Sanatan Shastar Vidiya
Nordindische Waffenkunst aus der Kshatriya-Tradition, im 17. Jahrhundert von den Sikh-Akali-Nihangs übernommen. Heute äußerst selten.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Sanatan Shastar Vidiya
Über Sanatan Shastar Vidiya
Sanatan Shastar Vidiya ist eine nordindische Waffenkampfkunst, deren Name auf Panjabi wörtlich „Wissenschaft der Waffen" bedeutet. Das System gehört zur Kampftradition der Kshatriyas, der indischen Kriegerschicht, und wurde im 17. Jahrhundert im Panjab von Sikh-Kriegern übernommen und weiterentwickelt, vor allem vom Orden der Akali Nihang. Der Unterricht beginnt nicht mit der Faust, sondern mit Stand und Beinarbeit. Grundlage ist die Paintra, eine fließende Kampfstellung, aus der heraus jederzeit angegriffen oder ausgewichen werden kann. Erst danach folgt der waffenlose Kampf, ganz zuletzt die Waffe. Ein Anfänger übt mit einem Holzstock namens Marahati und darf erst nach sicherer Beherrschung der Grundlagen zu scharfen Waffen greifen. Das Arsenal ist breit: die Schwerter Kirpan und Khanda, die Axt Tabar, der Streitkolben Guraj, der Speer Barchha, Bogen und Pfeil sowie der Wurfring Chakram. Waffen werden in Astra, also Wurfwaffen, und in handgeführte Waffen unterteilt. Fortgeschrittene lernen etwa dreiunddreißig empfindliche Punkte am Körper, Maram genannt, sowie eine Reihe deckender und bindender Bewegungen namens Bandish. Kennzeichnend ist, dass der Kampf gegen mehrere Gegner zugleich von Anfang an geübt wird: Das System entstand für das Schlachtfeld, nicht für das Duell. Neben der Technik betont die Schule die geistige Seite, also Gebet, Meditation und einen strengen Verhaltenskodex. Heute ist die Kunst außerordentlich selten. Ihr wichtigster Träger und Lehrer ist Nidar Singh Nihang, mit bürgerlichem Namen Surjit Singh, der in Großbritannien unterrichtet. Die Behauptung einer ununterbrochenen, jahrtausendealten Linie gehört zur Überlieferung der Schule und lässt sich historisch nicht belegen; gesicherte Quellen reichen bis in die Zeit der Sikh-Reiche zurück.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
