima (auch Arnis oder Kali) ist die philippinische Kampfkunst, in der von der ersten Stunde an mit der Waffe geübt wird. Das kehrt die übliche Reihenfolge um: Wo die meisten asiatischen Systeme die Waffe erst Fortgeschrittenen geben, beginnt man auf den Philippinen mit Stock und Messer, und die waffenlose Technik wird erst daraus abgeleitet. Grundwerkzeug ist ein Rattanstock von etwa siebzig Zentimetern, meist paarweise (Doble Baston) oder einzeln, wobei die andere Hand kontrolliert (Solo Baston). Geübt werden ebenso das Messer (Daga), die Verbindung Stock und Messer (Espada y Daga) und die waffenlose Arbeit (Mano Mano, Pangamot). Kennzeichnend ist die Arbeit mit Winkeln. Die meisten Linien lehren einen nummerierten Satz von Angriffsrichtungen und die Antworten darauf, mit Stock wie mit Messer verwendbar — die Logik ist dieselbe, nur das Werkzeug wechselt. Typisch sind auch der Schlag auf die waffenführende Hand (Defanging the Snake) und das Üben in fortlaufenden Mustern (Sinawali) für Rhythmus und beidhändige Koordination. Historisch formte sich die Kunst inmitten von Stammeskonflikten und spanischer Kolonisation; viele Linien wurden in geschlossenen Familienkreisen weitergegeben. Heute ist Eskrima als nationale Kampfkunst der Philippinen anerkannt und weltweit in Militär- und Polizeiausbildung verbreitet. Es gibt viele Schulen, und sie unterscheiden sich: manche üben überwiegend Formen, andere tragen Vollkontaktwettkämpfe mit Schutzausrüstung aus.
Stile & Zweige
Ein philippinisches Messer- und Stocksystem, das als einziges nicht aus der Angriffslinie weicht, sondern hineingeht. Die philippinische Marineinfanterie übernahm es.
Ein philippinisches Stockkampfsystem, das Remy Presas für den Schulunterricht ordnete. Die Bewegung bleibt mit und ohne Stock dieselbe.
Ein philippinischer Einzelstock-Stil von 1952. Er hat keine Formen — von der ersten Stunde an wird zu zweit geübt, damit Reflex statt Auswendiglernen entsteht.
Die Ringschicht der philippinischen Künste. Gekämpft wird im Stand: Das System setzt Waffen und mehrere Gegner voraus, wo der Boden ein Fehler ist.
Das philippinische System von Ernesto Presas, das Stock, Schwert und Dolch, Messer und freie Hand in einem Winkelschema vereint.
Philippinisches Eskrima-System für Nahkampf.
Ein philippinisches Eskrima-System, 1932 in Cebu von zwölf Meistern gegründet. Es arbeitet in drei Distanzen und hat eigene Wettkampfregeln.
Amerikanisches System aus dem Vollkontakt-Stockkampf: minimaler Schutz, philippinisches Kali und brasilianisches Jiu-Jitsu im echten Kampf erprobt.
Philippinisches Eskrima-System von Mike Inay.
Traditionelle philippinische Fechtschule mit langem Rattanstock.
Philippinische Kunst harter und weicher Techniken, seit 1974 Nationalkunst. Als Waffe dient der Arnis-Stock.
Ein philippinisches System des Stock- und Messerkampfs nach drei Distanzen: largo, medio und corto. Edgar Sulite baute es auf der Ausbildung bei mehreren Eskrima-Meistern auf.
Philippinisches waffenloses Kampfsystem.
Philippinisches System, ganz um die Klinge herum gebaut. 1985 von Christopher Sayoc sen. geschaffen; das Messer ist Ausgangspunkt, nicht Ergänzung der leeren Hand.
Waffenlose Schlagkomponente der philippinischen Kampfkünste: Faustschläge, Ellbogen, Kopfstöße und Gliedmaßenzerstörung.
Hawaiianische Linie des philippinischen Kali nach Floro Villabrille, von seinem Schüler Ben Largusa zu einem System geordnet.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
